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Sonntag, 16. Februar 2020

Dombey und Sohn, BD 2

Foto: Pixabay
Zweite von zwei Buchbesprechungen zur o. g. Lektüre 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

Ein wenig märchenhaft haben sich die letzten Kapitel im Dickens gelesen. War mir etwas zu glatt, zu rosarot, eine zu heile Welt aus den Tiefen der scheinbar ewigen Pein des viktorianischen Zeitalters England …
           
Aber vielleicht idealisiert Dickens absichtlich, strickt literarisch aus einer dunklen, von Bosheit determinierten Welt eine heile, gute. Vielleicht will er eine bessere Welt nur vorleben. Er will die Welt zu einem Ort machen, an dem sich die Menschen alle wohlfühlen sollten.

Hier geht es zum Klappentext, zu den ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.

Die Handlung
Die Handlung hatte ich schon im ersten Teil kurz wiedergegeben. Wie geht es nun im zweiten Teil weiter? Der zweite Teil setzt sich recht dramatisch fort. Zwar bekommt der alte verwitwete Dombey eine zweite Frau, mit dem Ziel, mit ihr eine neue Familie zu gründen, um evtl. nach dem verstorbenen einen weiteren Sohn zu zeugen, damit der Name Dombey und Sohn aufrecht erhalten bleiben kann. Doch leider scheitert diese Bindung, noch ehe sie begonnen hatte. Dombeys zweite Frau namens Edith Granger, die selbst Witwe ist und auch ein Kind verloren hat, schloss die Ehe mit Dombey durch falsche Empfehlungen.

Edith ist von ihrem Naturell her sehr eigensinnig und überhaupt nicht bereit, sich dem Familienoberhaupt Paul Dombey zu unterwerfen. Dombey erweist sich nach wie vor als engstirnig, kaltherzig und stark despotisch. Er besteht auf die klassische Rollenverteilung, die Edith vehement ablehnt.
Glaubt ihr, ihr könnet mich zu Unterwerfung und Gehorsam herabwürdigen – mich beugen oder brechen? (95)

Stattdessen geht sie eine enge Bindung mit Florence ein, die noch immer von ihrem Vater, weil sie ein Mädchen ist, verschmäht wird. In den Augen ihres Vaters hat sie keinerlei Daseinsberechtigung und so diskriminiert er sein eigenes Kind vehement. Florence ringt weiterhin um die väterliche Liebe. Sie freut sich aber, in Edith nun eine Mutter gefunden zu haben, von der sie sich geliebt fühlt. Das gefällt dem alten Dombey überhaupt nicht und verbietet Edith den Kontakt zu seiner Tochter. Die Ehekonflikte spitzen sich immer mehr zu. Dombey macht Florence dafür verantwortlich ...

Welche Szene hat mir nicht gefallen?
Sehr traurig fand ich das Schicksal des kleinen Paul Dombey. 
Und es war eine brutale Szene, die Dombey seiner mittlerweile 16- jährigen Tochter entgegengebracht hatte. Als der Vater von Edith verlassen wird, versuchte Florence, ihn in einer recht devoten Art liebevoll milde zu stimmen, während er ihr daraufhin ins Gesicht schlägt und sie aus dem Haus wirft.

Welche Szene hat mir besonders gut gefallen?
Als Florence nach dem Rauswurf einen Hafen im Hause von Solomon Gils hat finden können, in dem sie von Kapitän Cuttle aufgenommen wurde …

Welche Figuren waren für mich Sympathieträger*innen?
Kapitän Cuttle war mir sehr sympathisch. Er hatte ein sehr gutes Herz.

Florence, die trotz der Ablehnung ihres Vaters dennoch voller Liebe war, und ihr Charakter dadurch nicht geschwächt wurde. Sie zeigte ein gutes Herz auch gegenüber anderer notleidender Menschen. Aber sie war mir auch ein wenig zu demutsvoll. Ein rebellisches Auftreten vor allem in der Pubertät hätte ich ihr auch gegönnt. Aber dazu hatte sie zu viel Angst vor ihrem Vater. Dennoch eine überaus gütige Person, die vergibt, ohne ihrem Peiniger Vorwürfe zu machen. Ganz im Gegenteil. Die ganze Schuld ihres Vaters nimmt sie auf sich. Sie ist sehr altruistisch eingestellt. Ob auch das realistisch ist? Aber die Gerechtigkeit siegt. Florence bekommt einen Gatten, der ihr all diese Liebe gibt, die sie verdient hat und die sie entbehren musste. Gäbe es diese Gerechtigkeit doch nur auch in der wirklichen Welt. Ich könnte psychoanalytisch noch ausholen, wenn ich wollte, dass zum Beispiel Kinder, die so vernachlässigt werden, wie Florence, lebenslänglich mit einer gebrochenen Psyche zu kämpfen haben und nicht mit der Welt und mit Beziehungen jeglicher Art klar kommen ... 

Susanne Nipper, Florences Amme und Kindermädchen, die ihrem Pflegling viel Beistand bot. Außerdem zeigte Susanne Charakterstärke, als sie sich innerlich Mut zugesprochen hat, sich bei dem alten Dombey für Florence einzusetzen. Leider zeigte dieser Einsatz negative Folgen sowohl für Susanne als auch für Florence.

Mr. Toots, der viel von Florence hielt, und Größe gezeigt hat, als Florence eine Bindung mit Walter Gills eingegangen ist.

Welche Figur war mir antipathisch?
Neben dem hartherzigen Dombey auch James Carter, der sehr aufs Geld bedacht war. Auch die Vermieterin von Kapitän Cuttle fand ich sehr unsympathisch.

Meine Identifikationsfigur
Edith Granger. 

Cover und Buchtitel 
Das Cover hätte etwas kreativer und origineller ausfallen können. Jeder weiß, wie Charles Dickens aussieht, weshalb ich sein Porträt auf dem Cover nicht unbedingt als geeignet empfunden habe. Dickens ist zwar der Träger dieser Familiengeschichte, aber er ist nicht diese Familie Dombey. Mich hätte mehr eine Zeichnung zu dem gesellschafts- und Familienroman darauf angesprochen. Aber den Buchtitel finde ich sehr gut getroffen. 

Zum Schreibkonzept
Die beiden Bände beinhalten zusammen insgesamt 700 bis 750 Seiten. Der Roman ist mit 62 Kapiteln unterteilt. Absätze gibt es nur wenige, was das Lesen noch zusätzlich erschwert.

Meine Meinung
Das Buch war von der Aufmachung her etwas anstrengend zu lesen. Zu klein die Buchstaben und auch der Zeilenabstand war mir zu eng. Dabei habe ich beim Lesen schwer meine Konzentration halten können.

Und der Stoff ging mir häufig zu sehr ins Detail, was die vielen Nebenfiguren betreffen. Teilweise fand ich die Geschichte dadurch etwas zu langatmig. Aber Dickens ist ein Romancier, der einfach gerne und ausschweifend schreibt. Dennoch habe ich es nicht bereut, diese beiden Bände gelesen zu haben.

Gut fand ich, dass Dickens den gesellschaftlich benachteiligten Frauen eine Stimme gegeben hat. Wie kommen Männer weltweit eigentlich dazu, Frauen so herabzuwürdigen? Sind die Männer nicht von einer Frau ausgetragen worden? Ohne die Frau wären sie selbst gar nicht auf dieser Welt.

Daher fand ich am Ende des Buches eine Textstelle so wunderbar schön, als Florences Amme Susanne Nipper nach ihrer Heirat mit Mr. Toots ein Mädchen zur Welt bringt.
Da ist die Florence, die Susanne, und jetzt kommt wieder ein kleiner Fremdling.
>>Ein weiblicher Fremdling? Fragte der Kapitän.
>>Ja, Kapitän Cuttle<<, sagte Mr. Toots, >>und ich freue mich darüber. Ich bin der Ansicht, je öfter wir diese außerordentliche Frau wiederholen können, umso besser. << (350)

 Mein Fazit
Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung, weil das Buch die Welt tatsächlich ein wenig besser macht und zum Nachdenken anregt.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
1 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
11 Punkte

Hier geht es zur ersten Buchbesprechung, zum ersten Band. 

_________________________
Jeder kann die Welt mit seinem
Leben ein klein wenig besser machen.
(Charles Dickens)

Gelesene Bücher 2020: 04
Gelesene Bücher 2019: 29
Gelesene Bücher 2018: 60
Gelesene Bücher 2017: 60
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Der Mensch ist mehr als nur die biologische Erbmasse.
Er ist, was er innerlich denkt und fühlt.
(M. P.)
Die Herkunft eines Menschen
Die Wurzeltheorie verdammt Menschen zu ewigen Ausländer*innen, nur, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einen anderen Namen tragen. Die meisten haben ihre Wurzeln dort geschlagen, wo sie geboren wurden und / oder dort, wo sie ihr ganzes Leben zugebracht haben.

Es lebe die Vielfalt.
(M. P.)

Dienstag, 31. Dezember 2019

Charles Dickens / Dombey und Sohn (1)

Foto: Marion / Pixabay
Eine von zwei Buchbesprechungen zur o. g. Lektüre 

Pünktlich noch am letzten Tag des alten Jahres 2019 habe ich meinen Dickens BD 1 beendet. Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, wenn auch zwischendrin ein paar kleine Flauten zu spüren waren, da die Schrift sehr klein und engmaschig abgedruckt war, dass mir das Lesen etwas beschwerlich erschien, und sich dadurch meine Konzentration recht schnell erschöpft hat.

Ich lasse nun den ersten Band ein wenig in mir sacken, bevor ich mir im neuen Jahr den zweiten Band vornehmen werde. Dazu gibt es noch eine klitzekleine Rezension.

Hier geht es zum Klappentext, zu den ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.


Die Handlung
Die Handlung spielt in London im Dickens Zeitalter. Mr. Paul Dombey verliert bei der Geburt seines ersten Sohnes seine Frau. Der kleine Junge erhält den Vornamen Paul. Mit Paul werden nun sämtliche Zukunftspläne geschmiedet. Sein ganzes Leben wird von seinem Vater verplant. Aber Paul Dombey Senior hat auch eine kleine Tochter namens Florence, die sechs Jahre älter ist als der kleine Bruder. Florence wird von ihrem Vater verschmäht, dadurch, dass sie ein Mädchen ist und Mädchen in seinen Augen wertlos sind. 

Die kleine Florence liegt in den Armen ihrer sterbenden Mutter und als die Mutter dahingeht, begreift die Kleine nicht, wohin die Mutter verschieden ist. Todunglücklich über den Verlust ihrer geliebten Mutter bleibt sie nun alleine zurück. Kein Vater da, der ihr in dieser schweren Not zu helfen bereit ist. Und so flüchtet Florence immer mehr in ihre Innenwelt.

Ob Paul die Liebe erhält, die ein Kind braucht, zeigt sich ganz klar im Text, dass es dem kleinen Mann auch nicht besser als seiner Schwester ergeht. Es wird eine Amme eingestellt, die den Jungen aufziehen soll.

Väterliche Liebe empfängt auch Paul nicht, außer, dass der Vater ihm den Wert beimisst, den er materiell, wenn dieser in seine Fußstapfen tritt, aufzuwiegen weiß. Doch seine Amme wird die Anstellung aus besonderen Anlässen durch den Vater Dombey aufgeben müssen, sodass der kleine Paul zum zweiten Mal eine Mutter verliert und er dadurch gesundheitlich stark schwächelt. Es ist seine bedürftige Schwester Florence, die sich ihm substituiert, indem sie ihm als Mutterersatz dient, auch, weil sie sich selbst so sehr nach Liebe sehnt.

Florence ist nicht allein, auch sie hat eine Kinderfrau, die aber schwerlich ein Elternpaar ersetzen kann.

Im Alter von sechs Jahren wird Paul nach Brighton dem Bildungsinstitut Dr. Blimbers übergeben, damit dieses aus dem Kind recht schnell durch beste Bildung eine mündige Person zu machen weiß.
Dieser kleine Bursche hat eine Bestimmung zu erfüllen. Eine Bestimmung, kleiner Bursch. (Jazzybee, 19).
Für die arme Florence Dürre, Dürre nichts als Dürre. Dürre aber auch in der Seele ihres Vaters, der nichts Wohlwollendes wie z. B. Liebe und Freude in sich trägt, was er seinen Kindern weitergeben könnte. Alle seine Pläne und all seine Liebe sind emotionslos und stark rational berechnend. 

Weitere Details hebe ich mir für später auf, wenn ich auch den zweiten Band gelesen habe. Aber wie man sehen kann, sind das wieder typische Themen von Charles Dickens. Die Kontraste zwischen Arm und Reich, Gut und Böse, hell und dunkel sind auch hier sehr stark vertreten. 

Ich freue mich sehr, zu erfahren, wie es mit der Handlung weitergehen wird. Es ist im ersten Band schon sehr viel passiert. Eine Wendung des Schicksals für fast alle betroffenen Figuren, davon auch einige traurige, konnte schon in diesem Band fiebernd entnommen werden. Deshalb bin ich gespannt, wie sich dies alles noch fügen wird, falls es eine Fügung geben wird, wenn man bedenkt, dass Kinder zu dieser Zeit keine wirkliche Kindheit besaßen, sondern wie kleine Erwachsene betrachtet wurden.

Hier geht es zur Buchbesprechung des zweiten Teils.

________________
Es geht nicht um den Verstand,
es kommt alles aus dem Herzen.
(Tracy Barone)

Gelesene Bücher 2019: 32
Gelesene Bücher 2018: 60
Gelesene Bücher 2017: 60
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Der Mensch ist mehr als nur die biologische Erbmasse.
Er ist, was er innerlich denkt und fühlt.
(M. P.)
Die Herkunft eines Menschen
Die Wurzeltheorie verdammt Menschen zu ewigen Ausländer*innen, nur, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einen anderen Namen tragen. Die meisten haben ihre Wurzeln dort geschlagen, wo sie geboren wurden und / oder dort, wo sie ihr ganzes Leben zugebracht haben.

Es lebe die Vielfalt.
(M. P.)

Mittwoch, 1. Mai 2019

Marcel Proust Briefe 1879 - 1913 (1)

Lesen mit Anne   

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Wie ich in der Buchvorstellung schon verkündet habe, lesen Anne und ich die Briefe von Marcel Proust, BD 1 von 1879 – 1913, 2016 im Suhrkamp-Verlag erschienen, allerdings nur häppchenweise, damit wir den Inhalt besser reflektieren und verinnerlichen können. Wir lesen jeden Samstag / Sonntag zehn Seiten, deren Inhalt ich hier dann festhalten werde. Wir machen daraus ein literarisches Ritual.

Jeden neuen Eintrag stelle ich oben an, damit wir immer auf dem neusten Stand sind. Die älteren Beiträge können unten im Text immer nachgelesen werden. Weiter unten, erster Beitrag von Mai 2017, befindet sich zu dem Buch der erste Blogeintrag. 

Änderung: Ich werde die Beiträge nun doch nicht alle auf eine Seite posten, denn sonst verlieren wir den Überblick, wenn immer mehr besprochene Briefe hinzukommen. Wir haben uns eine Struktur überlegt. Ich werde jede Abhandlung mit einem Untertitel versehen, sodass wir bstimmte Beiträge im Label Proust-Briefe schneller finden können. 

Wir hatten schon vor zwei Jahren, Mai 2017, mit den Briefen begonnen. Da sie aber so anstrengend zu lesen waren, hatten wir irgendwann den Faden verloren und aufgehört weiter zu lesen. Das waren sehr teure Bände, und es wäre sehr schade, wenn die Bücher im Regal ungelesen verkommen. Jetzt geben wir Proust eine weitere Chance, auch weil ich wieder totale Lust auf ihn habe, konnte ich somit glücklicherweise auch Anne mit ins Boot holen. 


Anne hat sich bereit erklärt, ein Personenregister zu entwerfen. Es werden verschiedene Listen sein, auf denen alle wichtigen Namen aus dem Buch darauf übertragen werden, denn sonst befürchten wir, irgendwann Probleme zu bekommen, wenn die Namen nicht mehr richtig zugeordnet werden können. Hier geht es zu Annes Leseprojekte - Blogseite, die sie auch regelmäßig mit neuen Einträgen ergänzen wird. 

Anne hat die Seite wieder gelöscht. Werde mit ihr später telefonieren, und fragen, wo sie die Listen abgelegt hat.

Und im Folgenden geht es unten durch Mausklick zu den Listen, die Anne zügig umgesetzt hat, und die sie regelmäßig aktualisieren wird.
Prousts Briefpartner*innen
Fußnoten Frauen
Fußnoten Männer

Marcel Valentin Louis Eugéne Georges Proust kommt am 10.07.1871 in Auteuil zur Welt. Der Bruder Robert kommt am 24.05.1873 zur Welt.

Obere Abbildung, Proust-Briefe, die auf Wikipedia als gemeinfrei deklariert sind.

Hier geht es zum Klappentext, zum Autorenporträt, zu meinen ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.



Montag, 19. Februar 2018

Charles Dickens / Klein Dorrit, zweiter Teil (1)


Verriss


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Gestern Abend habe ich Band zwei ausgelesen und ich habe mich damit richtig gequält. Ich habe das Buch als eine intellektuelle Kasteiung erlebt. Dies ist die schlechteste Übersetzung, die ich in die Finger bekommen habe. Jede Menge grammatikalische und Rechtschreibfehler. Ebenso die Interpunktion ist mangelhaft. Dadurch kann man viele Sätze schwer verstehen; welch eine Verschwendung. Dickens würde sich im Grab umdrehen, wenn er dies lesen würde. Das hat er nicht verdient.

Der erste Band war auch mangelhaft, aber nicht ganz so schlecht wie der zweite. Ich frage mich, ob ein Übersetzungsprogramm eingesetzt wurde??? Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, diese Fehler durch eine deutsche Muttersprachlerin begannen zu haben. Ich habe Dickens schon in meiner Jugend angefangen zu lesen, und ich fand die Sprache genial. Ich bin verglichen damit mehr als enttäuscht. Lässt die Qualität nun auch in der Buchbranche nach? 

Ich warne vor diesen Exemplaren aus dem Jazzybee Verlag. Ich habe mir den Buchtitel noch von anderen Verlagen angeschaut. Und überall, wo kein Übersetzer angegeben ist, bekommt man es mit derselben Version wie dieser zu tun. Vorsicht! Finger weg davon!

Manche Sätze fand ich dagegen recht lustig, wie zum Beispiel:

Als Mister Dorrit kurz darauf dem Busen seinen Besuch abstattete, wurde er mit großer Achtung empfangen.
Und:  „... wegen seiner schwachen Haare und seines poetischen Temperaments..." aus Haare mache ich wegen seines schwachen Herzens. 


Wie schaffen es solche Bücher in den Handel?

Trotz der fehlerhaften Form konnte ich nicht aufhören zu lesen, da mir einige ProtagonistInnen vom ersten Band ans Herz gewachsen sind und ich unbedingt wissen wollte, wie die Handlung ausgehen wird.

Die Buchbesprechung wird jetzt kurz ausfallen. Ich schreibe nicht so gerne über Bücher, die ich intellektuell gesehen ausgehalten habe.

Zum Schreibkonzept
Der zweite Band dieses Romans beinhaltet vierunddreißig Kapitel. Am Ende gibt es drei Kapitel, die alle mit Zum Ende beschriftet sind. Der Erzähler des Romans steht hinter der Kulisse und bleibt unbekannt. Der Sprach- und Schreibstil passt zum viktorianischen Zeitalter. Am Anfang der Handlung wird man als Leserin mit auf Reisen der Dorrits genommen. In der Mitte werden viele Geschäftsthemen behandelt zwischen den Bankern, den Gläubigern und den Opfern. Man hört lange nichts von Amy Dorrit. Erst am Ende kommen gewisse zwischenmenschliche Beziehungen erneut zusammen, auch Amy und Arthur. Manche Beziehungen werden aufgelöst.

Wunderschöne Illustrationen sind in den Büchern vorhanden. Sie passen wunderbar in die oben erwähnte Zeit. Lediglich in einer Zeichnung war mir nicht klar, wer von den männlichen Personen abgebildet ist. Die beiden männlichen Wesen konnte ich nicht auseinanderhalten. 

Ein paar Zeilen zum Inhalt
Im ersten Band ist die Freilassung der Familie Dorrit aus dem Schuldengefängnis durch Arthur Clennam erwirkt worden. In den ersten Kapiteln des zweiten Bandes befindet sich die Familie mit anderen Reisegenossen auf Reisen nach Italien. Erst Venedig, Rom und Neapel ...

Die Familie Dorrit gehört nun nicht mehr zu den armen Leuten und kehren zu ihrem alten gesellschaftlichen Status zurück. Es gibt vonseiten Amy Dorrit Probleme, die große Schwierigkeiten hat, sich dem Verhaltenskodex der gehobenen Gesellschaft anzupassen, da sie im Schuldengefängnis zur Welt gekommen und dort aufgewachsen ist … Der Vater, William Dorrit, stellt eine Lady namens General ein, die den Kindern, vor allem den beiden Töchtern, gehobene Verhaltensregeln beibringen soll, da die Mutter der Kinder bei der Geburt von Amy gestorben ist … Amys soziales Engagement und ihre Menschenliebe verliert sie nicht, als sie sich zu der gehobenen Gesellschaft dazuzählen soll.

Demnach fühlt sich Amy in ihrer neuen Identität nicht wirklich wohl und macht sich dadurch in der Familie, vor allem bei den Geschwistern, unbeliebt. Die ältere und versnobte Schwester Fanny zeigt keine Probleme, die feine Lady zu spielen. Sie entwickelt mehr Selbstvertrauen und Charakterstärke als ihre Schwester Amy ...

Die Geschäfte laufen wieder schlecht, diesmal bei Arthur Clennam und seiner Mutter. Mrs. Clennam hält ihren Sohn weiterhin für unfähig und nimmt die Geschäfte selbst in die Hände, siehe Buchbesprechung zum ersten Band. Sie stellt im Haus Geschäftspartner ein, die ihre wertvollen Papiere (Aktien) überwachen sollen. Sie merkt nicht, wie unseriös diese Geschäftspartner arbeiten, bis sie übers Ohr gehauen wird. Über Nacht verlieren sie und ihr Sohn das gesamte Vermögen. Arthur hat es geschafft, die Familie Dorrit aus dem Schuldengefängnis herauszuholen; nun sitzt er selbst in diesem Schuldenturm. Amy und Arthur fühlen sich nach wie vor zueinander hingezogen. Nun bietet sich Amy an, ihr ganzes Vermögen an Arthur abzutreten, damit dieser wieder freikommt … Ob Arthur dieses Angebot annimmt, und ob die beiden zusammenbleiben, möchte ich nicht verraten.

Mir hat der Schluss gut gefallen, denn hier sorgt Dickens für ausgleichende Gerechtigkeit …

Es ist noch viel mehr passiert, als ich hier geschrieben habe. Kurz angedeutet; William Dorrit, dem Vater von Amy, passiert Schreckliches; bei Fanny gibt es familiäre Veränderungen; der Bruder geht auf Weltreisen; für Amy und Arthur läuten die Glocken …Man bekommt psychologische Hintergründe zu Arthurs Mutter vermittelt. Darin wird deutlich, weshalb sie sich dem Sohn so kalt, reserviert und abweisend verhalten hat. 

Buchcover
Vrgl. Buchbesprechung des ersten Bandes.

Mein Fazit?
Ich habe mir überlegt, wenn ich mit allen Dickens Bänden durch bin, dann schaffe ich mir von Little Dorrit ein anderes Exemplar an, und beginne erneut von vorne zu lesen. Und die Buchverfilmung werde ich mir zusätzlich zulegen.

Meine Bewertung?
Dieses Buch kann man nicht bewerten. Ein Buch, das man vom Markt nehmen sollte. Ich bin in meinem gesamten Leseleben noch nie in diese Situation geraten, in der ich ein Buch nicht weiterempfehlen kann.

Weitere Informationen zu dem Buch
  • Taschenbuch: 410 Seiten, 12,99 €
  • Verlag: Jazzybee Verlag (27. Januar 2015)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3849699382

Hier geht es auf die Verlagsseite von Jazzybee.
___________
Ich denke an jede Kleinigkeit
zwischen mir und ihr und fühle,
dass Kleinigkeiten die
Summe des Lebens ausmachen.
(Charles Dickens)

Gelesene Bücher 2018: 08
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Dienstag, 9. Januar 2018

Charles Dickens / Klein Dorrit (1)

Band 1


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Diesen Dickens habe ich nicht so stark empfunden, wie ich es von den anderen gewöhnt bin. Ich habe ihn nicht so facettenreich erlebt ... Ich werde die vorliegende Besprechung kurzhalten, da die Geschichte schnell erzählt ist. 

 Zur Erinnerung gebe ich erst den Klappentext rein:
Band 1 des vielleicht schönsten Romans von Charles Dickens: Klein Dorrit lebt mit ihrer Familie im Schuldgefängnis. Anders als ihre Geschwister beklagt das Mädchen sein Schicksal nicht, sondern hilft der Familie mit Näharbeiten über die Runden. Dabei macht sie die Bekanntschaft mit dem gutherzigen Arthur Clennam, der ein unbeanspruchtes Erbe der Familie entdeckt. Doch ruinöse Geschäfte eines Unternehmers treiben sowohl die Dorrits als auch Arthur zurück in die Armut …

Ob dies das beste Buch von Charles Dickens ist, ist Geschmackssache. Und das Bekannteste, wie der Spiegel schreibt? Auch nicht, siehe den Link zum Spiegel am Ende der Besprechung. Zumindest nicht für mich und für andere, die ich kenne. Ich habe im Nachhinein herausgefunden, dass es zu diesem Roman eine Verfilmung gibt, auf die ich neugierig geworden bin. Ich werde mir den Film anschaffen, sobald ich den zweiten Band gelesen habe. Am Ende der Buchbesprechung habe ich aus Youtube einen kleinen Filmausschnitt eingefügt. 

Die Sprache ist stark veraltet, was die Grammatik und die Rechtschreibung betrifft. Und es befinden sich einige Schreib- oder Druckfehler vonseiten des Übersetzers, weswegen ich hier einen Punktabzug erteilt habe. Mich haben diese Fehler sehr verunsichert, sodass ich mehrfach im Duden nachschlagen musste. Trotzdem würde ich von einer Modernisierung der Sprache abraten, weil es wunderbar ist, sich in diese Dickenszeit hineinversetzt zu haben. Ich habe später nicht mehr auf die Fehler geachtet, weil ich mich in diesem Milieu, in dem Dickens gelebt hat, wohlgefühlt habe. Alles kann gewöhnungsbedürftig sein, auch fehlerhafte Texte zu lesen. Es wäre gut, den Roman auf Grammatik- und Rechtschreibfehler, die nichts mit der veralteten Sprache zu tun haben, zu überprüfen, ohne den damaligen Schreibstil aufzugeben.  

Mich wundert, dass der Verlag keinen Übersetzer angegeben hat, und ich frage mich, ob evtl. ein digitales Sprachprogramm die Übersetzung übernommen hat?

Ich wurde neugierig und habe mir den Band von anderen Verlegern angeschaut, und es ist überall dieselbe Übersetzung abgedruckt.

Die Illustrationen finde ich schön. Sie passen gut ins 19. Jahrhundert.

Und nun zum Inhalt:

Zwischen 1855 und 1857 hat Dickens seinen Roman Little Dorrit in einer
Tageszeitung in einem Seriendruck in Auftrag gegeben.

Die Handlung spielt in London Mitte des 19. Jahrhunderts.

Unsere Heldin dieser Geschichte ist die 21-jährige Amy Dorrit, Klein Dorrit genannt, die in einem Gefängnis zur Welt gekommen ist, und sie es dadurch als ihre Heimat bezeichnet. Sie ist Halbwaise, ihre Mutter ist bei ihrer Geburt gestorben. Amy hat noch zwei ältere Geschwister namens Fanny und Tip. Der Vater, William Dorrit, ist hoch verschuldet und aus diesem Grund ist er lebenslänglich in einem Schuldengefängnis eingesperrt. Amy wurde von dem Gefängniswärter, genannt Schließer, aufgezogen, da er eine besondere Sympathie für das Kind hat aufbringen können. 

Damals war es üblich, die übrige Familie im Gefängnis unterzubringen, mit dem Unterschied, dass die nicht verurteilten Familienmitglieder Ausgang hatten. Sie konnten ein- und ausgehen. Lediglich die Sperrstunden mussten eingehalten werden. Man stellt sich ein Kind vor, das in dieser dunklen Welt geboren wird und dort aufwächst, bis es alt genug ist, sich selbstständig aufzumachen, das Gefängnis und dessen Mauern temporär alleine zu verlassen.

Der Vater William ist der Älteste von den Inhaftierten und wird als Gefängnisvater dieses Marshallgefängnisses bezeichnet. Das Gefängnis ist mit eigenen Möbeln ausgestattet. Auch die Unterkunft ist nicht umsonst. Für Kost und Logis muss aufgekommen werden. Fraglich ist für mich, was mit Familien geschieht, die diese Mittel nicht auftreiben konnten?

Die Familie Dorrit teilt sich nicht die Zelle mit dem Vater, sondern sie ist im Gefängnis in  einer separaten Wohnung einquartiert.

William Dorrit ist ein vermögender Mann gewesen. Er gehörte dem Adelsgeschlecht an. Durch die damalige Finanzkrise und unseriöse Berater der Banken verlor er sein gesamtes Vermögen. Er verfügt nicht mal über Mittel, seine Unterkunft im Gefängnis zu bezahlen, wäre nicht seine jüngste Tochter Amy, die dafür aufkommt.

Die kleine Dorrit, die, man bekommt das Gefühl, scheint als eine Altruistin auf die Welt gekommen zu sein. Sie kümmert sich um die gesamte Familie. Sie schafft es, ihre Geschwister beruflich unterzubringen, sie schafft es, für sich selbst einen Beruf zu erlernen. Sie ist klug, beherrscht die Schriftsprache, verdient ihr Geld mit Näharbeiten. Mit diesem Geld kommt sie für die Lebensmittel auf und bezahlt die Mieten im Schuldengefängnis.

Eine liebenswürdige Persönlichkeit, die alle persönlichen Bedürfnisse zurückstellt, um für die Familie zu sorgen. Junge Männer, die ein Auge auf sie geworfen haben, gibt sie keine Chance, da ihr Herz ganz ihrem Vater gehört. Der Vater weiß sehr wohl ihre Liebe und ihre Verantwortung, die sie der Familie entgegenbringt, zu schätzen. Sie putzt außerdem seine Zelle und bereitet seine Mahlzeiten vor.

Klein Dorrit, von der Statur her die eines Kindes, geht eine Opferrolle ein. Sie verlässt das Gefängnis nur zum Broterwerb, die restliche Zeit verbringt sie in der Zelle ihres Vaters und in ihrer eigenen Gefängnisunterkunft.

Der 40-jährige Sohn ihrer Herrin namens Arthur Clennam, bei der sie in fester Anstellung als Näherin beschäftigt ist, wird auf die scheinbare Persönlichkeit aufmerksam und fängt an, echtes Interesse für die junge Frau zu bekunden und schleicht ihr nach Arbeitsende heimlich hinterher, um herauszufinden, wo sich ihr Zuhause befindet ...

... Es entsteht eine kleine Freundschaft zwischen ihnen. Klein Dorrit bleibt aber immer demutsvoll, diskret und zurückhaltend. Sie wirkt wie ein scheues Reh, um nicht aufzufallen. 
Arthur Clennam bringt ihr gegenüber viel Wertschätzung entgegen, dass sie selbstlos an alle denkt, nur nicht an sich selbst.

Als Klein Dorrit Arthur Clennam das Gefängnis als ihre Heimat beschreibt, widerspricht Arthur ihr: 
>>Nennen Sie es nicht als das  zu Hause, mein Kind<<, bat er. >>Es ist mir immer peinlich Sie das zu Hausen heißen zu hören<<, verteidigt Amy es:
>>Aber es ist mein Haus. Was kann ich sonst meine Heimat nennen? Warum sollte ich das je vergessen?<<

Klein Dorrit setzt sich nicht nur für die eigene Familie ein, sondern auch für andere bedürftige Menschen, die aus dem Armenhaus kommen. Es gibt eine Szene im Buch, in der sie einen gebrechlichen Mittellosen auf der Straße ins Armenhaus begleitet. Sie musste sich heftige Beschimpfungen vor allem durch die Geschwister über sich ergehen lassen, als sie auf der Straße mit diesem fremden Mann von Fanny gesehen wird. Obwohl die Dorrits selber arm sind, haben sie ihre Standesherkunft nicht vergessen. Fanny macht ihrer Schwester heftige Vorwürfe, dass sie die Familie öffentlich blamiert habe. Außerdem fühlt sich Fanny durch dieses Ereignis in ihrer Demut verletzt ... Hier wird diese Absurdität von Armut und Unmenschlichkeit widergespiegelt. Arme Adlige? Arme Armen? Hier ist der Unterschied zu finden, doch unter dem Strich besitzen beide Zielgruppen nichts.

Arthur Clennam erweist sich als geistiger Wohltäter, der versucht, sich für William Dorrit im Circumlocution Office einzusetzen. Diese öffentliche und fiktive Einrichtung wird von Dickens als eine fragwürdige Regierungsabteilung bezeichnet. Arthur wird hier von einem Beamten zum nächsten verwiesen. Niemand zeigt echtes Interesse, Clennam mit Informationen behilflich zu sein ... Die Lage scheint aussichtslos zu sein, wie ihm durch eine lapidare Bemerkung eines Beamten mitgeteilt wird.

Ein paar wenige Zeilen zu Arthur Clennam: Clennam hat zwanzig Jahre seines Lebens geschäftlich in China zugebracht, und diese Arbeit übernommen, als sein Vater stirbt. Mit der Zeit gibt er die Geschäfte auf, weil sie keinen Gewinn mehr abwerfen, merkt, dass etwas faul ist, und reist zurück nach London und bittet um eine ernste Unterredung mit seiner invaliden und vom Charakter her bestimmenden und kühlen Mutter. Die Mutter kann seine Befürchtung nicht teilen, es sei alles rechtens verlaufen und wirft ihrem Sohn persönliches Versagen vor …

Wie das Buch ausgeht? Ich würde gerne über den Schluss schreiben, doch dann würde ich zu viel verraten. Aber auf jeden Fall ist der Schluss charakteristisch ganz nach Dickens. Wer Dickens kennt, weiß, was damit gemeint sein könnte. Dieser Schluss bezieht sich allerdings nur auf den ersten Band. Ich bin daher neugierig, wie der zweite Band fortgesetzt wird und wie er endet. Damit muss ich noch etwas warten, da ich in der Zwischenzeit andere buchige Verpflichtungen nachgehen möchte.

Mein Fazit?

Mir ist Amy Dorrit zu glatt. Viel zu fromm, viel zu heilig. Ein Persönlichkeitsbild, das keine Schwächen aufweist, und unaufhörlich Gutes tut. Einerseits interessant, andererseits kann dieser Charakterzug mit der Zeit auch in Langeweile umschlagen.

In der Dickenswelt fließen Tränen. Dies kann manchmal ein bisschen zu viel sein, zu rührselig. Hier weinen auch Männer und das finde ich wiederum gut … Etwas sentimental, wenn schließlich auch der Regen anfängt, traurig zu fallen. Dass bestimmte Figuren aufgrund ihres Schicksals betrübt sind, ist für mich auch ohne den traurigen Regen glaubwürdig.

Das Cover finde ich wunderschön. Darauf sind Arthur Clennam, Klein Dorrit und die etwas geistig zurückgebliebe und infantile Maggie abgebildet. 

Meine Buchbewertung?

1 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
1 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

Zehn von zwölf Punkten. Einen Punktabzug wegen der vielen Schreibfehler, nicht, weil der Stil schlecht war.


Wer sich für literaturwissenschaftliche Texte zu dem Buch interessiert, für diese habe ich zwei Links eingefügt. Ich selber habe sie nicht gelesen, weil mir meine eigenen Gedanken wichtiger sind, da ich den zweiten Band noch vor mir habe. Erst danach werde ich mir diese Rezensionen vornehmen. 

Eine Rezension von dem Spiegel-Magazin, klick hier.
Und die Zweite von der FAZ, klick hier.




Little Dorrit, englische Version.

Den Film gibt es aber auch auf Amazon in deutscher Sprache zu beziehen. Siehe hier.

Weitere Informationen zu dem Buch

·         Taschenbuch: 442 Seiten, 12,99 €
·         Verlag: Jazzybee Verlag (27,. Januar 2015)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3849699994

__________
Es gibt nur eine Aufgabe,
und die besteht darin,
die Liebe zu vermehren.
(Leo Tolstoi)

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