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Samstag, 21. Juli 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre  

Ich habe den letzten Teil ausgelesen und bin etwas traurig darüber, dass die Geschichte jetzt vorbei ist, da mir bestimmte Figuren so richtig ans Herz gewachsen sind, obwohl sich mir hier in diesem Band zwischendrin von den Zusammenhängen her etwas schwer verständlich erwiesen haben. Gefühlt ist Band sieben der schwerste von allen für mich gewesen.

Wie viel werde ich nun schreiben? Ich möchte eigentlich für mich ein paar Details aufzählen, damit ich nach einer gewissen Zeit mich immer wieder in die Handlung zurückversetzen kann. Ich versuche einen Mix zusammenzubekommen.

Hiergeht es zum Klappentext und zu den Buchdaten.

Die Handlung
Achtung Spoiler

Der siebte Band unterscheidet sich massiv von den letzten Bänden. Hier wird ordentlich gekämpft, Schlachten werden durchgeführt, und die Zauberschule Hogwarts bekommt nach dem Sturz Dumbledores einen neuen Schulleiter. Ausgerechnet Prof. Severus Snape bekommt diesen Posten zugesprochen, der sich als Voldemorts Gefährte erweist. Nach dem Sturz von Albus Dumbledore regiert jetzt Lord Voldemort an der Schule und außerhalb der Schule  ...

Potter verliert gute Freunde an den dunklen Lord, deren Namen ich nicht nennen möchte, um nicht zu viel vorwegzunehmen. Potter und seine FreundInnen gehen aber auch nicht zurück nach Hogwarts, denn Harry verfolgt ein einziges Ziel, sämtliche Horkruxe zu finden, sie anschließend zu zerstören, um den dunklen Lord zu besiegen. Hermine und Ron möchten ihn dabei begleiten, damit er nicht alleine ist. Es beginnt eine große Reise ins Abenteuer. Und erneut findet hier zwischen diesen drei FreundInnen eine schwere Prüfung statt …

Potter ist gezwungen, sich mit der Vergangenheit seines ehemaligen Schulleiters Albus Dumbledore auseinanderzusetzen, als die polemische Pressefrau Rita Kimmkorn eine unwahre Biografie über ihn verfasst und veröffentlicht hat, die zum Bestseller avanciert. Potter hat Angst, dass Rita Kimmkorn mit den angeblich falschen Berichten recht haben könnte, und begibt sich auf Spurensuche, denn es gibt zu viele Leute, die der Lügenpresse vertrauen ... Dabei erkennt Harry, wie wenig er von Albus Dumbledore weiß, und muss sich eingestehen, dass dieser seine Geheimnisse mit ins Grab genommen hat.

Doch in diesem Band gibt es auch Überraschungen, mit denen man nicht gerechnet hat. Der Cousin Dudley Dursley zum Beispiel zeigt sich Harry gegenüber versöhnlich. Er reicht ihm zum Abschied seine Hand, da Harry ihm einmal das Leben gerettet hat ...

Durch Dumbledores Sturz haben nun die Todesser die Macht des Ministeriums erobert. Sie haben alle Codes geknackt, alle Schutzzauber eliminiert und sind nun in der Lage, im Ministerium böse Zauber durchzuführen, ohne sich damit selbst strafbar zu machen.

An der Zauberschule besteht nun eine Besuchspflicht. Die Eltern haben nicht mehr das Recht, ihre Kinder zu Hause unterrichten zu lassen. Die reinblütigen Mugglestämmigen sind an der Schule nicht mehr zugelassen. Das neue Regime hält Mugglestämmige für böse, wobei hier der Begriff böse verzerrt ist, da sich Lord Voldemort und seine Armee niemals als böse bezeichnen würden.

Harry hat nach wie vor Probleme, sich vor der magischen Energie von Lord Voldemort zu schützen. Er kann in seinen Geist schauen, empfängt dadurch dessen Signale und Gedanken, ohne dass er es möchte. Albus Dumbledore und Severus Snape hatten zu Lebzeiten versucht, ihm Okklumentik beizubringen, damit er Voldemorts Gedanken besser abfedern kann, doch leider ohne Erfolg, wobei das gewollt ist, es gehört zu Harrys Schicksal dazu, Voldemorts Energie zu empfangen, auch wenn sie noch so schmerzvoll ist, da diese Energie ihn auf die richtige Spur bringt ...

Später wird man auch in die Kindheit von Potters Eltern und seiner Tante Petunia und in die von Snape geführt. Diese Kapitel machen deutlich, was Petunia von ihrer Schwester Lily getrennt hat und weshalb Snape so war, wie er war.

Obwohl Dumbledore im letzten Band im Kampf mit Voldemorts Armee hingerichtet wurde, und er dadurch gar nicht mehr lebt, führt eine Szene zwischen ihm und Potter zu einer Versöhnung, als würde Potters Geist mit Dumbledores Geist kommunizieren und viele Rätsel sich dadurch im Gespräch auflösen lassen. Dumbledore gibt ihm weise Tipps mit auf seinem Weg:
>>Bedaure nicht die Toten, Harry. Bedaure die Lebenden, und vor allem diejenigen, die ohne Liebe leben. Indem du zurückkehrst, könntest du dafür sorgen, dass weniger Seelen verstümmelt werden., weniger Familien auseinandergerissen werden.<< (2007, 731)

Potter versteht diese Art von Kontaktaufnahme nicht richtig und fragt, ob diese Kommunikation real sei:
>>Ist das hier wirklich? Oder passiert es in meinem Kopf?<< Dumbledore strahlte ihn an, und seine Stimme drang laut und stark in Potters Ohren (…) >>Natürlich passiert es in deinem Kopf, Harry, aber warum um alles in der Welt sollte das bedeuten, dass es nicht wirklich ist?<<

Das Schreibkonzept
Der Aufbau dieses Bandes ist etwas anders als der Aufbau der letzten Bände. Auf der ersten Seite bekommt man es mit schönen und weisen Textstücken zu tun, dient wohl als eine Einleitung zur kommenden Geschichte. Auf den folgenden Seiten kommt man in einen Dialog zwischen dem dunklen Lord und Severus Snape …
Erst sehr viel später wird man wieder zu den Dursleys geführt, wo Potter noch untergebracht ist. Nun beginnt für Harry, nachdem er das Haus seiner Verwandten verlassen hat, die große Abenteuerreise. Im Abschlusskapitel erlebt man Potter als einen erwachsenen Mann und man lernt seine gegründete Familie kennen. Er hat Ginny geheiratet, seine Kinder haben die Namen seiner Eltern und den von Albus Dumbledor erhalten. Auch Ron und Hermine haben eine Familie gegründet. Ich fand es so schön, wie die Kinder der nachfolgenden Generation selbst auch die Zauberschule auf Hogwarts besuchen.

Cover und Buchtitel
Harry Potter und die Heiligtümer des Todes (Band 7)Nun wird es Zeit, endlich zu sagen, was ich von dem Cover halte. Der schwarzhaarige Harry Potter ist auf dem Cover nicht wirklich schwarzhaarig. Genau gesagt hat er blonde Haare, die Umrandung jedes einzelnen Haares dagegen ist schwarz. Das ist sicher nicht die Schuld der Autorin, die in ihren Büchern alle Klischees gesprengt hat, die es zu sprengen gibt. Es sind die deutschen Verlage, die es nicht zulassen können, mitteleuropäische und nordeuropäische Figuren mit schwarzen Haaren darzustellen. Umgekehrt kenne ich in der deutschen Literatur keine SüdländerIn mit blonden oder roten Haaren. Die SüdländerInnen werden immer als dunkelhaarig und als dunkelhäutig beschrieben, obwohl bei den meisten die Haut nicht von natur aus dunkel, sondern sonnengebräunt ist.

Den Buchtitel dagegen fand ich sehr gut getroffen, auch wenn ich jetzt darüber nichts geschrieben habe, weil ich auch nicht verraten möchte, was die Heiligtümer des Todes sind. Das Cover zeigt deutlich den bösen Lord, der mit dem jungen Potter kämpft, während sich im Hintergrund die ganze Schule und die Todesser versammelt haben und gespannt der Szene lauschen, wo doch Potter eigentlich hätte tot sein sollen und sich Voldemort schon als Sieger ausgegeben hat… Diese Art von kämpferischer Auseinandersetzung fand ich sehr spannend, aber die Schlacht davor war mir persönlich zu viel, und ich abschalten musste, wegen der massiven Gewalt.

Meine Meinung
Nach dem Snape durch Lord Voldemort ein tragisches Schicksal ereilt, wurde mir noch einmal bewusst, dass das Böse, wenn es am Ende siegen sollte, sich selbst vernichten wird. Das Böse kennt keine Freunde, alle sind Feinde, selbst die, die glauben, mit dem Bösen geeint zu sein. Das Böse schafft sich selber ab, weshalb das Gute unbedingt siegen muss, denn sonst ist der Planet dem Untergang geweiht. Das wurde mir klar, als der böse Lord Snape kaltblütig durch seine Schlange aus dem Verkehr gezogen hat. Ich hatte mit Snape echtes Mitleid …

Ungeklärte Fragen?
Mich würde wirklich interessieren, woher die Autorin ihren Stoff her hat. Ich habe solchen Respekt vor ihr, denn mir kommt es vor, als trage sie ein ganzes Universum in sich. Diese vielen unterschiedlichen Figuren, die vielen unterschiedlichen Handlungen faszinieren mich. Ich kann nur staunen, wie sie es geschafft hat, diese Bücher zu schreiben, ohne sich zu verheddern. Vielleicht kann mir Tina, die Harry Potter-Expertin, mit einer Antwort aushelfen.

Mein Fazit?
Eine absolute Potter-Anhängerin bin ich nach dem siebten Band noch immer nicht geworden, trotzdem weiß ich nun, aus welchen Figuren und aus welchen Handlungen sich dieses Mammutmärchen zusammensetzt, und genau dies war mein Ziel, es herauszufinden. Und somit habe ich dieses Ziel erreicht. Nun bin ich auf die Verfilmung gespannt, die ich mir noch anschaffen werde, die allerdings stark von der Buchvorlage abweichen soll.

Ein langer Fantasyroman, in dem es um Freundschaft geht, um Liebe, um den Zusammenhalt, um das Kämpfen bzw. um den Erhalt wichtiger Werte und Tugenden. Das hat mir gut gefallen. Vor allem die Liebe, die Harry nicht in seiner Verwandtschaft hat finden können, fand sie in einer anderen Familie. Und so musste ich an unseren großen Dichter Goethe denken, der einen Roman über die Wahlverwandtschaft geschrieben hat. Die Weasleys liebten Harry Potter wie ein Familienmitglied. Das fand ich sehr schön.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
1 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Elf von zwölf Punkten

______________________________
Diejenigen, die nie nach Macht strebten,
sind vielleicht am besten geeignet, sie auszuüben.
(Aus Harry Potter, S. 726, BD 7)

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Sonntag, 17. Juni 2018

Joanne K. Rowling / Harry Potter und der Halbblutprinz (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Nun ist auch der sechste Band dieser Potterserie geschafft. So langsam zieht sich mir das Ende in Reichweite. Wobei ich jede Menge Fragen habe, die sich allerdings erst im letzten Band beantworten lassen. Habe schon Tina mit Fragen gelöchert. Immer in dieser Ambivalenz, einerseits warne ich meine Gesprächspartnerin, nicht zu viel zu verraten, und andererseits sind die ungeklärten Fragen für mich schwer auszuhalten. Ich habe etwas auf Potter Wiki geschielt. Es ist so viel passiert, dass ich aufpassen muss, nicht zu viel zu verraten.
Ich hätte das Buch zur Mitte hin splitten sollen, wie ich es mit dem letzten Band auch gemacht habe.

Hier geht es zum Klappentext und Autorenportrait.

Die Handlung
Der Anfang beginnt diesmal alles andere als klassisch. Im letzten Band fanden im Zaubereiministerium ein Kampf und eine Schlacht mit den Todessern statt. In diesem Band wird vom Schulleiter Professor Albus Dumbledore ein neues Ministerium ernannt, da einige Mitglieder durch die Schlacht ausgeschieden sind. Die einen sind getötet worden, andere sitzen in Askaban fest und wiederum andere sind aus diversen Gründen nicht mehr vorhanden. Es wurden nun neue und strengere Sicherheitsregeln aufgestellt, um die Mitglieder des Zaubereiministeriums und der Schule Hogwarts noch besser zu schützen.

Auf den folgenden Seiten bekommt man es mit neuen Figuren zu tun. Die beiden Schwestern Bellatrix und Narzissa. Sie beide sind Anhängerinnen von Lord Voldemort. Narzissa ist die Mutter von Draco und die Ehefrau von Luzius Malfoy. Luzius sitzt in Askaban fest. Narzissa macht sich große Sorgen um ihren Sohn und fleht Professor Snape an, ihr ein Versprechen abzunehmen, Draco auf der Schule zu schützen. Ob Snape ihr das Versprechen abgenommen hat, möchte ich nicht verraten … Aber hier wird deutlich, in welcher Rolle Professor Severus Snape sich befindet und auf welcher Seite er steht.

Es sind Sommerferien, Hogwarts hat geschlossen und alle SchülerInnen befinden sich zu Hause bei ihren Familien. Obwohl die Ferien noch lange nicht um sind, kommt Professor Albus Dumbledore zu den Dursleys, um Harry abzuholen. Die Verwandtschaft zeigt sich erstaunt über den ungebetenen Gast. Doch Dumbledore hat es gut drauf, um einen erzwungenen Einlass ins Haus zu bitten. Viele skurrile Szenen folgen.  

Hier erfährt die Verwandtschaft, dass Potters Pate Black Sirius tot ist, der von Bellatrix ermordet wurde. Sirius Black hat sein gesamtes Erbe Potter vermacht. Die große Chance für den Jungen, nicht mehr von der Dursleyfamilie abhängig zu sein. Außerdem ist er bald volljährig … In diesem Schuljahr ist Potter 16 Jahre alt. Mit 17 beginnt hier der Eintritt in die Volljährigkeit ...

Als Potter und der Lehrer die Dursleys verlassen, appariert der Professor sie beide an einen magischen Ort namens Budleigh Babberton. Hier lernt Potter den emeritierten Professor Horac Slughorn kennen, der sich vor Vorldemort verbirgt …

Danach verbringt Potter die restlichen Ferien wieder bei den Weasleys, die ihn bei sich wie ein Familienmitglied aufnehmen ...

Zurück in Hogwarts sind die SchülerInnen ein Schuljahr älter geworden. Potter und sein Jahrgang besuchen jetzt die sechste Klasse und werden somit UTZ-SchülerInnen. Die Anzahl der UTZ ist entscheidend für die spätere Berufswahl. Potter will  umbedingt Auror werden, doch in den Augen von Severus Snape sei er ein Versager. Proffessorin Minerva McGonagall dagegen glaubt an Potters Fähigkeiten und fördert ihn dementsprechend.

Wie in den anderen Bänden finden auch in diesem Schuljahr jede Menge Herausforderungen auf Hogwarts statt. Potter stellt seinen Erzfeind Draco Malfoy immer wieder nach, spürt, dass er etwas im Schilde führt, doch erst am Ende der Geschichte wird deutlich, was Draco für Pläne auf Hogwarts entwickelt hat … Potter spürt, dass er der Schule schaden wird ... 

Professor Dumbledore lädt Potter immer wieder dazu ein, sich mit ihm zusammen mit Hilfe des Denkariums auf Zeitreisen zu begeben. Der Professor möchte ein Geheimnis aufspüren, das er nach und nach Potter offenbart. Diese Zeitreisen sind damit verbunden, in die Gedächtnisse anderer Leute einzudringen. Eine der Zeitreisen besteht auch darin, in die Kindheit von Tom Riddle einzutauchen. Hier erfährt man, wer Riddles Eltern waren und dass er selbst ein Waisenjunge wurde.  Dank Dumbledore wurde Riddle Schüler auf Hogwarts ... Im erwachsenen Alter wechselte Tom Riddle aus familiären Gründen seine Identität und entschied sich für den Namen Lord Voldemort ... 

Weil Lord Voldemort gerne unsterblich sein möchte, hat er seine Seele mit der magischen Zahl Sieben geteilt. Von den sieben sind sechs Teile seiner Seele in Gegenständen versteckt, die man als Horkruxe bezeichnet. Und diese Horkruxe kann Voldemort überall auf der Welt versteckt halten, während sich der siebte Teil in dem eigenen Körper befindet. Hier erst wird mir selbst als Leserin bewusst, wie schwer es sein muss, den bösen dunklen Magier zu besiegen.

Dumbledore stellt Potter vor eine schwere und wichtige Aufgabe. Er soll aus Professor Horac Slughorn eine echte Erinnerung herausbekommen. Eigentlich ist es Slughorns Geheimnis, der mit niemandem darüber spricht. Ob Potter es überhaupt schafft, dieses Geheimnis aus ihm herauszulocken, möchte ich nicht verraten. Auch nicht, woraus das Geheimnis besteht.

Wer ist der Halbblutprinz? Siehe unten, Cover und Buchtitel.

Am Ende dieses Bandes finden wieder Kämpfe mit den Todessern statt, die so gravierend sind, dass es fraglich ist, ob die Zauberschule Hogwarts weiterhin bestehen bleiben kann, da das Vertrauenverhältnis zwischen den Eltern und den Beschäftigten massiv beeinträchtigt ist.

Harry Potter ergreift für sich die Konsequenz ... 

Sehr traurig endet der sechste Band. Nicht nur für Harry Potter und seine Mannschaft, sondern auch für mich als Leserin. Aber Harry Potter trägt den schwersten Teil von allen ...

Harry Potter und der Halbblutprinz / Harry Potter Bd.6 - Rowling, Joanne K.Cover und Buchtitel?
Ein sehr gut getroffenes Cover. Hier befindet sich Potter mit Dumbledore auf der letzten Reise. Sie haben sich an einen Ort apparieren lassen, an dem der Professor glaubt, einen oder zwei Horkruxe finden zu können, die er zerstören kann. Auf der Rückseite des Covers bekommt man es mit einem Medaillon zu tun, das Voldemort gehören soll. Das Medaillon trägt die Initialen S, S wie Slytherin. Voldemort gehörte als Schüler dem Haus der Slytherin an, obwohl er kein Reinblüter war.

Den Buchtitel fand ich genial. Nun habe ich nichts darüber geschrieben, weil der Halbblutprinz sich für mich erst nur als eine fiktive Schulbuchfigur dargestellt hatte. Aber am Ende kam die Auflösung, wer sich hinter diesem Namen verbirgt? In einem Zaubertrankbuch, ein Schulbuch, nach dem Potter aus dem Schrank rein zufällig gegriffen hat, waren sämtliche Rezepte mit Bleistift durchgestrichen, und mit anderen Zauberformeln beschriftet. Dieses Schulbuch war mit dem Namen Halbblutprinz versehen. Potter übernahm die Formeln und erzielte damit im Unterricht große Erfolge. Selbst die ehrgeizige Hermine Granger konnte nicht mithalten, was in ihr Ärger und Frust verursachte. Welcher ehemaliger Schüler sich hinter diesem Namen verbirgt, auch dies wird erst am Ende dieser Geschichte aufgeklärt.

Meine Meinung
Ein sehr gelungener Fantasyroman, der sich immer mehr als ein Roman für Erwachsene entpuppt hat. Natürlich besteht meine Meinung nicht aus zwei oder drei Zeilen ... Es ist unmöglich, alles aufzuschreiben.

Mein Fazit?
Ganz klar, Harry Potter wird dazu auserkoren, den dunklen, bösen Magier zu besiegen. Warum aber gerade Harry Potter? Der ist doch noch so jung und unerfahren? Weil Harry Potter eine reine Seele hat, und über bestimmte Fähigkeiten, wie zum Beispiel der Intuition, verfügt. Aber wieso benötigt man eine reine Seele, um den dunklen Magier zu bekämpfen? Damit man sich nicht von dem Bösen infizieren lassen kann. Ich werde langsam ungeduldig und ich will unbedingt wissen, wie dieser Fantasieroman nun endlich enden wird.

Meine Bewertung?
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten

_______________
Bücher verwandeln Muggel in Zauberer.
(Thalia Buchhandlung)

Gelesene Bücher 2018: 25
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Sonntag, 27. Mai 2018

Astrid Lindgren / Die Brüder Löwenherz (1)

Lesen mit Tina

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ein Jugendbuch von Astrid Lindgren, das, verglichen mit ihren anderen Jugendbüchern, völlig aus dem Rahmen fällt. Ein recht düsterer Fantasieroman, das voll von Abenteuer ist. Und trotzdem ist er mit viel Liebe geschrieben. Ins Zentrum wird hier der Tod gerückt, der zwei Nachleben verspricht.

Die Handlung
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden Brüder Karl und Jonathan Löwenherz. Karl, zehn Jahre alt, leidet an einer unheilbaren Krankheit und ist dadurch bettlägerig. Er weiß, dass er bald sterben muss. Traurig fragt er seinen Bruder, warum er so früh sterben müsse? Jonathan, der seinen kleinen Bruder Krümel nennt, tröstet ihn, und verspricht ihm, dass sie sich nach dem Tod in Nangijala wiedersehen würden. Nangijala wäre ein wunderbarer Ort mit vielen schönen Abenteuern.

Nun kommt es zu einer Katastrophe. Das Haus der Kinder fängt Feuer, und als Jonathan seinen kleinen Bruder aus dem brennenden Haus rettet, kommt er selbst ums Leben. Nicht lange danach folgt ihm Krümel und tatsächlich, sie treffen sich wieder in Nangijala.

Nangijala liegt in den Bergen und ist ein Land voller Märchen und Sagen. Die Dörfer, in denen sie leben, heißen Heckenrosental und Kirschtal. In der ersten Zeit machen die Brüder gemeinsam viele schöne Sachen. Krümel lernt die Taubenkönigin Sophia kennen, die einen engen Kontakt zu den Tauben pflegt. Viele Tauben übermitteln von Dorf zu Dorf wichtige Nachrichten …

Doch Löwenherz hat hier eine schwere Aufgabe zu bewältigen. Und es wird Zeit, seinen kleinen Bruder darin einzuweihen. Er müsse Orwar aus der Katlahöhle befreien. Katla ist ein Feuer speiender Drache. Wenn Jonathan die Befreiung nicht gelingen würde, dann könne Nangijala nicht weiter existieren und alle müssten sterben. Doch der Drache alleine ist nicht die Gefahr. Der Drache wird von Tengil beherrscht. Tengil ist ein Diktator, der sich von den Menschen nimmt, was er haben will. Für die BewohnerInnen von Heckenrosental lässt er eine lange und hohe Mauer errichten, die Tag und Nacht von Tengilsoldaten bewacht wird. Für die BewohnerInnen werden Sperrzeiten eingeführt … Da sich herumgesprochen hat, dass Jonathan Orwar befreien will, hat Tengil seine Soldaten auf ihn gehetzt. Es finden weitläufige Suchaktionen statt … Der kleine Karl vermisst seinen Bruder schmerzlichst und macht sich selbst auf den Weg, zusammen mit seinem Pferd Fjalar, ihn zu suchen. Von den Tengilsoldaten wird Karl geschnappt …

Mehr möchte ich nicht verraten …

Das Schreibkonzept
Auf den ersten Seiten lernt man den kleinen Karl kennen, der in der Ichperspektive von sich und seiner Familie spricht. Zuerst spricht er von seinem Bruder, dann von seiner Erkrankung, etc. Der Erzählstil setzt sich bis zum Ende der Geschichte so fort. Sehr leicht und kindgerecht geschrieben. In dem Buch sind viele schöne Schwarz-Weiß-Illustrationen abgedruckt.

Cover und Buchtitel?
Die Brüder Löwenherz - Astrid Lindgren
Auf dem vorderen Buchcover befinden sich beide Kinder in Nangijala. Karl ist nicht mehr bettlägerig und genießt mit seinem Bruder das Angeln an der frischen Luft. Das Buchcover hinten; beide Kinder befinden sich auf der Flucht von Tengil.

Ist das Buch jugendtauglich?
Ich finde schon. Aber es bitte nicht mit Michel, Lotta, Pippi Langstrumpf … vergleichen …
Kinder mögen Abenteuergeschichten. So ein wenig hat mich das Buch an Herr der Ringe erinnert, nur kindlicher. Allerdings wurde das Buch in der Öffentlichkeit stark kritisiert, dass der Tod für Kinder eine zu ernste Thematik sei und weil der Tod in dem Buch zu stark verharmlost werden würde. Aber ich denke, dass größere Kinder zwischen Fiktion und Realität sehr wohl unterscheiden können. Und kleinere Kinder leben in ihrer eigenen Welt. Sie werden schon rechtzeitig das Eine von dem Anderen zu unterscheiden lernen, wie dies auch mit Märchen der Fall ist.

Neben den vielen Abenteuern, die bezwungen werden müssen, geht es in dem Buch auch um Liebe familiärer und freundschaftlicher Art. Auch Vorurteile anderen gegenüber werden in bestimmten Szenen  thematisiert. Es geht um Gut und Böse und über die Schwierigkeit, das Eine von dem Anderen zu unterscheiden. 

Meine Identifikationsfigur
Jonathan. Ich hatte mich in meiner Kindheit auch immer für andere stark gemacht. Für Kinder und für Erwachsene. Auch um meine 2,5 Jahre jüngere Schwester war ich häufig fürsorglich. 

Ungeklärte Fragen
Die Geschichte hat politische Hintergründe. Es bleibt zu ergründen, wann Astrid Lindgren dieses Buch geschrieben hat? Ich vermute während oder nach dem Zweiten Weltkrieg. Das Buch hat stark diktatorische Züge. Was ich aus ihren Autobiografien entnehmen konnte; Schweden verhielt sich im Zweiten Weltkrieg neutral. Astrid Lindgren hat aber nicht passiv zugeguckt, während Hitler in Deutschland gewütet hat. Ihre Hilflosigkeit gab sie ihrem Tagebuch kund und schrieb dazu Geschichten.

Meine Meinung
Mich hat das Buch fasziniert. Mit so viel anhaltender Spannung habe ich nicht gerechnet. Sehr interessant geschrieben. Den Schluss fand ich einerseits düster, andererseits hatte es aber etwas Befreiendes, je nachdem, was die BetrachterInnen daraus machen.
Ich selbst habe das Buch auch in meiner Jugend gelesen. 1973 wurde das Buch erstmals ins Deutsche übersetzt und gedruckt. Aber ich kann mich nicht mehr erinnern, wie ich es damals in meinem ersten Leseleben aufgefasst hatte.

Mein Fazit?
Dies ist das dunkelste Buch, das ich jemals von Astrid Lindgren gelesen habe. Phasenweise habe ich es als recht schwermütig erlebt. Nicht so aufheiternd wie bei der megastarken Pippi oder wie beim frechen Michel. Die Themen fand ich hier mit viel Traurigkeit und Ernsthaftigkeit bepackt.

Eigentlich heißen die Kinder Karl und Jonathan Löwe. Wie es zu dem Namen Löwenherz gekommen ist, ist dem Buch zu entnehmen.

Meine Bewertung
2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein
Zwölf von zwölf Punkten.

Auszeichnung
1979 wurde das Buch mit dem internationalen Janusz-Korczak-Literaturpreis und dem Wilhelm-Hauff-Preis geehrt.

Und hier geht es zu Tinas Buchbesprechung.

Weitere Information zu dem Buch

 Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
·         Verlag: Oetinger Verlag; Auflage: 37 (1. Februar 1974)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3789129410
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Gelesene Bücher 2018: 22
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