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Samstag, 5. Oktober 2019

Meine literarische Reise nach Stockholm (6)

Meine literarische Reise nach Schweden von Dienstag, den 17.09.2019 bis Sonntag, den 22.09.2019

Mein sechster Tag, mein Abschlussbericht
In dieser Besprechung teile ich noch ein paar wenige Fotos, und halte Gedanken und Erfahrungen fest, mit denen ich in Stockholm konfrontiert worden war, auf die ich bisher noch gar nicht eingegangen bin. 

Sonntag, den 22.09.2019
Heute ist mein Abreisetag, weshalb ich nichts weiter großartig in Stockholm unternommen habe, außer nach dem Frühstück Koffer zu packen, damit ich mich um zwölf Uhr Mittag auf den Weg Richtung Flughafen machen konnte. Ein letztes Mal schaute ich aus dem Hotelzimmerfenster und machte ein Foto, denn jeden Abend fragte ich mich, als in den Fenstern die Lichter brannten, was das für Leute sind, die in den Wohnungen leben? 



Seit Tagen versuchte ich, an einen Zwanzig-Kronen-Schein zu kommen. Am Geldautomaten hatte ich kein Glück, da der Schein zu gering an Wert ist. 20 Kronen entsprechen ungefähr 1,85 €. Hat Astrid Lindgren nicht mehr verdient? Einen Abdruck auf einem wesentlich höheren Schein? Ich habe Großgeld abgehoben, es kamen aber keine Stückelungen heraus. Bei uns in Deutschland kann man an den Geldautomaten häufig angeben, wie man das Geld gestückelt haben möchte. Das ist in Schweden nicht der Fall. Ich habe in einem Geschäft etwas eingekauft, habe mit einem großen Schein bezahlt und habe gebeten, mir als Restgeld einen 20 Kronenschein mit auszuhändigen. Ich habe ihn bekommen, und so hielt ich dieses seltene Papier stolz in meinen Händen. Ich legte ihn gleich in ein separates Fach meiner Geldbörse ab. Vor allem, wenn man bedenkt, dass es in Schweden ab 2030 überhaupt kein Bargeld mehr geben wird, das bedeutet, dass auch die Kinderbuchautorin darauf abgeschafft wird. 

Da Stockholm eine literarische Reise werden sollte, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass hier auch Krimiautoren gelebt haben und oder noch leben. Ich habe mittlerweile vergessen, welche es sind. Da ich aber keine Krimis lese, habe ich diese Schriftsteller auch nicht aufgesucht. Aber es gibt einen, den ich sehr schätze. Es ist Henning Mankell, der zwar auch als ein Krimiautor zählt, aber er ist kein typischer Kriminalbuchschreiber. Mankell wurde in Stockholm geboren, aber er wuchs, als seine Eltern sich haben scheiden lassen als er ein Jahr alt war, bei seinem Vater und seiner älteren Schwester in einer anderen schwedischen Provinz auf. Mankells Vater war Richter von Beruf, sodass der Sohn durch seinen Vater recht früh mit Kriminalitäten und mit Verbrechern konfrontiert wurde. Seine Krimiromane sind immer angelehnt an die Verbrechen aus der realen Welt. 

Mankell ist am 03.02.1948 in Stockholm geboren, und am 05.02.2015 in Göteborg gestorben. Er verbrachte in den 1970er Jahren über eine längere Periode sein Leben in Afrika.

Aber an Mankell hatte ich an den Tagen hier in Schweden gar nicht gedacht. Er fiel mir erst ein, als ich am Flughafen viel Zeit zum Reflektieren und zum Nachdenken hatte. Ich hatte hier etwas im Netz recherchiert und habe erfahren, dass Mankell mit 17 Jahren wieder in seine Geburtsstadt zurückgekehrt ist. Aber ein Mankell - Museum in Stockholm konnte ich im Nachhinein nicht ausfindig machen. Ich klickte mich auf meinen Blog ein, um noch mal zu rekonstruieren, was ich schon von Mankell bisher gelesen hatte. Der Chronist der Winde hatte ich 2015 gelesen. Mir hatte das Buch recht gut gefallen. Hier geht es zu meiner Buchbesprechung. Aus irgendeinem Grund hatte ich Mankell wieder aus den Augen verloren. Wahrscheinlich, weil ich zu viele Favoriten hatte, und ich noch immer nicht weiß, wie ich sie alle unter einen Hut bringen soll. Und so musste ich nach Stockholm reisen, um mich wieder an ihn zu erinnern. Ich hatte nun beschlossen, mir zu Hause ein paar seiner Bücher, ohne kriminalistischen Hintergrund, noch nachträglich zu bestellen und sie auch zeitnah zu lesen. Es sind drei Bücher:
1. Die schwedischen Gummistiefel 2. Die italienischen Schuhe 3.Treibsand - Was es heißt, ein Mensch zu sein.
Auf diese Bücher freue ich mich, da Mankell wirklich sehr feinfühlig und sehr tiefgründig schreibt.

Ich verabschiedete mich an der Hotelrezeption und lief Richtung U-Bahn. Ich musste mir ein neues Ticket kaufen. Am Hauptbahnhof habe ich schließlich den Arlanda - Express genommen, um den Flughafen zu erreichen. 



Es gab eine Fahrkartenkontrolle. Meine Fahrkarte, die ich soeben gekauft hatte, erwies sich als ungültig. Ich war sichtlich irritiert. Ich hatte 130 Konen dafür ausgegeben, und ich der Dame am Schalter deutlich gesagt habe, dass ich mit dem Alrlanda Express an den Flughafen fahren möchte. Die Kontrolleurin sagte, dass diese Fahrkarte nicht für Züge gelten würde. Ich entschuldigte mich, und sagte, dass hier ein Missverständnis vorliegen würde, ich aber bereit wäre, die Differenz zu zahlen. Die Kontrolleurin legte mir ihre Hand auf meine Schulter und erwiderte, dass sie hier eine Ausnahme machen würde, aber nächstes Mal sollte ich mir ein richtiges Ticket, speziell für den Arlanda Express, kaufen. Ich bejahte und bedankte mich. Aber ehrlich gesagt, ich habe das Fahrkartensystem immer noch noch nicht durchschaut. Es wurde schon in den Reisebüchern als kompliziert und umständlich dargestellt, was ich nicht wirklich glauben wollte. 

In Arlanda, Terminal 5, angekommen, zog ich am Schalter meine Bordkarte, eingecheckt hatte ich am Vorabend von meinem Handy aus im Hotel. Nun hatte ich noch Zeit, und schaute mich auf dem Flughafen um. Auch verfolgte ich gespannt die Reisenden aus allen Ländern der Welt. Hier sind wir alle eins, dachte ich mir. Egal wo wir herkommen, egal, welche Haut- bzw. Haarfarbe wir haben. 


Wieder die große Reisetafel, an der auch mein Flug angezeigt wurde. Ich liebe es, diese Wand jedes Mal aufs Neue abzufotografieren. 


Ich ging nun auf mein Gate zu und ließ mich durchleuchten. Bei mir piepsen ständig die Geräte, aber finden konnten sie nie etwas. Mal vergesse ich, mein Tablett rauszunehmen, mal meine Nasentropfen, mal mein Handy, etc. 

Als ich schließlich durch war, lief ich durch die vielen Duty Free-Läden. Immer wieder interessant, was die Flughäfen so alles anbieten. Das Duty - Free Logo scheint nur ein Witz zu sein, denn die Ware ist dermaßen überteuert, dass man genauso gut auch die Steuern hätten zahlen können. 

Mit dem schönen und freundlichen Schweden in meinem Kopf freute ich mich mittlerweile auch auf mein Zuhause. Mein Bruder, der von Riedstadt-Goddelau angefahren kam, war so lieb, und holte mich in Frankfurt ab und fuhr mich nach Darmstadt. Ich freute mich vor allem auch auf meine Katzen, die von Susanne über mir versorgt wurden. Ich hatte für ein paar Leute auch eine Zimtschnecke mit eingepackt, die so wunderbar riechen. Der Duft war in ganz Stockholm verbreitet. Am liebsten hätte ich den Duft eingefangen, und ihn mit nach Hause genommen, so intensiv und süßlich erlebte ich ihn. 

Zum Schluss ein paar kritische Gedanken zu meiner Herkunft und auf die Frage: Wer bin ich?
Ich setzte mich auf eine Bank und überlegte. Bei so viel Buntheit hier am Flughafen dachte ich wieder mal über meine eigene Herkunft nach. Wie wurde ich von den Schweden eingeschätzt? Immer wieder wurde ich in englischer Sprache gefragt, ob ich aus Deutschland käme? Ich bejahte, und fragte ganz gespannt, wie sie das gemerkt hätten? An dem deutschen Akzent, antworteten sie mir. Ein anderer fragte mich erst gar nicht nach meiner Herkunft, als ich ihm eine Frage zu einem Musikgeschäft gestellt hatte. Er gab mir sofort auf deutsch die Antwort. Erstaunlich, dass ich in Schweden wegen meines Akzentes die Deutsche bin, und in Deutschland bin ich meines Namens wegen und wegen meiner braunen Haare Italienerin. Die Schweden hätten auch sagen können, ich sei wegen meiner braunen Locken Italienerin. Taten sie aber nicht. Tja, meine braunen Locken waren nicht ausschlaggebend, nicht als Deutsche zu gelten. Trotz des deutschen Pass´ hat man in Deutschland kaum eine Chance, als Deutsche akzeptiert zu werden. Und das stinkt mir. Selbst wenn meine Haare blond wären, als Kind waren sie sogar hellblond, wie kann man glauben, dass man an der Farbe der Haare die Nationalität eines Landes ableiten könne? Und mal kritisch gefragt. Sind alle Deutschen blond und hellhäutig, oder sind das nur Wunschvorstellungen, wie sie einst Hitler verbreitet hatte?

Als ich mich wieder auf der Arbeit befand, haben mich meine Klient*innen während der Morgenrunde gefragt, wie mir Schweden gefallen hätte? Ich erzählte dies und das und stellte ihnen auch die Frage, was sie denn glauben würden, welcher Nationalität ich in Schweden zugeordnet wurde? Unisono kam die Antwort: Italien. Hm, sagte ich. Wie kommen Sie darauf? Wegen der dunklen Haare. Hm, sagte ich ein weiteres Mal. Dann gucken Sie sich doch bitte mal hier im Raum um. Wie viele Blonde sehen Sie? (16 Leute waren anwesend, 14 davon Deutsche, davon ein Rothaariger und eine Blonde). Sie schauten und antworteten: Eine, Frau K. Wie viele Hellhäutige sehen sie hier? Viele waren tatsächlich von ihrem Hauttyp olivenfarbig, da war meine Haut noch viel heller als deren Hautfarbe. Tja, das konnten sie schwer schlucken, bis eine gesagt hat; Ja, da kann man sehen, wie tief diese Zuschreibungen noch vom Nationalsozialismus sitzen, die bekommt man so leicht nicht mehr raus. Ein anderer, ein Rothaariger, sagte, Hitler sei ja schließlich auch dunkel gewesen, und niemand hat´s gesehen.

Puh, ich war erleichtert, ich hatte sie zum Nachdenken bewegt. Aber ob ich jetzt Deutsche bin? Für viele sicher immer noch nicht. Obwohl sie ganz häufig von mir gehört haben, dass ich Deutsche bin. Dass ich eine deutsche Identität habe, aber es bleibt einfach nicht hängen. Aber, was soll´s. Hauptsache ich kenne meine Identität, und die lasse ich mir von niemandem ausreden. Die meisten Menschen haben ihre Identität in die Wiege gelegt bekommen, und daran darf man nicht mehr rütteln, andere dagegen haben sie sich schwer erarbeiten müssen, weshalb ich sie mir nicht ausreden lasse. Schlimm genug, dass viele in meiner Lage sich die Identität aufdrücken lassen, weil auch sie diese nicht genug hinterfragen ... Eine junge Kollegin, 24 Jahre alt, sagte mir, sie hätte mich nie mit Italien in Verbindung gebracht. Schon öfters hatte ich das von jungen Leuten in Deutschland gehört. Das stärkte meine Hoffnung, dass vielleicht die meisten Leute zu alt für einen Perspektivenwechsel und zu festgefahren sind, andere Sichtweisen anzunehmen und zu respektieren und die jüngeren diesen Wandel, wir sind alle verschieden, aber wir haben alle vieles gemeinsam, durchlaufen. Ich hoffe, ich werde diese Entwicklung noch erleben. 

So, Schweden, das war´s. Du siehst mich auf jeden Fall wieder. Vimmerby werde ich unbedingt noch besuchen müssen. 

Kurzes Fazit:
Vorteil
  1. Man merkt Schweden die überfreundliche Familienpolitik an, dem sicher diese Kinderliebe zu verdanken ist.
  2. Schweden habe ich als ein sehr kreatives Land wahrgenommen. Kitsch habe ich dort nirgends gesehen. Alles, was sie herstellen, hatte einen besonderen Schönheitswert. 
  3. Obwohl es in dem Land Bettler gibt, weniger als in den vielen anderen europäischen  Ländern, spürt man, dass das Land ein stabiles soziales Netzgefüge hat. Und für Rentner*innen und für Student*innen gibt es ermäßigte Tarife. Das gibt es bei uns auch, aber vieles ist für sie auch kostenlos. Einen Kinderfahrschein bekommt man noch bis 16 Jahren, bei uns ist mit 14 Jahren Schluss. Über 16-Jährige zahlen trotzdem einen anderen Preis, der geringer ist als der für Erwachsene.
Nachteil:
Obwohl es den Menschen hier gut geht, haben auch die Schweden rechts gewählt, sodass die rechte Partei im Land zusammen mit den Sozialdemokraten regiert. Was würde Schweden nur machen, wenn die vielen Ausländer*innen nicht wären, die Arbeiten verrichten, für die sich die Schweden zu schade sind? 

Hier gibt es einen Artikel zu der rechten Schwedenpolitik. Es ist also nicht so, dass Armut den Rechtspopulismus schürt und pflegt, wie man dies hierzulande häufig hört oder liest. 

Komplizierte Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln
Auf den ersten Blick sieht das gar nicht so kompliziert aus, wie es erst im Reiseführer stand, denn die Schweden hatten ihr kompliziertes System ein wenig vereinfacht. Neu ist, dass man mit einer Fahrkarte alle Fahrzeuge wie Bus, Straßenbahn, U-Bahn und Schiff nutzen, hin- und zurück, bis der zeitliche Limit aufgebraucht ist. Aunahmen bilden nur die Express-Züge.  Das geht bei unserem System nicht. Eine Hinfahrkarte berechtigt keine Rückfahrt. In Schweden kann man sooft hin- und zurückfahren, bis die Zeit von mehreren Stunden abgelaufen ist. Auf dem Ticket ist die Fahrzeit mit abgedruckt. Kompliziert ist, dass es mehrere verschiedene Tickets gibt, wo mir das System nicht plausibel geworden ist. Aber ich hatte auch keine Lust, mich damit tiefergehend zu befassen, weil es einfach umständlich wurde, und ich sowieso lieber zu Fuß unterwegs war. Für Touristen ist dieses Fahrsystem sehr umständlich, da muss ich im Nachhinein meinen Reiseführer doch noch recht geben. 

Abschaffung von Bargeld
Hier fragt man sich, wie kommen Bettler in Zukunft aus, wenn es ab 2030 kein Bargeld mehr gibt? 
Und bekommen Kinder- und Jugendliche auch eine Kreditkarte?

Vegane Gerichte
Eine viel zu kleine Auswahl, und alle Salate, die ich verspeist habe, haben mir alle nicht geschmeckt. Vielleicht sind die Schweden Meister in Fleischgerichten. 

Nationale Zuordnung?
Der Mensch ist das, 
was er innerlich denkt
und was er innerlich fühlt
(M. P.)


Freitag, 4. Oktober 2019

Meine literarische Reise nach Stockholm (5)

Meine literarische Reise nach Schweden von Dienstag, den 17.09.2019 bis Sonntag, den 22.09.2019

Mein fünfter Tag von fünf Reiseberichten und durch den Rückflug einen Endbericht im sechsten Teil.

Samstag, den 21.09.2019
Gámla Stan, ein altes Arbeiterviertel

Heute Morgen, nach dem Frühstück, bin ich zum ersten Mal nicht zu meinem Ziel, diesmal das alte Arbeiterviertel Dámla Stan, hingelaufen. Ich habe stattdessen die öffentlichen Verkehrsmittel gewählt. Ein paar Stationen bin ich mit der U-Bahn gefahren, und bin dadurch recht schnell meinem Ziel näher gekommen. Ich konnte mir unter Gámla Stan gar nichts vorstellen. Überall gibt es Arbeiterviertel, aber nicht jedes wird als eine Touristenattraktion angepriesen wie hier in Stockholm. Es dauerte nicht lange, als ich mich in einen Strudel von Menschen verfangen habe. Nirgends habe ich in Stockholm so viele Touristi*innen gesehen wie in diesem alten Viertel. Es scheint doch etwas Besonderes zu sein, trotzdem mag ich es nicht, dort zu sein, wo viele Menschen sind. Ich wollte durchhalten, und mich in diesem Strudel mittreiben zu lassen. Jede Menge Geschäfte mit vielen, vielen Souvenirs. Und jede Menge wunderschöne Cafés, die sehr romantisch wirkten. Verdunkelt waren die Lichtverhältnisse, alt sahen sie aus, sie wirkten aus einer völlig anderen Zeit, aber es sah alles sehr gemütlich aus. In diesem Arbeiterviertel konnte man sich erneut verzaubern lassen, eine Art Museum unter freiem Himmel. Die Gebäude, die Architektur, die engen Gassen, alles hat gepasst. Die engen Gassen hatten ein richtiges südländisches Flair. Ich fange mal an, die Fotos reinzustellen, aber gleich vorneweg gesagt, ich habe keine Könige und keine Königinnen besucht, und auch keine Soldatenfriedhöfe, keine Burg, kein Schloss, weil mich das alles nicht interessiert hat. Ich finde, man muss nicht immer alles intellektuell belegen. Man kann Dinge auch für schön empfinden, ohne den theoretischen Hintergründen nachzujagen. Nun möchte ich nur zeigen, welche Impressionen ich mit meiner Kamera eingefangen habe. 



Dies war ja jetzt nicht das schönste Café, aber die wirklich Schönen waren mir zu voll. Auf dem Teller liegt meine erste Zimtschnecke. 


Stockholm besitzt einen süßen Gaumen, wie man unten sehen kann, aber ganz besonders dieses Viertel.





Und diese riesigen Eiswaffeln



Und Eistüten in mehreren Farben. Nicht mal bei einem Italiener habe ich diese Wucht an Farbnuancen gesehen.



Und hier nochmals Zimtschnecken, so weit wie das Auge reicht. Innen im Café jede Menge Zimtschnecken. Das Nationalgebäck.



Endlich habe ich es geschafft, eine leere Gasse zu erwischen.




Unten ist ein schwedisches Restaurant abgebildet, ich aber zum Mittagessen nicht eingekehrt bin, weil ich kein Fleisch esse. Hirsche und Bären zählen hier leider zu den Nationalfleischgerichten. Und was macht der plastische Hirsch hier? Ich finde ihn schön, aber was tut er symbolisch? Ein Werbeobjekt, das ruft, kommen Sie nur rein und verspeisen Sie ruhig meine Artgenossen :-).


Im folgenden unteren Foto ist der schwedische Schriftsteller und Komponist Evert Taube zu sehen. Geboren wurde Taube am 12.03.1890 in Göteborg und gestorben ist er am 31.01.1976 in Stockholm. Taube ist auch auf dem Foto ganz oben abgebildet. 


In der rechten Hand hält Taube Musiknoten in der Hand.


Vor einem Geschäft hat mir folgende Symbolik gefallen, bin aber noch nicht dahinter gekommen, was es damit ausdrücken wollte.


Leben in der Fußgängerzone; Hare Krishna. Ich bekomme jedes Mal einen Ohrwurm, wenn ich die Gruppe singen höre. Ich hatte mich selbst in meinen Zwanzigern mit dieser Bewegung befasst, da ich mitten in einer Glaubenssuche gesteckt hatte und ich sämtliche Weltreligionen auf den Kopf gestellt hatte. 




Eine gut sortierte Fantasybuchhandlung habe ich entdeckt.



Margaret Atwood, eine amerikanische Autorin, ist auch in Schweden mit demselben Cover abgedruckt.



Ein paar Fotos zur Architektur. Nochmals zur Erinnerung: Schweden hat schon seit mehr als 200 Jahren keine Kriege mehr geführt. Selbst im Ersten und Zweiten Weltkrieg blieb das Land neutral, half aber Nachbarländer wie z. B. Finnland, sie als Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Habe woanders aber gelesen, dass die Schweden es bedauern, dass die alten Häuser nicht abgerissen wurden. Sie würden gerne Platz machen für Neues. 




Die Schweden lieben es rund.





Wie kinderlieb die Schweden sind, sieht man auch hier, eine Schatzkiste bei einem Italiener. Was mag sich wohl darin befinden?


Ich durfte die Schatzkiste öffnen, als ich gefragt habe, welche Schätze sich darin befinden würden? Als ich sie geöffnet hatte, staunte ich über die vielen Lollys. Ich durfte mir so viele Lollys rausnehmen wie ich wollte, und so dachte ich an meinen kleinen Freund Jan, der bei uns im Haus wohnt, und nahm mir für ihn von jeder Farbe einen.


Und mit den Lollys schloss ich den Tag draußen ab. Im Hotel angekommen hatte ich ein super gutes Gefühl, da ich innerlich den Eindruck verspürte, viel erlebt zu haben.


Donnerstag, 3. Oktober 2019

Meine literarische Reise nach Stockholm (4)

Meine literarische Reise nach Schweden von Dienstag, den 17.09.2019 bis Sonntag, den 22.09.2019

Mein vierter von fünf Reiseberichten.

Freitag, den 20.09.2019

Freilichtmuseum Skansen
Als erstes besuchte ich heute Skansen, das soll das älteste Freilichtmuseum der Welt sein. Auch dieses Museum befand sich in der Nähe der vielen anderen Museen, die ich besucht hatte. Ich war noch immer vom Muskelkater geplagt, trotzdem wollte ich unbedingt laufen. Meine 24 Stunden Fahrkarte war außerdem abgelaufen, ohne sie ausgiebig eingesetzt zu haben. Als ich Skansen erreichte, wusste ich nicht, wohin ich als Erstes laufen sollte. Es war wunderschön, wohin das Auge nur reichte. Hier wird den Besucher*innen eine Welt vorgestellt, wie sie im alten Schweden aus mehreren Jahrhunderten gelebt wurde. Und auch in Skansen fand man Figuren, Schauspieler, die diese damalige Lebenswelt authentisch anschaulich machten und sie uns vorlebten. Während der Weihnachtszeit muss es hier noch anders wunderschön sein. Wunderschön ist dieses Museum immer. Aber im Sommer stelle ich es mir sehr voll vor, was mir nicht gefallen würde.

Manche Zeiten kennt man aus der eigenen Kindheit, wie zum Beispiel das Konsumgeschäft, das schon in den Anfängen der 1970er Jahren in einen Coop - Supermarkt umgewandelt wurde, und ist um das Zigfache größer.







Und auch für Kinder eine Idylle. Wunderschöne Spielplätze waren zu sehen. Oder es gab für sie Arbeitsgruppen, wo sie z. B. lernten, wie Wolle hergestellt wird. Ich wiederhole mich nochmals. Schweden ist dermaßen kinderlieb, das bekommt man überall zu spüren. Weil es in jedem Museum auch ein Programm für Kinder gibt.

Man begegnet hier fürstlich vornehme Leute, aber auch Handwerker, Bauern und  Küchenmägde. Bäckerei und Töpferei und eine Buchbinderei waren zu sehen. Man wird Zeuge, wie von den Magdfrauen das Knäckebrot gebacken wird, und der Gast darf davon probieren, so viel, wie er vertragen kann. Man sieht Bauernfrauen am Spinnrad werken, oder das Handwerk bzw. die Kunst eines Glasmachers in einer Stockholmer Glashütte, und vieles, vieles mehr. 

Man sieht ein altes Schulgebäude, auch eine Kirche. Ein ganzes Dorf, das uns Besucher*innen in eine andere Welt einlädt und uns verzaubert. Ich wollte hier nicht mehr weg. Nicht, dass ich unbedingt in diese alte Zeit zurückwollte, aber sich verführen lassen, das fand ich grandios.

Es gab hier für die Besucher*innen auch ein altes Café, ganz nach alter Tradition, siehe Foto oben. Im unteren Foto wird dünnes Knäckebrot gebacken.



Hier unten ist ein Trödelmarkt abgebildet. Für den einfachen Haushalt gibt es hier nichts, was der Laden nicht hatte.




Ein Glasbrenner, und ein Wollgeschäft, unten.






 Das Haus unten ist ein nobleres Haus mit mehren Zimmern und wunderschön farbig ausgestattet. Aber zu klein wäre es dennoch, wenn ich hier mit meinen Büchern einziehen wollte. 



Skansen soll das einzige Freilichtmuseum der Welt sein, in dem auch Wildtiere leben. Diesen Tierpark kann man nicht mit einem Zoo vergleichen. Die Tiere haben hier sehr viel Platz, es ist sauber in den Gehegen und sie werden auch nicht geschlachtet. Lieber eine Kuh hier unterbringen, und dafür ein langes Leben haben dürfen, als bei einem Bauer im Stall, wo sie nach wenigen Jahren geschlachtet wird.

Hier sind Streicheltiere untergebracht, heimische und exotische Tiere aus Afrika. Allerdings bin ich bei der Haltung von Tieren aus anderen Kontinenten doch kritisch, wenn sie aus ihren Lebensräumen entrissen werden. Aber ich habe keine Affen und auch keine Reptilien gesehen, obwohl sie auf dem Plakat abgebildet waren. Landtiere wie z. B. Elche gab es auch zu sehen.

Das Freilichtmuseum ist eine Parkanlage mit wunderschönen Pflanzenarten und Gärten. Jede Menge Kräuterbeete waren angelegt. Man bekommt es mit vielen schönen alten und teilweise auch sehr kleinen Häusern zu tun. Auch winzige Häuser, siehe Foto unten,  mit einem wunderschönen Vorgarten. Aber diese Häuser hatten gerade mal ein Zimmer und einen winzigen Abstellraum. Mehr gab es darin nicht. Man wurde eingeladen, dieses kleine Haus zu betreten. Man war eigentlich in allen Häusern willkommen. 












Skansen ist sehr groß, ich verbrachte hier fast einen ganzen Tag. Unter dieser Glocke, Foto unten, verbrachte ich am Ende für etwas eine halbe Stunde sitzend und ging träumend meinen Gedanken nach. Die Bank in der Glocke, auf der ich gesessen habe, kann man leider nicht sehen ... Rechts in der Glocke saß ich.



Als ich dieses Freilichtmuseum verlassen hatte, wollte ich unbedingt in das Wikingermuseum, obwohl mein Tag durch Skansen reichgefüllt war. Auch wenn mir meine Füße schwer wie Blei sich anfühlten, zog es mich in das letzte Museum, das mich interessierte. 

Wikingermuseum
Ich musste es besuchen, auch, weil es in der Nähe war. Wenn ich Wikinger höre, dann fallen mir als erstes die Figuren Asterix und Obelix ein. Von Außen ist das Gebäude eher klein und unauffällig, wobei Asterix und Obelix Fiktionen sind, und wenig mit dem echten Wikingerleben zu tun haben.

Das Museum wurde im April 2017 eingeweiht, und ist demnach noch ganz frisch.
Hier konnte der Weg der Wikinger verfolgt werden, das heißt, das Museum bezieht sich auf die Geschichte der Wikinger. Authentisch wird erzählt, wie die Wikinger tatsächlich gelebt hatten. Man hatte die Möglichkeit, sich virtuell einer elfminütigen Abenteuerfahrt in das Jahr 963 hinzugeben. Auch für Kinder ab sieben Jahren geeignet. Hier erfuhr man, welche Rolle auch Frauen und Kinder während der Wikingerzeit innehatten. Man konnte in der Ausstellung ähnlich wie in Skansen sehr gut mitverfolgen, wie die Lebensweise dieser Menschen war, und von was sie sich ernährt hatten. 



Sie betrieben Ackerbau, aber sie reisten viel mit dem Schiff. Auch die Kleider stellten sie selber her. 




Auf dem folgenden Foto unten sieht man einen Webrahmen, auf dem die Kleider gewebt wurden.


Ebenso interessant fand ich die Runen, mit denen die Wikinger Schriftverkehr verübten. Mithilfe der Schriftzeichen haben sich germanische Stämme erhalten können. Allerdings gibt es je nach Stamm mit kleinen Abweichungen verschiedene Runen-Alphabete. Die Runenzeichen wurden auf Steinen, auf Knochen oder auf andere geeignete Objekte geritzt. Was schwer vorzustellen ist, ist, dass die Wikinger keine Bücher hatten … Auf dem Foto unten wurde für die Besucher*innen ein Runenstein aufgestellt, auf dem, jeder der wollte, die Runenzeichen ausprobieren konnte. Manche haben mit diesen Zeichen ihren Namen hingeschrieben. 




In den folgenden unteren Fotos sind die Runenzeichen abgebildet.






Für die Abenteuerfahrt hatte ich mich mit dem vorgegebenen Wlan-Schlüssel in mein Handy eingeloggt, bin aber wieder rausgeflogen, sodass ich es nach mehrmaligen Versuchen aufgegeben hatte. Wahrscheinlich war der Arbeitsspeicher meines Handys nicht mehr ausreichend genug, den ich jetzt zu Hause durch eine größere SD-Karte erweitert hatte.

Auch in diesem Museum fand man Schauspieler in einer Wikingermontur. Als ich fragte, ob ich ein Foto von dem "Wikinger" machen dürfe, bejahte er, aber er bot mir an, mit mir zusammen sich fotografieren zu lassen. Ich willigte ein, siehe unteres Foto.

Aber es wurde auch ein Wikinger plastisch nachgemacht. Die Fälschung ist so gut gelungen, dass dieser Wikinger wie ein echter Mensch aussieht. Man durfte ihn auch anfassen, und die Haut wirkte zwar recht kalt, na klar, fühlte sich aber trotzdem richtig lebendig an, weil sie sehr weich wirkte. Wie der Wikinger hergestellt wurde, war in einem Film über dem Mann auf zwei Monitoren aufgezeigt. 



Ein Wikinger in einer Rittermontur.


Im unteren Foto ist ein Wikinger-Boot abgebildet.




Auch Wikinger liebten Brettspiele.





Dies ist nur eine kleine Auswahl meiner Fotos gewesen. 

Als ich zurück ins Hotel gefahren bin, hatte ich das Gefühl, viel erlebt zu haben und überlegte mir, wie ich den morgigen Tag, der letzte vor meiner Abreise, verbringen wollte und entschied mich, im alten Arbeiterviertel Gámla Stan zu flanieren.