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Sonntag, 17. Juni 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und der Halbblutprinz (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Nun ist auch der sechste Band dieser Potterserie geschafft. So langsam zieht sich mir das Ende in Reichweite. Wobei ich jede Menge Fragen habe, die sich allerdings erst im letzten Band beantworten lassen. Habe schon Tina mit Fragen gelöchert. Immer in dieser Ambivalenz, einerseits warne ich meine Gesprächspartnerin, nicht zu viel zu verraten, und andererseits sind die ungeklärten Fragen für mich schwer auszuhalten. Ich habe etwas auf Potter Wiki geschielt. Es ist so viel passiert, dass ich aufpassen muss, nicht zu viel zu verraten.
Ich hätte das Buch zur Mitte hin splitten sollen, wie ich es mit dem letzten Band auch gemacht habe.

Hier geht es zum Klappentext und Autorenportrait.

Die Handlung
Der Anfang beginnt diesmal alles andere als klassisch. Im letzten Band fanden im Zaubereiministerium ein Kampf und eine Schlacht mit den Todessern statt. In diesem Band wird vom Schulleiter Professor Albus Dumbledore ein neues Ministerium ernannt, da einige Mitglieder durch die Schlacht ausgeschieden sind. Die einen sind getötet worden, andere sitzen in Askaban fest und wiederum andere sind aus diversen Gründen nicht mehr vorhanden. Es wurden nun neue und strengere Sicherheitsregeln aufgestellt, um die Mitglieder des Zaubereiministeriums und der Schule Hogwarts noch besser zu schützen.

Auf den folgenden Seiten bekommt man es mit neuen Figuren zu tun. Die beiden Schwestern Bellatrix und Narzissa. Sie beide sind Anhängerinnen von Lord Voldemort. Narzissa ist die Mutter von Draco und die Ehefrau von Luzius Malfoy. Luzius sitzt in Askaban fest. Narzissa macht sich große Sorgen um ihren Sohn und fleht Professor Snape an, ihr ein Versprechen abzunehmen, Draco auf der Schule zu schützen. Ob Snape ihr das Versprechen abgenommen hat, möchte ich nicht verraten … Aber hier wird deutlich, in welcher Rolle Professor Severus Snape sich befindet und auf welcher Seite er steht.

Es sind Sommerferien, Hogwarts hat geschlossen und alle SchülerInnen befinden sich zu Hause bei ihren Familien. Obwohl die Ferien noch lange nicht um sind, kommt Professor Albus Dumbledore zu den Dursleys, um Harry abzuholen. Die Verwandtschaft zeigt sich erstaunt über den ungebetenen Gast. Doch Dumbledore hat es gut drauf, um einen erzwungenen Einlass ins Haus zu bitten. Viele skurrile Szenen folgen.  

Hier erfährt die Verwandtschaft, dass Potters Pate Black Sirius tot ist, der von Bellatrix ermordet wurde. Sirius Black hat sein gesamtes Erbe Potter vermacht. Die große Chance für den Jungen, nicht mehr von der Dursleyfamilie abhängig zu sein. Außerdem ist er bald volljährig … In diesem Schuljahr ist Potter 16 Jahre alt. Mit 17 beginnt hier der Eintritt in die Volljährigkeit ...

Als Potter und der Lehrer die Dursleys verlassen, appariert der Professor sie beide an einen magischen Ort namens Budleigh Babberton. Hier lernt Potter den emeritierten Professor Horac Slughorn kennen, der sich vor Vorldemort verbirgt …

Danach verbringt Potter die restlichen Ferien wieder bei den Weasleys, die ihn bei sich wie ein Familienmitglied aufnehmen ...

Zurück in Hogwarts sind die SchülerInnen ein Schuljahr älter geworden. Potter und sein Jahrgang besuchen jetzt die sechste Klasse und werden somit UTZ-SchülerInnen. Die Anzahl der UTZ ist entscheidend für die spätere Berufswahl. Potter will  umbedingt Auror werden, doch in den Augen von Severus Snape sei er ein Versager. Proffessorin Minerva McGonagall dagegen glaubt an Potters Fähigkeiten und fördert ihn dementsprechend.

Wie in den anderen Bänden finden auch in diesem Schuljahr jede Menge Herausforderungen auf Hogwarts statt. Potter stellt seinen Erzfeind Draco Malfoy immer wieder nach, spürt, dass er etwas im Schilde führt, doch erst am Ende der Geschichte wird deutlich, was Draco für Pläne auf Hogwarts entwickelt hat … Potter spürt, dass er der Schule schaden wird ... 

Professor Dumbledore lädt Potter immer wieder dazu ein, sich mit ihm zusammen mit Hilfe des Denkariums auf Zeitreisen zu begeben. Der Professor möchte ein Geheimnis aufspüren, das er nach und nach Potter offenbart. Diese Zeitreisen sind damit verbunden, in die Gedächtnisse anderer Leute einzudringen. Eine der Zeitreisen besteht auch darin, in die Kindheit von Tom Riddle einzutauchen. Hier erfährt man, wer Riddles Eltern waren und dass er selbst ein Waisenjunge wurde.  Dank Dumbledore wurde Riddle Schüler auf Hogwarts ... Im erwachsenen Alter wechselte Tom Riddle aus familiären Gründen seine Identität und entschied sich für den Namen Lord Voldemort ... 

Weil Lord Voldemort gerne unsterblich sein möchte, hat er seine Seele mit der magischen Zahl Sieben geteilt. Von den sieben sind sechs Teile seiner Seele in Gegenständen versteckt, die man als Horkruxe bezeichnet. Und diese Horkruxe kann Voldemort überall auf der Welt versteckt halten, während sich der siebte Teil in dem eigenen Körper befindet. Hier erst wird mir selbst als Leserin bewusst, wie schwer es sein muss, den bösen dunklen Magier zu besiegen.

Dumbledore stellt Potter vor eine schwere und wichtige Aufgabe. Er soll aus Professor Horac Slughorn eine echte Erinnerung herausbekommen. Eigentlich ist es Slughorns Geheimnis, der mit niemandem darüber spricht. Ob Potter es überhaupt schafft, dieses Geheimnis aus ihm herauszulocken, möchte ich nicht verraten. Auch nicht, woraus das Geheimnis besteht.

Wer ist der Halbblutprinz? Siehe unten, Cover und Buchtitel.

Am Ende dieses Bandes finden wieder Kämpfe mit den Todessern statt, die so gravierend sind, dass es fraglich ist, ob die Zauberschule Hogwarts weiterhin bestehen bleiben kann, da das Vertrauenverhältnis zwischen den Eltern und den Beschäftigten massiv beeinträchtigt ist.

Harry Potter ergreift für sich die Konsequenz ... 

Sehr traurig endet der sechste Band. Nicht nur für Harry Potter und seine Mannschaft, sondern auch für mich als Leserin. Aber Harry Potter trägt den schwersten Teil von allen ...

Harry Potter und der Halbblutprinz / Harry Potter Bd.6 - Rowling, Joanne K.Cover und Buchtitel?
Ein sehr gut getroffenes Cover. Hier befindet sich Potter mit Dumbledore auf der letzten Reise. Sie haben sich an einen Ort apparieren lassen, an dem der Professor glaubt, einen oder zwei Horkruxe finden zu können, die er zerstören kann. Auf der Rückseite des Covers bekommt man es mit einem Medaillon zu tun, das Voldemort gehören soll. Das Medaillon trägt die Initialen S, S wie Slytherin. Voldemort gehörte als Schüler dem Haus der Slytherin an, obwohl er kein Reinblüter war.

Den Buchtitel fand ich genial. Nun habe ich nichts darüber geschrieben, weil der Halbblutprinz sich für mich erst nur als eine fiktive Schulbuchfigur dargestellt hatte. Aber am Ende kam die Auflösung, wer sich hinter diesem Namen verbirgt? In einem Zaubertrankbuch, ein Schulbuch, nach dem Potter aus dem Schrank rein zufällig gegriffen hat, waren sämtliche Rezepte mit Bleistift durchgestrichen, und mit anderen Zauberformeln beschriftet. Dieses Schulbuch war mit dem Namen Halbblutprinz versehen. Potter übernahm die Formeln und erzielte damit im Unterricht große Erfolge. Selbst die ehrgeizige Hermine Granger konnte nicht mithalten, was in ihr Ärger und Frust verursachte. Welcher ehemaliger Schüler sich hinter diesem Namen verbirgt, auch dies wird erst am Ende dieser Geschichte aufgeklärt.

Meine Meinung
Ein sehr gelungener Fantasyroman, der sich immer mehr als ein Roman für Erwachsene entpuppt hat. Natürlich besteht meine Meinung nicht aus zwei oder drei Zeilen ... Es ist unmöglich, alles aufzuschreiben.

Mein Fazit?
Ganz klar, Harry Potter wird dazu auserkoren, den dunklen, bösen Magier zu besiegen. Warum aber gerade Harry Potter? Der ist doch noch so jung und unerfahren? Weil Harry Potter eine reine Seele hat, und über bestimmte Fähigkeiten, wie zum Beispiel der Intuition, verfügt. Aber wieso benötigt man eine reine Seele, um den dunklen Magier zu bekämpfen? Damit man sich nicht von dem Bösen infizieren lassen kann. Ich werde langsam ungeduldig und ich will unbedingt wissen, wie dieser Fantasieroman nun endlich enden wird.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten

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Bücher verwandeln Muggel in Zauberer.
(Thalia Buchhandlung)

Gelesene Bücher 2018: 25
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Sonntag, 27. Mai 2018

Astrid Lindgren / Die Brüder Löwenherz (1)

Lesen mit Tina

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ein Jugendbuch von Astrid Lindgren, das, verglichen mit ihren anderen Jugendbüchern, völlig aus dem Rahmen fällt. Ein recht düsterer Fantasieroman, das voll von Abenteuer ist. Und trotzdem ist er mit viel Liebe geschrieben. Ins Zentrum wird hier der Tod gerückt, der zwei Nachleben verspricht.

Die Handlung
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Brüder Karl und Jonathan Löwenherz. Karl, zehn Jahre alt, leidet an einer unheilbaren Krankheit und ist dadurch bettlägerig. Er weiß, dass er bald sterben muss. Traurig fragt er seinen Bruder, warum er so früh sterben müsse? Jonathan, der seinen kleinen Bruder Krümel nennt, tröstet ihn, und verspricht ihm, dass sie sich nach dem Tod in Nangijala wiedersehen würden. Nangijala wäre ein wunderbarer Ort mit vielen schönen Abenteuern.

Nun kommt es zu einer Katastrophe. Das Haus der Kinder fängt Feuer, und als Jonathan seinen kleinen Bruder aus dem brennenden Haus rettet, kommt er selbst ums Leben. Nicht lange danach folgt ihm Krümel und tatsächlich, sie treffen sich wieder in Nangijala.

Nangijala liegt in den Bergen und ist ein Land voller Märchen und Sagen. Die Dörfer, in denen sie leben, heißen Heckenrosental und Kirschtal. In der ersten Zeit machen die Brüder gemeinsam viele schöne Sachen. Krümel lernt die Taubenkönigin Sophia kennen, die einen engen Kontakt zu den Tauben pflegt. Viele Tauben übermitteln von Dorf zu Dorf wichtige Nachrichten …

Doch Löwenherz hat hier eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Und es wird Zeit, seinen kleinen Bruder darin einzuweihen. Er müsse Orwar aus der Katlahöhle befreien. Katla ist ein Feuer speiender Drache. Wenn Jonathan die Befreiung nicht gelingen würde, dann könne Nangijala nicht weiter existieren und alle müssten sterben. Doch der Drache alleine ist nicht die Gefahr. Der Drache wird von Tengil beherrscht. Tengil ist ein Diktator, der sich von den Menschen nimmt, was er haben will. Für die BewohnerInnen von Heckenrosental lässt er eine lange und hohe Mauer errichten, die Tag und Nacht von Tengilsoldaten bewacht wird. Für die BewohnerInnen werden Sperrzeiten eingeführt … Da sich herumgesprochen hat, dass Jonathan Orwar befreien will, hat Tengil seine Soldaten auf ihn gehetzt. Es finden weitläufige Suchaktionen statt … Der kleine Karl vermisst seinen Bruder schmerzlichst und macht sich selbst auf den Weg, zusammen mit seinem Pferd Fjalar, ihn zu suchen. Von den Tengilsoldaten wird Karl geschnappt …

Mehr möchte ich nicht verraten …

Das Schreibkonzept
Auf den ersten Seiten lernt man den kleinen Karl kennen, der in der Ichperspektive von sich und seiner Familie spricht. Zuerst spricht er von seinem Bruder, dann von seiner Erkrankung, etc. Der Erzählstil setzt sich bis zum Ende der Geschichte so fort. Sehr leicht und kindgerecht geschrieben. In dem Buch sind viele schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen abgedruckt.

Cover und Buchtitel?
Die Brüder Löwenherz - Astrid Lindgren
Auf dem vorderen Buchcover befinden sich beide Kinder in Nangijala. Karl ist nicht mehr bettlägerig und genießt mit seinem Bruder das Angeln an der frischen Luft. Das Buchcover hinten; beide Kinder befinden sich auf der Flucht von Tengil.

Ist das Buch jugendtauglich?
Ich finde schon. Aber es bitte nicht mit Michel, Lotta, Pippi Langstrumpf … vergleichen …
Kinder mögen Abenteuergeschichten. So ein wenig hat mich das Buch an Herr der Ringe erinnert, nur kindlicher. Allerdings wurde das Buch in der Öffentlichkeit stark kritisiert, dass der Tod für Kinder eine zu ernste Thematik sei und weil der Tod in dem Buch zu stark verharmlost werden würde. Aber ich denke, dass größere Kinder zwischen Fiktion und Realität sehr wohl unterscheiden können. Und kleinere Kinder leben in ihrer eigenen Welt. Sie werden schon rechtzeitig das Eine von dem Anderen zu unterscheiden lernen, wie dies auch mit Märchen der Fall ist.

Neben den vielen Abenteuern, die bezwungen werden müssen, geht es in dem Buch auch um Liebe familiärer und freundschaftlicher Art. Auch Vorurteile anderen gegenüber werden in bestimmten Szenen  thematisiert. Es geht um Gut und Böse und über die Schwierigkeit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden. 

Meine Identifikationsfigur
Jonathan. Ich hatte mich in meiner Kindheit auch immer für andere stark gemacht. Für Kinder und für Erwachsene. Auch um meine 2,5 Jahre jüngere Schwester war ich häufig fürsorglich. 

Ungeklärte Fragen
Die Geschichte hat politische Hintergründe. Es bleibt zu ergründen, wann Astrid Lindgren dieses Buch geschrieben hat? Ich vermute während oder nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Buch hat stark diktatorische Züge. Was ich aus ihren Autobiografien entnehmen konnte; Schweden verhielt sich im Zweiten Weltkrieg neutral. Astrid Lindgren hat aber nicht passiv zugeguckt, während Hitler in Deutschland gewütet hat. Ihre Hilflosigkeit gab sie ihrem Tagebuch kund und schrieb dazu Geschichten.

Meine Meinung
Mich hat das Buch fasziniert. Mit so viel anhaltender Spannung habe ich nicht gerechnet. Sehr interessant geschrieben. Den Schluss fand ich einerseits düster, andererseits hatte es aber etwas Befreiendes, je nachdem, was die BetrachterInnen daraus machen.
Ich selbst habe das Buch auch in meiner Jugend gelesen. 1973 wurde das Buch erstmals ins Deutsche übersetzt und gedruckt. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich es damals in meinem ersten Leseleben aufgefasst hatte.

Mein Fazit?
Dies ist das dunkelste Buch, das ich jemals von Astrid Lindgren gelesen habe. Phasenweise habe ich es als recht schwermütig erlebt. Nicht so aufheiternd wie bei der megastarken Pippi oder wie beim frechen Michel. Die Themen fand ich hier mit viel Traurigkeit und Ernsthaftigkeit bepackt.

Eigentlich heißen die Kinder Karl und Jonathan Löwe. Wie es zu dem Namen Löwenherz gekommen ist, ist dem Buch zu entnehmen.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten.

Auszeichnung
1979 wurde das Buch mit dem internationalen Janusz-Korczak-Literaturpreis und dem Wilhelm-Hauff-Preis geehrt.

Und hier geht es zu Tinas Buchbesprechung.

Weitere Information zu dem Buch

 Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
·         Verlag: Oetinger Verlag; Auflage: 37 (1. Februar 1974)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3789129410
 ___________
Gelesene Bücher 2018: 22
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86



Montag, 21. Mai 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und der Orden des Phönix (2)

Zweite von zwei Buchbesprechung zur o. g. Lektüre  

Ich habe es geschafft, den dicksten Potter auszulesen. Der fünfte Band, den fand ich bisher am anspruchsvollsten. Und leider war das auch der traurigste Band. Man hat hier des Öfteren Potter in seinen schwersten Lebenskrisen erlebt, und ich mit ihm getrauert habe, als er seine wichtigste Bezugsperson an Lord Voldemort verloren hat.

Jede Menge Zettelchen kleben zwischen den Buchseiten, und ich werde diesmal meine Buchbesprechung ein wenig ausweiten, damit ich in Zukunft, nach einer gewissen Zeit, mich mental immer wieder in das Geschehen einbringen kann. Wem die Buchbesprechung zu ausführlich ist, der kann einzelne Unterpunkte einfach querlesen oder überspringen. Dies ist der Vorteil an einer strukturierten Buchbesprechung. Man kann sich die Punkte aussuchen, die man lesen oder überspringen möchte. Trotzdem versuche ich mich auch an einem bedeckten Schreibstil zu halten. Wenn ich die Besprechung mit Hilfe von Unterpunkten gliedere, wird es mir helfen, nicht zu viel von den verschiedenen Handlungen zu verraten.

Sehr viel Stoff bietet das Buch, dass ich schauen muss, was ich hier einbringen werde.

Die Handlung
Wie geht es nun weiter mit der Geschichte in dieser zweiten Buchbesprechung?
Harry Potter bekommt einen Wachtraum, in dem er sieht, wie Mr Weasley von einer Schlange tätlich angegriffen wird und ihn lebensgefährlich verletzt. Potter warnt seine Freunde, niemand möchte ihm so recht glauben, aber tatsächlich, Mr Weasley befindet sich wegen eines Schlangenbisses in der Klinik. Das Abstruse an diesem Traum ist, dass Potter glaubt, dass er die Schlange gewesen sei und er habe Mr Weasley angegriffen und ihn töten wollen. Dahinter würde Lord Voldemort stecken. Potter glaubt, von Voldemort besessen zu sein und fühlt sich in seiner Haut nicht mehr wohl und hat Angst, er könnte von ihm ausgespäht werden. Potter kann nicht mehr richtig schlafen, aus Angst, Voldemort könnte im Schlaf erneut von ihm Besitz ergreifen. Er vertraut sich Sirius und dem Schulleiter an. Der Schulleiter Dumbledor verordnet ihm zum eigenen Schutz Einzelunterricht im Okklumentik bei Prof. Snape. Okklumentik ist eine Kunst, sich vor Wahrträume, wie Potter sie erlebt hat, zu schützen. Die magische Verteidigung des Geistes gegen das Eindringen von außen. Ausgerechnet Prof Severus Snape soll Potter unterrichten, der seinen Schüler partout nicht ausstehen kann. Potter kommt nicht sehr weit mit seinem Unterricht. Es fällt ihm schwer, das Gelernte umzusetzen. Ein Grund mehr für Snape, den Jungen runterzumachen.

Neuer Lehrer Firenze
Die Schule bekommt einen neuen Lehrer, den der Wildhüter Hagrid angeschafft hat. Einen Zentauren namens Firenze, den ich als schülerzugewandt erlebt habe. Allerdings wird dieser Zentaur von seiner Herde verstoßen, da er nun den Menschen dienen würde …  Ein glatter Verrat, die Herde versteht nicht, weshalb Firenze sein Wissen an Menschen weitergibt. Sie fühlen sich von ihm sogar entehrt … Die Zentauren werden es später mit der Lehrerin Umbridge zu tun bekommen ...

Prof Dolores Umbridge
Treibt auf der Schule weiterhin ihr Unwesen.
Sie schafft es, Prof Sybill Trelawney angeblich wegen des schlechten Unterrichts von der Schule zu verweisen.
Die Schülerin Marietta hat den Geheimclub DA verraten, sodass Potter verhört wird. Es droht ihm ein dauerhafter Schulverweis.
Der Schulleiter nimmt den Geheimclub DA auf seine Kappe, daraufhin verliert er seinen Posten als Schulleiter und Prof Umbridge rückt nach, sie wird die neue Schulleiterin. Dumbledore soll nach Askaban geschickt und vor Gericht gestellt werden.

Prof Severus Snape
Noch immer fies Potter gegenüber. Doch später wird klar, weshalb er es in so einer destruktiven Weise auf Potter abgesehen hat. Snape wird aus dem Büro gerufen, als er Potter Okklumentikunterricht erteilt. Er rennt raus, Potter bleibt unerlaubt im Büro und wagt einen Blick ins Denkarium. Dort sieht Potter seine Eltern, Albus Dumbledore, Black Sirius, Remus Lupin und Severus Snape, als sie selbst fünfzehnjährige SchülerInnen auf der Hogwarts waren. Snape war ein unbeliebter Schüler, der den Spitznamen Schniefelus erhalten hatte. Vor allem von dem arroganten James Potter wird er hochgezogen. Das kann Snape nicht vergessen und rächt sich an den Sohn Harry. Harry Potter wird nachdenklich und bekommt Mitleid mit Snape. Er wendet sich an seinen Paten, und möchte wissen, ob sein Vater tatsächlich ein so arroganter Fiesling gewesen sei … Aber Prof Snape rettet Potter auch vor Umbridge, die von ihm das selbsthergestellte Serum namens Veritae haben wollte, um damit herauszufinden, ob Potter bei ihrem Verhör die Wahrheit sagt. Snape gab an, kein Serum mehr auf Vorrat zu haben …

Prof Minerva McGonagall
Habe ich als sehr angenehm erlebt. Bei der Berufsberatung bzw. bei der Punkteverteilung setzt sie sich für Potter ein, während Umbridge Potters Leistung ins Negative zieht, ihn für untauglich hält. Potter will Auror werden. Im Beisein von Dolores Umbridge sagt Minerva McGonagall, dass sie Harry helfen würde, ein Auror zu werden. Eine sehr angenehme Szene.
Auch am Ende sorgt diese Minerva McGonagall für Gerechtigkeit allen Gryfindors-SchülerInnen gegenüber, als sechs der SchülerInnen sich dem Kampf gegen Voldemort im Zauberministerium gestellt hatten.
McGonagall ist selbst verletzlich, wird durch Umbridges miese Zaubereien angegriffen und ins Hospital gebracht.

Zwillinge Fred und Georg Weasley
Erfinden ein Pulver für die SchülerInnen, da sie der Meinung sind, dass sie alle an einer Umbrigitis 😈 leiden würden. Prof Umbridge kann die Zwillinge nicht aus der Schule werfen, da sie freiwillig ihren Abgang machen.  Sie verlassen die Schule ohne Abschluss und eröffnen einen Zauberladen mit Schabernack-Zauber-Artikeln. Ich fand diese Szene recht lustig.

Black Sirius
Hält sich weiterhin versteckt. Immer wenn Potter eine Aussprache gesucht hat, musste er es über den Zauberkamin mit einem Flohpulver machen. Das Flohpulver verhilft ZauberInnen, zu reisen. Wirft man eine Prise von dem Pulver ins Feuer, leuchtet es grün auf, und man kann durch den Kamin treten. Potter machte dies in Umbridges Kamin ...
Er erhält wieder einen Traum, diesmal würde sich Sirius in Gefahr befinden. Er ist stark beunruhigt, erzählt seinen FreundInnen Ron und Hermine und möchte ihm schnellstens zur Hilfe eilen. Sie versuchen Umbridge aus dem Büro zu locken, damit Harry den Kamin benutzen kann, um Kontakt mit Sirius aufzunehmen. Hermine steht draußen und hält Wache. Umbridge war diesmal schneller. Sie erwischt Potter am Kamin, die Wache wurde ausgetrickst … Beide SchülerInnen, Potter und Hermine, werden ausgefragt, mit wem Potter Kontakt aufgenommen habe. Hermine ist schlau und findet einen Weg, sie aus dieser kritischen Situation herauszufinden und führt Dolores Umbridge mit einer Lügengeschichte in den verbotenen Wald zu den Zentauren ...
Die SchülerInnen Ron, Hermine, Neville, Ginny, Luna und Potter machen sich mit Hilfe der Thestralen auf den Weg ins Zauberereiministerium nach London, um Sirius aus der Patsche zu helfen. Hier findet nun ein schwerer Kampf statt … In dem Zaubereiministerium wird Potter mit der Prophezeiung konfrontiert, die in einer Glaskugel gehalten wird.

Ist Potters Zukunft vorhersehbar? Ist sein Tod vorhersehbar? War der Tod seiner Eltern vorhersehbar? Voldemort hatte versucht, Harry als Kind aufgrund einer Prophezeiung zu töten.
  
Zum Scheibkonzept
Wie in den anderen Bänden, allerdings wird in diesem Band erst durch das Ende der Verlauf der Geschichte richtig rund. Ich habe das Ende wie einen geschliffenen Diamanten erlebt. Alles fügt sich zusammen.

Cover und Buchtitel?
Das Buchcover vorne; das könnte der magische Raum der Wünsche sein, in dem Potter 25 SchulkameradInnen bestimmte Zauberübungen beibringt, wie z. B. den eigenen Patronus finden und ihn zielbewusst zum Einsatz bringen. Potters Patronus ist der silberne Hirsch gewesen, der ihm am Anfang dieser Geschichte im Kampf gegen die Dementoren zu Hilfe kam.
Das Buchcover auf der Rückseite; das könnte die Schlange sein, die Mr Weasley lebensgefährlich bedroht hat.
Der Buchtitel, der erschloss sich mir auch erst am Ende. In dem Orden des Phönix befinden sich alle Mitglieder, die gegen Lord Voldemort kämpfen. Auch Prof Snape gehört diesem Orden an.

Ungeklärte Fragen
Wie kam Prof Severus Snape zu seinem Spitznamen  Schniefelus? Ich kann mich einfach nicht mehr erinnern, weshalb Snape diesen Spitznamen erhalten hat. Sicher kann meine Bücherfreundin Tina hier aushelfen.
Nachtrag: Ich habe eine Antwort von Tina bekommen. Ich kürze sie aber ab. Snape hat den Spitznamen erhalten, aufgrund seiner ungepflegten Erscheinung. Auf der ersten Zugfahrt hätte seine Nase getropft, daher der Schniefelus. 

Meine Meinung
Gelungenes Märchen, gelungene Fantasygeschichte. Allerdings finde ich sie für Zwölfjährige inhaltlich etwas zu schwer und zu düster. Sehr traurig fand ich den Verlust um Black Sirius. Die einzige Person, die eng mit Potters Eltern gelebt hatte, ist nun auch nicht mehr vorhanden. Dagegen angenehm fand ich, wie Umbridge ins Verderben gestürzt wird ... Schön fand ich den Zusammenhalt der fünf SchülerInnen Potter gegenüber.
Am Ende sind nun alle Gefahren überstanden, die Prüfungen geschrieben und mit Bravour abgeschlossen, sodass die SchülerInnen wieder für die großen Ferien zurück nach Hause fahren. Eine traurige Zeit für den jungen Harry? Potter ist nicht allein; die ganze Gemeinde steht während der Sommerferien hinter ihm, sollte er von der Verwandtschaft wieder diskriminiert werden. Das wurde den Dursleys sehr deutlich zum Ausdruck gebracht. Na, da bin ich gespannt, ob sie sich im sechsten Band besser benehmen konnten.

Mein Fazit?
In der ersten Buchbesprechung hatte ich ein paar Lücken in meinem Kopf, da ich z. B. das Verhalten von Tante Petunia nicht ganz nachvollziehen konnte, als es darum ging, den Neffen durch den Onkel auf die Straße zu setzen. Sie wusste es zu verhindern. Wovor hatte sie Angst, ihren Neffen auszusetzen? Am Ende kommt die Auflösung. Es war der Schulleiter Albus Dumbledore, der der Tante einen Heuler geschickt hatte, um sie an ihre Pflichten zu erinnern ...

Zur Lesestruktur
Mir hat das gutgetan, die Geschichte zur Mitte hin aufzuteilen, sie in zwei Zeitabständen zu lesen und werde es nun mit allen voluminösen Büchern so handhaben. Es nimmt mir den Druck, zu lange an einem Buch zu lesen, und andere Bücher sonst so lange warten müssen, bis sie dran sind. Vor allem die Rezensionsexemplare, die man gerne sehr zeitnah durchnehmen möchte.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
 Zwölf von zwölf Punkten.

Und hier geht es zur ersten Buchbesprechung dieses Bandes.
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Wenn du die Wahl hast, ob du recht behalten
oder freundlich sein sollst,
wähle die Freundlichkeit.
(Dr. Wayne D. Dyer)

Gelesene Bücher 2018: 21
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
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Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86