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Samstag, 23. Juni 2018

Liane Cornelius / Ich fühle so tief ich kann (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre  

Gestern Abend habe ich das Buch ausgelesen: Es ist eine ganz andere Form von Literatur gewesen, wie ich sie sonst gewohnt bin ... Das Buch hat psychologischen Tiefgang auf der Ebene von Selbsterfahrung.

Hier geht es zum Klappentext und zu den Buchdaten.

Die Handlung
Man bekommt es in dieser Geschichte mit zwei Menschen zu tun, die in der Kindheit ein schweres seelisches Trauma erlitten haben. Die Icherzählerin Liane, 57 Jahre alt, beschreibt aus ihrer Perspektive ihre gesamte psychische Lebenssituation und in Ansätzen auch die ihres Gefährten. Liane ist körperlich nicht ganz gesund und hat einige schwere Hürden zu überwinden. In kurzen Zeitabständen musste sie sich mehrere Operationen unterziehen. Liane, und sicher jeder andere Mensch in ihrer Lage, stellt sich die Frage, weshalb sie in diesem Alter schon so viele Gebrechen zu erleiden habe? Um die Antwort zu finden, geht sie weit zurück in ihre Kindheit und hinterfragt das Familiensystem, in das sie hineingeboren wurde und sie geprägt hat. Leider erfuhr Liane von ihren Eltern nicht die Liebe, die ein Kind braucht, um gesund aufwachsen zu können. Sehr kühle Eltern, die ihr materiell zwar nichts haben fehlen lassen, allerdings kam die emotionale Zuwendung, die Liebe, viel zu kurz. Liane ist mutig, sie gräbt und gräbt und gräbt tief in ihrer Psyche, um Antworten auf die vielen Fragen zu finden, die sich ihr stellen. Dabei erfährt man ein wenig von der Herkunft der Eltern, und dass auch sie selbst wenig Liebe von ihren Eltern bekommen haben. Dies zu wissen genügt Liane allerdings nicht, denn jeder Mensch sei mit dem Eintreten in das erwachsene Alter für sich selbst verantwortlich, ganz besonders, wenn man eigene Kinder bekommen möchte, um sie nicht mit ihren seelischen Defiziten zu belasten.

Nach den vielen Operationen bekommt Liane häusliche Krankengymnastik verordnet, da sie körperlich stark beeinträchtigt ist. Schon in der ersten Stunde kommen sich Liane und der Physiotherapeut namens Andreas recht nahe. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, obwohl sie Lebenspartner haben. Liane ist mit Toni verheiratet, und Andreas liiert mit Laura. Wenn diese Anziehung fast magisch wirkt, dann spielen äußere Differenzen, wie zum Beispiel der Altersunterschied, keine Rolle, denn Andreas ist gerade mal Anfang dreißig, während Lianes Gemahl Toni schon Ende siebzig ist. Liane und Andreas kommen sich mit der Zeit immer näher, bis Liane entdeckt, was die Gründe dieser Anziehung sein könnten? Beide erlitten in ihrer Kindheit ein schweres seelisches Trauma, doch beide gehen unterschiedlich damit um. Während Liane sich intensiv damit befasst, macht Andreas lieber einen großen Bogen um alles, was mit unangenehmen Gefühlen zu tun hat. Es ist Andreas, der Liane von der ersten Behandlungsstunde anfängt zu duzen. Liane macht dies nachdenklich und vermutet dahinter einen Mutter-Sohn-Konflikt. Und in den weiteren Behandlungsstunden werden beide mit alten emotionalen Konflikten konfrontiert. Liane entgeht nichts. Sie ist aufmerksame Leserin ihrer Gefühle, aber auch die von Andreas, der ihre duale Seele zu sein scheint ...

Zwischendrin wird man immer wieder zurück in Lianes gefühlskarge Kindheit geführt, die auch geprägt war von Entwertung und mangelnder Wertschätzung vonseiten ihrer Eltern …

Andreas wird das zu viel, dieses wiederholte Hinterfragen seiner seelischen Blockaden, die er durch Liane widergespiegelt bekommt, und versucht, sich von ihr zurückzuziehen …

Liane ist adipos, und das schon von Kind auf, da sie das Essen unbewusst als ein Hungern ihrer Seele empfunden habe. Sie kompensiert ihren elterlichen Liebesmangel mit dem Essen.

Wie es mit den beiden weitergeht, ob Liane es schafft, sich und Andreas mit Hilfe von Selbstanalysen zu heilen, und woraus Andreas´ erlittener Missbrauch besteht, ist dem Buch zu entnehmen …

Das Schreibkonzept
Das Buch beginnt mit einem Prosavers und endet mit demselben Vers wieder. Eine Identifikation der Icherzählerin mit dem Fluss … Hier wird man etwas vorbereitet, dass der Roman sich mit tiefen Gefühlen beschäftigt. Man findet in dem Buch viele Reflexionen und Gedanken. Dialoge allerdings sind hier recht rar.

Anschließend beginnt der Roman, der auf 395 Seiten aus 31 Kapiteln besteht. Der Schreibstil ist in einer selbstreflektiven Form konstruiert, indem man hauptsächlich in die Perspektiven der Icherzählerin geworfen wird, die ihre Gefühle und ihre Gedanken und die ihres Partners schon fast detektivisch unter die Lupe nimmt …

Ich fühle so tief ich kannCover und Buchtitel?
Das Cover finde ich etwas zu abstrakt, denn es kann alles Mögliche bedeuten, ist aber trotzdem passend, denn man weiß oftmals nicht, was sich in der tiefen, menschlichen Seele so alles verbirgt, wenn man sich auf die innere Reise begibt. Der Buchtitel hat gehalten, was er versprochen hat. 

Ungeklärte Fragen
Dadurch, dass es kein Autorenporträt gibt, konnte ich meine Frage nicht klären, ob die Autorin aus der eigenen Betroffenheit dieses Buch geschrieben hat? Ich vermute eher schon. Außerdem deckt sich der Name der Autorin Liane, ein Pseudonym, mit dem der Protagonistin.

Meine Meinung
Die Auseinandersetzung mit den Abgründen der Psyche und den vielen blinden Flecken eines Menschen fand ich einerseits ganz interessant, andererseits erlebte ich diesen Leseprozess als etwas zu langatmig. Irgendwann hat man genug von den vielen recht persönlichen Psychoanalysen, auch wenn mir bewusst ist, dass die psychologische Auseinandersetzung in dieser Form viel Mut erfordert. Ich verstehe aber auch Menschen, die sich scheuen, an sich zu arbeiten, nicht, weil sie zu bequem sind, sondern weil sie einfach Angst davor haben, in eine Krise zu geraten, aus der sie selbst mit professioneller Hilfe nicht mehr herausfinden. Nicht jeder hat die Kraft dazu, tief, so tief es geht, in sich zu graben, um die Leichen im tiefsten Keller zu bergen. So manche Psychose entwickelte sich bei einigen Menschen durch die Auseinandersetzung mit ihrer Psyche, mit der sie nicht fertig geworden sind. Ein Selbstschutz, der uns von der Natur mitgegeben worden ist, wird häufig aktiviert, und es gut ist, dass es ihn gibt.

Mein Fazit?
Dies ist ein Buch für alle mit einer verletzten Psyche und für die, die Bereitschaft aufbringen möchten, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen, um an sich zu arbeiten, damit ein gesundes Leben auch mit Hilfe von Selbstheilungskräften möglich wird. Ein Buch für alle, die auf gedruckten Seiten erfahrbare Psychologie erleben möchten.

Liane Cornelius lässt anhand ihrer Figuren den psychologischen Selbsthilfeprozess vorleben. 

Vielen Dank an die Autorin für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
1 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
0 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Neun von zwölf Punkten.
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Gelesene Bücher 2018: 26
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Sonntag, 11. März 2018

Anne Reinecke / Leinsee (1)

Leinsee
Eine Buchbesprechung der o. g. Lektüre

Die Suche nach der verlorenen Kindheit


Die Leserunde
Mir hat das Buch gut gefallen. Es hat Tiefgang, ganz nach meinem Geschmack. In der Leserunde gibt es dazu eine ausgiebige Diskussion. Leider habe ich mit dem Buch wegen der Zeitknappheit erst später begonnen zu lesen ... Viele schöne Gedanken sind im Bücherforum geschrieben, dass ich nichts mehr Neues einfügen kann, weil alles schon gesagt wurde.
Aber Vorsicht, in der Leserunde wird viel verraten, denn anders lässt sich eine Diskussion nicht führen. Meine Buchbesprechung versuche ich abzukürzen, verweise mit einem Link am Ende meiner Rezension auf die Leserunde, für die LeserInnen, die gerne die Details erfahren möchten.

Zum Schreibkonzept
Die Autorin beschäftigt sich in ihrem Stoff auch mit Themen, die in unserer Gesellschaft tabu sind ... Z.B. mit dem Tod und mit dem Umgang damit. Einer der Protagonisten lässt die Leiche seines Vaters aus dem Grab heben, damit diese zusammen mit seiner etwas später verstorbenen Mutter, die Ehefrau des Verstorbenen, eingeäschert werden kann. Meine Frage zu diesem Bild; Was geschieht im Auge des lesenden Betrachters, wenn der Sarg geöffnet wird, um die Leiche herauszuholen? Von selbst entsteht das Bild einer Leiche, deren Verwesungsprozess längst in Gang gesetzt war. Es sticht außerdem in der Nase der Leserin, aber womöglich tragen die Totengräber eine Maske vor dem Gesicht, wenn sie den gehobenen Sarg öffnen und die Leichenteile mit bedeckten Händen herausnehmen.

Das Buch behandelt einen Künstlerroman. Jedes Kapitel ist mit einer bestimmten Farbe nuanciert, dass ich erst nicht wusste, was dies zu bedeuten hat. Im Forum habe ich entnommen, dass diese bildhafte Ausdrucksweise zu einem Künstlerroman passen würde. Ein farbenfroher Roman.
Die Kapitel sind alle relativ kurzgehalten.

Zum Inhalt
Man bekommt es hier mit einem symbiotischen Eltern- und Künstlerehepaar namens August und Ada Stiegenhauer zu tun, die beruflich alles gemeinsam gemacht haben, bis Ada einen schweren körperlichen- und geistigen Zusammenbruch erleidet, und man ihr eine globale Aphasie diagnostiziert hat. August bekommt es mit der Angst zu tun, das Leben ohne seine Ehefrau fortsetzen zu müssen und nimmt sich das Leben ... Das Künstlerehepaar hat einen 26-jährigen Sohn namens Karl, der keinen Kontakt zu den Eltern hat aufbringen können, da er sich von den Eltern vernachlässigt gefühlt hat. Karl wurde einst auf´s Internat geschickt und er wurde dort mit einem Pseudonym angemeldet. Karl Sud, damit niemand dahinterkommen konnte, dass Karl das Kind des berühmten Künstlerehepaars Stiegenhauer sei ..
.
Selbst die Geburtstage des Jungen ignorieren die Eltern, da sie egozentrische, berufliche Ziele nachgingen. Karl verlässt das Internat nach dem Abitur und bricht den Kontakt zu den Eltern ab.

Gleich auf den ersten Seiten bekommt man es mit einer Ladung heftiger Problemen zu tun. Karl, auf dem Weg zu seinem Elternhaus, erbricht in dem ICE, als er sich den erhängten Vater vorzustellen versucht ...

In seiner Trauerphase versucht Karl sich an das Gesicht seines Vaters zu erinnern und es gelingt ihm nicht. Für die Eltern schien nicht wirklich Platz für ein Kind gewesen zu sein. Karl bekommt einen Abschiedsbrief des Vaters zu lesen, der Karls Rückzug anspricht, den er nie verstanden hätte ...

Karl betritt sein Elternhaus, eine Villa am Leinsee.
Er begeht eine Expedition durch dieses Elternhaus. Dies finde ich eine wunderschöne Metapher, und sie zeigt, wie fremd Karl in seinem Elternhaus ist. Die Eltern hatten einen Assistenten engagiert, der das Zimmer bewohnt hatte, was einst Karls Kinderzimmer war. Karl zieht erst mal ins Gästezimmer. Zwischen Karl und dem Assistenten entsteht ein Rollenkonflikt …

Ein weiterer Rollenkonflikt entsteht, als Karl seine Mutter in der Klinik besucht. Als die Diagnose sich geändert hat, die Mutter wurde wieder ansprechbar und konnte selbst erneut sprechen, verwechselte sie ihren Sohn mit ihrem Mann August. Ada litt an einer partiellen Amnesie, und es war nicht sicher, ob sie sich davon erholen würde. Von dem Tod ihres Mannes wurde sie nicht unterrichtet.

Karl kümmert sich um die Mutter und ist erstaunt, dass sie ihren Sohn nicht wiedererkennt. Er löst dieses Missverständnis nicht auf, und schlüpft in die Rolle seines Vaters. Scheinbar scheint er die vielen verbalen süßlichen Liebkosungen seiner Mutter zu genießen, Zärtlichkeiten, Zuwendungen, die er als Kind beider Elternteile vermisste ... Karl sitzt auf dem Krankenbett, als ihm die Tränen kommen. Die Mutter tröstete ihn, August müsse nicht traurig sein, denn alles würde wieder gut werden …

Auf der Seite 102 wird das Fremde nochmals deutlich, als es um Karls Familiennamen geht. Karl Stiegenhauer; er habe länger ohne diesen Namen gelebt als mit ihm. Durch den Tod seines Vaters betrachtet Karl sich gezwungenermaßen als den neuen Stiegenhauer ...

Es beginnt eine Bekanntschaft mit dem achtjährigen Kind Tanja, die im Garten häufig auf den Kirschbaum klettert und Karl beobachtet. Karl und das Kind fühlen sich stark zueinander hingezogen. Wenn Tanja nicht auf dem Kirschbaum sitzt, schmückt Karl die Äste mit verschiedenen Gegenständen, um Tanja zu beschenken. Es lässt vermuten, um durch die Geschenke auf sich aufmerksam zu machen. 

Zwischen ihnen beiden entwickelt sich eine Freundschaft, und man sich als Leserin die Frage stellt, was bringt diese zwei Menschen zusammen, wo Welten zwischen ihnen liegen, was das Leben und der Altersunterschied betreffen. Wer sind Tanjas Eltern? Was halten sie von dieser Freundschaft eines erwachsenen Mannes mit einem kleinen Kind? Sind die Eltern davon in Kenntnis gesetzt? Wird man bei dieser Beziehung als Eltern nicht misstrauisch? Hat man nicht Angst, dass der unbekannte Mann pädophile Neigungen haben könnte? Fragen über Fragen …

Beruflich ist Karl in die Fußstapfen seiner Eltern getreten, ohne dass er etwas von ihnen hatte, seelisch-emotional betrachtet. Geerbt hat er die künstlerische Begabung, aber nicht deren Liebe ... 
Seine Beziehung mit Mara Schlüter ist alles andere als stabil. Mara erinnert mich von ihrem Charakter und von ihren Ansprüchen her an denen von Karls Eltern. Hauptsächlich auf sich fixiert, egozentrische Ziele verfolgen, ohne an Karl zu denken. Mara strahlt eine seelische Kälte aus, die mir unangenehm war. Karl fühlt sich bei ihr unwohl. Zwischen ihm und Mara entsteht ein folgenschwerer Konflikt, der die Beziehung in Frage stellen lässt.

Mehr möchte ich nicht verraten.

Meine Meinung?
Schade fand ich, dass die gesamte Familie Stiegenhauer nichts getan hat, um die Konflikte, die sie untereinander hatten, zu klären. Aber das findet man in vielen Familien. Karl entwickelte sich zu einer instabilen Persönlichkeit mit depressiven Zügen, weil ihm die seelische Wärme seiner Eltern gefehlt hat. Dadurch ist er auch nicht wirklich beziehungsfähig gewesen. Eigentlich war er ein zu braves Kind. Er hätte rebellieren sollen, oder als Erwachsener die Eltern für ihr Versagen zur Rede zu stellen. Man bleibt nicht ewig Kind und man kann nicht ewig unter der Liebesarmut der Eltern leiden. Weil nichts geklärt wurde, schleppt Karl seine psychischen Probleme mit sich herum. Das Mädchen Tanja ist für mich eine Symbolfigur, die für innere Sicherheit und Stärke steht, sie steht auch für Liebe und Weichheit, sie steht für eine unbeschwerte Kindheit, weshalb sich Karl zu ihr hingezogen gefühlt hat. Tanja ist taff, sie weiß was sie will ... Und trotzdem bleiben Fragen offen, wie ich oben schon geschildert habe. Warum hat sich Tanja zu Karl hingezogen gefühlt? Stimmt etwas mit ihrem Vater nicht? Es gibt nur eine Szene, in der man Tanja zusammen mit ihrer Familie auf dem Flohmarkt gesehen hat. Ist dies ein Kunstfehler oder die Absicht der Autorin, Tanjas Eltern aus dem Spiel rauszuhalten? Ohne diese Hintergründe bleibt für mich das Verständnis dieses Romans allerdings ein wenig unbefriedigt.

Mein Fazit?
Ein facettenreicher Künstler- und Familienroman, über den man noch lange nachdenken wird, und immer wieder entstehen neue Fragen und neue Gedanken. 

Zum Buchcover
Das Cover ist total gelungen. Es ist wunderschön, passend zu dem Roman.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
12 von 12 Punkten


Weitere Informationen zu dem Buch
·         Gebundene Ausgabe: 368 Seiten, 24,00 €
·         Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (28. Februar 2018)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3257070144

Hier geht es auf die Verlagsseite von Diogenes.
Leserunde auf Watchareadin.
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Gelesene Bücher 2018: 11
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Freitag, 17. März 2017

Jonas Karlsson / Das Zimmer


Klappentext
Der moderne Mensch im Hamsterrad und seine Suche nach Glück. 
Von unausstehlichen Kollegen umgeben, in ein Großraumbüro gepresst, kann Björn sein Glück kaum fassen, als er eines Tages ein kleines, geheimes Zimmer entdeckt.Ein Büro nur für sich, auf demselben Stockwerk, im Flur gleich neben der Tonne für das Altpapier und dem Aufzug. Hier drinnen sind das Chaos und die Enge der Bürowabenwelt vergessen, Björn hat plötzlich Spaß an seiner Arbeit. Alles wäre gut, gäbe es da seine Kollegen nicht. Die treibt Björns bizarres Verhalten fast zur Verzweiflung. Und zu allem Übel tun sie auch noch so, als existiere dieses Zimmer überhaupt nicht.

Autorenporträt
Jonas Karlsson, 1971 in Södertälje in der Nähe von Stockholm geboren, ist eine der vielversprechendsten literarischen Stimmen Schwedens. Die New York Times lobte »Das Zimmer« als »meisterhaft«, die Financial Times nannte es »brillant«. Das Buch brachte Karlsson den internationalen Durchbruch. Der 45-Jährige zählt zu den angesehensten Schauspielern seines Landes und wurde bereits zweimal mit dem schwedischen Filmpreis ausgezeichnet. Karlsson hat bislang drei Kurzgeschichtensammlungen, zwei Romane und ein Theaterstück veröffentlicht.

Meine ersten Leseerfahrungen:

Das Buch klingt recht interessant. Es liest sich gut und flüssig und man 
kann sich gut in die Lage des Protagonisten versetzen.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Gebundene Ausgabe: 176 Seiten
·         Verlag: Luchterhand Literaturverlag (11. April 2016)
·         17,99 €
·         ISBN-10: 3630874606


Montag, 29. August 2016

Oliver Sacks / On the Move: Mein Leben

Klappentext
Oliver Sacks war der berühmteste Neurologe der Welt. Mit seinen Fallgeschichten hat er uns einen neuen Blick auf Krankheiten und Abweichungen gelehrt: was bei einem Patienten auf den ersten Blick als Störung erscheint, ermöglicht oft besondere Fähigkeiten der Wahrnehmung. Mit diesem Buch hat Sacks eine von fesselnder Energie getriebene Autobiographie vorgelegt. Ehrlich und anrührend beschreibt er die wichtigsten Stationen seines Lebens – das enge Großbritannien der Nachkriegszeit, das anarchische Kalifornien der frühen Sechziger, schließlich das ewig pulsierende New York. Ob er in der Forschung tätig ist oder in der klinischen Praxis, konstant bleiben die Begeisterung für die Arbeit mit den Patienten und das Schreiben darüber.
Gerühmt für seine feinsinnigen Fallgeschichten, analysiert Sacks hier seinen eigenen Fall: Er erzählt von erfüllter und unerfüllter Liebe, der Beziehung zu seiner jüdischen Medizinerfamilie, zeitweiliger Drogensucht und exzessivem Bodybuilding, und von unbändigen Glücksgefühlen auf den Road Trips durch die Weiten Nordamerikas.Die Lebensbilanz eines außergewöhnlichen Mediziners - und das Meisterwerk eines großartigen Erzählers.

Autorenporträt
Oliver Sacks, geboren 1933 in London, war Professor für Neurologie und Psychiatrie an der Columbia University. Er wurde durch die Publikation seiner Fallgeschichten weltberühmt. Nach seinen Büchern wurden mehrere Filme gedreht, darunter «Zeit des Erwachens» (1990) mit Robert de Niro und Robin Williams. Oliver Sacks starb am 30. August 2015 in New York City. Bei Rowohlt erschienen unter anderem seine Bücher «Awakenings – Zeit des Erwachens», «Der Mann, der seine Frau mit einem Hut verwechselte», «Der Tag, an dem mein Bein fortging», «Der einarmige Pianist» und «Drachen, Doppelgänger und Dämonen». 2015 veröffentlichte er seine Autobiographie «On the Move»
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Von dem Autor habe ich gelesen:

Das innere Auge
Der einarmige Pianist

Die Buchverfilmung Zeit des Erwachens mit Robert de Niro und Robin Williams in den Hauptrollen habe ich mir unzählige Male auf DVD angeschaut.

Obwohl Sacks ein langes und erfülltes Leben hatte, war ich trotzdem sehr traurig, als mich die Todesnachricht ereilte. So gehört neben Oliver Sacks auch Irvin Yalom zu meinen beiden Favoriten, was die Arbeit mit psychisch kranken Menschen betrifft. Von Yalom habe ich alle Bücher gelesen, von Oliver Sacks dagegen noch nicht. Ich bin auch froh darüber, so bleibt mir Sacks mit jedem weiteren Buch, das ich noch anschließen werde, länger lebendig.  Man soll sich gar nicht so sehr beeilen, von einem Lieblingsautor gleich alle Bücher zu lesen. 



Samstag, 9. April 2016

Noam Shpancer / Der gute Psychologe


Ich beginne nun mit meinem zweiten Rezensionsexemplar, und ich möchte mich auch hier bei dem btb-buchverlag recht herzlich bedanken.


Klappentext
Er ist Psychologe, sein Spezialgebiet die Angst. Am Tag praktiziert er, am Abend erklärt er Studenten, was eine gute Therapie ausmacht. Als er wenig begeistert eine Nachtclubtänzerin mit Auftrittsphobie als Klientin annimmt, ahnt er nicht, wie sehr deren Probleme und Geheimnisse auf sein eigenes Leben abstrahlen werden. 


Autorenporträt
Noam Shpancer wurde 1959 in einem Kibbuz in der Nähe Jerusalems geboren. Er lebt heute in den USA, arbeitet als Professor für klinische Psychologie an der Otterbein University in Ohio und praktiziert außerdem als Therapeut. Sein erster Roman „Der gute Psychologe“ war ein internationaler Erfolg.
Vom dem Autor habe ich bisher noch kein Buch gelesen und bin immer neugierige auf neue Gesichter im Autorenporträt.
Ich habe nun die ersten hundert Seiten durch und ich finde das Buch sehr spannend, sodass es mir schwer fällt, es zu unterbrechen. Da ja nun Wochenende ist, kann ich mir größere Strecken vornehmen, ohne großartig unterbrochen zu werden. Das Buch ist sehr fesselnd geschrieben.

Donnerstag, 16. Mai 2013

Jörg Utschakowski u. a. / Vom Erfahrenen zum Experten



Wie Peers die Psychiatrie verändern

Klappentext
Peers werden Menschen genannt, die selbst Psychiatrieerfahrungen haben undnun zunehmend in die fachliche Begleitung z.B. psychotischer Menscheneinbezogen werden. Der wesentliche Effekt ist, dass diese Personen ihre eigenenErfahrungen positiv und sinnvoll nutzen können und das von vielen Betroffenen als glaubwürdig und hilfreich angesehen wird. Viele Peers sind bereits in der Fortbildung tätig und qualifizieren sich mit geeigneten Bildungsabschlüssen. Was im englischsprachigen Raum schon sehr weit fortgeschritten ist, wird jetzt in Deutschland immer mehr Verbreitung finden.In diesem Buch werden die aktuellen Erfahrungen und die Rahmenbedingungen der Peer-Arbeit dargestellt, ergänzt durch viele praktische Hinweise, wie Peers gezielt ausgebildet und bei der bezahlten psychiatrischen Arbeit beteiligt werden können oder wie man selbst als Peer aktiv werden und sich qualifizieren kann.
Das Buch ist die praktische Umsetzung der Recovery-Bewegung, es unterstreicht die zunehmend anerkannte Bedeutung der qualifizierten Einbeziehung von Psychose erfahrenen in die psychiatrische Arbeit. 
Ich lese das Buch berufsbedingt. Dadurch, dass ich es hier zu Hause lese, nehme ich es mit in meine Sammlung auf. In der Regel lese ich Fachtexte auf meiner Dienststelle... . Ich habe mich über meine Kollegin sehr gefreut, die mir das Buch überreicht hat mit der Bitte, es zu lesen und darüber im Team zu referieren. Ich habe es als eine Wertschätzung erfahren. In unserer Dienststelle werden zukünftig in der Arbeit mit psychisch kranken Menschen nicht nur Professionelle tätig sein, seit neustem werden psychiatrieweit auch Betroffene, Erfahrene (Peers) mit ins Boot geholt, da sie aufgrund ihrer eigenen Erfahrung über besondere Ressourcen verfügen, die in der Arbeit mit psychisch Kranken förderlich sein können, wie zum Beispiel Wissen durch Erfahrung mit einer psychischen Erkrankung. Meine Kollegin begleitet ein Peermitglied, das sich derzeit in Vorbereitungskursen und Praktika befindet.

Ich habe schon ein paar Seiten gelesen und finde das Thema recht interessant... .