Montag, 3. September 2012

Siegfried Lenz / Schweigeminute (1)




 Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ich weiß nicht, was ich zu dieser Novelle noch mehr sagen kann, als schon im Klappentext steht. Es verliebt sich eine junge Englischlehrerin in ihren achtzehnjährigen gymnasialen Schüler Christian und die mit ihm privat auch eine freundschaftliche Beziehung knüpft, die so weit geht, dass man es schon als einen Liebeskontakt bezeichnen kann, ohne dass es allerdings tatsächlich zu einer wirklichen Liebesbeziehung ausreicht, denn dazu sind die Hürden zwischen Schüler und Lehrkörper zu groß.
.
Hier wird ein Tabu gebrochen und ich war eigentlich neugierig darauf zu erfahren, wie die Lehrerin aus dieser verfahrenen Situation wieder herausfindet. Auch wenn der Schüler Christian schon volljährig ist, ist die Lehrerin die Hauptverantwortliche, denke ich. Christian war schon zu sehr drin in dieser Liebesromanze, und es nicht schaffte, auf ihre Grenzen zu pochen. Dazu war sie selbst viel zu stark darin verwickelt. Merkwürdig fand ich, dass die Lehrerin, bis natürlich auf die Liebesgestiken, recht offen sich mit dem Schüler privat im Umgang zeigte. Norddeutschland, Fischerdorf, nahe an der dänischen Grenze. In dieser kleinen Gegend kriegt doch eigentlich jeder mit, was der Nachbar tut und nicht tut. Merkwürdig fand ich, dass niemand diesen intensiven privaten Kontakt zwischen Schüler und Lehrerin Anstoß nimmt, bis auf eine Ausnahme; Christians Mutter wurde langsam misstrauisch, doch Christains Vater winkte leichtfertig ab, dass es in diesem Alter nichts Ungewöhnliches sei, dass junge Menschen ihre Lehrer verehren. 

Von Christian erwartet die Lehrerin die Einhaltung von professioneller Distanz, dabei ist sie es, die gewisse Grenzen nicht wahrt . Sie erlaubt ihm nicht, sich privat mit ihr über die Schule zu sprechen, da sie beide auf dem privaten Raum ein anderes Territorium betreten würden, aber sie erlaubt ihm, sie auf diesem Territorium zu lieben. Sie trennt zwischen Schule und Privat; in der Schule ist sie Lehrerin und er Schüler, privat sind sie Verliebte.

Bis dahin fand ich ja alles recht spannend, auch den Anfang fand ich gut, indem man als LeserIn Zeuge der Schweigeminute in der Schulaula wird, in der ein Altar errichtet wurde, auf dem ein Foto von der Englischlehrerin platziert steht, und sowohl ihre KollegInnen als auch alle SchülerInnen des Gymnasiums ihr mit letzten Worten gedenken. Man erfährt, dass sie verstorben ist, durch den Erzähler, der gleichzeitig auch der Schüler Christian ist und spricht aus der Ich-Perspektive. Dabei wurde ich auch neugierig, welches Schicksal der Lehrerin widerfahren ist, und ich neigte erst zu zu der Annahme, sie habe sich suizidiert, weil sie keinen Ausweg aus dieser Liebesaffaire finden konnte.

Zugegeben, ein wenig einfach gedacht, aber den Lösungsweg, den der Autor gewählt hat, fand ich auch nicht gerade brickelnd. Er hat es sich einfach gemacht, indem die Beziehung durch ein Naturereignis, ein Unfall im Meer, das Ganze somit beendete, indem sie in der Klinik aus der Bewusstlosigkeit nicht mehr erwachte, da sie eine recht schwere Kopfverletzung mit sich trug. Rührend die Schüler, die ihr im Krankenzimmer ein englisches Lied vorspielen :D, das sie von ihr gelernt haben. Würde doch kein Schüler freiwillig machen... .

Aus der Rede des Schuldirektor geht zwar kurz hervor, dass man für jedes Problem eine Lösung hätte finden können, so dass ich dachte, als ich noch nicht so fortgeschritten im Text war, dass alle über diese Liebesaffaire Bescheid wüssten und ich dadurch auf den Gedanken eines Suizids gekommen bin. Dies aber erwies sich nur als ein kurzer Einschub, mehr wurde darüber nicht geäußert, so dass ich diesen Einschub nicht wirklich für passend zu dem eigentlichen Geschehen halten konnte.

Christian trauert um seine Lehrerin, lässt Revue passieren, sucht im Geiste nochmals alle Orte auf, die sie gemeinsam betreten und belebt hatten. Er fand Trost in diesen Bildern, die in der Vergangenheit gebettet lagen, und die ihm keiner mehr nehmen konnte. Die Lehrerin wurde auf See bestattet, doch die Bilder der Erinnerung blieben in der Seele des Jungen zurück.

 Dies zu meinen Gedanken!

So richtig überzeugt hat mich die Novelle nicht wirklich!

Ich habe eigentlich schon öfter die Beobachtung bei Lenz gemacht, dass seine Themen nicht immer realitätsbezogen sind.  In dieser Novelle hätte es vor diesem Unfall schon längst ein Skandal geben müssen, so sehr wie sich Beziehungen zu Menschen wie Lauffeuer verbreiten und viele Menschen immer gerne zum Tratsch aufgelegt sind.

Demnach fand ich den Ausgang eigentlich eher banal, die Thematik aber an sich nicht uninteressant..

Ich gebe dem Buch sechs von zehn Punkten. Sechs und nicht mehr, weil aus den oben besagten Punkten. Sechs und nicht weniger, weil mich der Schreibstil sehr angesprochen ha und die Thematik an sich interessant begonnen hat.


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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 62
Gelesene Bücher 2011: 86

Siegfried Lenz / Schweigeminute




Hoffmann und Campe Verlag
12. Auflage 2008
128 Seiten, 15,95 €
ISBN:  978-3-455-04284-9


Klappentext

Ein warmer Sommer an der Ostsee vor vielen Jahren. Benny Goodmann und Ray Charles sind noch en vogue, in den Gassen spielt der Drehorgelmann, man bezahlt in »Mark«, und wenn die Englischlehrerin vor die Oberprima tritt, stehen alle auf: »Good morning, Mrs. Petersen.«
Wie es zu der Liebe zwischen Stella und Christian kam, wie die Leidenschaft sich an der Realität messen muss und wie dann mit einem Mal alles zu Ende ist – und doch auch nicht. Wie die Liebe gerade durch den Tod unsterblich wird: das erzählt Siegfried Lenz mit meisterhafter Einfühlungskraft, mit Distanz und Humor. Im Thema des Vergänglichen, der Zeitverfallenheit irdischer Liebe, der Unmöglichkeit vollendeten Glücks, schwingt die Melancholie eines Theodor Storm. In der Lakonie des Erzählens spürt man die existenzielle Härte eines Ernest Hemingway. Und doch spricht hier die Sympathie und Integrität des Erzählers Siegfried Lenz, der im knappen Raum der Novelle eine Menschheitsfrage entfaltet, die immerzu gültig ist.


 Autorenportrait im Klappentext

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutenden und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009. Seit 1951 veröffentlicht er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Zuletzt erschienen Schweigeminute (2008), Landesbühne (2009) und Die Maske (2011).

Von Siegfried Lenz habe ich ein paar Werke gelesen, Heimatmuseum und Die Deutschstunde. Von Die Deutschstunde war ich besonders angetan.

Das o. g. Werk habe ich schon gestern Nacht begonnen und zur Hälfte gelesen. Ich habe nur noch dreißig Seiten vor mir und werde es heute noch abschließen können.




Sonntag, 2. September 2012

Isabel Allende / Das Portrait in Sepia (1)


Eine Buchbesprechung der o. g. Lektüre

Ich habe das Buch nun beendet und es hat mir genauso gut gefallen wie alle anderen Allende - Bücher auch. Jede Menge weltliche Themen sind in dem Buch gepackt, was mich sehr anspricht, vor allem, wenn  sie von einer Autorin geschrieben sind, die sich nicht nur um viele Liebesthemen dreht. Nein, sie schreibt zwar auch über Liebesgeschichten, aber sie greift auch viele politische Themen auf;  zu den Kriegen Lateinamerikas um 1880 herum und später. Über den Kampf um Menschen- und Frauenrechte, über die unterschiedlichen Weltreligionen und deren Handhabung, über den Rassismus Amerikas und den von China innerhalb von Amerika (Chinatown). Sie schreibt über die Kinderprostitution und Menschenhandel mit Frauen und Kindern, und auch über das Leben innerhalb der Aristokratie in Chile...  . Sie schreibt über den Kampf zu Gerechtigkeit innerhalb der verschiedenen Klassen.
Die Widerstandskämpfer setzten sich für eine gerechtere Welt ein, denn sie waren der Meinung, dass

 Die Gesetze von den Starken erfunden (wurden), um die Schwachen zu beherrschen.

Dieses Zitat hat mich recht nachdenklich gestimmt und ich mir die Frage gestellt habe, wie kann das möglich sein, dass es einer Minderheit gelingt, eine Mehrheit zu lenken? Und das nicht nur bei Allende im Buch, nein, auch gegenwärtig und überall ist das tatsächlich so. Wieviel Macht von den Herrschenden ausgeht, ist ein wenig absurd, finde ich, aber wahr.

Was der Rassismus in Amerika betrifft, so war dieser dermaßen ausgeprägt, dass sich viele  AmerikanerInnen nicht vorstellen konnten, dass Menschen anderer Hautfarbe auch zur Menschenrasse zählten.

Die vielen Kriege Chiles, Salpeterkrieg 1880 und verschiedene Bürgerkriege, Partisanenkriege im übrigen Teil von Südamerika, zeigen das selbe Kriegsgesicht, wie die Kriege von europäischen AutorInnen, wie z.B: Fallada, Remarque, Borchert u.a.m. . Es ist egal, in welcher Sprache der Krieg dargestellt wird, das Gesicht ist immer dasselbe, wenn der Krieg nicht heroisiert wird, wie dies in rechter Literatur der Fall ist. Doch auch hier gibt es Figuren, die als Helden in den Krieg ziehen, um für ihr Vaterland zu kämpfen, und kommen verkrüppelt völlig entideoligisiert zurück.Ähnlich wie Borchert, der hochmütig in den Krieg zog und aber als Pazifist zurückkehrte.
Es gibt aber auch andere, die aus purer Überzeugung immer wieder in den Krieg ziehen, ohne dass der Krieg sie verändert hat... . 

Die Protagonistin des Romans nennt sich Aurora del Valle, der ein recht widriges Schicksal widerfahren ist, da ihre Mutter, Lynn Sommer, eine bildhübsche aber recht naive neunzehnjährige Frau, stirbt bei ihrer Geburt. Der Vater von Aurora verleugnet die Vaterschaft. Er hatte an Lynn ein einziges Interesse, und das war, Lynns Körper vor seinen männlichen Freunden nackt vorzuführen, als er eine Wette abschließt, dass Lynn sich darauf einlassen wird.. .

Aurora wird in den ersten fünf Lebensjahren von Lynns Eltern in Kalifornien großegezogen. Eliza, Lynns Mutter und die Großmutter von Aurora ist mit einem Chinesen verheiratet, aber die Vermählung zwischen einer Amerikanerin und einem Chinesen wurde nicht anerkannt. Trotzdem leben sei wie ein Paar. aber in der amerikanischen Gesellschaft so unauffällig wie möglich. Ihr Mann Mao, ein chinesische Mann, ist ein hochangesehener Arzt und beherrscht die Kunst der Akupunktur. Als Lynn unter seinen Händen während der Geburt stirbt, macht er sich als Arzt große Vorwürfe.
Großvater Mao widmet sich ganz der Erziehung seiner Nichte und so wächst Aurora in den ersten fünf Jahren zwischen mehreren Welten auf. In Amerika, Kalifornien, im Stadtteil Chinatown, indem nur nach Amerika eingewanderte Chinesen leben, das geprägt ist von Mafia, Korruption, (Kinder)Prostitution und Kriminalität.

Im Alter von fünf Jahren wird Aurora Zeugin, als ihr Großvater in Chinatown von organisierten Banden  überfallen und körperlich dermaßen verletzt wird, dass er ein paar Tage später seinen Verletzungen erlag. Eliza hat nicht mehr die Kraft, Aurora alleine aufzuziehen, und gibt sie an den Großeltern väterlicherseits, ohne dass das Kind darauf vorbereitet wird. Die Großmutter Pauline Rodriguez, die sich schon immer ein kleines Mädchen gewünscht hat aber nur drei Jungen geboren hat, mittlerweile alle im erwachsenen Alter, nimmt die Kleine bei sich auf. Pauline und ihr Mann gehören zum Adelsgeschlecht aber  als recht ungebildet wird die Großmutter beschrieben. Sie besitzt eine mehrstöckige Bibliothek, ohne dass sie jemals ein Buch daraus entnommen und gelesen hat. Das hat mich auch an Marcel Proust erinnert, der dasselbe berichtet hat von der französischen Aristokratie, wo wenig gelesen wird, aber über prunkvolle Bibliotheken verfügen. Die Großmutter Paula verschweigt Aurora die Herkunft und klärt sie nicht darüber auf, dass ihr Sohn Matias der Erzeuger von ihr ist.

Als Auora erwachsen wird, ist sie ständig auf der Suche nach ihren Wurzeln, nach ihrer Identität. Schon als Kind stellt sie immer wieder die Frage, wer denn nun der Vater sei. Als gesetzlicher Vater hat sich der Neffe von Pauline, Severo, einschreiben lassen, der sich zu Lynn stark hingezogen fühlte und sich mit ihr noch kurz vor ihrem Tod verheiratet hat. Und so findet für Auora die lebenslange Suche nach ihrer Herkunft statt. Am Schluss findet sie alle Teile, die sich wie ein Puzzle zusammenfügen lassen.

Interessant fand ich auch in Chile die verschiedenen Lebensformen, geteilt zwischen Tradition und Moderne. Die Rollen waren vorgeschrieben, und besonders Mädchen wurden schon recht früh auf Haushalt, Heirat und Kindergebären vorbereitet. War ja in Europa zu dieser Zeit nicht anders. Fragen, weshalb Frauen wenig intelligent waren als ihre Männer, darf man sich mit diesem Hintergrund so nicht mehr stellen, denn sie wurden zu Hausfrauen, Mütter ... schon sehr früh erzogen. In China wurden viele Mädchen, wo die Tradition den Vorrang hat, wie sinnlose Gegenstände weggeworfen, ertränkt, ermordet und niemand wurde dafür strafrechtlich verfolgt. 
Die Mädchen waren sexuell nicht aufgeklärt, und es galt als verpönt, schwangeren Frauen auf den Bauch zu schauen. Es gehörte sich nicht und so blickten die Leute auf der Straße weg, wenn sie einer Schwangeren begegneten. 
 Viele junge Frauen wurden schwanger, noch bevor sie wussten, wo die Kinder herkommen. Aurora stellt diese Frage recht früh und sieht bei ihrer schwangeren Tante Nivea den dicken Bauch und erkundigt sich diesbezüglich bei ihrer Großmutter, die ihr zur Antwort gibt, Nivea habe eine Melone verschluckt.

Über die SüdamerikanerInnen herrschten die selben Vorurteile, wie man sie noch heute recht einseitig gegenüber den SüdeuropäerInnen zu hören bekommt, mit den Attributen, sie seien faul, schmutzig, die Männer seien Weiberhelden, gebärfreudig u.v.a.m.

Paula Rodriguez ist politisch eher konservativ orientiert und verachtet alle Sozialisten. Sie selbst gilt allerdings in der Familie als Matriarchin, die auch ohne das Frauenwahlrecht eine Menge zu sagen hat. Demnach ist sie gegen das Wahlrecht für Frauen, da Frauen dumme Geschöpfe seien, die, würden sie wählen dürfen, mit der Wahl nur Unheil anrichten täten. Die Frauen würden nur das wählen, was ihnen ihre Ehemänner und die Priester vorschreiben würden:

Ich brauche kein Wahlrecht, um zu tun, was mir passt, denn ein paar von uns regieren hinter dem Thron.

Und so erweist sich auch ihr Leben bis zu ihrem Tod.. Paula Rodriguez erreicht alles, was sie möchte. Ohne die Einwilligung der Regierung, ohne die ihres Mannes. Sie hat in der Tat alle Fäden in der Hand, sowohl in der Gesellschaft, als auch in der Familie.


Durch den Überfall an ihren Großvater Mao ist Aurora ist seit frühster Kindheit von Albträumen geplagt. Im Alter von dreizehn Jahren bekommt sie von ihrem Adoptivvater Severo eine Kamera geschenkt, damit sie ihre Albträume fotografieren könne :-). Severo wollte das Mädchen damit ein wenig aufziehen, sie trösten und legt ihr quasi ein Hobby, Fotografin zu werden,  in den Schoß.

Hier beende ich nun meine Buchbesprechung. Das Buch ist sehr facettenreich und dadurch, so finde ich, zeichnet sich eine gute Schriftstellerin und ein guter Schriftsteller aus. Es gibt vieles, was ich noch nicht erwähnt habe, aber alles, was mir persönlich wichtig war.

Ich gebe dem Buch zehn von zehn Punkten. Zehn und nicht weniger, weil der Autorin es  gelungen ist, die Menschen in ihrem Buch differenziert darzustellen und sie viele weltliche Themen bearbeitet, ohne dass diese oberflächlich wirkten. In jedem von ihr aufgezeichnetem Land gab es gute und weniger gute Menschen. Und genau das ist mein Lesestil, mein Faible zu guter Literatur.


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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 61
Gelesene Bücher 2011: 86



Donnerstag, 30. August 2012

Isabel Allende / Portrait in Sepia

 
Verlag: Suhrkamp, 2012
Seitenzahl: 587
 ISBN-10: 3518463845
Gebunden Kleinformat:  10,00 €


Klappentext
Aurora del Valle, aufgewachsen im pompösen Haus ihrer Großmutter, hat eine bewegte Kindheit und Jugend zwischen dem Europa der Belle Époque, Kalifornien und Chile hinter sich. Je mehr sie aber von der Welt kennenlernt, umso deutlicher wächst in ihr das Bedürfnis, aus eigener Kraft zu leben. Eine Kamera, die sie als Kind geschenkt bekommt, wird ihr zum Mittel der Suche nach ihrer persönlichen Wahrheit. Als sie auf einem Foto, das sie selbst gemacht hat, mit dem Verrat des Mannes konfrontiert wird, den sie liebt, entschließt sie sich, das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu erforschen. 


Autorenportrait im Klappentext
Isabel Allende, 1942 in Lima/Peru geboren, arbeitete lange Zeit als Journalistin und verließ Chile nach dem Militärputsch 1973. Seit 1988 lebt sie mit ihrer Familie in Kalifornien. An den überwältigenden Erfolg ihres ersten Romans "Das Geisterhaus" konnte sie mit weiteren Bestsellern wie "Eva Luna", "Fortunas Tochter" und "Paula" anknüpfen. Heute gilt Isabel Allende als die erfolgreichste Autorin der Welt.

Von Isabel Allende habe ich schon recht viele Bücher gelesen. Sie schreibt ziemlich gute historische Romane über die politische Unterdrückung Südamerikas (Chile, Peru, u.a.) und über den Kampf von Menschenrechten, aber auch über die Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Das Beste, das mir von ihr gefallen hat, war Die Stadt unter dem Meer. Und das Buch Das Geisterhaus habe ich vor mehr als zwanzig Jahre gelesen und etwa vor einem Jahr ein zweites Mal. Ich besitze es auch zwei Mal... .

Nun bin ich auf dieses Buch gespannt, die ersten einhundert Seiten habe ich schon verspickt... . Wollte eigentlich erst morgen damit beginnen, aber meine Ungeduld war doch ein wenig zu groß.

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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 60
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Freitag, 24. August 2012

Markus Zusak / Die Bücherdiebin (4)

VIERTE UND LETZTE BUCHBESPRECHUNG ZUR O. G. LEKTÜRE
 (VON S. 399 - 584)
Ich habe ein passendes Bild gefunden zum Inhalt des Buches. Oder besser gesagt, was die Wetterthematik zwischen Max und Liesel betrifft, (s. dritte Buchbspr.). 
Es gibt wirklich viele Helden in dem Buch. Liesel, Hans Hubermann und seine Frau Rosa, Rudi Steiner, Max, dessen Familienname ich mir einfach nicht merken konnte, und die Bürgermeistersfrau Ilsa Hermann. Sie sind für mich alle Helden... . Werde mich aber dazu nicht ausführlich äußern... .

Interessant ist auch der Erzähler, den ich bisher auch noch  unerwähnt gelassen hatte. Der Erzähler ist eine Personifizierung zu etwas, das allgegenwärtig ist und überall lauert... . Er stirbt erst aus, wenn es keine Lebewesen mehr gibt. Er bewundert die Menschen, die genug Verstand hätten, um zu sterben. Mehr verrate ich nicht.

Beginnen möchte ich jetzt nochmals mit Ilsa Hermann, die in ihrer Bibliothek für Liesel einen Brief hinterlassen hat, aus dem hervorgeht, dass nach dem ersten Einbruch ihre Fußspuren sie  verraten hatten. Es folgt ein kleiner Ausschnitt aus dem Brief:
Ich war froh, dass du dir genommen hast, was  ohnehin dir gehört. Dann begann ich einen Fehler. Ich dachte, es wäre zu Ende.Als du zurückkamst, hätte ich wütend sein sollen, aber ich war es nicht. Das letzte Mal konnte ich dich hören, aber ich beschloss, Dich in Ruhe zu lassen. Du nahmst Dir jedes Mal nur ein Buch, und es wird tausend Besuche dauern, bis sie alle weg sind. Ich hoffe nur, dass du eines Tages an die Haustür klopfen wirst und das Haus auf anständige Weise betreten wirst.  
Selbst Rudi ist nun dahinter gekommen, dass es wohl Absicht war, dass Ilsa Hermann das Fenster zur Bibliothek extra für ihre heimliche Freundin offen hat stehen lassen:
"Du bist gar kein Diebin. (…) Die Frau lässt dich herein. Sie stellt dir sogar Plätzchen hin, Himmel nochmal. Das kann man doch wohl kaum Stehlen nennen. Stehlen, das ist, was die Wehrmacht tut.. Nimm zum Beispiel dein Vater, und meinen." (…) Er trat gegen einen Stein, der metallisch klingt und gegen ein Tor prallte. Rudi ging schneller. "All diese reichen Nazis da oben, in der großen Straße, in der Gelbstraße, in der Heidestraße."
  
Mit der Gelbstraße waren wohl die Juden gemeint, die von den Nazis eingenommen wurden, und die Heidestraße, na, das kann man sich wohl denken.


 Es ist Fliegeralarm, und alle aus der Himmelsstraße, das sind auch die Hubermanns  rennen in den Luftschutzkeller bei den Fiedlers, außer natürlich Max, der im Keller der Hubermanns zurückbleiben musste, was sehr das Gewissen der Hubermanns belastete. (Immer sind es die falschen, die unter Schuldgefühlen leiden).

 Max nutzt die Gelegenheit, um aus dem Keller rauszukommen, und sich nach langer, langer Zeit mal wieder die Gestirne am Firmament zu betrachten, über die er schließlich schrieb:
Von einem Fenster in der Himmelsstraße auf, (...) setzten die Sterne meine Augen in Brand.
Die Menschen in den Luftschutzkellern waren voller Ängste, hielten sich an den Händen, viele waren untröstlich, bis schließlich Liesel ihr Buch auspackte und anfing, vorzulesen. 
Sie wagte nicht auf aufschauen, aber sie fühlte die verängstigten Augen, die an ihr hingen, während sie die Worte ein- und ausatmete. Eine Stimme spielte in ihrem Innern die Noten. Dies, so sagte die Stimme, ist dein Akkordeon.Das reißen der Seite, die umgeblättert wurde, schnitten sie in Stücke.Liesel las weiter.Etwa zwanzig Minuten lang verschenkte sie die Geschichte. Die kleinen Kinder wurden ruhig beim Klang ihrer Stimme, und alle anderen sahen Bilder vom Pfeifer vor sich, der vom Tatort floh. Liesel nicht. Die Bücherdiebin sah nur den Mechanismus der Worte- ihre Körper, die auf dem Papier Lagen, niedergeschlagen, damit sie darüber geben konnte. (…)  

Beim nächsten Fliegerangriff hielten sich die Leute stundenlang im Luftschutzkeller auf. Liesel las ihnen über fünfzig Seiten aus ihrem Buch vor. Für viele war dies die seelische  Rettung, nicht ständig an die existentielle Bedrohung zu denken.

Dann gibt es noch eine Nachbarin von Hubermanns, deren beide Söhne sich im Krieg befanden. Der eine wurde tödlich verwundet, ihm wurden beide Beine wegbombadiert und die Mutter gerät in eine seelische Starre. Viele Nachbarn, vor allem die Hubermanns, versuchten sie zu stärken, als schließlich auch der heimgekehrte zweite Sohn in eine Krise verfällt, weil die trauernde Mutter ihn als zurückgekehrten Sohn nicht ausreichend gebührte und weil er bei dem Hinfall seines Bruders durch die Bomardements  anwesend war.  Er stellte sich wiederholt die Frage, weshalb er überlebt hat und nicht sein Bruder?

Auch Liesel stellt Fragen:
Wie tröstet man einen Menschen, der so etwas gesehen hatte? Sollte man ihnen sagen, dass der Führer stolz auf ihn war, dass der Führer ihn liebte für das, was er in Stalingrad getan hatte? Wie hätte man das je wagen können? Man konnte nur ihm das Reden überlassen.
Der überlebende Sohn kommt von seinen Schuldgefühlen nicht los, zeigt sich bekümmert darüber, dass die Mutter sich aus dem Schock nicht erholt, ihn als Trost zu begreifen, dass wenigstens er am Leben geblieben ist. Seine Schuldgefühle sind so gewaltig, dass er sich schließlich das Leben nahm, und "weil er hatte leben wollen."
Ziemlich makaber dieses Zitat und in dem Buch wimmelt es nur von solchen Sätzen..., wie z.B. die Schneeflocken verbrannten ihr die Arme... .

Und merkwürdig, dass immer die Falschen Schuldgefühle entwickeln, andere müssten daran ersticken, ohne selbst an sich Hand anlegen zu müssen.

Liesel trauert um ein paar ihrer Freunde, um Rudis Vater, der eingezogen war und vor allem um Max, ich aber nicht verraten möchte, was aus Max  geworden ist. Sie betet an eine höhere Macht:
Macht mich nicht glücklich. Bitte erfüllt mich nicht. Lasst mich nicht glauben, dass aus all dem etwas Gutes entstehen kann. Schaut euch meine Wunden an. Seht ihr diesen Schnitt? Seht ihr den Schnitt in meinem Innern? Seht ihr, wie er vor euren Augen wächst und mich auswäscht? Ich werde auf nichts mehr hoffen. Ich will nicht beten, dass Max am Leben und in Sicherheit ist. Oder Alex Steiner.Denn die Welt verdient sie nicht.

Liesel befindet sich wieder in der Bibliothek von Frau Hermann. Und diesmal hat sie gar nicht vor, schnell wieder zu verschwinden, sondern macht es sich auf dem Boden gemütlich, als sie sich wieder ein Buch aus dem Regal genommen hat:
Sie riss eine Seite aus dem Buch und zerpflückt sie.dann ein Kapitel.Schon bald lagen zwischen ihren Beinen und um sie herum Wortfetzen. Warte. Warum musste es sie geben? ohne sie wäre nichts hiervon wirklich. Ohne Worte wäre der Führer ein Niemand. Es würde keine humpelnden Gefangenen geben, keinen Grund für Trost oder weltliche Raffinessen, auf dass es uns wieder besser gehe.Wozu waren die Worte gut?Dann sagte sie es laut, in dem orange glühenden Raum." Wozu sind Worte gut?"

Liesel schreibt Frau Hermann einen Brief, der so bewegend ist, dass ich auch hier einen kleinen Auszug davon festhalten möchte:

Liebe Frau Hermann,
Wie Sie sehen, war ich wieder in ihrer Bibliothek und habe eines ihrer Bücher kaputtgemacht. Ich war einfach so wütend und so verängstigt, und ich wollte die Worte zum Schweigen bringen. Ich habe von Ihnen gestohlen, und jetzt habe ich ihr Eigentum zerstört. Es tut mir leid. Als Strafe für mich selbst habe ich beschlossen, nicht wieder herzukommen. Aber ist das überhaupt eine Strafe? Ich liebe diesen Ort, und ich hasse ihn auch, weil er voller Worte ist. 


Auf die Reaktion von Frau Hermann war ich recht neugierig, aber ich hatte es im Blut, dass sie außergewöhnlich darauf reagieren würde, dass ich ein wenig neidisch wurde, solch einen Menschen niemals kennen gelernt zu haben. Aber das stimmt ja so nicht, denn ich habe Frau Hermann doch kennenlernen dürfen, auch wenn sie nur eine Literaturfigur ist, ich aber sicher bin, dass der Autor eine bestimmte Person in seinem Kopf hielt, die es einmal gegeben haben muss, was sich auch aus dem Anhang vermuten lässt. Auch ihre Worte haben mich tief berührt, als sie mit einer kleinen Überraschung vor Liesels Haustüre steht:
" (…) ich dachte, dass du, wenn du meine Bücher nicht mehr lesen möchtest, vielleicht selbst eines schreiben willst. Dein Brief war…".  Sie überreichte Liesel das schwarze Buch mit beiden Händen." Du kannst schreiben. Du kannst gut schreiben." Das Buch war schwer, der Einband matt (...) . Und bitte (...)" bestrafe dich nicht selbst wie du in deinem Brief geschrieben hast. Werde nicht so wie ich, Liesel."
Frau Hermann war für mich eine bemerkenswerte Person. Eingenlicht war sie Anhängerin des Nationalsozialismus, auf ihren Klamotten trug sie überall Hakenkreuze aber sie hatte auch eine andere Seite, eine gute Seite, die verschüttet war und die sie durch Liesel wohl wieder wach bekommen hat. Vor ihrer Haustüre stehend war sie schön gekleidet und die Kleider besaßen keine Hakenkreuze mehr. 

Der Autor zeigt uns keine Menschen, die nur gut oder nur böse sind. Nein, alle hatten eine dunkle Seite, dunkle Flecken in der Seele, die man sich nicht erklären kann, aber die überwunden werden wollten, von Menschen, bei denen das Gute überwiegte. 

Ich habe zu Liesels Pflegemutter noch gar nichts geschrieben. Rosa Hubermann, auch eine bemerkenswerte Person, deren Wortlaute aus vielen Schipfwörtern bestand, aber trotzdem voller (mütterliche) Liebe war. Eine kurze Charakterisierung durch den Erzähler zu Rosa Hubermann:
Wenn sie mich gesehen hätte, hätte sie mich vermutlich "Saukerl" genannt, und ich hätte es ihr nicht übel genommen. Später, nachdem ich Die Bücherdiebin gelesen hatte, wusste ich, dass sie jeden so nannte. "Saukerl". "Saumensch". Besonders diejenigen, die sie liebte. (...) Ihr elastisches Haar war gelöst. Es rieb gegen das Kissen, und ihr Schrankförmiger Körper hatte sich mit dem Schlag ihres Herzens sich erhoben. Und seid versichert, diese Frau hatte tatsächlich ein Herz, und zwar ein größeres, als die meisten Leute vermutet hätten. Da war eine Menge drin, aufgestapelt, meterhoch auf verborgenen Regalen. (...) Sie war die Frau, die einen Juden durchgefüttert hatte, ohne auch nur eine einzige Frage zu stellen, nicht in der ersten Nacht und auch nicht danach. Und sie war eine Frau, die mit ausgestrecktem Arm tief in eine Matratze hineingegriffen hatte, um einem jungen Mädchen ein Skizzenbuch zu geben.

Weiß jemand, warum die Konzentrationslager Konzentrationslager hießen? Nun, die Juden gingen nach Dachau, um sich zu konzentrieren.. . (Schwarzer Humor des Autors).

Ich beende hiermit meine Buchbesprechung und muss sagen, dass mir alle Personen, die Helden dieses Buches, mir sehr ans Herz gewachsen sind. Sie sind mir große Vorbilder... .

Dem Buch gebe ich zehn von zehn Punkten, weil es reich an Fantasie ist, der Ausdruck zwar einfach aber trotzdem niveauvoll, und weil die Geschichte, der Nationalsozialismus, authentisch widergespiegelt wurde.

Anmerkung d. Autorin: Der Fettdruck in den Zitaten ist durch mich hervorgehoben worden.
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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

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Mittwoch, 22. August 2012

Markus Zusak / Die Bücherdiebin (3)



Dritte Buchbesprechung der o. g. Lektüre

 (von Seite 260 - 399)


Das Buch fesselt mich immer mehr. 
Wer nicht weiß, was (menschliche) Liebe ist, dem empfehle ich unbedingt dieses Buch. Das Buch strahlt so viel Seele aus, je mehr Liebe in ihm wohnt.

Ähnlich wie gestern möchte ich wieder ein paar mir bedeutungsvolle Szenen festhalten.

Ich komme nochmals zurück auf die Bürgermeistersfrau Ilsa Hermann. Die Bücherverbrennung war nicht Grund ihrer Depression, wie sich´s später herausstellte. Sie betrauert noch um ihren vor zwanzig Jahren im ersten Weltkrieg gefallen Sohn, von dessen Tod sie sich nicht wieder erholen konnte. 

Frau Hermann kündigte den Hubermanns den Arbeitsauftrag und wollte Liesel als Entschädigung ein Buch aus ihrer Bibliothek schenken. Liesel zeigte sich erst sprachlos, zeigte ihre Betroffenheit schließlich mit bösen Worten. Ich vermute, dass sie traurig war, dass auch der Kontakt zur Bibliothek abgebrochen wurde. Sie warf Frau Hermann das Buch vor die Füße, weil sie nicht gekauft werden wolle... . 

Sie konnte es nicht ertragen, dass diese einsame, erbärmliche Frau es ihr schenkte. Es zu stehlen schien ihr akzeptabler zu sein. Wenn sie es stahl, dann hatte sie irgendwie - merkwürdigerweise - das Gefühl, es sich verdient zu haben.

Die Worte trafen Frau Hermann, sie reagierte aber darauf nicht. Jedenfalls nicht offensichtlich... .

Nach einer gewissen Zeit sehnte sich Liesel nach der Bibliothek zurück und beschloss mit Rudi, in die Bibliothek einzubrechen, um sich ein Buch zu stehlen. Sie inspizierten das Haus Hermanns und die Eingänge, sowie auch die Fenster. Beim zweiten Rundgang, an  einem anderen Tag, befand sich das Fenster zur Bibliothek im Erdgeschoss offen, so dass Liesel es leicht hatte, einzudringen, und sich das zu nehmen, was sie brauchte. Sie stahl nur ein Buch. "Der Pfeiffer", eigentlich das Buch, das Frau Hermann ihr schenken wollte.
Wenige Tage später wiederholte sie ihren Einbruch, und wieder und wieder, bis sie sich fragte, ob Frau Hermann nicht absichtlich das Fenster offen hielt, extra für ihre kleine Bücherdiebin. Beim nächsten Diebstahl fand sie direkt vor dem Fenster einen DUDEN. Das war dann offensichtlich. Als Liesel sich das Buch stahl, und sie auf dem Heimweg zurück auf das Haus Hermanns schaute, sah sie hinter dem Fenster die Bürgermeistersfrau stehen, die leise und dezent der Liesel zuwinkte. Liesel erwiderte ihren Gruß und grüßte leise und dezent zurück. 

Mich hat diese Szene dermaßen berührt, dass ich es gar nicht mit Worten auszudrücken vermag. Aber es ist ein super Gefühl... . Bin gespannt, wie sich dies nun fortsetzen wird, nachdem Stehlende und Bestohlene nun voneinander wissen.

Max, der noch immer im dunklen Keller lebt, wünscht sich von Liesel die Wetterschau. Sie rennt raus und betrachtet sich den Himmel, als sie schließlich wieder zu Max rennt:

"Der Himmel ist heute blau, Max, und oben hängt eine große, lang gezogene Wolke, die aussieht wie ein Seil. Am Ende hängt die Sonne wie ein gelbes Loch…"

Max wird krank. Die Dunkelheit und die Kälte, sowie auch die Lebensmittelknappheit macht ihm zu schaffen, obwohl die Hubermanns sich so viel Mühe geben, und ihn wenigstens im Winter nachts oben schlafen lassen. Max liegt lange im Koma und Liesel liest ihm aus ihren Büchern vor. Auch sammelt sie Gegenstände von der Straße auf, um sie ihm als Geschenk hinzulegen und davon berichtet, quasi Geschichten über die gefundenen Gegenstände erzählt. Auch die Wetterberichte blieben nicht aus.
Liesel befindet sich gerade draußen, betrachtet sich wieder den Himmel und findet, dass eine Wolke recht ungewöhnlich ausschaut. Liesel holt ihren Vater, um ihm die Wolke zu zeigen:

Er hob  den Kopf und sprach das Offensichtliche aus:  "Du solltest sie Max schenken, Liesel. Vielleicht kannst du sie auf den Nachttisch legen, wie all die anderen Sachen."
Diese schaute ihn an, als ob er den Verstand verloren hätte.
"Wie soll das gehen?"
Er klopfte sanft mit seinen Fingerknöchel gegen ihren Schädel. "Präge sie dir ein. Und dann schreibe sie auf."
(...) Sie stellte sich vor, wie die Wolke von ihrer Hand in seine glitt, durch die Decken hindurch, und sie schrieb es auf ein Stück Papier, auf das sie den runden, flachen Stein legte. 

Liesel beschäftigte sich auch später noch mit dem Himmel, und  träumte vor sich hin, was sich wohl dahinter verbergen würde:

Manchmal stelle ich mir vor, wie es über diesen Wolken aussah. Ich wusste ohne Zweifel, dass die Sonne blond war und die endlose Atmosphäre ein einziges, riesiges blaues Auge.

Was mit dem blauen Auge und der blonden Sonne gemeint sein könnte, das kann man sich aus dem Kontext im Buch herauslesen, da Liesel diese Symbole nun auch auf die politische Lage übertrug. Diese beiden Metaphern blonde Sonne und blaues Auge, haben mir auch recht gut gefallen.

Ich bin nun recht gespannt, wie es in dem Buch weitergeht, deshalb mache ich jetzt hier Schluss.
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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 58
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Markus Zusak / Die Bücherdiebin (2)


 Zweite Buchbesprechung der o. g. Lektüre

  (bis S. 260)

Ich möchte nun noch zwei Szenen festhalten, zu denen ich gestern Abend nicht mehr gekommen bin. Die Hubermanns halten einen Juden namens Max bei sich versteckt. Der Sohn eines besten Freundes von Hans Hubermann aus dem ersten Weltkrieg. 

Der Kamerad brachte ihm das Spiel auf dem Akkordeon bei, und die Musik schweißte sie noch mehr zusammen. Doch der Kamerad fiel im Krieg. Hans Hubermann suchte seine Familie auf, auch, um ihr das Akkordeon zu übergeben, aber die Frau des Gefallenen überließ ihm das Instrument. Hans Hubermann gab der Familie seine Adresse mit der Bitte, sich an ihn wenden zu dürfen, sollten sie mal in Bedrängnis geraten.

Zwanzig Jahre später stand schließlich der damals zweijährige Sohn Max nun als ein erwachsener Mann vor der Haustüre Hubermanns, um Schutz zu suchen. Max´Familie wurde von der Gestapo längst inhaftiert und die Mutter konnte ihm gerade noch schnell genug die Adresse Hubermanns in seine Brusttasche stecken.

Um sich nicht noch mehr zu gefährden, musste Liesel, die Bücherdiebin, alle ihre kleinen Schätze, drei gestohlene Bücher und zwei von ihren Pflegeeltern geschenkten Bücher verbrennen lassen.

Die kleine Liesel weinte dermaßen herzzerbrechend, dass sogar auch mir die Tränen mitflossen, da ich die Bücherliebe sehr gut aus eigener Erfahrung heraus kenne... .
Aber ich glaube, es ist zu dieser kleinen Bücherverbrennung nun doch nicht mehr gekommen, da, weitere Seiten später, Hans Hubermann Liesel weiterhin aus ihren Büchern vorlas... . 

Nächste Szene: Liesel feiert ihren zwölften Geburtstag, und Max zeigt sich etwas verstimmt darüber, dass er kein Geschenk für seine kleine Freundin hatte. Zwischen ihnen beiden ist so etwas wie eine kleine Freundschaft entstanden. Max  konnte nicht aus seinem Versteck raus, lebte im Keller und besaß kein Geld. Er war in Besitz eines einzigen Buches. Das Buch von Hitler Mein Kampf.  Er riss aus dem Buch einige Seiten heraus, die er mit Farbe weiß pinselte und malte schöne Zeichnungen hinein, und schrieb dazu den passenden Buchtext. Eine kleine Autobiografie über die  Freundschaft von Max und Liesel. Dieses Büchelchen ist auch im Buch mitabgedruckt und es ist nach meinem Geschmack zu urteilen ein sehr schönes geglücktes kleines Werk, womit er nachträglich Liesel überaus positiv überraschen konnte.

Was sich nicht alles aus Mein Kampf machen lässt? Man kann es lesen, oder etwas Neues aus dem Buch kreieren.
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Dienstag, 21. August 2012

Markus Zusak / Die Bücherdiebin (1)


Erste Buchbesprechung zur o. g. Lektüre 
(bis S. 260)

Ich bin von dem Buch sehr angetan. Ich finde es wahnsinnig, wie so ein junger Autor so authentisch schreiben kann, zumal noch von einer Zeit, die er selber gar nicht miterlebt hat. Wie aus dem Klappentext zu entnehmen ist, ist damit der Nationalsozialismus gemeint, (s.letztes Post.). Die Charaktere und die historischen Ereignisse sind recht authentisch wiedergegeben. 

Die Sprache ist fantasievoll und verspielt. Vom Sprachniveau her erinnert mich Zusak zusätzlich noch an Hans Fallada.

Auf den ersten zweihundertsechzig  Seiten gibt es so viele schöne Szenen, die ich am liebsten alle festhalten möchte. Mal schauen, wie weit ich komme... .

Die Thematik ist wie immer schon im Klappentest wiedergegeben, so dass ich mich jetzt einfach mitten in das Geschehen einreihe... .

Wichtige Romanfiguren sind die Familie Hubermann, die die kleine neujährige Liesel als Pflegekind bei sich aufnehmen. Die Hubermanns haben zwar selbst zwei Kinder, beide sind aber erwachsen und schon aus dem Haus...

 Hans Hubermann junior arbeitete in der Münchener Innenstadt, und Trudi hatte eine Anstellung als Hausgehilfin. Bald schon würden beide in den Krieg ziehen. Die eine würde Munition herstellen, der andere damit schießen.

Der letzte Satz hat mich etwas betroffen gemacht, denn irgendwie steckt darin auch etwas Absurdes.

Auch eine Geschäftsinhaberin Frau Lindner hatte mich beschäftigt. An den Wänden hingen viele Porträts von Adolf Hitler, und sie bediente nur den Kunden anständig, der mit einem akkuraten Hitlergruß ihren Laden betritt. Dass sie so sehr Hitler anhimmelte, macht sich für mich dadurch bemerkbar, dass Hitler quasi die Personifizierung ihres eigenen Menschenbildes darstellte. Ihr inneres Menschenbild wurde nach außen hin lebendig... .

Selbst die Kinder behandelte sie als Kunden recht unterschiedlich. Liesel, die sich mittlerweile bei den Hubermanns eingelebt hat, hatte einen wichtigen Freund gefunden, namens Rudi Steiner. Rudi war schon der Hitlerjugend beigetreten und kannte sich mit den Zeremonien des Dritten Reichs schon recht gut aus, während diese für Liesel noch recht fremd sind, und sie selbst einige Zeit später in die Hitlerjugend für Mädchen beitritt, aber nicht, weil die Hubermanns Anhänger von Hitler waren, im Gegenteil:

Hans Hubermann konnte keiner Partei beitreten, die andere Menschen derart zu Feindbildern verzerrte.

Als sie beide das Geschäft von Frau Lindner betraten, missglückte Liesel der Hitlergruß und Rudi wies sie darin zurecht. Kurze Zeit später haben die Kinder auf der Straße einen Penny gefunden und gingen in den Laden von Frau Lindner, um sich mit dem Penny ein paar Bonbons zu kaufen, die sie sich untereinander aufteilen wollten. Doch Frau Lindner, der der ungeübte Hitlergruß Liesels noch recht gut in Erinnerung behielt, gab nur ein Bonbon heraus, und zwar an Rudi Steiner. Die Kinder gingen also raus auf die Straße und versuchten das Bonbon in der Mitte durchzuschneiden, allerdings ohne Erfolg. Das Bonbon war viel zu hart, um geteilt zu werden. Also beschlossen sie, sich mit dem Lutschen abzuwechseln. Jeder durfte in jeder Runde zehnmal lutschen, das ging im Wechsel immer hin und her, bis das Bonbon ausgelutscht war.

Diese Szene hat mir auch sehr gut gefallen und zeigt die Tiefe einer Freundschaft dieser beiden Kinder.

Auch wenn Rudi Steiner der Hitlerjugend beigetreten war, so war er von seinem Verhalten her kein wirklicher Nazijunge. Rudi Steiner war ein ganz gewöhnliches Kind, interessierte sich für Fußball und andere sportliche Aktivitäten. Er hatte ein Idol, der Jessen Owens hieß und von der Hautfarbe her schwarz war. Irgendwann begriff er, das Schwarze in der Nazidiktatur auch nicht erwünscht waren, und ohne tatsächlich zu begreifen was er tat, machte er ein Spiel daraus. Mit Kohle bemalte er seine Haut und sein blondes Haar. Unbewusst als Protest. 

Er war der Verrückte, der sich schwarz angemalt und die Welt besiegt hatte.

Das hat mir gut gefallen. Sein Vater, Alex Steiner, ist zwar der NSDAP - Partei beigetreten, weil das alle machten, aber er hegte keinerlei Vorbehalte gegen Juden.
Und Liesel? Liesel war ein verträumtes Mädchen, in

(deren) Erinnerung der Mond in dieser Nacht wie an den Himmel genäht (war). Drumherum waren Wolken gestickt.


Liesel konnte auch gut Fußball spielen und auch Jungen verprügeln. Und sie konnte eine große Begeisterung für Bücher entwickeln, obwohl sie unter erschwerten Bedingungen die Schriftsprache erworben hatte. Ihr Pflegevater Hans Hubermann, der sich sehr liebevoll um seine Liesel kümmerte, brachte ihr dies bei. Die Schule selbst versagte an solchen Kindern, die unter schweren Lebensbedingungen aufwuchsen. Liesel war ein durch viele Todesfälle in der Familie traumatisiertes Kind, bevor sie in die neue Familie kam, und der Pflegevater tat alles, um Liesel aus dem Trauma zu verhelfen. 

Liesel wurde in der Schule wegen ihrer Leseschwäche von Jungen gehänselt, die sie schließlich ordentlich verprügelte, und sich dadurch bei ihnen Respekt verschaffte, auch wenn sie daraufhin von ihrer Lehrerin, eine katholische Ordensfrau, die eigentlich Gott näher stand als irgend ein anderer Mensch, böse mit dem Lineal auf den Hintern verdroschen wurde. Die Lehrerin war nicht in der Lage zu eruieren, was das Mädchen zu ihrer Aggression brachte, denn schließlich verdiente der Lästerer es, bestraft zu werden,  wenn auch auf eine andere Art, als die mit dem Lineal... .

Auf der Seite sechsundneunzig geht es um gewisse Vorlieben der Deutschen im Dritten Reich, die ich gerne mit dem Zitat zum Ausdruck bringen möchte: 

(Das Nazideutschland war) auf eine gewisse Weise Schicksal. Man behauptet, dass das Nazi-Deutschland auf Antisemitismus erbaut wurde, auf einem übereifrigen Führer und einer Nation von mit Hass übervölkerten Heuchler. Aber das alles hätte zu nichts geführt, wenn die Deutschen nicht eine ganz besondere Vorliebe gehabt hätten:
Etwas zu verbrennen.
Die Deutschen liebten es, Dinge zu verbrennen. Geschäfte, Synagogen, Reichstagsgebäude, Häuser, persönliche Gegenstände, die Leichen ermordeter Menschen und natürlich: Bücher. Eine gute Bücherverbrennung war Gold wert - und gab nebenbei all jenen, die eine Schwäche für Bücher hatten, die Gelegenheit, Exemplare zu ergattern, die sie unter normalen Umständen nie in die Hände bekommen hätten. 


Zu diesen Menschen zählte auch Liesel  Memenge. Liesel war bei der Bücherverbrennung dabei, ihr Pflegevater begleitete sie dorthin. Sie näherte sich nach der Verbrennung der Asche zu:

Die Hitze war immer noch stark genug, um sie zu wärmen, als sie bei der Asche stand. Sie griff mit der Hand hinein und wurde gebissen, aber beim zweiten Versuch war sie schneller. Sie packte das Buch, das ihr am nächsten war. Es war heiß, aber es war auch nass, nur an den Ecken verbrannt und ansonsten unverletzt. (…) Aus ihrem Mantelkragen kräuselte sich Rauch. Um ihre Kehle hatte sich ein Band aus Schweiß gelegt. Unter ihrem Hemd wurde sie von dem Buch aufgezehrt.

Eine weitere Szene hat mir gut gefallen. die Szene mit der Bürgermeistersfrau, namens Elsa Hermann. Elsa Hermann wirkt ein wenig depressiv und in sich gekehrt. Sie selbst ist eine große Bücherliebhaberin  und besitzt auch eine große Bibliothek. Ihre Depression erkläre ich mir dadurch, dass sie die Bücherverbrennung schockierte, und sie ihren Protest nicht zum Ausdruck bringen durfte, und so flüchtete sie quasi in ihr Innenleben. Liesel lernte Frau Hermann durch einen regelmäßigen Arbeitsauftrag kennen, den sie durch ihre Pflegemutter für sie tätigte. Frau Hermann beobachtete Liesel dabei, als sie ein Buch aus der Bücherasche angelte. Dadurch kamen die beiden sich ein wenig näher. Immer wenn Liesel bei Frau Hermann des Auftrags wegen auftauchte, zeigte Frau Hermann der Liesel eine Reihe von Buchbänden, die sie sich auf dem Boden sitzend anschauen und durchblättern durfte. Eine verbale Kommunikation fand zwischen den beiden aber (noch) nicht statt. Sie verstanden sich auch nonverbal.

Liesel und Rudi schlossen sich einer jugendlichen Gaunerbande an, die sich ausschließlich auf den Diebstahl von Lebensmitteln verstand. In dieser Bande waren alles Kinder und Jugendliche aktiv, die unter großen Hungergefühlen litten. Die Lebensmittel waren in den Läden rationiert, und reichten nicht für alle aus.... Die Jugendlichen halfen sich aus, indem sie bei den Bauern sich selbst bedienten, um ihren quälenden Hunger zu stillen.  Liesel und Rudi mussten allerdings vor dem Bandenführer Arthur auch eine Mutprobe über sich ergehen lassen, um aufgenommen zu werden:

"Habt ihr schon mal was gestohlen?"
" Klar", brüstete sich Rudi. "Schon oft". Er spielte seine Rolle nicht sehr überzeugend.
Liesel war präziser. "Ich habe zwei Bücher gestohlen",  woraufhin Arthur dreimal kurz schnaubend lachte. (...)
" Bücher kann man nicht essen, Süße."

 Hier schließe ich nun, und hebe mir eine besonders wichtige Szene für morgen auf, platziere sie auf einer separaten Seite, damit die Buchbesprechung nicht zu lang wird. Morgen setze ich mit der Szene fort, als der untergetauchte Jude bei den Hubermanns eine Freundschaft mit Liesel entwickelte und ihr zum Geburtstag ein selbstgemachtes Büchelchen schenkte, das entstanden ist aus Hitlers Buch "Mein Kampf".

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Montag, 20. August 2012

Markus Zusak / Die Bücherdiebin



Klappentext

Molching bei München. Hans und Rosa Hubermann nehmen die kleine Liesel Meminger bei sich auf – für eine bescheidene Beihilfe, die ihnen die ersten Kriegsjahre kaum erträglicher macht. Für Liesel jedoch bricht eine Zeit voller Hoffnung, voll schieren Glücks an – in dem Augenblick, als sie zu stehlen beginnt. Anfangs ist es nur ein Buch, das im Schnee liegen geblieben ist. Dann eines, das sie aus dem Feuer rettet.
Eine Diebin zu beherbergen, wäre halb so wild, sind die Zeiten doch ohnehin barbarischer denn je. Doch eines Tages betritt ein jüdischer Faustkämpfer die Küche der Hubermanns …
»Die Bücherdiebin« erzählt von kleinen Freuden, großen Tragödien und der gewaltigen Macht der Worte. Eine der dunkelsten und doch charmantesten Stimmen und eine der nachhaltigsten Geschichten, die in jüngster Zeit zu vernehmen waren.



Autorenportrait im Klappentest

Markus Zusak, 1975 geboren, lebt und arbeitet in Sydney, spielt Fußball und schreibt Romane, die international für Furore sorgen. Für „Der Joker“ wurde er dutzendfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis 2007. Sein Roman „Die Bücherdiebin“ stürmte die internationalen Bestsellerlisten über Nacht. Zusaks Bücher wurden bis jetzt in über zwanzig Sprachen übersetzt.


Die Bücherdiebin ist wohl der erste Roman, den er für Erwachsene geschrieben hat, bisher galt Zusak als Jugendbuchautor. Ich selbst habe von ihm noch nichts gelesen, betrete sozusagen Neuland. Aufmerksam wurde ich auf das Buch von Anne gemacht, meiner Literaturfreundin, die hellauf begeistert war, und es ihr gelungen ist, mich mit ihrer Begeisterung abzustecken.. Ich habe gestern Abend ein wenig reingelesen um erste Eindrücke zu sammeln und kann mich noch gar nicht äußern. Manchmal bildet man sich schnell eine Meinung, und manchmal dauert es ein wenig.

Das Buch ist relativ umfangreich und hat knapp sechshundert Seiten, die ich gut nutzen kann, da ich noch Urlaub habe.

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