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Sonntag, 27. Mai 2018

Astrid Lindgren / Die Brüder Löwenherz (1)

Lesen mit Tina

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ein Jugendbuch von Astrid Lindgren, das, verglichen mit ihren anderen Jugendbüchern, völlig aus dem Rahmen fällt. Ein recht düsterer Fantasieroman, das voll von Abenteuer ist. Und trotzdem ist er mit viel Liebe geschrieben. Ins Zentrum wird hier der Tod gerückt, der zwei Nachleben verspricht.

Die Handlung
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Brüder Karl und Jonathan Löwenherz. Karl, zehn Jahre alt, leidet an einer unheilbaren Krankheit und ist dadurch bettlägerig. Er weiß, dass er bald sterben muss. Traurig fragt er seinen Bruder, warum er so früh sterben müsse? Jonathan, der seinen kleinen Bruder Krümel nennt, tröstet ihn, und verspricht ihm, dass sie sich nach dem Tod in Nangijala wiedersehen würden. Nangijala wäre ein wunderbarer Ort mit vielen schönen Abenteuern.

Nun kommt es zu einer Katastrophe. Das Haus der Kinder fängt Feuer, und als Jonathan seinen kleinen Bruder aus dem brennenden Haus rettet, kommt er selbst ums Leben. Nicht lange danach folgt ihm Krümel und tatsächlich, sie treffen sich wieder in Nangijala.

Nangijala liegt in den Bergen und ist ein Land voller Märchen und Sagen. Die Dörfer, in denen sie leben, heißen Heckenrosental und Kirschtal. In der ersten Zeit machen die Brüder gemeinsam viele schöne Sachen. Krümel lernt die Taubenkönigin Sophia kennen, die einen engen Kontakt zu den Tauben pflegt. Viele Tauben übermitteln von Dorf zu Dorf wichtige Nachrichten …

Doch Löwenherz hat hier eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Und es wird Zeit, seinen kleinen Bruder darin einzuweihen. Er müsse Orwar aus der Katlahöhle befreien. Katla ist ein Feuer speiender Drache. Wenn Jonathan die Befreiung nicht gelingen würde, dann könne Nangijala nicht weiter existieren und alle müssten sterben. Doch der Drache alleine ist nicht die Gefahr. Der Drache wird von Tengil beherrscht. Tengil ist ein Diktator, der sich von den Menschen nimmt, was er haben will. Für die BewohnerInnen von Heckenrosental lässt er eine lange und hohe Mauer errichten, die Tag und Nacht von Tengilsoldaten bewacht wird. Für die BewohnerInnen werden Sperrzeiten eingeführt … Da sich herumgesprochen hat, dass Jonathan Orwar befreien will, hat Tengil seine Soldaten auf ihn gehetzt. Es finden weitläufige Suchaktionen statt … Der kleine Karl vermisst seinen Bruder schmerzlichst und macht sich selbst auf den Weg, zusammen mit seinem Pferd Fjalar, ihn zu suchen. Von den Tengilsoldaten wird Karl geschnappt …

Mehr möchte ich nicht verraten …

Das Schreibkonzept
Auf den ersten Seiten lernt man den kleinen Karl kennen, der in der Ichperspektive von sich und seiner Familie spricht. Zuerst spricht er von seinem Bruder, dann von seiner Erkrankung, etc. Der Erzählstil setzt sich bis zum Ende der Geschichte so fort. Sehr leicht und kindgerecht geschrieben. In dem Buch sind viele schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen abgedruckt.

Cover und Buchtitel?
Die Brüder Löwenherz - Astrid Lindgren
Auf dem vorderen Buchcover befinden sich beide Kinder in Nangijala. Karl ist nicht mehr bettlägerig und genießt mit seinem Bruder das Angeln an der frischen Luft. Das Buchcover hinten; beide Kinder befinden sich auf der Flucht von Tengil.

Ist das Buch jugendtauglich?
Ich finde schon. Aber es bitte nicht mit Michel, Lotta, Pippi Langstrumpf … vergleichen …
Kinder mögen Abenteuergeschichten. So ein wenig hat mich das Buch an Herr der Ringe erinnert, nur kindlicher. Allerdings wurde das Buch in der Öffentlichkeit stark kritisiert, dass der Tod für Kinder eine zu ernste Thematik sei und weil der Tod in dem Buch zu stark verharmlost werden würde. Aber ich denke, dass größere Kinder zwischen Fiktion und Realität sehr wohl unterscheiden können. Und kleinere Kinder leben in ihrer eigenen Welt. Sie werden schon rechtzeitig das Eine von dem Anderen zu unterscheiden lernen, wie dies auch mit Märchen der Fall ist.

Neben den vielen Abenteuern, die bezwungen werden müssen, geht es in dem Buch auch um Liebe familiärer und freundschaftlicher Art. Auch Vorurteile anderen gegenüber werden in bestimmten Szenen  thematisiert. Es geht um Gut und Böse und über die Schwierigkeit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden. 

Meine Identifikationsfigur
Jonathan. Ich hatte mich in meiner Kindheit auch immer für andere stark gemacht. Für Kinder und für Erwachsene. Auch um meine 2,5 Jahre jüngere Schwester war ich häufig fürsorglich. 

Ungeklärte Fragen
Die Geschichte hat politische Hintergründe. Es bleibt zu ergründen, wann Astrid Lindgren dieses Buch geschrieben hat? Ich vermute während oder nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Buch hat stark diktatorische Züge. Was ich aus ihren Autobiografien entnehmen konnte; Schweden verhielt sich im Zweiten Weltkrieg neutral. Astrid Lindgren hat aber nicht passiv zugeguckt, während Hitler in Deutschland gewütet hat. Ihre Hilflosigkeit gab sie ihrem Tagebuch kund und schrieb dazu Geschichten.

Meine Meinung
Mich hat das Buch fasziniert. Mit so viel anhaltender Spannung habe ich nicht gerechnet. Sehr interessant geschrieben. Den Schluss fand ich einerseits düster, andererseits hatte es aber etwas Befreiendes, je nachdem, was die BetrachterInnen daraus machen.
Ich selbst habe das Buch auch in meiner Jugend gelesen. 1973 wurde das Buch erstmals ins Deutsche übersetzt und gedruckt. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich es damals in meinem ersten Leseleben aufgefasst hatte.

Mein Fazit?
Dies ist das dunkelste Buch, das ich jemals von Astrid Lindgren gelesen habe. Phasenweise habe ich es als recht schwermütig erlebt. Nicht so aufheiternd wie bei der megastarken Pippi oder wie beim frechen Michel. Die Themen fand ich hier mit viel Traurigkeit und Ernsthaftigkeit bepackt.

Eigentlich heißen die Kinder Karl und Jonathan Löwe. Wie es zu dem Namen Löwenherz gekommen ist, ist dem Buch zu entnehmen.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten.

Auszeichnung
1979 wurde das Buch mit dem internationalen Janusz-Korczak-Literaturpreis und dem Wilhelm-Hauff-Preis geehrt.

Und hier geht es zu Tinas Buchbesprechung.

Weitere Information zu dem Buch

 Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
·         Verlag: Oetinger Verlag; Auflage: 37 (1. Februar 1974)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3789129410
 ___________
Gelesene Bücher 2018: 22
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86



Montag, 19. März 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und der Gefangene von Askaban (1)

Harry Potter und der Gefangene von AskabanEine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Einerseits habe ich das Bedürfnis, über das Buch zu schreiben, andererseits ist es bei den Fantasyromanen ähnlich wie bei Krimis, man muss sich sehr gewählt ausdrücken, um nicht zu viel zu verraten. Ich versuche, nach Möglichkeit angedeutet zu schreiben. Alles lässt sich allerdings bei einer Buchbesprechung nicht vermeiden.

Von den drei Potterbänden fand ich den dritten Band am besten. Dennoch finde ich es nach wie vor schwierig, diese Fantasybilder sich vorzustellen. Doch diesmal war mir die Potterwelt vertrauter. Viele bekannte Figuren treten auf und neue kommen hinzu. Mit jedem Band wird mir die Welt der Hexen und Zauberer größer.

Die Handlung
Die Geschichte beginnt klassisch: Potter befindet sich bei seinen Verwandten Dursley; Onkel Vernon, Tante Petunia und seinem Vetter Dudley, da gerade noch Sommerferien sind. Wie in den letzten beiden Bänden wird auch in diesem Band Potter schlecht behandelt, sodass der dreizehnjährige Harry es kaum abwarten kann, zurück in die Schule zu gehen. Wann hört man das schon, dass SchülerInnen sich auf die Schule freuen? Die SchülerInnen hier besuchen keine gewöhnliche Schule, keine Schule, in die gewöhnliche Menschen gehen, gewöhnliche Menschen, die man als Muggles bezeichnet. Obwohl der Leistungsdruck in der Zauberschule enorm hoch ist, ist Potter sehr gerne dort. Man merkt deutlich, dass er sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt und reifer wird. Deshalb bin ich jetzt auf den Folgeband gespannt, den ich dann Anfang April lesen werde.

Bei den Dursleys wurde Potter wieder sanktioniert, da er den Tante Magda – Test nicht bestanden hat. Tante Magda, die Schwester von Onkel Vernon, kann richtig fies sein, als sie Potter auf die Palme bringt, indem sie über seine toten Eltern hergezogen und ihn persönlich massivst beleidigt hat. Potter bringt Tante Magda mit Zaubertricks zum Schweigen. 

Doch da waren Potters treue Freunde, die ihn aus der Patsche halfen. Das war nicht das einzig Gute, was die Freunde für Potter getan haben. Sie haben auch an seinen Geburtstag gedacht, während die Dursleys nicht einsehen, weshalb man an Potters Geburtstag denken sollte. Nicht einmal Glückwünsche bekommt er …

Eigentlich wollte Potter Tante Magda den Vorschriften nach mit Höflichkeitsfloskeln gegenübertreten, weil er unbedingt die Unterschrift seines Onkels gebraucht hat, um nach den Ferien mit seinen Schulkameraden nach Hogsmead zu dürfen. Dies ist der einzige Ort Englands, der frei von Muggels ist. An diesem Ort bekommen die ZauberschülerInnen wunderbare Eindrücke und schöne Sachen für die Zauberwelt und jede Menge Süßigkeiten. Nach dem Desaster mit Tante Magda bekommt Potter die Unterschrift nicht ...

Ich lasse es offen, ob Potter es schafft, ohne Unterschrift diesen magischen Ort zu besuchen, oder, ob er es schafft, eine DozentIn zu gewinnen, die sich für ihn einsetzt ... Oder, ob er akzeptiert, dass er Hogsmead erst im nächsten Schuljahr besuchen darf.

Schon im ersten Teil erfährt man, wer Sirius Black ist. Angeblich eine böse Figur, die ein Gefährt von Lord Voldemort ist. Sirius Black ist als Gefangener aus Askaban geflohen und wird von den schrecklichen Dementoren, die Wächter von Askaban, gejagt. Potter ist in Gefahr, die Schulen sind auf höchste Alarmstufe gestellt, um die jungen Menschen zu schützen. Selbst Muggles wissen wer Sirius Blck ist und fürchten ihn ...

Im Mittelteil geht es hauptsächlich um spannende schulische Belange, Probleme mit bestimmten DozentInnen, wie z.B. Professor Snape, der versucht Harry, Ron und Hermine im Unterricht zu mobben ...

Die Musterschülerin Hermine Granger belegt zeitgleich mehrere Fächer, sodass sich ihre beiden Freunde Harry und Ron wundern, wie sie dies fertigbringt? Mir war klar, dass ein unbekannter Zauber dahintersteckt, und so folgt die Aufklärung fast am Ende der Geschichte ...

Im Mittelteil geht Panik um, denn Sirius Black scheint es nun geschafft zu haben, in Hogwarts einzudringen, obwohl man verschiedene Passwörter gebrauchen musste, um rein zu kommen. Wer hat die Passwörter freigegeben? Diese Frage stellen sich ProfessorInnen, SchülerInnen und man selbst als Leserin ...

Im letzten Teil wird es richtig spannend. Hier will Potter den Tod seiner Eltern rächen. Außerdem soll eine Hinrichtung durchgeführt werden ... Und hier erfährt man, wer Sirius Black ist. Hier erfährt man, wer Potters Eltern in Schwierigkeiten gebracht  und den Tod herbeigeführt hat ….

Für einen Augenblick dachte ich, dass Potters Eltern verzaubert wurden, und nicht tot sind, da nämlich Peter Pettigrew, ein Animagus, wieder auferstanden ist, in der Form, indem der Zauber seine Wirkung verloren hat. Peter konnte sich in eine Ratte verwandeln ... Peter Pettigrew ist eine fragwürdige Figur, die auch den Tod von Potters Eltern mitzuverantworten hat …
Interessant fand ich zudem die Zeitreise mit einem Zeitumkehrer, ein Stundenglas ... Im letzten Teil klären sich alle Rätsel auf, die sich in diesem Buch ergeben haben.

Meine Meinung
Die Wiederkehr der Eltern hätte ich Potter gerne gewünscht, damit er die Dursleys endgültig los sein würde. Nein, falsche Hoffnungen habe ich mir gemacht, doch ganz falsch war mein Gedanke nicht, wenn es in der Frage um den Vormund geht. Nun muss ich meine Lippen versiegeln, bevor ich dazu noch mehr ausquatschen werde.

Cover und Buchtitel?
Das Cover fand ich nicht so ausdrucksstark wie das der anderen beiden Bände. Der Buchtitel, ja, ich fragte mich anfangs schon, welche Figur sich dahinter verbirgt, wer die oder der Gefangene sein könnte? Den Buchtitel fand ich gut getroffen; er hätte noch spezieller dem Cover angepasst werden müssen. 

Mein Fazit?
Ich muss Monerl und Tina zustimmen. Es wird allmählich besser mit den Potter Büchern. Trotzdem tue ich mir schwer damit, mir bestimmte Szenen vorzustellen, wenn sie potentiert im Milieu der Fantasy abdriften. Fliegende Besen kann ich mir noch gut vorstellen, und Hunde mit drei Köpfen, und diese Animagi, und die Dementoren, die einem die Seele aussaugen können, wenn sie einen erwischen, sind auch gut vorstellbare Figuren, aber Szenen wie sich in den Honigtopf treten, um eine bestimmte Welt zu begehen und sie wieder zu verlassen, das ist too much for me. Ich bin eben eine Muggle, 😊 Aber vom Theoretischen her kann man gut folgen. Die Hintergründe finde ich gut verständlich und bin auf den vierten Band gespannt.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt fast überein

12 von 12 Punkten

Weitere Informationen zu dem Buch:

·         Gebundene Ausgabe: 448 Seiten
·         Verlag: Carlsen; Auflage: 44 (21. August 1999)
·         Sprache: Deutsch, 17,99 €
·         ISBN-10: 3551551693
·         Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 12 Jahre

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Carlsen. 
______________________________
Trau nie etwas, das selbst denken kann,
wenn du nicht sehen kannst,
wo es sein Hirn hat.
(Aus Harry Potter 2000, BD 3, S. 203)

Gelesene Bücher 2018: 12
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Montag, 5. Februar 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und die Kammer des Schreckens (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ich habe den zweiten Potter gestern Abend ausgelesen und nun sitze ich hier und weiß nicht so recht, was ich schreiben soll. Es ist mühevoll, sich über einen Stoff auszulassen, der so schwer in meinem Kopf hängen geblieben ist. Mit den Bildern konnte ich wenig anfangen. Ich schreibe trotzdem etwas auf, damit ich den Text nach ein paar Jahren wieder abrufen kann, um mich in diese Gefühle, wie ich sie gerade empfinde, zurückdenken kann.

Irgendwann hatte ich beim Lesen eine Flaute, aber ich habe mich wieder eingekriegt. Der Potter kommt einige Jahrzehnte zu spät zu mir. Ich hätte ihn als Kind lesen sollen, nur existierte er damals noch nicht. Er musste erst noch geboren werden. Ich war als Kind eine absolute Fantasieleserin. Ich hatte damals mehr in Fantasiewelten als in der realen Welt gelebt.

Und was sind die Gründe, dass ich den Potter doch noch lesen möchte?
Weil ich den Ehrgeiz besitze zu erfahren, wer diese Figur ist, nach der so viele lechzen. Ist immerhin ein Kultbuch.

Um mich etwas mit Fantasie einzuüben, habe ich mir im Dezember letzten Jahres zwei Fantasiefilme angeschaut, und danach konnte ich noch nicht mal sagen, um was es da eigentlich ging.

Auf die Frage hin, was man aus den Potter Büchern lernen kann? 
Sicherlich kann Harry Potter uns keine Zauberkünste beibringen, etc. die Unterscheidung von guten und schlechten Freundschaften, die Überwindung vom Bösen ins Gute, etc. Nichts Außergewöhnliches, denn in jedem einfachen Film und in jedem Buch sind diese Themen enthalten. Auch in den realen Filmen und im realen Leben … Vielleicht stocke ich etwas meine literarische Bildung auf, wenn ich ungefähr weiß, was die Potter Welt so alles verbirgt.

Ein paar Worte zu meiner Lesestruktur
Ich habe mir auf meinem Handy gleich zu Beginn die Namen der Figuren aufgeschrieben, damit ich sie nach vier Wochen, wenn ich mir den dritten Band vornehme, noch alle weiß. Währenddessen habe ich die Namen in Gruppen aufgeteilt. Potters Freunde, Potters Feinde, Professoren in deren unterschiedlichen Funktionen, (Polter)-Geister, Monster/Bestien, Muggels, Potters Schulkameraden der zweiten Klasse und die Familien verschiedener Figuren nicht zu vergessen. Und ich habe mich zusätzlich mit einem Harry Potter Lexikon eingedeckt, siehe Cover links. 

Ich kann kein Buch weiterlesen, wenn mir die Figuren entfallen sind. Nicht alle Namen wie die von Potter sind leicht zu merken. Vor allem die Namen von den Professoren sind schon gewöhnungsbedürftig. Und nicht nur die. Außerdem werden die Professoren nicht nach Geschlecht bezeichnet. Es gibt keine Professorin. Die Professorinnen haben hier die männliche Bezeichnung.

Um was geht es denn nun? 
Der Zauberlehrling Harry Potter verbringt seine Sommerferien bei seiner Verwandtschaft, die ihn stiefmütterlich behandelt. Aber wo soll er hin? Seine Eltern sind von dem bösen Lord Voldemort getötet worden, als er noch ein Säugling war. Eigentlich hätte Potter auch sterben sollen, aber das ist dem bösen Magier nicht gelungen, weshalb Potter als Narbe ein Blitzzeichen auf seiner Stirn trägt …

Seitdem lebt er bei den Dursleys, Onkel Vernon, Tante Petunia und dessen Vetter Dudley. Potter freut sich immer wieder auf das neue Schuljahr, um von seiner Verwandtschaft, die nicht nur böse ist, sondern auch gar nichts von Magie versteht, loszukommen. Potter wird dort von dem Onkel wegen einer peinlichen Situation in seinem Zimmer eingesperrt. Es hat sich ein Hauself namens Dobby eingenistet, der Potters Familie in eine peinliche Situation bringt und der Familie damit den guten Ruf schadet, als sie Besuch gehobener Leute bekamen. Der Onkel schließt den Jungen aus Strafe in sein Zimmer ein und droht, ihn von der Schule zu nehmen. Es ist nämlich den Schülern verboten, außerhalb der Schule zu zaubern. In der Nacht kommt Hilfe, Potters Freund Ron versucht ihn zusammen mit seinen Brüdern zu befreien. In letzter Minute bekommt der Onkel den Fluchtversuch aus dem Fenster mit und will mit aller Macht, den Neffen von der Flucht zurückhalten. Doch Ron und seine Brüder waren stärker. Diese Szene fand ich sehr schön, als alle vier in einem fliegenden Ford Angilia davonschwebten.

Die Schüler sind wieder alle zurück an der Hogarts, die Schule für Hexerei und Zauberei. Doch irgendwas ist dort gleich zu Beginn faul. Es geschehen mysteriöse Dinge, wo man versucht, Harry Potter von der Schule fernzuhalten ...

Die Katze des Hausmeisters Filch namens Norries wird versteinert, und niemand weiß von wem. Hausmeister Filch verdächtigt Potter …

Hermine Granger, die zu Potters Freunden zählt, und die beste Schülerin der zweiten Klasse, wird zweimal verhext. Einmal sogar lebensbedrohlich …

Potter hört als einziger Stimmen aus den Wänden, auch Morde finden statt. Ich dachte erst, dass die maulende Myrte dahintersteckt, als man eine Schülerin entführt hat …

Über ein Tagebuch gelingt es Potter, in die Kammer des Schreckens einzudringen, um das mysteriöse Rätsel zu lösen, ob diese Kammer tatsächlich vorhanden und ob sie offen ist. Es muss herausgefunden werden, wer die Schülerin aus der ersten Klasse namens Cinny Weasley entführt hat, und evtl. getötet? In der Kammer des Schreckens wird Potter mit der mächtigsten Spinne namens Aragog konfrontiert. Aragog tut Potter nichts, da Potter ein Freund von dem Wildhüter ist, aber die vielen anderen Spinnen waren für ihn eine Bedrohung. Es finden diverse Kämpfe statt, und man weiß ja schon im Vorfeld, dass Potter die Kämpfe alle gewinnen wird, da ja noch fünf weitere Potter-Bände existieren.

In der Kammer des Schreckens lernt Potter einen Tom Riddle kennen, Riddle, von dem das mysteriöse Tagebuch stammt und der vor mehr als fünfzig Jahren selbst Schüler auf der Hogwarts war, machte damals eine negative Verwandlung durch …  Riddle gibt sich als der Mörder Potters Eltern aus, und er sich somit als Lord Voldemort herauskristallisiert. Er möchte von Potter wissen, weshalb es ihm damals nicht gelungen sei, ihn zusammen mit seinen Eltern zu töten …

In dem zweiten Band lernte ich die ganzen DozentInnen kennen, auch den feigen Professor Lockhart, der eigentlich sich aufmachen sollte, die entführte Schülerin Ginni Weasley zu finden. Niemand weiß, ob sie noch lebt …

Das Buchcover
Anfangs wusste ich nicht, was die Abbildungen zu bedeuten haben. Die Motive auf dem Buchcover erschließen sich mir nach dem Lesen des Buches. Der Raum darauf scheint die Kammer des Schreckens zu sein. Der Vogel, der aus der Asche wiedergeboren wird, auch Phönix genannt, hilft Potter, die Kämpfe vor allem mit Tom Riddle zu überstehen. Tom Riddle wird die große menschenähnliche Gestalt sein. Die Gefahren durch die Schlangen konnte Potter überwinden, indem er deren Schlangensprache, auch Parselsprache genannt, beherrschte. Ich vermisse hier nur noch die große Spinne Aragog. 

Mein Fazit?
Obwohl bei mir vieles gar nicht hängen geblieben ist, weil ich mich schwer in diese Bilder hineinversetzen konnte, möchte ich trotzdem weiterlesen. Etwas bleibt ja doch auch immer haften. Ich habe noch fünf Bände vor mir. Aber ich hege nicht den Anspruch, ein Potterfan zu werden. Ich weiß schon jetzt, dass mir dies nicht gelingen wird. Aber es ist schön zu wissen, wie die Figuren alle heißen und in welcher Funktion sie agieren. Ich kenne so viele, die von Harry Potter angetan sind, dass ich schon fast neidisch darauf bin. Aber was soll´s. Dafür habe ich andere Lieblinge, die auch nicht jeder kennt, obwohl die AutorInnen zu den Klassikern zählen. Man kann nicht in allen Genres gut sein.
Und hier eine Rezension zu Band 2.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

Zwölf von zwölf Punkten.
__________
Gelesene Bücher 2018: 06
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86



Mittwoch, 4. Oktober 2017

Astrid Lindgren / Mio, mein Mio (1)



Lesen mit Anne


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Was für ein wunderschönes Märchen. So fantasievoll und ideenreich. Es hat nicht nur mir gut gefallen, auch Anne war davon sehr angetan. Wir werden uns noch andere Bücher von Astrid Lindgren vornehmen, aber eher die, die nicht so bekannt sind …

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Der Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson, der bei Pflegeeltern in liebloser Umgebung aufwächst und sich nach Verständnis und Geborgenheit sehnt, findet auf geheimnisvolle Weise das „Land der Ferne“, in dem sein Vater, den er noch nie gesehen hat, König ist und er selbst als Prinz Mio ein vom Kampf gegen das Böse erfülltes Leben führt.

Die ersten hundert Seiten wirkten recht einfach. Alles ging so glatt, als der kleine, neunjährige Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson in ein neues Reich gerät und verlässt damit seine ungerechten Pflegeeltern, die ihn nicht gut behandelt haben. Er findet seinen Vater in dem neuen Reich, der König ist, und noch lebt und doch kein Tölpel ist, wie ihm dies die Pflegeeltern weiszumachen versuchten. Er findet hier richtige Freunde, lernt Flöte spielen, u.a.m. Der Vater des Jungen nennt ihn Mio, mein Mio und freut sich wahnsinnig, seinen Jungen wieder gefunden zu haben. Die Welt hier ist recht freundlich und kinderlieb, als es aber schließlich zu einer Wende kommt. Mio gerät in ein Abenteuer, und er muss einen Kampf mit dem Ritter Kato eingehen. Ritter Kato ist eine böse Kreatur, hat ein Herz aus Stein, und lebt in einer finsteren Burg. Ritter Kato hat auch viele Kinder verzaubert. Hat Tiere nicht gut behandelt, und macht alle Lebewesen zu seinen Feinden, die nicht in seine Welt passen. Welche Chance hat ein so kleiner Junge wie Mio einen Kampf gegen eine erwachsene und böse Figur zu gewinnen? Aber es scheint, als könnte nur Mio dieses Reich vor dem Bösen retten, nicht einmal sein Vater, der König ist, kann ihn davon lossprechen. Schafft Mio es oder nicht? Lest selbst.

Mein Fazit zu dem Buch?

Mich hat dieses Märchen ein wenig an das Hobbit-Buch Herr der Ringe erinnert. Auch da ging es um den Kampf gegen das Böse. Und nur eine Figur war in der Lage, das Böse in der magischen Welt zu bekämpfen. Es war Frodo Beutlin mit seinem reinen Herzen. Nur dass dieses Märchen von Astrid Lindgren nicht so gewaltträchtig ist wie das Hobbit-Buch.

Auf jeden Fall ist das Buch jugendtauglich. 

Und hier geht es zu Annes Buchbesprechung.

Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von 12 Punkten.

Weitere Informationen zu dem Buch:
 Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
·         Verlag: Oetinger; Auflage: 1 (1. Januar 2008)
·         Sprache: Deutsch, 13,99 €
·         ISBN-10: 3789141674

Und hier geht es auf die Verlagsseite vom Oetinger-Verlag.

Und hier geht es auf die Astrid-Lindgren Seite, auch Oetinger. 

Den telefonischen Austausch mit Anne haben wir auf Freitag Abend vertagt. Ich werde sodann unsere kleine Konversation hier später nachtragen.



Telefongespräch mit Anne, Freitag 06.10.2017, 19:30 Uhr:

Anne und ich hatten fast die selben Eindrücke zu dem Märchen von Astrid Lindgren. In einem waren wir allerdings unterschiedlicher Meinung; Anne hatte mit dem Fernen Reich den Tod assoziiert, ein fiktives Jenseits, in das Mio nach seinem Ableben von seiner grobstofflichen Lebenswelt gelangt sei. Ich selbst habe keine Textstelle finden können, in der ich den Tod von Bo Villehelm (Bosse) hätte ableiten können. Doch hierin waren wir uns beide einig, dass es dazu tatsächlich keine Textstelle gibt. Auch nicht, dass Bosse gestorben ist. Seinen Abgang von seiner Lebenswelt ist ausschließlich mit einer Postkarte in Verbindung zu bringen, die Bosse für jemand anderen in den Briefkasten geworfen hat, und damit die Verzauberung in das Ferne Reich geführt hat. Er war nicht krank oder so. Völlig gesund, weshalb es für mich nicht ersichtlich wird, wieso Bosse hätte sterben sollen und woran? Weil der Tod hier nicht explizit erwähnt wird, auch keine Krankheiten, bin ich nicht auf diese Thematik gekommen. Auch als Kind habe ich den Tod nicht in diesem Märchen gesehen. 

Aber ich respektiere natürlich Annes Empfindung und ihre Meinung dazu ... 

Interessant fand ich auch, dass ich das Märchen mit dem Hobbit-Buch in Verbindung gebracht habe. Durch Anne habe ich erfahren, dass das Lindgren-Märchen verfilmt wurde, und der Schauspieler, der den Ritter Kato gespielt habe, ein Schauspieler von dem verfilmten Herr der Ringe war. Da werde ich mal schauen, mir den Film von Mio besorgen und es stimmt mich neugierig, welcher Schauspieler das war, wobei ich mehr an Frodo Beutlin gedacht habe, zu dem ich Parallelen zu Mio gesehen habe und nicht an irgendeinen andereren Schauspieler aus der Kampfarena von Herr der Ringe. Deshalb wiederhole ich nochmals: Frodo Beutlin und Mio hatten dieselben Aufgaben; Nur sie beide waren durch das reine Herz, das sie hatten, in der Lage, das Böse in der magischen Welt zu besiegen. 
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Gelesene Bücher 2017: 43
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86