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Sonntag, 16. Februar 2020

Dombey und Sohn, BD 2

Foto: Pixabay
Zweite von zwei Buchbesprechungen zur o. g. Lektüre 

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute ...

Ein wenig märchenhaft haben sich die letzten Kapitel im Dickens gelesen. War mir etwas zu glatt, zu rosarot, eine zu heile Welt aus den Tiefen der scheinbar ewigen Pein des viktorianischen Zeitalters England …
           
Aber vielleicht idealisiert Dickens absichtlich, strickt literarisch aus einer dunklen, von Bosheit determinierten Welt eine heile, gute. Vielleicht will er eine bessere Welt nur vorleben. Er will die Welt zu einem Ort machen, an dem sich die Menschen alle wohlfühlen sollten.

Hier geht es zum Klappentext, zu den ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.

Die Handlung
Die Handlung hatte ich schon im ersten Teil kurz wiedergegeben. Wie geht es nun im zweiten Teil weiter? Der zweite Teil setzt sich recht dramatisch fort. Zwar bekommt der alte verwitwete Dombey eine zweite Frau, mit dem Ziel, mit ihr eine neue Familie zu gründen, um evtl. nach dem verstorbenen einen weiteren Sohn zu zeugen, damit der Name Dombey und Sohn aufrecht erhalten bleiben kann. Doch leider scheitert diese Bindung, noch ehe sie begonnen hatte. Dombeys zweite Frau namens Edith Granger, die selbst Witwe ist und auch ein Kind verloren hat, schloss die Ehe mit Dombey durch falsche Empfehlungen.

Edith ist von ihrem Naturell her sehr eigensinnig und überhaupt nicht bereit, sich dem Familienoberhaupt Paul Dombey zu unterwerfen. Dombey erweist sich nach wie vor als engstirnig, kaltherzig und stark despotisch. Er besteht auf die klassische Rollenverteilung, die Edith vehement ablehnt.
Glaubt ihr, ihr könnet mich zu Unterwerfung und Gehorsam herabwürdigen – mich beugen oder brechen? (95)

Stattdessen geht sie eine enge Bindung mit Florence ein, die noch immer von ihrem Vater, weil sie ein Mädchen ist, verschmäht wird. In den Augen ihres Vaters hat sie keinerlei Daseinsberechtigung und so diskriminiert er sein eigenes Kind vehement. Florence ringt weiterhin um die väterliche Liebe. Sie freut sich aber, in Edith nun eine Mutter gefunden zu haben, von der sie sich geliebt fühlt. Das gefällt dem alten Dombey überhaupt nicht und verbietet Edith den Kontakt zu seiner Tochter. Die Ehekonflikte spitzen sich immer mehr zu. Dombey macht Florence dafür verantwortlich ...

Welche Szene hat mir nicht gefallen?
Sehr traurig fand ich das Schicksal des kleinen Paul Dombey. 
Und es war eine brutale Szene, die Dombey seiner mittlerweile 16- jährigen Tochter entgegengebracht hatte. Als der Vater von Edith verlassen wird, versuchte Florence, ihn in einer recht devoten Art liebevoll milde zu stimmen, während er ihr daraufhin ins Gesicht schlägt und sie aus dem Haus wirft.

Welche Szene hat mir besonders gut gefallen?
Als Florence nach dem Rauswurf einen Hafen im Hause von Solomon Gils hat finden können, in dem sie von Kapitän Cuttle aufgenommen wurde …

Welche Figuren waren für mich Sympathieträger*innen?
Kapitän Cuttle war mir sehr sympathisch. Er hatte ein sehr gutes Herz.

Florence, die trotz der Ablehnung ihres Vaters dennoch voller Liebe war, und ihr Charakter dadurch nicht geschwächt wurde. Sie zeigte ein gutes Herz auch gegenüber anderer notleidender Menschen. Aber sie war mir auch ein wenig zu demutsvoll. Ein rebellisches Auftreten vor allem in der Pubertät hätte ich ihr auch gegönnt. Aber dazu hatte sie zu viel Angst vor ihrem Vater. Dennoch eine überaus gütige Person, die vergibt, ohne ihrem Peiniger Vorwürfe zu machen. Ganz im Gegenteil. Die ganze Schuld ihres Vaters nimmt sie auf sich. Sie ist sehr altruistisch eingestellt. Ob auch das realistisch ist? Aber die Gerechtigkeit siegt. Florence bekommt einen Gatten, der ihr all diese Liebe gibt, die sie verdient hat und die sie entbehren musste. Gäbe es diese Gerechtigkeit doch nur auch in der wirklichen Welt. Ich könnte psychoanalytisch noch ausholen, wenn ich wollte, dass zum Beispiel Kinder, die so vernachlässigt werden, wie Florence, lebenslänglich mit einer gebrochenen Psyche zu kämpfen haben und nicht mit der Welt und mit Beziehungen jeglicher Art klar kommen ... 

Susanne Nipper, Florences Amme und Kindermädchen, die ihrem Pflegling viel Beistand bot. Außerdem zeigte Susanne Charakterstärke, als sie sich innerlich Mut zugesprochen hat, sich bei dem alten Dombey für Florence einzusetzen. Leider zeigte dieser Einsatz negative Folgen sowohl für Susanne als auch für Florence.

Mr. Toots, der viel von Florence hielt, und Größe gezeigt hat, als Florence eine Bindung mit Walter Gills eingegangen ist.

Welche Figur war mir antipathisch?
Neben dem hartherzigen Dombey auch James Carter, der sehr aufs Geld bedacht war. Auch die Vermieterin von Kapitän Cuttle fand ich sehr unsympathisch.

Meine Identifikationsfigur
Edith Granger. 

Cover und Buchtitel 
Das Cover hätte etwas kreativer und origineller ausfallen können. Jeder weiß, wie Charles Dickens aussieht, weshalb ich sein Porträt auf dem Cover nicht unbedingt als geeignet empfunden habe. Dickens ist zwar der Träger dieser Familiengeschichte, aber er ist nicht diese Familie Dombey. Mich hätte mehr eine Zeichnung zu dem gesellschafts- und Familienroman darauf angesprochen. Aber den Buchtitel finde ich sehr gut getroffen. 

Zum Schreibkonzept
Die beiden Bände beinhalten zusammen insgesamt 700 bis 750 Seiten. Der Roman ist mit 62 Kapiteln unterteilt. Absätze gibt es nur wenige, was das Lesen noch zusätzlich erschwert.

Meine Meinung
Das Buch war von der Aufmachung her etwas anstrengend zu lesen. Zu klein die Buchstaben und auch der Zeilenabstand war mir zu eng. Dabei habe ich beim Lesen schwer meine Konzentration halten können.

Und der Stoff ging mir häufig zu sehr ins Detail, was die vielen Nebenfiguren betreffen. Teilweise fand ich die Geschichte dadurch etwas zu langatmig. Aber Dickens ist ein Romancier, der einfach gerne und ausschweifend schreibt. Dennoch habe ich es nicht bereut, diese beiden Bände gelesen zu haben.

Gut fand ich, dass Dickens den gesellschaftlich benachteiligten Frauen eine Stimme gegeben hat. Wie kommen Männer weltweit eigentlich dazu, Frauen so herabzuwürdigen? Sind die Männer nicht von einer Frau ausgetragen worden? Ohne die Frau wären sie selbst gar nicht auf dieser Welt.

Daher fand ich am Ende des Buches eine Textstelle so wunderbar schön, als Florences Amme Susanne Nipper nach ihrer Heirat mit Mr. Toots ein Mädchen zur Welt bringt.
Da ist die Florence, die Susanne, und jetzt kommt wieder ein kleiner Fremdling.
>>Ein weiblicher Fremdling? Fragte der Kapitän.
>>Ja, Kapitän Cuttle<<, sagte Mr. Toots, >>und ich freue mich darüber. Ich bin der Ansicht, je öfter wir diese außerordentliche Frau wiederholen können, umso besser. << (350)

 Mein Fazit
Auf jeden Fall eine klare Leseempfehlung, weil das Buch die Welt tatsächlich ein wenig besser macht und zum Nachdenken anregt.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
1 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
11 Punkte

Hier geht es zur ersten Buchbesprechung, zum ersten Band. 

_________________________
Jeder kann die Welt mit seinem
Leben ein klein wenig besser machen.
(Charles Dickens)

Gelesene Bücher 2020: 04
Gelesene Bücher 2019: 29
Gelesene Bücher 2018: 60
Gelesene Bücher 2017: 60
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Der Mensch ist mehr als nur die biologische Erbmasse.
Er ist, was er innerlich denkt und fühlt.
(M. P.)
Die Herkunft eines Menschen
Die Wurzeltheorie verdammt Menschen zu ewigen Ausländer*innen, nur, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einen anderen Namen tragen. Die meisten haben ihre Wurzeln dort geschlagen, wo sie geboren wurden und / oder dort, wo sie ihr ganzes Leben zugebracht haben.

Es lebe die Vielfalt.
(M. P.)

Dienstag, 18. April 2017

Jakob Wassermann / Faber oder die verlorenen Jahre


Klappentext 
Als Eugen Faber nach dem Ende des Ersten Weltkriegs in seine Heimatstadt zurückkehrt, liegt seine Welt in Trümmern: Er ist zum Außenseiter geworden, zum Fremden in seiner eigenen Familie. Jakob Wassermanns wiederentdeckter Roman ist ein erschütterndes und bewegendes Zeugnis der Entwurzelung einer ganzen Generation.
Sechs Jahre hat sich der junge Architekt Eugen Faber in russischer Gefangenschaft nach seiner Frau, seiner großen Liebe und Seelenverwandten, gesehnt und schließlich eine gefährliche Flucht auf sich genommen. Doch das Leben ist inzwischen weitergegangen. Seine Frau erkennt er kaum wieder, sein kleiner Sohn kann sich nicht an ihn erinnern. In seinem Beruf wird er nicht mehr gebraucht, und auch Ideologien bieten ihm keinen Halt. Zunehmend verzweifelt versucht er, sich in eine Welt einzufügen, die nicht mehr die seine ist.
Mit außerordentlichem Einfühlungsvermögen erkundet Jakob Wassermann das quälende Ringen um Nähe und Verständnis. In den 1920er-Jahren war er einer der meistgelesenen deutschen Schriftsteller. 1933 sollten seine Werke den Bücherverbrennungen der Nationalsozialisten zum Opfer fallen, doch schon 1924, als er den vorliegenden Roman veröffentlichte, ahnte er das nahende Unheil voraus. In einer Zeit des brüchigen Friedens und des drohenden Zerfalls Europas stellt der Roman existenzielle Fragen, die uns auch heute noch beschäftigen: nach dem Wert von Menschlichkeit, Respekt und gegenseitiger Achtung.


Autorenporträt
Jakob Wassermann (1873–1934), als Sohn eines jüdischen Gemischtwarenhändlers in Fürth geboren, gelangte Ende der 1920er-Jahre zu Weltruhm: Seine von der Psychoanalyse beeinflussten Romane waren Bestseller und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Die Verbrennung seiner Bücher 1933 in Deutschland bedeutete seinen materiellen wie auch psychischen Ruin.

Meine ersten Leseeindrücke

Als ich die ersten Seiten begonnen habe zu lesen, konnte ich nicht mehr aufhören. Nun hoffe ich, dass die Spannung und das Interesse weiterhin bis zum Ende erhalten bleiben.


Weitere Informationen zu dem Buch
€ 26,95 [D] inkl. MwSt. € 27,80 [A] | CHF 35,90* 
(* empf. VK-Preis) 

Gebundenes Buch, Leinen mit SchutzumschlagISBN: 978-3-7175-2416-8

Erschienen: 26.09.2016 

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Manesse.



Mittwoch, 29. März 2017

Ian McEwan / Kindeswohl


Klappentext
Familienrecht ist das Spezialgebiet der Richterin Fiona Maye am High Court in London: Scheidungen, Sorgerecht, Fragen des Kindeswohls. In ihrer eigenen Ehe ist sie seit über dreißig Jahren glücklich. Da unterbreitet ihr Mann ihr einen schockierenden Vorschlag. Und zugleich wird ihr ein dringlicher Gerichtsfall vorgelegt, in dem es um den Widerstreit zwischen Religion und Medizin und um Leben und Tod eines 17-jährigen Jungen geht.


Autorenporträt
Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er für ›Amsterdam‹ den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung für das Gesamtwerk. Sein Roman ›Abbitte‹ wurde zum Weltbestseller und mit Keira Knightley verfilmt. Er ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences.

Auszeichnungen

·      Somerset-Maugham-Preis für ›Erste Liebe - letzte Riten‹, 1976
·      Whitbread Prize für ›Ein Kind zur Zeit‹, 1987
·      Ehrendoktorat der Sussex University, 1989
·      Ehrendoktorat der University of East Anglia, 1993
·      Prix Fémina étranger für ›Ein Kind zur Zeit‹ in französischer Übersetzung (›L'enfant volé‹), 1993
·      Ian McEwan erhält den Booker Prize 1998 für ›Amsterdam‹, 1998
·      Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung (Hamburg) für das Gesamtwerk von Ian McEwan, 1999
·      Ian McEwan ist Ehrenmitglied der American Academy of Arts and Sciences, 1999
·      ›People's Booker‹ für ›Atonement‹, 2001
·      ›W. H. Smith‹-Literaturpreis für ›Atonement, 2002
·      Herausgeber der ›New York Times‹ haben ›Atonement‹ als einen von sieben Titeln zu den ›Books of the Year‹ gewählt, 2002
·      ›National Book Critics' Circle Fiction Award‹ für ›Atonement‹, 2003
·      ›Deutscher Bücherpreis‹ in der Sparte ›Internationale Belletristik‹ für ›Abbitte‹, 2003
·      ›Los Angeles Times Prize for Fiction‹ für ›Atonement‹, 2003
·      ›Santiago Prize for the European Novel‹ für ›Atonement‹, 2004
·      ›James Tait Black Memorial Prize for Fiction‹ für ›Saturday‹, 2006
·      ›Common Wealth Award for Literature‹ für sein Gesamtwerk, 2007
·      Oscar für die beste Filmmusik (Dario Marianelli) von ›Atonement‹, 2008
·      ›Golden Globe‹ für das beste Kinodrama und den besten Soundtrack im Film ›Atonement‹, 2008
·      ›Am Strand‹ wird Buch des Jahres des ›Galaxy British Book Award‹, 2008
·      ›Atonement‹ erhält den Britischen Filmpreis ›BAFTA‹ für den besten Film und für das Szenenbild, 2008
·      ›Wodehouse‹-Preis für den Roman ›Solar‹, 2010
·      Jerusalem-Preis für sein Gesamtwerk, 2011
(Quelle: Diogenes Website)


Verfilmungen

·      Abbitte, Joe Wright, 2007
·      First Love, Last Rites, Susanne Kaelin, 2006
·      Enduring Love, Roger Michell, 2004
·      First Love, Last Rites, Jesse Peretz, 1997
·      Der Zementgarten, Andrew Birkin, 1993
·      …und der Himmel steht still, John Schlesinger, 1993
·      Der Trost von Fremden, Paul Schrader, 1990
·      Schmetterlinge, Wolfgang Becker, 1987
(Quelle: Diogenes Website)

Dies ist mein erstes Buch von Ian McEwan. Ich habe so viele positive Rückmeldungen gehabt, dass ich schließlich selbst ganz neugierig auf den Autor geworden bin. 

Ich habe ein paar Seiten gelesen, und es liest sich sehr spannend. 


Weitere Informationen zu dem Buch:

   Taschenbuch: 224 Seiten, 12,00 €
   Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (24. August 2016)
   ISBN-10: 3257243774

Und hier geht es auf die Website von Diogenes.


Donnerstag, 23. März 2017

Per J. Andersson / Vom Inder, der mit dem Fahrrad bis nach Schweden fuhr, um dort seine Liebe wiederzufinden

Lesen mit Tina

Tina und ich lesen wieder gemeinsam ein Buch, nun, zum Monatsende. Diesmal war es Tina, die uns aus der gemeinsamen Bücherliste diese Lektüre ausgesucht hat. 


Klappentext

Alles, was man zum Glück braucht, ist Vertrauen und ein Fahrrad
1975 lernt Pikay in Neu-Delhi durch Zufall die junge Schwedin Lotta kennen und verliebt sich unsterblich in sie. Als Lotta zurück nach Schweden geht, setzt sich Pikay kurz entschlossen auf ein altes Fahrrad und fährt ihr hinterher … Diese Geschichte erzählt vom unglaublichen Schicksal des kastenlosen Pradyumma Kumar, genannt Pikay. In ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, kennt er nur Extreme: Mal wird der talentierte Porträtzeichner von Indira Gandhi eingeladen, sie zu malen, mal muss er hungern und schläft auf der Straße. Eines Abends taucht neben seiner Staffelei ein blondes Mädchen auf – und eine unglaubliche Liebesgeschichte nimmt ihren Anfang. Als Lotta zurück nach Schweden geht, stehen die Chancen schlecht für die beiden – wäre da nicht ein altes Fahrrad. Damit macht sich Pikay auf den Weg, um die 7.000 km von Asien nach Europa zurückzulegen. Auch zahlreiche Rückschläge können ihn nicht aufhalten, bis er schließlich tatsächlich in der Heimat Lottas ankommt, einer völlig anderen Welt … Um das Happy End gleich zu verraten: Heute sind die beiden seit über 35 Jahren verheiratet, haben zwei Kinder und leben auf einem alten Bauernhof in der Nähe von Borås.

Autorenporträt
Per J. Andersson ist Journalist und Schriftsteller mit Schwerpunkt Indien. Er ist Mitbegründer von Schwedens bekanntestem Reisemagazin Vagabond und ist in den letzten 30 Jahren mindestens einmal jährlich nach Indien gereist.
 Der Autor selbst ist mir unbekannt. Der Titel wirkte auch mich echt schräg, weshalb ich es kaufen musste. Ich habe ein paar Seiten erst gelesen, aber ich glaube, das Buch wird uns gefallen. 


Weitere Informationen zu dem Buch

Broschiert: 336 Seiten
Verlag: KiWi-Paperback (2. April 2015)
14,99 €
ISBN-10: 3462047477

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Kiwi. 


Samstag, 25. Februar 2017

Marcel Proust / Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (BD 7)

Die wiedergefundene Zeit

Klappentext
Mit dem siebten und letzten Band von Prousts großem Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit schließt sich der Kreis: Der Erzähler Marcel findet zu seiner schriftstellerischen Berufung und be­ginnt endlich mit der Arbeit an seinem Werk.


Autorenporträt
Marcel Proust wurde am 10. Juli 1871 in Auteuil geboren und starb am 18. November 1922 in Paris. Sein siebenbändiges Romanwerk Auf der Suche nach der verlorenen Zeit ist zu einem Mythos der Moderne geworden. Eine Asthmaerkrankung beeinträchtigte schon früh Prousts Gesundheit. Noch während des Studiums und einer kurzen Tätigkeit an der Bibliothek Mazarine widmete er sich seinen schriftstellerischen Arbeiten und einem – nur vermeintlich müßigen – Salonleben. Es erschienen Beiträge für Zeitschriften und die Übersetzungen zweier Bücher von John Ruskin. Nach dem Tod der über alles geliebten Mutter 1905, der ihn in eine tiefe Krise stürzte, machte Proust die Arbeit an seinem Roman zum einzigen Inhalt seiner Existenz. Sein hermetisch abgeschlossenes, mit Korkplatten ausgelegtes Arbeits- und Schlafzimmer ist legendär. In Swanns Welt, der erste Band von Prousts opus magnum, erschien 1913 auf Kosten des Autors im Verlag Grasset. Für den zweiten Band, Im Schatten junger Mädchenblüte, wurde Proust 1919 mit dem Prix Goncourt ausgezeichnet. Die letzten Bände der Suche nach der verlorenen Zeit wurden nach dem Tod des Autors von seinem Bruder herausgegeben.
Mein letztes Buch aus dieser Proust-Serie. Der Titel passt gerade auch zu meiner momentanen Lebenssituation, in der ich mich permanent mit der Frage beschäftige, weshalb wir Menschen nur so wenig Zeit haben? Ich zähle mich nicht zu Proust-Kreisen, die ihre Zeit vertun, indem sie von einer Gesellschaft in die andere ziehen, und viel zu plappern haben über die Charaktere anderer Leute. Nein, so verbringe ich nicht meine Freizeit, und doch bleibt mir so wenig Zeit. Und noch nie hatte der Mensch durch die Entwicklung der modernen Technik so viel Zeit wie heute. Wir sind schnelllebig geworden, und doch schaffen wir nicht mehr als unsere Vorfahren. Wir vergeuden genauso unsere Zeit mit so viel Unnützem, ähnlich wie Prousts Figuren es tun. Auch wenn wir es nicht wahrhaben wollen. 

Nun bin ich doch wirklich gespannt, wie Marcel die verlorene Zeit wiedergefunden hat. Ich habe mich speziell auf diesen Band sehr gefreut. Es dürstet mich regelrecht danach. Ich habe gerade mal 90 Seiten durch, und bis jetzt muss ich sagen, bleibt sich Marcel seinem Schreibstil noch treu. Viele Reflexionen, viele Gedanken über das Leben seiner fiktiven Mitmenschen aus der gehobenen Klasse. 

Was ist hier anders? Wir befinden uns in diesem Band im Ersten Weltkrieg. Hauptsächlich geht es in dem Krieg zwischen Frankreich und Deutschland. Das finde ich spannend. Marcel ist nicht einberufen, weil er kränkelt, macht sich aber viele Gedanken über die Soldaten, die eingezogen werden, und über andere Männer, die nicht eingezogen werden, und diese als zu verweichlichte und feige Männer zählen würden. 

Weitere Informationen zu dem Buch

D: 17,00 € 
A: 17,50 € 
CH: 24,50 sFr
Erschienen: 29.11.2004
suhrkamp taschenbuch 3647, Broschur, 641 Seiten
ISBN: 978-3-518-45647-7

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Suhrkamp. 

Donnerstag, 26. Januar 2017

Elena Ferrante / Meine geniale Freundin

Lesen mit Tina


Klappentext
Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen.Im Neapel der fünfziger Jahre wachsen sie auf, in einem armen, überbordenden, volkstümlichen Viertel, derbes Fluchen auf den Straßen, Familien, die sich seit Generationen befehden, das Silvesterfeuerwerk artet in eine Schießerei aus. Hier gehen sie in die Schule, die unangepasste, draufgängerische Schustertochter Lila und die schüchterne, beflissene Elena, Tochter eines Pförtners, beide darum wetteifernd, besser zu sein als die andere. Bis Lilas Vater seine noch junge Tochter zwingt, dauerhaft in der Schusterei mitzuarbeiten, und Elena mit dem bohrenden Verdacht zurückbleibt, eine Gelegenheit zu nutzen, die eigentlich ihrer Freundin zugestanden hätte.Ihre Wege trennen sich, die eine geht fort und studiert und wird Schriftstellerin, die andere wird Neapel nie verlassen, und trotzdem bleiben Elena und Lila sich nahe, sie begleiten einander durch erste Liebesaffären, Ehen, die Erfahrung von Mutterschaft, durch Jahre der Arbeit und Episoden politischer Bewusstwerdung, zwei eigensinnige, unnachgiebige Frauen, die sich nicht zuletzt gegen die Zumutungen einer brutalen, von Männern beherrschten Welt behaupten müssen.Sie bleiben einander nahe, aber es ist stets eine zwiespältige Nähe: aus Befremden und Zuneigung, aus Rivalität und Innigkeit, aus Missgunst und etwas, das größer und stiller ist als Lieben. Liegt hier das Geheimnis von Lilas Verschwinden?


Autorenporträt
Elena Ferrante hat sich mit dem Erscheinen ihres Debütromans im Jahr 1992 für die Anonymität entschieden. Ihre vierbändige Neapolitanische Saga – bestehend aus Meine geniale Freundin, Die Geschichte eines neuen Namens, Die Geschichte der getrennten Wege und Die Geschichte des verlorenen Kindes – ist ein weltweiter Bestseller. Ab Herbst 2017 erscheinen im Suhrkamp Verlag auch Ferrantes frühere Romane Lästige Liebe, Tages des Verlassenwerdens und Frau im Dunkeln.
Das Buch scheint richtig interessant zu sein. Ich habe die ersten dreißig Seiten gelesen, und es gefällt mir richtig gut. Mal schauen, wie sich der Roman noch weiter entwickeln wird.


Weitere Informationen zu dem Buch

D: 22,00 € 
A: 22,70 € 
CH: 31,50 sFr
Erschienen: 29.08.2016
Gebunden, 422 Seiten
ISBN: 978-3-518-42553-4 
Auch als 
eBook erhältlich

Und hier geht es auf die Suhrkamp-Verlagsseite.


Montag, 23. Januar 2017

John Fante / 1933 war ein schlimmes Jahr

Klappentext
Gefangen in einer Kleinstadt am Fuß der Rocky Mountains in den dreißiger Jahren, wünscht sich der 17-jährige Dominic Molise nichts mehr, als ein Baseball-Star zu werden. Die großen Siege, die große Anerkennung, die große Liebe. Aber er kämpft stattdessen mit der italienischen Herkunft seiner Eltern und dem Druck, im Familienbetrieb mitzuarbeiten. Ziegelsteine zu stapeln ist nichts für ihn. Sein Vater hingegen versucht ihn vor dem unausweichlichen Scheitern zu bewahren und zu überzeugen, statt des Baseballschlägers doch lieber eine Maurerkelle in die Hand zu nehmen. Seine Mutter weiß sich nicht besser zu helfen, als zu beten. Aber Dominic hört nicht auf zu träumen.


Autorenporträt
John Fante, geb. 1909 in Denver als Sohn italienischer Einwanderer, zog als Mittzwanziger nach L.A. In einer Stadt, die aus Filmträumen bestand, war er mehr als fehl am Platz, und so entstand sein unnachahmlicher Stil aus innerer Zerrissenheit, Großmut und erlösenden Rachegelüsten. Sein erster Roman „Warte auf den Frühling, Bandini“ wurde 1938 veröffentlicht, im Jahr darauf folgte „Warten auf Wunder“. Er starb 1983 an einer Folge seiner Diabetes-Erkrankung. Posthum verlieh man ihm den PEN Award für sein Lebenswerk.
Ich muss gestehen, ich habe das Buch schon ausgelesen und werde mich morgen auf unsere Leserunde im Bücherforum Watchareadin darauf beziehen.

Ich habe das Buch arg klischeehaft empfunden, aber es ist ja bekannt, dass Menschen, gleich welcher Herkunft, sich selbst mit Stereotypen, die sie in einer Gesellschaft erleben, diskriminieren. Aber der Schluss und das Nachwort hat mich ausgesöhnt, denn da wurde es deutlich, wie kritisch der Autor mit diesen Klischees umgegangen ist. 

Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen.

Eine Buchbesprechung folgt noch. 


Weitere Informationen zu dem Buch

Und hier geht es per Mausklick auf die Verlagsseite von Aufbau.

Übersetzt von Alex Capus
Gebunden mit ausklappbarem Vorsatz, 144 Seiten
Blumenbar, erschienen 14.11.2016
978-3-351-05031-3 
16,00 € *)Inkl. 7% MwSt.