Montag, 20. Januar 2020

Ulrich Ladurner / Der Fall Italien (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre  

Eine andere Form von Buchbesprechung, mehr ein Nachdenken, ein Diskutieren über verschiedene Überlegungen was die triste, desaströse politische Landschaft Italiens betrifft, in der am Ende des Tunnels irgendwie kein Licht zu sehen ist. Ein paar Fakten möchte ich hier hineinbringen, die ich mit Zitaten belegen möchte. Ich zitiere nicht nur aus Ulrich Ladurners Werk, sondern auch ein Zitat aus dem Web.de

Hier geht es zum Klappentext, zu den ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.

Das Buch hat mich lange beschäftigt und passt wunderbar zu dem Buch, das ich davor gelesen hatte. Ian McEwan, Die Kakerlake. Auch italienische Politiker scheinen mir nichts anderes als Kakerlaken zu sein. Sie scheinen für mich sogar EU-weit die gefräßigsten Parasiten zu sein, um dies symbolisch auszudrücken. Zumindest hatte ich diesen Eindruck, als ich das Buch zu Ende gelesen hatte. 

Vieles, was Ulrich Ladurner hier in seinem Buch beschreibt, war mir schon bewusst, aber vieles ist mir auch neu, und so konnte er mir  zumindest auch die Frage beantworten, weshalb die Italiener wiederholt Berlusconi gewählt hatten. Und weshalb sie nach der Berlusconi-Ära weiterhin auf populistische Parteien zugegriffen haben? Alle Antworten werde ich hier der Länge wegen nicht liefern können, aber zumindest ein paar Anregungen.

Es würde in Italien derzeit keine anderen Parteien geben. Der Wolf im Schafspelz, sie alle, die Politiker, versprechen dem Volk ein besseres Leben. Bessere Arbeitsplätze, günstigere Mieten, und wenn sie schließlich gewählt sind, zeigen sie ihr wahres Gesicht.

Ich wusste schon, dass Italiens Regierung korrupt ist, aber ich wusste auch, dass der italienische Mensch nicht die Regierung ist, selbst wenn dieser seine Politiker gewählt hat. Aber es gibt auch in Italien ein sehr differenziertes Wahlverhalten zwischen Passivwählern, Frustwählern, Nichtwählern, Protestwählern etc.

Das Buch hat mir gezeigt, wie die Menschen benutzt und hinters Licht geführt werden, wie mit deren Psyche gespielt und manipuliert wird. Es zeigt, dass es keine sauberen Politiker in diesem Land zu geben scheint, keine sauberen Parteien, sodass viele Italiener es leid sind, die Politik meiden und den Zusammenhalt nur noch in der Familie suchen. Wenn es keine sauberen Politiker in diesem Land zu geben scheint, so frage ich mich, wie die Zukunft dieses Landes noch aussehen wird? 

Ich habe wirklich die Sorge, dass in Italien erneut der Faschismus ausbrechen wird. Muss ein Krieg kommen, damit das Böse ausgemerzt wird? Damit die Menschen wach werden?

Italien ging es nicht immer schlecht. Italien feierte auch einen wirtschaftlichen und einen sozialen Aufschwung, und zwar nach dem Zweiten Weltkrieg.
Der schnelle Aufstieg Italiens begann nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Die sechziger Jahre war geradezu ein rauschhaftes Jahrzehnt. Fünfzehn Jahre nach Kriegsende feierte das Land Erfolge auf allen Ebenen. Es begann mit der Olympiade 1960, bei der Italien 13 Medaillen gewann und damit hinter der Sowjetunion und der USA auf Rang drei landete. 1964 wurde die Autostrada del Sole (…) fertiggestellt, die den Norden mit dem Süden verband. (…) Die Wirtschaft boomte, und die Massen konnten sich Konsumgüter leisten. (…) Vergessen waren die Verherungen des Krieges, vergessen die Vereehrungen in den Faschismus. Die Zukunft war ein offenes Feld voller Verheißungen, man musste es nur entschlossenen Schrittes betreten. (2019, 17)

Damals wurden die Politiker noch in die „Schule“ geschickt. Es gab starke Gewerkschaften, große Parteien, eine mächtige Kirche, die ihren Mitgliedern Fortbildungen angeboten hatten, um sie auf die Politik vorzubereiten, doch leider konnte dieser Anspruch auf Dauer nicht aufrecht erhalten bleiben.
Allein zwischen 1945 und 1954 durchliefen 300 000 Mitglieder Ausbildungskurse, die Besten wurden ausgewählt und auf die Parteischule Frattocchie bei Rom geschickt. Aus ihr ging eine Reihe von später bekannt gewordenen Politikern hervor. Die Gewerkschaften hatten ihre eigenen Ausbildungszentren, die ebenfalls viele Persönlichkeiten hervorbrachten, die eine prägende Rolle in der italienischen Nachkriegsrepublik spielten. (18)

Diese stabilen Zeiten waren nicht von Dauer. In den späteren Jahren wurden die Italiener von ihren Politikern erneut enttäuscht und betrogen. Besonders in der ...
Gegenwart (hatte) kein führender Politiker mehr eine spezifische Ausbildung durchlaufen, die ihn hätte vorbereiten können, denn die Schulen der Parteien und der Gewerkschaften hatten sich fast alle aufgelöst. Es wird offenbar nicht mehr erwartet, dass der Politiker komplexe Probleme intellektuell durchdringt, sie verständlich darlegt und schließlich für Lösungen bei den Bürgern um Zustimmung wirbt. (20)

Das Volk entpuppte sich immer mehr zu einem Wutbürger, viele reagierten desillusioniert, viele sind nur noch misstrauisch, stehen den Medien missmutig gegenüber. Sie erlebten eine massive Deinstrualisierung, den Niedergang der Volksparteien, die Schwächung der Gewerkschaften.
Wer immer ihnen Nachricht überbringt, sie glauben ihm nicht. Sie fühlen sich hintergangen und umgeben von Lügnern und Betrügern. Das Misstrauen sitzt in ihren Knochen und macht sie schwer wie Blei. (22) 

Man fragt sich, wie Berlusconi es geschafft hat, an die Macht zu kommen? Für mich eine ganz klare Sache, wie ich von Italienern zu hören bekommen habe, als ich sie danach fragte. Er scheint die Medien, die in seiner Hand lagen, manipuliert zu haben, und vielleicht hat er als Milliardär mithilfe von Schmiergeldern Stimmen gekauft. Dies vermute ich. Hier würde sich leider manche Italiener, wenn er sich hat kaufen lassen, mitschuldig an diesem politischen Verbrechen machen. Aber es gibt auch Antworten, die sich nicht nur auf meine Vermutungen stützen:
Als die Italiener 1994 Silvio Berlusconi zum Ministerpräsidenten wählten und ihn dreimal im Amt bestätigten, schüttelte das Ausland den Kopf. Wie konnte ein so kultiviertes Volk einem Illusionskünstler vom Schlage Berlusconis hinterherlaufen? Wie konnten die Italiener ihn immer wieder wählen, trotz seiner zahllosen Skandale und Affären? (22)

In dem Buch werden zudem noch mehrere Antworten benannt. Was ich nicht wusste, ist, dass bei der Einführung des Euros alle Italiener dafür zahlen mussten. Romani Prodi, damaliger Ministerpräsident, führte eine Eurosteuer ein.
Die Regierung zog direkt von den Bankkonten der Italiener Geld, um die Kriterien des Vertrags von Maastricht erfüllen zu können. Somit zahlten die Italiener aus eigener Tasche für den Beitritt zum Euro. Doch die Italiener waren bereit (…) zu zahlen, weil sie mit dem Euro viel Hoffnung verbanden. Europa verlangte es, und die Italiener wollten gute Europäer sein. Sie waren es aus Überzeugung und aus Notwendigkeit, denn sie hatten wenig Vertrauen in die Fähigkeiten der eigenen politischen Klasse. Brüssel sollte die Modernisierung vorantreiben. (23)

Aber mit Europa wurde es nicht besser. Im Gegenteil, der Druck nahm durch Brüssel noch mehr zu und das nutzte der wiedergewählte Berlusconi aus und führte eine Antieuropa – Politik ein und stärkte das Volk, auf die nationalistischen Werte zurückzugreifen und darauf zu vertrauen. Zum Beispiel würde Italien den Italienern gehören und nicht der EU. Berlusconi nutzte das geschwächte Selbstvertrauen seiner Landsleute aus.
Mit Ausbruch der Eurokrise 2010 zerstoben diese Hoffnungen. Italien geriet ins Hintertreffen: Die Arbeitslosigkeit stieg, die Kaufkraft sank, die Wettbewerbsfähigkeit ging verloren, der Anteil der Industrieproduktion am Bruttoinlandsprodukt schrumpfte. Es war ein bitteres Erwachen. Und aus Brüssel kamen die ständigen Ermahnungen zum Sparen, zu mehr Disziplin, zu mehr Reformen. Die Italiener sollten so werden wie die Deutschen – doch da das nicht möglich war, entstand das nagende Gefühl des ständigen Ungenügens. Die EU war wie ein strenger Schulmeister, der Italien ohne Unterlass schlechte Noten gab. (…) Erst Jahre später sollte man erkennen, dass Berlusconi keine Ausnahme war, sondern ein Vorläufer-ein frühes Modell von Donald Trump, der 2016 überraschend zum US-Präsidenten vor. Berlusconi lebte das Modell des radikalen politischen Narzissmus vor.  

Dass die Italiener 2002 für den Euro selbst zahlen mussten, das ist mir neu. Das erklärt natürlich, dass die Italiener auf Prodi wütend wurden und ihn abgewählt haben, weil sich an der politischen Lage nichts gebessert hatte. Dann die vielen Beschimpfungen aus Brüssel, das waren die Italiener leid. 
Seit der Eurokrise scheinen die Italiener aus deren Blickwinkel wie ungezogene Kinder, die nicht recht wissen, wie man mit Geld umzugehen hat. Sie schmeißen zum Fenster hinaus, was andere hart verdient haben. Diese Vorstellung hat sich, auch dank entsprechender Berichterstattung, tief in die Köpfe, insbesondere der Deutschen, eingenistet. Da ist viel Herablassung im Spiel, viel Besserwisserei und Ignoranz. Die strengen Sparmeister des Nordens sollten aber berücksichtigen, dass andere europäische Länder enorm von der Kreativität, dem Talent und dem Leistungswillen der italienischen Auswanderer profitieren. Es war in erster Linie der viel gescholtene italienische Staat, der diese Menschen ausgebildet hat, bevor sie ins Ausland gingen.

Und trotzdem steht Italien an vierter Stelle, was die Zahlung an die EU betrifft. Noch 2016 zahlte das Land 11,48 % des Bruttoinlandprodukts an die Europäische Union. An erster Stelle steht Deutschland, an zweiter Frankreich, an dritter England, dann kommt Italien. Das allerdings habe ich aus einer anderen Quelle herausfinden können, siehe hier.
Und es gibt noch einiges mehr, was in der Rede vom angeblichen liederlichen Italien untergeht: Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank ist das durchschnittliche Vermögen der Italiener fast dreimal so groß wie das der Deutschen, nämlich 173 600 zu 51 400 €. Auch die Schulden in ihrer Gesamtheit – Staat, Familien, Unternehmen – sind geringer als die der Dänen oder Schweden. Der italienische Staat ist arm, die italienische Gesellschaft dagegen reich. Fakten wie diese spielen in der Debatte über Italien nur selten eine Rolle. Sie finden keinen Platz zwischen all den Vorurteilen, die sich längst zu Gewissheiten verfestigt haben. (Ladurner 218) 

Schuld daran seien auch die italienischen Politiker, die in Brüssel mit einem opportunistischen Auftreten auf den Tisch hauen und so tun, als würden sie im Auftrag des Volkes so agieren. Dabei sei das Volk selbst ganz verzweifelt über die peinlichen Auftritte ihrer Politiker.
Europäische Politik ist eine heikle, mitunter explosive Angelegenheit, weil jede Nation ihre eigene Geschichte hat. (…) Nationalgefühle sind auch mehr als sechzig Jahre nach Gründung der Europäischen Union noch nicht abgekühlt. (219)

Wie sollte denn Brüssel und der Norden auf die Italiener reagieren?
Nicht nur, aber auch darum ist die Art, wie man übereinander redet, von größter politischer Bedeutung. Europäische Politik hat sehr viel mit gegenseitigem Respekt zu tun. Millionen Italiener fühlen sich in der Europäischen Union nicht respektiert, (…). Die Union, die sie erleben, ist nicht ihre Union, sondern ein Zwangsverein. (…) Es hätte gewiss nicht geschadet, wenn man den Millionen Italienern, die in den letzten Jahren verzweifelt gegen den Abstieg in die Armut kämpften, mit etwas mehr Großzügigkeit begegnet wäre. Es hätte nicht geschadet, wenn man in Brüssel wie auch in Berlin immer wieder darauf hingewiesen hätte, dass die Italiener den Europäern trotz all der Schwierigkeiten immer noch viel geben. Man muss bei solchen Reden die Probleme nicht verschweigen – sie liegen offen auf der Hand: Die Schwächen der Institutionen, die Unzulänglichkeit der politischen Klasse. Das sind die Kernprobleme Italiens. Das italienische Volk leidet darunter ebenso, wie Europa daran Schaden nimmt. (Ebd)

Man sollte man diesen Respekt allen Ländern entgegenbringen, die aus einer schwierigen Regierung kommen, und man sollte aufhören, die Menschen darin durch Arroganz und Besserwisserei zu bestrafen. Diese Haltung löst einen starken diskriminierenden und rassistischen Charakter aus. Dass wir in einem Land geboren wurden, in dem es solche Probleme nicht gibt, dafür aber genug andere, ist nicht unserem Können geschuldet. Die Geburt eines Kindes ist wie ein Lotteriespiel. Niemand sucht sich sein Land und seine Eltern aus. Jeder Mensch muss in dem Land, in dem es geboren und seine Wurzeln geschlagen hat, bestmöglich klarkommen.

Probleme gemeinsam angehen, dann findet man auch wieder das Vertrauen der Menschen, die sich abgeurteilt fühlen.

Aber sind die Italiener nun alle Opfer?, habe ich mich gefragt. Ganz bestimmt nicht. Sie tragen mit die Verantwortung, was die desaströse politische ihres Landes Lage betrifft. Dazu schreibt auch Ladurner einige Sätze. Ich selbst vermisse den politischen Italiener, der so wie früher auf die Straße geht, und für seine Rechte kämpft. Italiener, die die Lügen ihrer Politiker durchschauen. 

Wieder zurück zu MacEwan und zu seinem neusten Buch Die Kakerlake.
Wenn ich könnte, würde ich dem Schriftsteller Ian McEwan gerne einen Brief schreiben, aber der arme Mann hat sicher andere Sorgen, als sich mit den Sorgen der Italiener zu befassen. Sollen sich die Italiener doch selbst mit ihren Sorgen auseinandersetzen, würde er sicher antworten, und recht hat er. 

Es würde mir schon genügen, wenn Die Kakerlake ins Italienische übersetzt werden würde, deshalb erwähne ich McEwan hier, und hoffe, die Italiener auf ihn aufmerksam machen zu können und um Interesse zu wecken. Ich habe gerade auf Amazon.it entnehmen können, dass McEwan in Italien Maschinen wie ich übersetzt wurde. Und auch andere Werke konnte ich dort finden. Ich hoffe, dass ich mit meinem Blogbeitrag viele Italiener erreichen werde, die schon mal auf den neusten McEwan vorbereitet werden können.

Mein Fazit  
Ein sehr interessantes, bewegendes und ein nachdenkenswertes Sachbuch, das mir viele Antworten liefern konnte. Es hatte mich zwar viele Tage über die politische Lage dieser Nation richtig betrübt, weil sie ein so düsteres politische Bild darstellt, dann aber konnte ich diese Stimmung wieder überwinden und weiterlesen.  Wie gefräßig italienische Politiker sein können, wird hier in diesem Sachbuch auch sehr deutlich. Viele Textstellen konnte ich nur markieren, aber nicht herausschreiben, weil sie einfach zu heftig waren und so muntere ich andere stattdessen zum Selberlesen auf. 

Das Buch habe ich auf der Buchmesse 2019 entdeckt. Und bin recht froh darüber. Ohne die Buchmesse wäre es mir nie in die Hände gefallen.

Klare Leseempfehlung. 12 Punkte.
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Es geht nicht um den Verstand,
es kommt alles aus dem Herzen.
(Tracy Barone)

Gelesene Bücher 2020: 02
Gelesene Bücher 2019: 29
Gelesene Bücher 2018: 60
Gelesene Bücher 2017: 60
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Der Mensch ist mehr als nur die biologische Erbmasse.
Er ist, was er innerlich denkt und fühlt.
(M. P.)
Die Herkunft eines Menschen
Die Wurzeltheorie verdammt Menschen zu ewigen Ausländer*innen, nur, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einen anderen Namen tragen. Die meisten haben ihre Wurzeln dort geschlagen, wo sie geboren wurden und / oder dort, wo sie ihr ganzes Leben zugebracht haben.

Es lebe die Vielfalt.
(M. P.)


Donnerstag, 16. Januar 2020

Ulrich Ladurner / Der Fall Italien

Wenn Gefühle die Politik beherrschen 

Klappentext 
Leidenschaft, Temperament, Überschwang – das lieben die Deutschen an den Italienern. Aber was passiert, wenn hemmungslose Emotionen die Politik dominieren? Der Journalist und gebürtige Südtiroler Ulrich Ladurner analysiert die politische Situation seines Heimatlandes – und zieht ein bedrückendes Fazit.
Von Nord nach Süd und wieder zurück nach Rom reist Ulrich Ladurner: quer durch ein zorniges und zugleich ängstliches Land, in dem die Korruption grassiert und die Wirtschaft ebenso schrumpft wie die Gesamtbevölkerung. Es gibt kaum noch Institutionen, die politische Leidenschaften kanalisieren. Die Kirche, die Volksparteien, die Gewerkschaften – nur noch Schatten ihrer selbst. Rohe Emotionen dominieren nicht nur die Politik, sie formen und gestalten die Gesellschaft.
In diesem Klima gewinnen die Populisten Wahlen: Die nationalistische Lega und die 5-Sterne-Bewegung bilden nicht nur eine Koalition, sondern auch eine unheilige Allianz, die den Italienern Freiheit von der EU und neue Selbstbestimmung verspricht. Und es genügt nicht, sich darauf zu verlassen, dass italienische Regierungen nicht lange halten: Ladurner erinnert uns daran, dass die Behauptung der Populisten, die Politik wieder handlungsfähig und die Nation stark zu machen, auch in Deutschland verfängt. Wer solche Populisten bekämpfen will, darf ihnen den Grundgedanken der Demokratie und aller Politik – die Freiheit – nicht kampflos überlassen. Das ist die Lehre aus dem Fall Italien.
Autorenporträt
Ulrich Ladurner, geboren in Meran/Südtirol, ist Journalist und Sachbuchautor. Nach dem Studium der Politikwissenschaft und Geschichte an der Universität Innsbruck arbeitete er als freier Journalist für verschiedene österreichische Nachrichtenmagazine und für den ORF, bevor er 1999 zur ZEIT nach Hamburg wechselte. Mehr als zwei Jahrzehnte berichtete Ladurner über Kriege und Krisen; seit Herbst 2016 ist er Europa-Korrespondent der ZEIT in Brüssel. Über Italien erschienen u.a. »Solferino. Kleine Geschichte eines großen Schauplatzes« und das Inselporträt »Lampedusa« (Residenz). Im September 2019 erschien in der Edition Körber »Der Fall Italien«

Meine ersten Leseeindrücke

Ein sehr interessantes Buch, das ich schon längst ausgelesen habe, ich nur nicht zum Rezensieren komme. Das Buch stimmt mich sehr nachdenklich. Da ich durch meine Eltern Italienerin und durch meine Geburt in Deutschland Deutsche bin und ich meine Wurzeln auch in Deutschland geschlagen habe, ich also binational bin, so ist natürlich für mich auch das Land Italien interessant, vor allem, weil Italien in der Literatur sehr negativ besetzt ist, wo ich denke, dass so ein Negativbild die Italiener*innen nicht verdient haben. Zu viele Vorurteile, zu viele Stereotype und viel zu rassistische Zuschreibungen. Und diese Bücher hinterfragen nur ganz wenige und werden sehr gerne gelesen. Am Wochenende werde ich ein paar Gedanken zu diesem Buch schreiben.

Weitere Informationen zu dem Buch

·         Taschenbuch: 240 Seiten
·         Verlag: Edition Körber; Auflage: 1 (23. September 2019)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3896842730
·         ISBN-13: 978-3896842732


Mittwoch, 15. Januar 2020

Aktuell gelesene Bücher




Ich werde die Bücher nicht alphabetisch sortieren, sondern in der Reihenfolge darstellen, wie ich sie gelesen habe. Die Zahl in der Klammer ergibt die Vergabe von Punkten. Die Höchstzahl ist zwölf. 


Nun geht es ins dritte Jahr, seit dem ich die gelesenen Buchseiten mit angegeben habe, die an erster Stelle in der Klammer eingetragen sind, und danach, durch ein Semikolon abgetrennt, ist die Buchbewertung zu entnehmen. Somit ist die Auswertung gelesener Bücher viel genauer.



*** Abgebrochene Bücher

2020

1. Ian McEwan: Die Kakerlake (133; 12)
2. Ulrich Ladurner: Der Fall Italien (130 von 230, 100 Seiten im Dez. 2019. (11)



Samstag, 11. Januar 2020

Ian McEwan / Die Kakerlake (1)

Foto: Pixabay
Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre 

Mir hat das Buch recht gut gefallen, viele meiner Gedanken habe ich bei Facebook auf der Seite von Diogenes backlistlesen gepostet. Dadurch kam auch eine kleine Diskussion zustande. Damit ich nicht alles neu schreiben muss, kopiere ich hier weiter unten ein paar Gedanken daraus.

Besonders gut hat mir die Idee gefallen, stark kafkaeske Züge aufweisend zwar, aber dennoch spannend, eine super Idee, denn man bekommt es hier mit einer Kakerlake zu tun, die sich in einen Menschen verwandelt hat.

Da dies eine winzige Novelle von gerade mal 133 Seiten ist, länger hätte sie aber auch nicht sein dürfen, werde ich mich hier kurzhalten.      

Hier geht es zum Klappentext, zu den ersten Leseeindrücken und zu den Buchdaten.


Die Handlung
Man bekommt es hier in vielem mit einer Umkehrung zu tun. Gregor Sams hat sich von Mensch in einen Käfer verwandelt und bei McEwan verwandelt sich ein Käfer in einen Menschen, der in dem Bett des englischen Premierministers aufwacht. Es handelt sich hier nicht um Gregor Samsa, sondern um Jim Sams. Und Jim Sams krepiert auch nicht, weil er aus seiner Rückenlage nicht herausgefunden hat, nein, Jim Sams ist fidel, schafft es, seine Umgebung nach der Metamorphose zu verlassen, als es ihm gelungen ist, sich an seine neue körperliche Lage zu gewöhnen. Aber Sams ist nicht die einzige verwandelte Kakerlake, auch weitere Politkollegen gehörten einst zu diesen Nimmersatt- Insekten. Die Umkehrung findet man auch in anderen Bereichen. Wer zum Beispiel arbeiten geht, muss Geld bezahlen und bei Einkäufen bekommt man Geld. Diese Umkehrung gehört zu dem Reversalismus – Plan, der ziemlich vertrackt ist. Jim Sams tut alles, damit dieser Plan umgesetzt wird, selbst dann noch, als sich erweist, dass er nicht wirklich tragfähig ist.
Bevor der Reversalismus, dieser seltsame Wahn, die menschliche Bevölkerung in Armut stürzt, was notwendigerweise geschehen muss, werden wir gedeihen. (2019, 131)


Meine Meinung
Eine absolut Anti-Brexit-Satire mit viel Sarkasmus. Ich halte diese Novelle für eine sehr wichtige Polit-Satire. Endlich mal jemand, der sich kritisch zu Brexit bekennt. Jede Menge politische Lügen und Intrigen, Manipulationen ohne Ende, die ich aber nicht für wirklich typisch Brexit halte. Man findet diese in fast jeder Politik, auch bei uns. Und was die Kakerlake betrifft, diese Fühler, die sehr genau aufspüren, wie man das Volk hintergehen kann, die würde ich auch unseren Politikern aufsetzen. Typisch Brexit ist das Reversalismus-Projekt, aber der Inhalt erinnert mich symbolisch betrachtet an die Inhalte anderer Politiker*innen weltweit. Meine Mitstreiterinnen sehen das etwas anders, denn sie sind der Meinung, dass wir hier in Deutschland den Brexit durchschauen würden, während die Engländer nach der Wahl erst mal angefangen hatten zu googeln, was Brexit überhaupt bedeuten würde. Die Engländer wurden aber ein zweites Mal an die Wahlurne gerufen, und sie haben sich ein zweites Mal ganz bewusst für den Brexit, das heißt, sie haben sich ganz bewusst für den EU-Austritt entschieden. Mittlerweile dürfte auch ihnen bewusst geworden sein, was der Brexit bedeutet.

Sicher bekennen sich die meisten meiner Lesepartner*innen zum geeinten Europa, zu denen ich mich als ein Mensch mit zwei Nationalitäten auch zähle, aber ich befürchte, nur zu einer kleinen Minderheit zu gehören.

Ich bekomme es überall mit, wie hierzulande über Flüchtlinge gehetzt wird, und sich viele einen EU-Austritt á la Britania wünschen würden. 

Meine abschließende Frage; sind wir Europäer*innen reif für ein geeintes Europa? Ich bin dennoch der Meinung, würde hier in Deutschland eine Umfrage für oder gegen die EU starten, würden die meisten Wähler*innen dagegen sprechen. Aber ich stimme auch meinen Mitstreiterinnen zu, dass Reife erarbeitet werden könne, und dass sich Individuen schneller verändern würden als Gesellschaften. Ich bin auch der Meinung, dass dies ein Prozess ist, der mit viel Zeit und Geduld verbunden ist. Zu lösende Probleme würden global angepackt werden müssen, die man in einem Staatenverbund besser angehen könne, als in einem Einzelstaat. (B. H.)

Woher meine Skepsis im eigenen Land?
Ich habe es hierzulande selbst erlebt, als 1999 in Hessen gegen die doppelte Staatsbürgerschaft  Propaganda gemacht und dadurch Fremdenhass geschürt wurde. Roland Koch wollte unbedingt zum Ministerpräsidenten gewählt werden, und so standen in der Innenstadt Stände der CDU, die Unterschriften gesammelt hatten. Bis zu den Lebensmittelläden hatten sie sich mit ihren Ständen positioniert, um ihre Unterschriften einzukassieren. Und jeder, der unterschrieben hatte, wurde mit einem Weberli belohnt. (Weberli ist ein kleiner abgepackter Kuchen.) Roland Koch hatte Erfolg und ist gewählt worden. Und nach der Wahl folgte der absolute soziale Kahlschlag. Viele soziale Einrichtungen mussten geschlossen werden. In Nöten geratenen Menschen konnten nicht mehr überall geholfen werden. Mitarbeiter dieser Einrichtungen wurden entlassen. Und die Cloude; die doppelte Staatsbürgerschaft wurde für einzelne EU-Länder trotzdem eingeführt. Meine Frage; was ist hier anders als im Brexit? 

Sobald die Politiker*innen hier gewählt werden, werden erst mal gleich die Diäten erhöht, während der Mindestlohn gerade mal um ein paar lächerliche Cents angehoben wurde. Wenn das nicht parasitär ist, was ist das dann? Zu Roland Kochs Regierungszeiten gab es den Mindestlohn noch nicht einmal. Aber viele Menschen mussten und müssen sich noch neben der Vollzeitstelle noch einen Nebenjob suchen, weil das Gehalt zum Leben und zur Familiengründung nicht ausgereicht hat und noch immer nicht ausreicht. 

Nicht zu vergessen ist die Altersarmut hier im reichen Deutschland, die mit den Jahren immer weiter zunehmen wird, weil angeblich die Rentenkasse wegen des demografischen Wandels leer seien. Hm, würden z. B. Politiker*innen und Beamt*innen in die Rentenkassen einzahlen, hätte Deutschland noch mehr Geld. Aber sie zahlen nicht in die Rentenlasse ein, und kassieren trotzdem eine hohe Rente, die sich an der Höhe ihres Einkommens errechnet. Der Beispiele gäbe es noch viele ... 

Alle in Hessen beklagten sich über Roland Kochs Politik, aber Roland Koch wurde immer wieder zum Ministerpräsidenten gewählt, bis er 2010 freiwillig aus der Politik ausgeschieden ist, weil er es nicht geschafft hatte, an Merkels Stuhl zu sägen. Er gab sich als Ministerpräsidenten nicht mehr zufrieden und wollte unbedingt Bundeskanzler werden. Sein Hunger nach Macht schien erst nicht mehr zu stillen zu sein. Nun muss er sich mit kleineren Brötchen außerhalb der Politik zufrieden geben, verdient aber in der freien Wirtschaft immer noch mehr als im Durchschnitt der deutschen Bundesbürger*innen. Abgewählt wurde er im hessischen Landtag von den Wähler*innen allerdings nicht. 

Zu dieser Thematik zum Einlesen hier ein ARD-Link. 

Was habe ich bei McEwan vermisst?
Dass die Engländer*innen im Alleingang eine Weltmacht anstreben, ist auch nicht nur in England zu finden, aber was ist mit der Flüchtlingsproblematik, mit der in England alles begonnen hatte? Warum erwähnt McEwan diese in keinem Satz?

Nichtsdestotrotz, wird der Brexit eines Tages die Geschichtsbücher füllen, und vielleicht werden sich die Engländer*innen in Zukunft dafür schämen müssen. Sie selbst haben Mitte des 19. Jahrhunderts Indien erobert und kolonialisiert, hatten den Menschen ihre Rechte, ihr Land und ihre Kultur geraubt, und sie selbst verachten heute Flüchtlinge, mit der Angst, dass sie ihr Land arm machen könnten. Das hat stark parasitären Charakter, nur nehmen, aber nichts geben zu wollen, vor allem, wenn die nimmersatten Politiker so ein Verhalten den Menschen vorleben.

Aber auch hierzulande denken viele, dass Deutschland das Armenhaus Europas sei. 

Ich habe mich mit den Zitaten absichtlich zurückgehalten, aber es gibt viele Stellen, die ich gerne herausgeschrieben hätte, und ich mich nicht entscheiden konnte. Es wäre sonst hier eine lange Diskussion geworden.

Wer mehr über die Beweggründe dieser Satire erfahren möchte, kann hier auf ein englischsprachiges Interview zwischen dem Autor und der Tageszeitung Die Zeit zugreifen, zudem auch auf einem Podcast.

Mein Fazit
Eine sehr interessante und sehr wichtige Satire, die zum Weiterdenken bewegt. Ich habe tagelang über dieses Buch nachgedacht, bevor ich hier auf meinem Blog schreiben konnte und habe immer wieder bestimmte Seiten aufgeschlagen und nochmals gelesen. Da das Buch recht wenige Seiten hat, werde ich die Satire zeitnah ein zweites Mal lesen.

Danke an den Autor Ian McEwan für dieses so wichtige Buch. 

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen,Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten.
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Es geht nicht um den Verstand,
es kommt alles aus dem Herzen.
(Tracy Barone)

Gelesene Bücher 2020: 01
Gelesene Bücher 2019: 34
Gelesene Bücher 2018: 60
Gelesene Bücher 2017: 60
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Der Mensch ist mehr als nur die biologische Erbmasse.
Er ist, was er innerlich denkt und fühlt.
(M. P.)
Die Herkunft eines Menschen
Die Wurzeltheorie verdammt Menschen zu ewigen Ausländer*innen, nur, weil sie eine andere Hautfarbe, eine andere Religion oder einen anderen Namen tragen. Die meisten haben ihre Wurzeln dort geschlagen, wo sie geboren wurden und / oder dort, wo sie ihr ganzes Leben zugebracht haben.

Es lebe die Vielfalt.
(M. P.)

Sonntag, 5. Januar 2020

Ian McEwan / Die Kakerlake

Klappentext  
Jim Sams hat eine Verwandlung durchgemacht. In seinem früheren Leben wurde er entweder ignoriert oder gehasst, doch jetzt ist er auf einmal der mächtigste Mann Großbritanniens – und seine Mission ist es, den Willen des Volkes in die Tat umzusetzen. Er ist wild entschlossen, sich von nichts und niemandem aufhalten zu lassen: weder von der Opposition noch von den Abweichlern in seiner eigenen Partei. Und erst recht nicht von den Regeln der parlamentarischen Demokratie. Ian McEwan verneigt sich vor Kafka, um eine Welt zu beschreiben, die kopfsteht. »Als Jim Sams, klug, doch beileibe nicht tiefgründig, an diesem Morgen aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in eine ungeheure Kreatur verwandelt.«Eben noch eine Kakerlake, die im Westminster-Palast mit unzähligen Artgenossen hinter der Täfelung gelebt hat, ist Jim nun als Mensch aufgewacht. Und zwar nicht irgendein Mensch: der britische Premierminister.Auch wenn das Leben mit zwei statt sechs Beinen am Anfang seltsam ist, weiß Jim relativ schnell, wie man sich in Downing Street Nr. 10 und in der britischen Politik zurechtfindet. Und er weiß auch, dass er eine Mission hat: Er muss den Willen des Volkes durchsetzen. Koste es, was es wolle.


Autorenporträt
Ian McEwan, geboren 1948 in Aldershot (Hampshire), lebt bei London. 1998 erhielt er den Booker-Preis und 1999 den Shakespeare-Preis der Alfred-Toepfer-Stiftung. Seit seinem Welterfolg ›Abbitte‹ ist jeder seiner Romane ein Bestseller, zahlreiche sind verfilmt worden. Ian McEwan ist Mitglied der Royal Society of Literature, der Royal Society of Arts und der American Academy of Arts and Sciences. Im Mai 2019 erst erschien sein erfolgreicher Roman ›Maschinen wie ich‹.

Meine ersten Leseeindrücke

Mich haben die ersten Seiten natürlich an Kafkas Gregor Samsa erinnert, nur dass bei McEwan der Käfer es schafft, sich vom Rücken wieder zurückzurollen, und begibt sich raus in die Welt, erst orientierungslos, dann doch eher von seinen Instinkten geleitet, rannte er auf eine Gruppe von mehreren Fotografen zu, lief in ein offenes Haus, die Treppen hoch, immer in der Angst, von Menschenschuhen zerquetscht zu werden, als er die Treppen hoch krabbelte, als er sich im Zimmer des Premierministers befand und das Gespräch mit seinem Berater belauschte …

Diese Erzählung ist eine Polit-Satire zur Brexit – Thematik. Mir ist diese Thematik sehr willkommen, endlich mal eine kritische Stimme zu den Engländer*innen und deren EU-Austritt. Ich bin erstaunt, dass Brüssel und hier in Deutschland die Merkel das Spiel mitspielen, dieses Hin- und Her, ohne ihnen mal Konsequenzen anzudrohen und umsetzen ... würde sich ein südliches EU-Land so verhalten, so hätte es schon längst Prügel geregnet und es hätte den Ruf als Antieuropäer weg. Was Bitteschön sind die Engländer*innen? 





Ich bin auf diese Novelle gespannt, besonders auch, weil sie nicht so gut bei den Leser*innen abgeschnitten hat, und ich neugierig auf meine eigene Leseerfahrung bin.

Mit dem Anfang tat ich mir etwas schwer. Bin nicht so leicht rein gekommen.

Weitere Informationen zu dem Buch

·         Gebundene Ausgabe: 112 Seiten
·         Verlag: Diogenes; Auflage: 1 (27. November 2019)
·         Sprache: Deutsch, 19,-€
·         ISBN-10: 3257071329

Hier geht es zu der Verlagsseite von Diogenes.

Hier geht es zur Buchbesprechung.