Samstag, 16. Dezember 2017

Nina Messinger / Du sollst nicht töten (1)

Du sollst nicht töten! - Messinger, NinaEine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Wie furchtbar traurig dieses Buch doch ist. Fragen über Fragen, auf die es nicht so einfach ist, Antworten darauf zu finden. Die Hölle auf Erden. Ich bin sicher, dass die meisten Menschen sehr wohl Bescheid wissen, wie grauenvoll die Tiere weltweit hier auf Erden behandelt und getötet werden. Warum haben sie immer noch Appetit auf Fleisch?
Ganz klar, Fleisch hat auch Suchtpotenzial, dafür sorgen schon die Stoffe, die von der Lebensmittelindustrie dem Fleisch chemisch hinzugefügt werden ...
Lt. der Autorin werden ca. 1600 Tiere pro Sekunde weltweit getötet. Ein Treblinka ohne Ende.

Wo bleibt unsere Empathie, wenn wir darüber in den Schlagzeilen lesen? Oder wenn wir uns dazu Dokumentationen anschauen? Es finden auf so vielen Kanälen Aufklärungsarbeiten statt. Mitgefühl ist uns doch angeboren. Kleinkinder würden nie freiwillig Fleisch essen, wenn sie wüssten, dass ein getötetes Tier auf deren Teller liegt …

Ich musste manche Kapitel querlesen, weil die Artikel zu heftig waren, aber ich habe nur das übersprungen, was ich schon wusste. Aus Liebe zu den Tieren habe ich das Lesen jener Artikel aushalten wollen, die mir noch nicht bekannt waren, weil die Tiere das Schlachten, das Getötetwerden ertragen müssen, und sie nicht die Möglichkeit haben, wegzulaufen.

Sich erneut bewusst zu machen, dass in jeder Sekunde so viele Tiere gequält und getötet werden, stimmt mich unendlich traurig und einsam, weil ich mit kaum jemanden darüber sprechen kann … Dieses Buch hat mir ein wenig die Einsamkeit genommen. Die Autorin hat darin die Namen berühmter Menschen aufgelistet, die sich vegetarisch ernährt haben. Menschen aus dem Abendland, Menschen aus vorherigen Jahrhunderten, Menschen aus unserer Zeit. Schon immer gab es Menschen, die eine Pflanzenkost vorgezogen haben, weil sie es grausam empfunden haben, Tiere für den Gaumen zu töten oder töten zu lassen, obwohl es damals noch keine Mastbetriebe und keine Legebatterien gab. Ein paar dieser VegetarierInnen möchte ich hier festhalten:

Johann Wolfgang von Goethe
Richard Wagner
Voltaire
Immanuel Kant
Plutarch
Reinhard Mey
Rainer Maria Rilke
Dustin Hoffmann
Leonardo da Vinci
Albert Einstein
Franz Kafka
Pythagoras
Seneca
Paul McCartney
Friedrich Nietzche
Horaz
Leo Tolstoi
Platon
Arthur Schopenhauer
Nena
Mutter Theresa

Mein Hauptinteresse gilt eigentlich gar nicht mal die gesunde oder ungesunde Ernährung, darum geht es nämlich auch hauptsächlich in diesem Buch, mir geht es einzig und allein um das Tierleid, das bekämpft werden sollte. Denn wäre Fleisch tatsächlich so gesund, wie es von der Fleischindustrie angepriesen wird, dann würde es das Abschlachten der Tiere rechtfertigen. Deswegen reden ja viele VerbraucherInnen vom Fleisch glücklicher Rinder und vom Ei glücklicher Hühner ... Kein Tier ist glücklich, wenn es getötet wird oder wenn es auf Akkord produzieren soll …

Außerdem, wenn ich mir unsere pflanzlichen Lebensmittel betrachte, werden diese ebenso in Massen gezüchtet und mit giftigen Präparaten bespritzt. Aktuell steht ja noch dieses umstrittene hochgiftige Pflanzenschutzmittel Glyphosat im Brennpunkt, dass man gar nicht mehr weiß, was man heutzutage noch essen soll. Selbst Bioprodukte stimmen mich kritisch, denn wenn das Glyphosat ins Trinkwasser gelangt, dann werden auch die Bioprodukte vergiftet werden. Unabhängig davon, wie viele Tiere vor uns noch sterben werden, die sich rein pflanzlich ernähren, daran möchte ich gar nicht denken.

Außerdem sind pflanzliche Bioprodukte viel zu teuer, nicht jeder Mensch kann sich diese leisten. Eine Zweiklassengesellschaft auch in Sachen Lebensmittel und Ernährung; das darf nicht sein. Lebensmittel müssen für alle Menschen bezahlbar sein, wenn wir eine gesunde Gesellschaft haben wollen, die das Gesundheitssystem im Krankheitsfall nicht außergewöhnlich belastet …

Wieder zurück zum Buch. Auf manche von mir im Stillen gestellte Fragen konnte ich eine Antwort finden. Sehr oft muss man sich von manchen Fleischkonsumenten dumme Sprüche gefallen lassen, dass die, die kein Fleisch essen, auch kein Gemüse und kein Obst essen dürften, da die pflanzlichen Lebensmittel auch Lebewesen seien. So konnte mir die Autorin helfen, darauf eine Antwort zu finden:
Früchte, Getreide und viele Gemüsearten werden ferner erst dann geerntet, wenn sie auch von Natur aus sterben würden. So fällt der Apfel, die Nuss ohne menschliches Zutun vom Baum, wenn er/sie reif ist. Der Verzehr von Pflanzen steht somit im absoluten Einklang mit den Naturgesetzen. (40)
Fleisch ist im Gegensatz zur pflanzlichen Nahrung tot und energielos. Getreidekörner können bei guter Lagerung auch nach vielen Jahren noch keimen, Früchte können nachreifen, eben weil in Pflanzen Lebensprozesse stattfinden. Beim Fleisch ist dies nicht mehr der Fall, oder haben Sie schon mal ein Kalbsschnitzel nachwachsen gesehen? (70)

Fleisch dagegen, sobald das Tier geschlachtet wird, fängt an zu verwesen, weil es totes Fleisch ist. Um den Verwesungsprozess hinauszuzögern und damit es für lange Zeit im Fleischregal eines Supermarktes gelagert werden kann, wird das Fleisch mit vielen chemischen versteckten Zusatzstoffen versorgt, auch roter Farbstoff und künstliche Geschmackverstärker werden hinzugefügt, denn sonst, so die Autorin, hätte das Fleisch eine eher graue Farbe und würde abscheulich schmecken. Schon alleine diese Vorstellung finde ich eklig und so betrachte ich den Gebrauch des Begriffs, Leichen auf dem Teller zu haben, als gerechtfertigt …

Auch wenn wir selbst das Tier nicht abschlachten, so sind wir aber als VerbraucherInnen diejenigen, die das Töten der Tiere in Auftrag geben, sodass wir indirekt, in passiver Form, an dem Töten beteiligt sind.

Ich versuche oft in meinem Bekanntenkreis über diese Problematik zu sprechen, wenn mich Videos zu dieser Thematik erreichen, und ich diesen Schmerz schlecht aushalten kann, dann bekomme ich häufig zu hören, dass man sich das nicht anschauen dürfe:
Wer feige wegschaut bei anderer Schmerz und Pein, glaubst du wirklich, das kann ein Mensch sein? Möchtest du wirklich spurlos wieder vergehen, nichts erreicht, nichts hinterlassen, ohne deine Aufgabe zu verstehen? Hilf mit, die Erde für alle Lebewesen lebenswert zu machen, hab Mut, lass dich nicht beugen und hilf den Stummen und Schwachen. (245) 
(Nina Messinger)


Mein Fazit zu dem Buch?

Ich könnte das ganze Buch zitieren ... Ich kann jedem empfehlen, dieses Buch selbst zu lesen. Es geht hier nicht nur um die Gewalt an Tieren. Messinger stellt eigentlich die Lebensmittel, vegane und nicht vegane, in den Mittelpunkt und beantwortet Fragen, wie gesund Fleisch tatsächlich ist? Wie viele Proteine benötigt der Mensch in Wirklichkeit? Sie geht auch auf die Intelligenz und der Einfühlbarkeit der verschiedenen Tiere ein. Zusätzlich hat die Autorin schöne Zitate mit eingefügt, die auch Mut machen, denn
Messinger klagt nicht an, sie informiert lediglich die LeserIn in sachlicher Form über diese umstrittenen Themen zum Fleischverzehr. Mit ihrem Buch macht sie auch Mut, einen friedlichen Weg zu gehen, sich für eine gewaltfreie Ernährung einzusetzen. In den hinteren Kapiteln findet man interessante Interviews verschiedener Menschen, die einen Namen in der Öffentlichkeit haben, wie z. B. Theologen, Ärzte, Ernährungswisssenschaftler u.v.m.
Wenn du keinen Menschen töten kannst – gut;
Kannst du kein Vieh und keine Vögel töten, noch besser;Keine Fische und Insekten, noch besser.Bemühe dich, so weit wie möglich zu kommen.Grüble nicht, was möglich ist und was nicht –
tue, was du mit deinen Kräften zustande bringst –darauf kommt es an.
(Leo Tolstoi)

Viele leckere vegane Rezepte hat Nina Messinger in ihrem Buch mit abdrucken lassen, damit möchte sie zeigen, dass eine vegane Ernährung keinesfalls einseitig und fade schmecken muss.


Weitere Informationen zu dem Buch

Ich möchte mich recht herzlich für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar beim Verlag Smaragd bedanken. 

·         Taschenbuch: 272 Seiten
·         Verlag: Smaragd Verlag; Auflage: 2. Auflage (2012)
·         Sprache: Deutsch, 17,80 €
·         ISBN-10: 3941363476

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Smaragd.

___________
Es gibt nur eine Aufgabe,
und die besteht darin,
die Liebe zu vermehren.
(Leo Tolstoi)

Gelesene Bücher 2017: 56
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Mittwoch, 13. Dezember 2017

Mirellas Leseprojekte

In meiner fünfjährigen Bloggerkarriere habe ich ein paar Leseprojekte veranstaltet, habe mir aber nie ein Label dazu angelegt. Dies noch nachträglich aufzuholen, wäre sehr zeitaufwendig, da sich mittlerweile sehr viele Bücher angehäuft haben. Deshalb habe ich überlegt, mir nun eine Liste zu erstellen, auf der alle meine Leseprojekte festgehalten sind, damit sie nicht versanden. Anfangs hatte ich noch keine Blogerfahrung, ich konnte noch nicht wissen, welche Schwerpunkte sich mir beim Lesen ergeben würden. Viele AutorInnen kannte ich zwar schon, aber viele kannte ich auch nicht. Wenn ich von gewissen AutorInnen sehr angetan war, hatte ich beschlossen, mir so viele Bücher wie nur möglich von diesen anzuschaffen und sie auch zu lesen. Nun habe ich diese Liste doch gestückelt.

Foto: Von Mutari - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4075178

Hier auf dieser Seite geht es nur um Isabel Allende. 


Mein erstes Leseprojekt startete ich mit Isabel Allende. Habe so ziemlich alle Bücher von ihr gelesen, nur das jüngste Buch noch nicht, Der japanische Liebhaber, da mich die letzten Bücher von der Autorin ein wenig enttäuscht haben. Irgendwie haben die letzten Bücher von der Konsistenz her nachgelassen und ich wage zu behaupten, I. A. würde viel zu viele Bücher innerhalb kürzester Zeit schreiben. Das macht sich aus meiner Sicht mittlerweile am Inhalt bemerkbar.


Das Geisterhaus hatte ich in meinen Zwanzigern das erste Mal gelesen. Einige Jahre später wurde im Kulturradio dieses Buch vorgelesen, sodass ich Lust bekam, es ein weiteres Mal zu lesen. Danach setzte ich die Allende-Bücher mit dem Lesen fort.


Was hat mir an Isabel Allendes Bücher gefallen? Sie schreibt historische Romane, die auf mich sehr authentisch gewirkt haben. Sehr gute recherchierte Themen. Auch von dem magischen Realismus fühlte ich mich sehr angezogen. Außerdem wirkten viele ihrer Figuren authentisch und deren Auftreten und deren Charaktereigenschaften habe ich als recht differenziert erlebt. 




Isabel Allende 

Gelsen habe ich, 
  1. Amandas Suche 
  2. Das Geisterhaus
  3. Das Portrait aus Sepia
  4. Das Siegel der Tage
  5. Der japanische Liebhaber
  6. Die Insel unter dem Meer
  7. Die Stadt der wilden Götter
  8. Eva Luna
  9. Fortunas Tochter
  10. Inés meines Herzens
  11. Mayas Tagebuch
  12. Mein erfundenes Land
  13. Paula
  14. Von Liebe und Schatten
Das Buch  Die Stadt der wilden Götter wurde als Jugendbuch deklariert aber es hat mir so gar nicht gefallen. Entweder ist man eine Jugendbuch-Autorin oder man ist es nicht und es war gut, dass sich die Autorin entschlossen hatte, keine Jugendbücher mehr zu schreiben. Die Insel unter dem Meer hat mir am besten gefallen.





Dienstag, 12. Dezember 2017

Nina Messinger / Du sollst nicht töten

Du sollst nicht töten! - Messinger, NinaPlädoyer für eine gewaltfreie Ernährung

Klappentext
Dieses Buch macht dem Leser bewusst, wie wichtig eine natürliche pflanzliche Ernährung für die Gesundheit von Körper, Geist und Seele ist.  Die Autorin Nina Messinger vermittelt eindrucksvoll die Auswirkungen des Fleischkonsums und die Vorzüge der vegetarischen Ernährung für unseren Körper, unsere Psyche, unser Bewusstsein, unsere sportliche Leistungsfähigkeit, die Umwelt, die Welternährungssituation, die Tiere sowie den inneren und äußeren Frieden.  Darüber hinaus ermutigt und begleitet sie den Leser auf seinem Weg zurück zu seiner eigenen Kraft, seiner Selbstverantwortung und seinem Herzen als Zentrum des Friedens, der Liebe und der Verbundenheit mit allem Leben. Ausführliche Interviews mit und Statements von bekannten Ernährungswissenschaftlern, Ärzten, Theologen, spirituellen Lehrern und anderen Experten befreien den Vegetarismus von den gängigen Vorurteilen und ermöglichen es, ihn als Ausdrucksform einer gesunden und friedvollen Lebensweise zu begreifen. Kurt Tepperwein schrieb das Vorwort zu diesem Buch.


Autorenporträt
Nina Messinger, 1980 in Niederösterreich geboren, ist seit 2006 als Referentin und Trainerin im Gesundheitsbereich mit den Schwerpunkten Ernährung, Bewegung und Mentaltraining tätig. Im Juni 2011 erschien im Smaragd Verlag ihr erstes Buch Du sollst nicht töten! Plädoyer für eine gewaltfreie Ernährung. In den Jahren 2012 bis 2015 widmete sich Nina Messinger der Verwirklichung ihres ersten Dokumentarfilmes Hope for All. Unsere Nahrung – Unsere Hoffnung. Dafür gründete sie die Filmproduktionsfirma FME Media und interviewte in Europa, Indien und den USA zahlreiche führende Experten, um die Folgen unserer typisch westlichen Ernährungsweise aufzuzeigen.
Durch den Tod meines wunderbaren Kater Momo bin ich angehalten, Bücher über das Tierleid zu lesen. Viel zu viele Tiere sterben tagtäglich und weltweit einen grausamen Tod. Es fließt tagtäglich viel zu viel Tierblut auf unserem Planeten. Und dagegen möchte ich ein Zeichen setzen, in der Hoffnung, dass sich das Bewusstsein vieler Menschen zum Nutze der Tiere wandeln wird. Jede TierbesitzerInnen, die aus Liebe Tiere bei sich zu Hause halten, wissen, dass Tiere eine Seele haben. Sie sind wie wir fühlende Geschöpfe, die sehr wohl in der Lage sind, Schmerzen zu empfinden. 


Weitere Informationen zu dem Buch
·         Taschenbuch: 272 Seiten
·         Verlag: Smaragd Verlag; Auflage: 2. Auflage (11. Juni 2011)
·         Sprache: Deutsch, 17,80 €
·         ISBN-10: 3941363476

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Smaragd.





Montag, 11. Dezember 2017

Isabel Allende / Der japanische Liebhaber (1)


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Dieses Buch von Isabel Allende hat mich arg überrascht.

Mir hat es sehr gut gefallen, womit ich nicht gerechnet habe, nach dem ich so viele negative Kritiken gehört / gelesen habe. Ich selbst hatte damit auch nicht gerechnet, da ihr Schreibstil so nachgelassen hat. Ich weiß nicht mehr, welches Buch es war, das mich total enttäuscht hatte. Eines von den Letzten, weshalb ich mir mit der Anschaffung des vorliegenden Buches so viel Zeit gelassen habe.

Allende beschäftigt sich in diesem Buch mit historischen Themen wie dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus, mit einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, die bis in die Gegenwart reicht. Und man bekommt es mit mehreren unterschiedlichen Familien zu tun ...
Man benötigt demnach gute Synapsen, wenn man immer wieder von der einen Familie in die nächste gerät, von der Vergangenheit in die Gegenwart, nicht immer chronologisch geordnet, und die vielen unterschiedlichen Figuren haben mich herausgefordert.

Deshalb bin ich in die Geschichte am Anfang schwer reingekommen, als mir die vielen Figuren noch fremd waren und ich mich an dieses Hin- und Herspringen von einer Familie in die nächste gewöhnt habe. Als ich schließlich in dem Geschehen angekommen war, ging es dann recht zügig mit dem Lesen, wobei ich mir mit dem Verarbeiten dieser Themenvielfalt etwas Zeit gelassen habe.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit. 

Fast jede Figur in dem Buch bringt eine interessante Lebensgeschichte mit, selbst die unscheinbare 23-jährige Irina Bazili, die ursprünglich aus Moldawien kommt und als Opfer mit Kinderpornografie und Pädophilie zu tun bekommen hat. Irina Bazili ist eigentlich nicht ihr richtiger Name, sie hat den richtigen abgelegt, um diese sexuellen Missbräuche zu vergessen, und um eine neue Identität zu erwerben. Allerdings ist Irina dadurch nicht wirklich beziehungsfähig ... Irina beschäftigt sich lieber mit den Problemen anderer Leute …

Doch bevor sie Alma Belasco kennenlernt und für sie arbeiten wird, ist sie im Lark House beschäftigt. Lark House ist ein recht großes Seniorenheim mit einer Pflegestation. Irina ist  bei den Bewohnern beliebt, sie zeigt sich recht kompetent in der Arbeit mit den alten Leuten. Ihr guter Ruf reicht bis zur Heimbewohnerin Alma Belasco, die sie bei sich als Assistentin einstellt.

Alma, die eigentliche Heldin des Romans, ist jüdischer Abstammung, und sie wird im Alter von acht Jahren von der Familie aus Warschau in Begleitung ihrer Kindererzieherin nach Amerika zu Onkel Isaac und Tante Lillian geschickt, die selbst drei Kinder haben. Alma erleidet dadurch ein schweres Trauma, als sie von ihrer Familie getrennt wird. Eine Zeit lang versteckt sie sich weinend im Kleiderschrank, bis sie lernt, ihre Tränen zu schlucken. Zutrauen findet sie von Anfang an in ihrem jüngsten Cousin Nethaniel. Und dieses Vertrauen bleibt bis ins hohe Alter. Alma vertraut ihm alle Sorgen an, selbst ihre intimsten aus der Zeit ihrer körperlichen und pubertären Entwicklung. Auch Nethaniel ist eine sehr interessante Figur, die mir eigentlich von allen Figuren am sympathischsten war, da er sehr sensibel und fürsorglich sich Alma gegenüber gegeben hat … Und er besitzt sehr viel Weisheit. Erst am Schluss erfährt man mehr aus seinem recht außergewöhnlichen Leben.

Bei den Belascos war ein japanischer Gärtner eingestellt namens Takao Fukuda, der einen Sohn, Ichimei, hat. Ichimei war so alt wie Alma. Zwischen den beiden Kindern entwickelt sich eine außergewöhnliche Liebe, die außergewöhnliche Wege geht ...

Die Familie Fukuda wird im Zweiten Weltkrieg interniert, als sich Amerika mit Japan im Krieg befand. Alle in Amerika lebende Japaner, auch die mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, wurden nach Topaz überführt und in ein Internierungslager gesteckt, das mit den Konzentrationslagern in Europa Ähnlichkeit hatte. Erst als Japan kapituliert, werden die Inhaftierten aus den Lagern wieder entlassen. Nicht auszudenken, was die amerikanische Regierung mit diesen Menschen gemacht hätte, wenn das Land den Krieg mit Japan verloren hätte. Und wieder erlebe ich ein Amerika, das Menschen einer ethnischen Gruppe politisch unter Generalverdacht stellt ...

Alma und Ichimei kommen wieder zusammen, aus der Kinderliebe entwickelt sich eine erwachsene Liebe entgegen aller Konventionen. Dies macht die Beziehung außerordentlich kompliziert ... 

Irina wandelt auf den Spuren von Alma. Sie sortiert alle Fotos, Briefe und sonstige Schreiben ihrer Chefin, die so nach und nach zu einer Freundin wird. Doch auch Irina ist gefordert an ihr Trauma zu arbeiten, als Seth, der Lieblingsneffe von Alma, sich in sie verliebt.

Mehr möchte ich nicht verraten.

Mein Fazit?

Eigentlich mag ich keine Liebesromane, aber es gibt Ausnahmen. Allendes Liebesromane sind keine typischen Liebesromane; nicht schnulzig und auch nicht so billig, was das Niveau betrifft. Man bekommt es mit sehr interessanten Persönlichkeiten zu tun … Auch den historischen Teil fand ich hochinteressant.

Auch wenn ich ein paar Fakten verraten habe, bleibt in dieser Romanwelt noch genug anderes zu entdecken und zu erleben. Vieles, was nicht vorhersehbar ist.


Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

Zwölf von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

  • Taschenbuch: 335 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (11. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518467301

Und hier geht es auf die Vderlagsseite von Suhrkamp/Insel.

Auf der Verlagsseite findet man noch jede Menge nützliche Informationen zu der Autorin. 
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Das Herz ist groß, man kann mehr als einen Menschen lieben.
(Isabel Allende)

Gelesene Bücher 2017: 55
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Mittwoch, 6. Dezember 2017

Mirellas Leseprojekte

1Q84  (Buch 3): Roman
In meiner vierjährigen Bloggerkarriere habe ich ein paar Leseprojekte veranstaltet, habe mir aber nie ein Label dazu angelegt. Dies noch nachträglich aufzuholen, wäre sehr zeitaufwendig, da sich mittlerweile sehr viele Bücher angehäuft haben. Deshalb habe ich überlegt, mir nun eine Liste zu erstellen, auf der alle meine Leseprojekte festgehalten sind, damit sie nicht versanden. Anfangs hatte ich noch keine Blogerfahrung, ich konnte noch nicht wissen, welche Schwerpunkte sich mir beim Lesen ergeben würden. Viele AutorInnen kannte ich zwar schon, aber viele kannte ich auch nicht. Wenn ich von gewissen AutorInnen sehr angetan war, hatte ich beschlossen, mir so viele Bücher wie nur möglich von diesen anzuschaffen und sie auch zu lesen. 

Nun habe ich diese Liste doch gestückelt. Hier auf dieser Seite geht es um Haruki Murakami.


Haruki Murakami

Gelesen habe ich, 
  1. Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
  2. Die unheimliche Bibliothek                                            
  3. IQ84, BD1                                                                        
  4. IQ84, BD2                                                                        
  5. IQ84 , BD 3
  6. Kafka am Strand
  7. Mister Aufziehvogel
  8. Naokos Lächeln
  9. Schlaf 
  10. Sputnik Sweetheart
  11. Südlich der Grenze, westlich der Sonne 
  12. Tanz mit dem Schafsmann
Zu Haruki Murakami bin ich durch ein H. M.-Fan gestoßen, der so von IQ84 geschwärmt hat. Ich habe mich anstecken lassen, wobei ich mehrere Anläufe gebraucht habe, bis ich mich zu seinen Büchern IQ84 entschlossen hatte. In der Buchhandlung hielt ich die Bände immer wieder in den Händen, schlug sie immer wieder mittendrin auf, las ein paar Zeilen, dann legte ich die Bücher wieder weg. Ich glaube, nach dem vierten Anlauf, der sich über Wochen hinzog, kaufte ich mir schließlich diese Bücher. Ich war sehr angetan. Auch hier faszinierte mich der magische Realismus, und teilweise die vielen surrealen Parallelwelten in fast allen seinen Büchern, die er in Liebesgeschichten hat einfließen lassen.  Ich fing an, weitere Bücher von dem Autor zu lesen, bis ich mich schließlich zu einem Leseprojekt entschlossen hatte. Manche Werke empfand ich als recht düster, aber sie waren gutgeschrieben. Vor allem Kafka am Strand fand ich toll geschrieben, aber wegen der Düsterkeit würde ich es kein zweites Mal lesen.

Für die Murakami-Anfänger würde ich zu IQ84 als Anfangslektüren raten.


Mittlerweile, mit den Murakami-Buch-Erfahrungen, die mir derzeit zur Verfügung stehen, habe ich mir eine etwas differenziertere Meinung angeeignet. Nicht alle gelesenen Murakami-Bücher fand ich gut, aber trotzdem waren sie alle lesenswert. Nun, auch dieses Leseprojekt wird mich noch lange begleiten, für so viele Bücher, die der Autor geschrieben hat, benötigt man schon ein zweites Menschenleben.



Dienstag, 5. Dezember 2017

Isabel Allende / Der japanische Liebhaber



Klappentext
Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit. 

Autorenporträt

Auf der Suhrkamp-Verlagsseite findet man folgendes Autorenporträt:
Isabel Allende wird am 2. August 1942 in der peruanischen Hauptstadt Lima als Kind chilenischer Diplomaten geboren. Nach der Scheidung ihrer Eltern lebt sie zunächst bei Ihren Großeltern in Chile. Das große, verwinkelte Haus, in dem sie aufwächst, wird später als Vorbild für ihren Jahrhundertroman Das Geisterhaus dienen. Bereits als Jugendliche bereist sie die Welt; sie wächst mehrsprachig auf und geht in La Paz, Beirut und Santiago de Chile zur Schule. Mit achtzehn kommt sie durch Zufall an ihren ersten Job als Journalistin. Kurz darauf moderiert sie bereits eine chilenische Fernsehsendung.
1962 heiratet sie den Bauingenieur Michael Frías, Trauzeuge ist ihr Onkel, der spätere Präsident Salvador Allende. Im Jahr darauf wird ihre Tochter Paula geboren, 1966 kommt ihr Sohn Nicolás zur Welt.Als Journalistin setzt sich Allende leidenschaftlich für die Gleichstellung der Frau ein. Zusammen mit anderen Frauenrechtlerinnen gründet sie 1967 Paula, die erste feministische Zeitschrift in Chile. Außerdem schreibt sie Drehbücher für eine Comedy-Sendung, moderiert ihre eigene Talkshow, schreibt Theaterstücke und Musicals – in Chile kennt sie mittlerweile jeder.Sie ist tief erschüttert, als Salvador Allende am 11. September 1973 von Augusto Pinochet gestürzt wird und kurz darauf stirbt. Dennoch bleibt sie zunächst in Chile und hilft politisch Verfolgten unterzutauchen, bis die Repressionen gegen Andersdenkende sie schließlich ins Exil zwingen. 1975 geht sie mit ihrer Familie nach Caracas, Venezuela. Hier muss sie beruflich wieder von vorne anfangen. Sie arbeitet für wenig Geld als einfache Journalistin.1981 erfährt sie, dass ihr Großvater im Sterben liegt. Sie kann ihn in Chile nicht besuchen und beschließt, ihm einen langen Brief zu schreiben. An ihrem Küchentisch schreibt sie oft bis tief in die Nacht die Erinnerungen ihrer Familie auf, die untrennbar mit der Geschichte ihres Heimatlandes verwoben sind. Schließlich wird daraus das fünfhundert Seiten lange Manuskript ihres ersten Romans.Ein Jahr später erscheint Das Geisterhaus und wird zu einem Weltbestseller. Nach dem märchenhaften Erfolg des Romans, der 1993 vom dänischen Regisseur Bille August verfilmt wurde, geht sie ausschließlich ihrer Lieblingsbeschäftigung nach: schreiben, verschiedene Leben erzählen, Geschichten erfinden, versuchen, die Welt ein wenig besser zu verstehen, sowie sich selbst und anderen Kraft zu schenken durch die Schicksale ihrer Figuren. Inzwischen ist das Schreiben mehr als nur eine Leidenschaft für die Autorin: »Es erlaubt mir, das Leben zu ordnen, Ereignisse zu verstehen und untereinander in Verbindung zu bringen, Erinnerungen zu bewahren. Es ist ein Weg, der direkt zur Seele führt.«Sogar als sie der schlimmste Schicksalsschlag ihres Lebens trifft, der Tod ihrer eigenen Tochter, schreibt sie weiter: Es entsteht Paula (1995), ein äußerst persönliches Bekenntnis, das ihr dabei hilft, ihre tiefe Trauer zu überwinden.Romane wie Fortunas Tochter (1999), Porträt in Sepia (2001) oder Inés meines Herzens (2007) sind weitere Stationen ihrer literarischen Erfolgsgeschichte. Im Laufe der Jahre erweitert sie ihr schriftstellerisches Repertoire um viele Facetten. Sie schreibt unter anderem Aphrodite (1999), ein Kochbuch voller sinnlicher Anekdoten, Legenden und aphrodisierender Rezepte, Die Abenteuer von Aguila und Jaguar (2009), eine Trilogie von Abenteuergeschichten für Kinder und Jugendliche, sowie den Erzählungsband Ein diskretes Wunder (2010). Mit dem Historienroman Die Insel unter dem Meer(2011) und Mayas Tagebuch (2012) – bewegend, spannend und mit warmherzigem Humor geschrieben – setzt Isabel Allende ihre unaufhörliche Erfolgsgeschichte fort. 2014 erscheint Amandas Suche, ein Roman über das kostbare Band zwischen Müttern und Töchtern und die lebensrettende Kraft der Familie.Heute lebt Isabel Allende mit ihrer Familie in Kalifornien. Sie ist mittlerweile eine der erfolgreichsten Schriftstellerinnen der Welt. Ihre Werke wurden in 37 Sprachen übersetzt und haben sich millionenfach verkauft. Immer wieder fasziniert die chilenische Bestsellerautorin ihre Leserinnen und Leser und führt sie an die atemberaubendsten Plätze der Erde, weckt die Neugier für andere, fremde Welten und spricht Themen an, die ihr und vielen anderen am Herzen liegen. Unermüdlich widmet sie ihr Leben ihrer größten Leidenschaft: dem Erzählen.
Dies ist mein 14. Buch, das ich von der Autorin lese. Das Buch, das mir am besten gefallen hat, ist Die Insel unter dem Meer. Das Buch, das mir gar nicht gefallen hat, ist das Jugendbuch Die Stadt der wilden Götter.


Weitere Informationen zu dem Buch

  • Taschenbuch: 335 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (11. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518467301

Und hier geht es auf die Vderlagsseite von Suhrkamp/Insel.

Auf der Verlagsseite findet man noch jede Menge nützliche Informationen zu der Autorin. 

Und hier ein Video ...