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Samstag, 10. Dezember 2016

Sasa Stanisic / Fallensteller


Klappentext
Der neue Spiegel-Bestseller von Saša Stanišić: Acht Erzählungen, reich an „verspielter Komik, Traurigkeit und brillanten Sätzen“ (Zeit Online). 
Ein vom Leben nicht sehr verwöhnter alter Mann hat eine Leidenschaft für die Magie. Er bittet um Ruhe für die Große Illusion. Aber die Gemeinde trinkt Kaffee und hält nicht still.
Ein geheimnisvoller schwarzgekleideter Mann taucht in unserem Dorf auf, er behauptet, Fallen herstellen zu können für jeden Zweck, nicht nur für das Tier. Mit dem Fallensteller kehrt Stanišić nach Fürstenfelde zurück, jenes uckermärkische Dorf, das den Lesern aus „Vor dem Fest“ bekannt ist, und in dem alles immer möglich ist, auch Magie.
„Ich finde Bäume nur als Schrank super“, ruft der naturabgeneigte Erzähler der Geschichte „Im Ferienlager im Wald“. Immerhin freundet er sich mit Hirschen an und spielt eine Runde Fifa auf der X-Box mit ihnen.
Ständig auf der Reise sind "der unterhaltsame Gesetzesbrechers Mo und seine wohlstandstrübsinnige Begleiterin“ (Hamburger Abendblatt). Zwei Freunde, die mit Karacho und Geschick ihren Sehnsüchten hinterher jagen, quer durch Europa: einer christlichen Menschenrechtsaktivistin, einer syrischen Surrealistin, einem bedrohten Vogel. Um nur ein paar zu nennen. 
Dies sind Geschichten über Menschen, die Fallen stellen, Menschen, die sich locken lassen, Menschen die sich befreien - im Krieg und im Spiel, mit Trug und Tricks und Mut und Witz.

Autorenporträt
Saša Stanišić wurde 1978 in Višegrad in Bosnien-Herzegowina geboren und lebt seit 1992 in Deutschland. Sein Debütroman Wie der Soldat das Grammofon repariert begeisterte Leser und Kritik gleichermaßen und wurde in 31 Sprachen übersetzt. 
Vor dem Fest war ein SPIEGEL-Bestseller und ist mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden, darunter dem renommierten Alfred-Döblin-Preis sowie dem Preis der Leipziger Buchmesse 2014. 
Saša Stanišić lebt und arbeitet in Hamburg.

Meine ersten Leseeindrücke

Die Erzählungen sind recht gut geschrieben. Ich habe nur ein Problem. Sobald ich in eine Geschichte reingekommen bin, ist sie schon wieder zu Ende. Außerdem haften sie in mir nicht so wirklich. Ich vergesse sie schnell wieder.
Ich habe erst zwei gelesen und mal schauen, was mir die verschiedenen anderen Erzählungen noch bieten werden.


Weitere Informationen zu dem Buch

€ 19,99 [D] inkl. MwSt.
€ 20,60 [A] | CHF 26,90* 

(* empf. VK-Preis) 
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag
ISBN: 978-3-630-87471-5
Erschienen: 09.05.2016 

 Und hier geht es per Mausklick auf die Verlagsseite von Luchterhand.






Dienstag, 1. November 2016

Bodo Kirchhoff / Widerfahrnis

Deutscher Buchpreis 2016


Klappentext
Reither, bis vor kurzem Verleger in einer Großstadt, nun in einem idyllischen Tal am Alpenrand, hat in der dortigen Bibliothek ein Buch ohne Titel entdeckt, auf dem Umschlag nur der Name der Autorin, und als ihn das noch beschäftigt, klingelt es abends bei ihm. Und bereits in derselben Nacht beginnt sein Widerfahrnis und führt ihn binnen drei Tagen bis nach Sizilien. Die, die ihn an die Hand nimmt, ist Leonie Palm, zuletzt Besitzerin eines Hutgeschäfts; sie hat ihren Laden geschlossen, weil es der Zeit an Hutgesichtern fehlt, und er seinen Verlag dichtgemacht, weil es zunehmend mehr Schreibende als Lesende gibt. Aber noch stärker verbindet die beiden, dass sie nicht mehr auf die große Liebe vorbereitet zu sein scheinen. Als dann nach drei Tagen im Auto am Mittelmeer das Glück über sie hereinbricht, schließt sich ihnen ein Mädchen an, das kein Wort redet, nur da ist ...

Autorenporträt
Bodo Kirchhoff, geboren 1948, lebt in Frankfurt am Main und am Gardasee. Zuletzt erschienen in der Frankfurter Verlagsanstalt seine von Kritik und Publikum gleichermaßen gefeierten Romane Verlangen und Melancholie (2014) sowie Die Liebe in groben Zügen (2012). Seine Novelle Widerfahrnis (1. September 2016) ist für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert. Mehr Informationen zu Leben und Werk finden Sie auf der Webseite des Autors.

Weitere Informationen zu dem Buch

Eine Novelle
Schön gebunden
Farbiges Vorsatzpapier

1. September 2016
€ 21,- (D)
224 Seiten
978-3-627-00228-2

Und hier geht es per Mausklick auf die Verlagsseite der Frankfurter Verlagsanstalt. 

Dieses Buch lesen wir gerade in der Leserunde vom Bücherforum Watchareadin, von dem wir dieses Rezensionsexemplar zugeschickt bekommen haben ... 
Ich selbst bin eher eine stille Leserin, hebe gerne meine Leseeindrücke bis zum Schluss auf, möchte demnach auch gar nicht zu viel lesen, was andere darüber geschrieben haben. Aber vorab sei schon mal gesagt, dass mir diese Novelle sehr, sehr gut gefällt. Ich hatte eher mit einem ziemlich trockenen Stoff gerechnet, nach dem, was meine Vorredner im Forum berichtet haben. Nein, es ist nicht trocken. Viele schöne geistreiche Gedanken, auch fantasievoll und man nimmt an einer Liebesgeschichte zweier älterer Menschen teil, die anders leben als der Durchschnitt unserer Gesellschaft. Aber die Mehrheit der Gruppe findet das Buch sehr gut. 

Ich glaube, dass der Protagonist Julius Reither Bodo Kirchhoff selber ist. Hat zumindest viele Ähnlichkeiten mit ihm ... 

In meinem Buch habe ich wieder jede Menge Zettelchen haften, hoffentlich verliere ich den Überblick nicht ... 

Alles Weitere folgt in der Buchbesprechung. 



Donnerstag, 26. Mai 2016

Patrick Modiano und Jean-Jacques Sempé

Catherine, die kleine Tänzerin

Klappentext 
Catherine, die kleine Tänzerin ist die Geschichte eines kleinen Mädchens und ihres Papas, die in Paris leben, während die Mama, eine Primaballerina, weit weg ist. Das Leben in Paris ist nicht immer leicht: Catherine muss sich den harten Regeln der Schule und der Ballettlehrerin beugen und ihr Vater den rauhen Gesetzen der Geschäftswelt. Darum tauschen beide öfter ihre Brillen aus und entdecken die Welt ganz neu ...
Die kleine Catherine lebt mit ihrem Papa in Paris. Dieser handelt mit geheimnisvollen Paketen nachts in einer großen Lagerhalle, unter den missbilligenden Blicken seines Compagnons Casterade. Catherine spürt, dass es besser ist, Papa keine Fragen über seinen Beruf zu stellen. Beide verbindet die Sehnsucht nach Mama, die als Tänzerin in Amerika arbeitet. Catherine trägt wie ihr Papa eine Brille, was vieles kompliziert, nur nicht im Ballettunterricht, wo sie sie abnimmt und tanzt wie im Traum ...

Autorenporträt

Patrick Modiano
Autor
Patrick Modiano, 1945 in Boulogne-Billancourt geboren, ist einer der bedeutendsten französischen Schriftsteller der Gegenwart. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den großen Romanpreis der Académie française, den Prix Goncourt und, 2012, den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur. Am 9. Oktober 2014 wurde ihm der Nobelpreis für Literatur zuerkannt.

Jean-Jacques Sempé
Illustrator
Jean-Jacques Sempé, geboren 1932 in Bordeaux, lebt in Paris. Die Karikaturen in ›Paris Match‹, ›Punch‹, ›Marie-Claire‹ und in ›L'Express‹ waren nur erste Schritte zum Höhepunkt beim ›New Yorker‹, für den er ab 1978 arbeitete. Unumgänglich ist es, zusammen mit Sempé Namen wie René Goscinny, Modiano und Patrick Süskind zu erwähnen. Ohne sie wären Figuren wie ›Der kleine Nick‹, ›Catherine, die kleine Tänzerin‹ und ›Herr Sommer‹ undenkbar.

Ein Buch nicht nur für Erwachsene, nein, auch für Schulkinder. 

Die Geschichte wird aus der Sicht der kleinen Catherine erzählt. Die Mutter, Amerikanerin, die in Paris Heimweh bekommt, zieht wieder zurück nach Amerika, stellt dort die ersten Weichen, damit Vater und Tochter nachziehen können. Der Famliennachzug zieht sich allerdings noch arg in die Länge. In der Zwischenzeit passiert noch Manches in Paris zwischen Catherines und der Welt ihres Vaters ... 

Eine kurze Geschichte, zu der ich mich auch kurz halte, da der Klappentext schon recht ausführlich ist. 

Schön war nicht nur die Geschichte, nein auch die Beteiligung des Künstlers Sempé, der die Szenen mit seinen wunderschönen Illustrationen untermauert hat. 

Seit zehn Jahren leite ich eine Literaturgruppe mit psychisch kranken Menschen, in der ich drei Bücher vorstelle, probelese und meine TeilnehmerInnen wählen aus. Ich lese vor und moderiere die Gruppe. 

Einstimmig vergab die Gruppe dem Buch zehn von zehn Punkten. 


Weitere Informationen zu dem Buch:


  • Gebundene Ausgabe: 74 Seiten
  • Verlag: Diogenes; Auflage: 2., New edition (23. April 2013)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3257011628
  • ISBN-13: 978-3257011623
  • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 8 - 12 Jahre
_________
Gelesene Bücher 2016: 30
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86





Donnerstag, 22. Oktober 2015

Patrick Süskind / Die Geschichte von Herrn Sommer


Klappentext
Zu der Zeit, als ich noch auf Bäume kletterte, lebte in unserem Dorf, keine zwei Kilometer von unserem Haus entfernt, ein Mann mit Namen ›Herr Sommer‹. Kein Mensch wusste, wie Herr Sommer mit Vornamen hieß, und kein Mensch wusste auch, ob Herr Sommer einem Beruf nachging. Man wusste nur, dass Frau Sommer einen Beruf ausübte, und zwar den Beruf der Puppenmacherin. Obwohl man über die Sommers und insbesondere über Herrn Sommer so gut wie nichts wusste, kann man doch mit Fug und Recht behaupten, dass es im Umkreis von mindestens sechzig Kilometern um den See herum keinen Menschen gab, Mann, Frau oder Kind – ja nicht einmal einen Hund –, der Herrn Sommer nicht gekannt hätte, denn Herr Sommer war ständig unterwegs. Es mochte schneien oder hageln, es mochte stürmen oder wie aus Kübeln gießen, die Sonne mochte brennen, ein Orkan im Anzug sein, Herr Sommer war auf Wanderschaft.


Autorenporträt
Patrick Süskind, geboren 1949 in Ambach am Starnberger See, studierte in München und in Aix-en-Provence mittlere und neuere Geschichte und verdiente seinen Lebensunterhalt zunächst mit dem Schreiben von Drehbüchern. 1984 erschien sein Ein-Personen-Stück ›Der Kontrabaß‹, 1985 sein Roman ›Das Parfum‹, der 2005 von Tom Tykwer verfilmt wurde. 1987 folgte die Erzählung ›Die Taube‹ und 1991 ›Die Geschichte von Herrn Sommer‹, mit Illustrationen von Jean-Jacques Sempé. Patrick Süskinds Werk ist in über fünfzig Sprachen übersetzt.

Von Patrick Süskind habe ich gelesen:

Die Taube und Das Parfüm. Aber da liegen bestimmt mehr als zwei Jahrzehnte dazwischen, als ich diese beiden Bände gelesen hatte. Vor allem Die Taube war wundervoll. Die Geschichte werde ich nie vergessen. Kann ich sehr empfehlen. Das Parfüm habe ich auch als Verfilmung im Kino genossen. Die Verfilmung wurde sehr buchnah gedreht. Schade, dass man so wenig von Süskind hört.

Und die vorliegende Erzählung? Sehr originell kann ich nur sagen. Passt zum Autor. Süskind bleibt seinem interessanten Schreibstil treu.




Dienstag, 31. März 2015

Haruki Murakami / Die unheimliche Bibliothek

Klappentext
Eigentlich will der Junge nur zwei Bücher zurückgeben und noch ein wenig stöbern. Aber statt in den Lesesaal führt ihn der merkwürdig cholerische alte Bibliothekar in ein Labyrinth unter der Bücherei, wo er ihn einkerkert. Statt Wasser und Brot gibt es in diesem Verlies Tee und köstliche Donuts, serviert von einem mysteriösen Schafsmann und einem stummen Mädchen, das sprechen kann und wunderschön ist. Doch das ändert nichts daran, dass der Junge als Gefangener der Bibliothek um sein Leben fürchten muss, während die Grenzen zwischen Dingen, Menschen und Orten immer weiter verschwimmen.›Die unheimliche Bibliothek‹ ist ein kafkaesker Alptraum und zugleich eine einfühlsame Geschichte von Verlust und Einsamkeit. Murakami schachtelt die Ebenen dieser kunstvollen Erzählung ineinander wie die Welten, die sich in der Bibliothek zu berühren scheinen, und Kat Menschiks schwindelerregend schöne Illustrationen ergänzen sie um weitere Abgründe. Ein Juwel.


Autorenporträt
Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto, Japan geboren und wuchs in Kobe auf. Nach abgeschlossenem Studium verließ er 1975 die Waseda-Universität in Tokio, wo er anschließend sieben Jahre lang Eigentümer einer kleinen Jazz-Bar war.

Gelesen habe ich von Murakami:

IQ84 BD 1 - BD 4                                                                    
Kafka am Strand
Südlich der Grenze, westlich der Sonne

Kafka am Strand hat es mir ganz besonders angetan. IQ84 ebenso.


Kurze Buchbesprechung:

Es ist ein dünnes Büchelchen, das in die Rubrik Erzählung passt. Hat gerade mal sechzig Seiten mit schwarz-weiß Illustrationen. Der Inhalt ist wieder stark surrealistisch geprägt mit einer typischen Liebesgeschichte. Und die Erzählung liest sich ein wenig wie ein Thriller. Eigentlich kann ich nichts mehr hinzufügen, zu dem, was eh schon aus dem Klappentext zu entnehmen ist. Den Klappentext habe ich kürzen müssen, da darin schon die ganze Geschichte beinhaltet war.

Ob sie mir nun gefallen hat? Schlecht war die Erzählung nicht. Vielleicht nur ein wenig kurz. Spannung war vorhanden. Dadurch, dass sie aber so kurz war, möchte ich nicht noch mehr verraten ...

Das Buch ist empfehlenswert.





Sonntag, 16. November 2014

Bernd Schroeder / Mutter & Sohn

Klappentext
Johannes hat zwei Frauen und zwei Probleme: Lisa verlässt ihn, und seine Mutter kann er nicht verlassen. Als er es fast geschafft hat, greift sie zum letzten Mittel. Bernd Schroeder erzählt die endlose Liebesgeschichte eines Mannes zu seiner ersten Frau: witzig, manchmal bösartig und trotz allem liebevoll.


Autorenporträt
Bernd Schroeder, geboren 1944 im heute tschechischen Aussig, wuchs im oberbayerischen Fürholzen auf. Er lebt in Köln. Als Autor und Regisseur zahlreicher Hör- und Fernsehspiele erhielt er 1985 den Adolf-Grimme-Preis, 1992 den Deutschen Filmpreis. Zuletzt erschienen bei Hanser: Hau (Roman, 2006), Alte Liebe (Roman, 2009, mit Elke Heidenreich) und Auf Amerika (Roman, 2012).  
Es ist nicht das Cover, das mich angesprochen hatte, es war vielmehr der Klappentext. Trotzdem hatte ich Zweifel und war mir nicht sicher, ob der Klappentext hält was er verspricht. Dann kaufte ich es schließlich doch, vertraute dem Hanser Verlag, der ja in der Regel recht gute Bücher herausbringt. Nun habe ich das Buch fast durch, es ist eine Erzählung auf 150 Seiten und habe die Wahl, doch noch zu dem Buch gegriffen zu haben, nicht bereut.

Es ist eine sehr schöne Erzählung.



Sonntag, 31. August 2014

Agota Kristof / Die Analphabetin

Klappentext
Fremd in einer fremden Sprache – und doch wurde sie zu einer der wichtigsten Schriftstellerinnen der Gegenwart. Nach einer wohlbehüteten Kindheit in Ungarn hatte Agota Kristof unter der kommunistischen Herrschaft zu leiden. Als ihr Vater verhaftet wurde, musste das junge Mädchen in ein staatliches Internat. 1956 floh Agota Kristof mit ihrem Mann und ihrem vier Monate alten Kind in die französischsprachige Schweiz. Dort war sie plötzlich eine Analphabetin und musste eine völlig neue Sprache erlernen

Autorenporträt
Agota Kristof, geboren 1935 in Csikvánd in Ungarn, verließ ihre Heimat während der Revolution 1956 und gelangte über Umwege nach Neuchâtel in die französischsprachige Schweiz. Als Arbeiterin in einer Uhrenfabrik tätig, erlernte sie die ihr bis dahin fremde Sprache und schrieb auf Französisch ihre...
Das Buch habe ich von meiner Buchfreundin Anne geschenkt bekommen und es gefällt mir sehr gut, den ersten gelesenen Seiten zufolge.

Das Buch ist sehr dünn. Es umfasst nicht einmal hundert Seiten. Die Schrift ist recht groß mit vielen Absätzen. Das Buch werde ich heute locker am Stück durchlesen können.

Es ist recht interessant geschrieben. Schon von der ersten Zeile an.




Mittwoch, 23. Juli 2014

Carson McCullers / Die Ballade vom traurigen Café

Klappentext
Miss Amelias Café ist die einzige Vergnügungsstätte weit und breit. Dort verkauft die unabhängige und starke Frau ihren selbstgebrannten Schnaps, und dort lebt sie mit Vetter Lymon, einem kleinen buckligen Mann, der gar nicht ihr Vetter ist. Dann jedoch kehrt ihr ehemaliger Mann in die Stadt zurück. – Eine tragische Dreiecksgeschichte aus den amerikanischen Südstaaten über die im Leben ewig zu kurz Kommenden, über Sehnsucht, Verrat, bittere Enttäuschung und kurzes Glück.

Autorenporträt
Carson McCullers, geboren 1917 in Columbus (Georgia), gestorben 1967 in Nyack (New York), dort begraben. McCullers wollte eigentlich Pianistin werden. Mit 500 Dollar fuhr sie 18-jährig alleine nach New York, um an der renommierten Juilliard-Musikschule zu studieren. Das Geld verschwand auf mysteriöse Weise, doch sie blieb in New York, arbeitete als Sekretärin, Kellnerin, Barpianistin und beschloss, Schriftstellerin zu werden. Der Erfolg ihres Erstlings, ›Das Herz ist ein einsamer Jäger‹, machte die 23-Jährige zum literarischen ›Wunderkind‹. Mit 23 erlitt sie den ersten von drei Schlaganfällen, ihr Leben wurde bestimmt durch die Krankheit, der sie ihr Werk abrang, und durch Einsamkeit, besonders nach dem Selbstmord ihres Mannes 1953.
Von der Autorin habe ich drei Bücher gelesen und mache mich an das vierte Werk, das eher eine Erzählung ist.

Gelesen habe ich:
1. Das Herz ist ein einsamer Jäger
2. Uhr ohne Zeiger 
3. Frankie
Das vorliegende Werk ist recht dünn, werde es sehr wahrscheinlich heute zu Ende bekommen. Habe allerdings auch gestern Abend damit schon begonnen.

Es gefällt mir auch recht gut!






Sonntag, 29. September 2013

Mark Twain / Eine Bluttat, ein Betrug und ein Bund fürs Leben

Mein erstes Buch ohne Klappentext. Hatte ich bisher noch nicht gehabt. Mal sehen, was der Verlag Manesse, der Herausgeber dieser Lektüre,  zu dem Buch schreibt, bzw. mit welchem Inhalt er es vorstellt.
Leider scheint das Buch von dem Verlag aus dem Sortiment herausgenommen herausgenommen zu sein. Wird nicht mehr aufgeführt. Habe aber auf www.buecher.de ein wenig zu dem Buch gefunden:

Das schillernde Kabinettstück handelt von einem geheimnisvollen Fremden, der sprichtwörtlich vom Himmel gefallen ist, von einem Liebespaar, dem die Besitzgier anderer im Wege steht, und von einem heimtückischen Meuchelmord, für den ein Schuldiger schnell gefunden ist. Mit bewährtem kompositorischen Geschick versteht es Mark Twain, die Erzählstränge miteinander zu verknüpfen und dabei mit den Klischees der einzelnen Genres zu spielen. 





Autorenportrait
Mark Twain, eigentlich Samuel Clemens, geb. am 30.11.1835 in Florida (Missouri). Im Alter von 12 Jahren musste er die Schule abbrechen und begann eine Lehre als Schriftsetzer. Mit 17 Jahren ging er nach New York, dann nach Philadelphia, wo er die ersten Reiseskizzen schrieb.Von 1857 bis 1860 war er Lotse auf dem Mississippi, nahm am Sezessionskrieg auf der Seite der Konföderierten teil und war 1861 Silbersucher in Nevada. 1864 lebte er in San Francisco, 1866 als Reporter auf Hawaii und 1867 als Reisender in Europa und Palästina. Er gründete einen Verlag, mußte aber 1894 Konkurs anmelden und ging auf Weltreise, um mit Vorträgen seine Schulden abzutragen.Mark Twain starb am 21.4.1910 in Redding (Conneticut).
Von Mark Twain habe ich gelesen:

Bummel durch Europa
Das Tagebuch von Adam und Eva                                                             
Post aus Hawai                                                                             
Die Abenteuer Tom Sawyer und Huckleberry Finn

Dies ist nun mein letztes Buch aus meinem kleinen SuB von Juni 2013.



Samstag, 28. September 2013

Fjodor Dostojewski / Die Sanfte




Klappentext


Denken Sie sich einen Mann, der vor der Leiche seiner Frau steht, einer Selbstmörderin, die sich erst vor wenigen Stunden aus dem Fenster gestürzt hat." Fantastisch und realistisch zugleich - so bezeichnet Dostojewski im Vorwort seine meisterhafte Erzählung "Die Sanfte", 1876 erschienen. In einem inneren Monolog lässt er den Witwer sein Leben überdenken: An Leid und Gram und Schuld zerbrochen, ist er ebenso sehr Opfer wie Täter. Ein ergreifendes Stück Weltliteratur über Verletzlichkeit und Rachsucht, über späte Reue und die schmerzliche Plötzlichkeit der Liebe. 







Autorenportrait
Fjodor M. Dostojewski wurde am 11. November 1821 in Moskau geboren und starb am 9. Februar 1881 in St. Petersburg. 1849 wurde er wegen angeblich staatsfeindlicher Aktivität im Petraschewski-Kreis zum Tode verurteilt, dann zu vier Jahren Zwangsarbeit in Sibirien begnadigt. 1859 kehrte er nach St. Petersburg zurück.

Von Dostojewski habe ich gelesen:

Der Spieler
Der Idiot (Vor mehr als zwanzig Jahren)




Samstag, 10. August 2013

Leo Tolstoi / Die Kreutzersonate



















Klappentext
Auf einer nächtlichen Bahnreise durch das winterliche Russland entspinnt sich zwischen wechselnden Fahrgästen ein Gespräch über Liebe, Ehe, Moral und Gesellschaft. Gegen Ende erzählt der ehemalige Gutsbesitzer Posdnyschew einem Mitreisenden vom tragischen Verlauf seiner Ehe und legt ein erschütterndes Geständnis ab: Zunehmend enttäuscht und von unbegründeter Eifersucht zerfressen hat er seiner Frau das Leben genommen. Meisterhaft setzt Leo Tolstoi die authentische Geschichte in Literatur um und entfaltet subtil das innere Drama seiner Figuren. Zugleich ist dieses bedeutende Alterswerk Ausdruck der eigenen sozialkritischen und moralischen Positionen. 

Autorenportrait
Leo Tolstoi wurde 1828 in Jasnaja Poljana als Sohn eines Grafen und Großgrundbesitzers geboren. 1847 brach er sein Studium ab, um sich um die Verwaltung des elterlichen Gutes zu kümmern. Durch Landreformen versuchte er die Situation der Leibeigenen zu verbessern. Nach Militärdienst und diversen Reisen durch Europa zog er sich schließlich nach Jasnaja Poljana zurück, wo er seine großen Romane schrieb. Tolstois lebenslange Suche nach der geeigneten Lebensform kulminierte 1910 darin, daß er seine Frau verließ, da diese nicht bereit war, sich von den gemeinsamen Besitztümern zu trennen. Er starb kurze Zeit darauf an einer Lungenentzündung.
Von Tolstoi habe ich gelesen:
Der Tod von Iwan Iljitsch
Kindheit und Jugend      
Anna Kararina vor mehr als zwanzig Jahren

Aus meinem Blog musste ich einige Titel russischer Autoren löschen, da ich mir ein Schadprogramm eingefangen hatte.
Aus diesem Grunde habe ich hier auf dieser Seite sowohl die Buchvorstellung als auch die Buchbesprechung stehen. Die separate Buchvorstellung musste ich wieder löschen.


Buchbesprechung

Das Buch hat mir recht gut gefallen. Ich bewerte sie als eine Erzählung, stand zwar im Buchband nicht dabei, liest sich aber aus dem Kontext heraus. Und nicht nur das. Die Erzählung hatte einen dramatischen Hintergrund. Kann demnach zusätlich auch als Drama durchgehen.

Was typisch für Leo Tolstoi ist, er macht sich viele, viele Gedanken zur Ehe, darüber, ob die Ehe etwas taugt, macht sich jede Menge Gedanken über die Liebe, über das gesellschaftliche Verhalten dazu, s. Klappentext oben.

Ich schreibe mir die wichtigsten Szenen heraus. Im Zug treffen ein paar Fahrgäste zueinander und sie dadurch ins Gespräch kommen. Man nimmt an der Konversation über die Liebe teil. In diesem Abschnitt erlebe ich die Liebe in idealisierter Form. Ein weiblicher Fahrgast ist z.B. der Meinung, dass nur die Liebe die Ehe heiligen würde. Das klingt recht nett, doch man stellt sich automatisch die Frage, was sie unter Liebe versteht?
Die wahre Liebe... Ist diese Liebe zwischen Mann und Frau, dann ist auch die Ehe möglich. 
Die wahre Ehe nur die ist, die von der Liebe geheiligt wird. (13)
Interessant finde ich die These, wenn auch sie nicht ganz neu für mich ist, dass viele Männer sich von Äußerlichkeiten blenden lassen. Kann daraus denn wahre Liebe entstehen, die eher körperorientiert ist und der Mann sich einbildet, dass er die Frau lieben würde?
Merkwürdig, wie vollkommen die Täuschung ist, dass das Schöne und das Gute ist. Eine schöne Frau mag Dummheiten schwatzen, wir lauschen ihr und hören nichts Dummes, hören sogar Gescheites heraus. Sie spricht, sie macht hässliche Dinge, und wir sehen etwas Anmutiges darin. Spricht sie aber weder Dummes noch Hässliches und ist sie schön, gleich bilden wir uns ein, sie sei Wunder wie gescheit und tugendhaft. (27)
Die Frauen spüren jene Erwartungen der Männer und reagieren darauf:
Ihr wollt, wir sollen nur Gegenstand der Sinnlichkeit sein? Gut, wir sind ein Gegenstand der Sinnlichkeit und machen euch zu Sklaven. (35)
Ich finde schon, dass Tolstoi sehr kritisch mit dem eigenen Geschlecht umgeht. Wer kann das schon? Wer schafft es schon, sich ein paar Meter von sich selbst zu entfernen und Gedanken so objektiv zu äußern, als wäre man  davon gar nicht betroffen:
Gehen Sie alle Fabriken durch. Ein ungeheurer Teil von ihnen fertigt unnützen Schmuck, Möbel, Equipagen, Spielereien für die Frauen. Millionen von Menschen, Geschlechter von Sklaven gehen zu Grunde in dieser Galeerenarbeit der Fabriken, nur um die Launen der Weiber zu befriedigen. Wie Fürstinnen auf dem Throne halten die Frauen neun Zehntel des Menschengeschlechts in den Fesseln der Knechtschaft und schwerer Arbeit. Und alles nur, weil man sie erniedrigt hat, weil man ihnen die Gleichberechtigung mit den Männern genommen hat. Und dafür rächen sie sich, indem sie auf unsere Sinnlichkeit einwirken und uns in ihren Nutzen zu fangen suchen. (36)
Ich wusste gar nicht, dass die Frau jemals gleichberechtigt zum Manne stand.

Manchmal triften die Gedanken darüber, was wahre Liebe ist, stark ins Philosophische. Gedanken darüber, ob es sich lohne, das Menschengeschlecht aufrecht zu erhalten, bzw. es weiter fortleben zu lassen, sind auch oft Inhalt der Gespräche. Stark pessimistische Figuren sehen darin keinen Sinn.
" Warum muss es denn fortleben, das Menschengeschlecht?"
" Wie, warum? Dann wären wir doch nicht."
" Warum müssen wir denn sein?"
" Wie, warum? Nun, damit wir leben."
" Und warum leben? Wenn wir kein Ziel haben, wenn uns das Leben ward um des Lebens willen, so ist kein Grund da zum Leben." (42)
Aus meiner Sicht ist der Mensch da, um Erfahrungen zu machen. Und die Erfahrungen sind es, die zur Weiterentwicklung führen.

Der Protagonist der Erzählung ist der ehemalige Gutsbesitzer Posdynschew, der über ein sehr negatives Weltbild verfügt. Auch emotional scheint er recht unreif zu sein, aber auch dieser bekennt sich später zu seinen Handlung mit seiner Frau. Lernt aus seinen Handlungen... .

Kaum waren sie verheiratet, geriet die Frau in eine Depression, da die Ehe etwas Endgültiges dargestellt. Sich bewusst zu werden, dass man sich auf einen Mann für den Rest des Lebens festgelegt hat, kann einen mürbe machen. Wer kann schon sicher sein, dass dies gelingt? Normen und Gesetze diktieren den Menschen Regeln auf.
Was das Widerwärtigste an der Sache ist, (…) ist, dass man in der Theorie annimmt, die Liebe sei etwas Ideales, Erhabenes; in Wirklichkeit ist die Liebe etwas Gemeines, Schweiniches; von ihr zu reden, an sie zu denken ist eine Gemeinheit und eine Schande. Nicht umsonst hat die Natur es so eingerichtet, dass es gemein und hässlich ist. Weckt die Liebe aber Abscheu und Scham, so muss man sie auch so auffassen. Indessen reden sich die Menschen ein, dass das Hässliche und Unsaubere - schön und erhaben ist. (49)
Dadurch, dass der Mensch zu sehr mit Alltagspflichten behaftet ist, so habe er keine Chance, sich wirklich mit seinem eigenen Ich auseinanderzusetzen.
Wir leben in der Stadt. In der Stadt kann der Mensch hundert Jahre leben und merkt es gar nicht, dass er längst tot und verfault ist. Man hat gar keine Zeit, sich mit seinem Ich auseinanderzusetzenn -immer ist man beschäftigt. Geschäfte, geselliger Verkehr, die Gesundheit, die Künste, die Gesundheit der Kinder, ihre Erziehung. Bald muss man diesen und jenen empfangen, bald diesen und jenen besuchen; bald muss man diese sehen oder diese oder jene hören. (69)
Worauf sich in der Erzählung das Dramatische bezieht, möchte ich nicht verraten. Auf den ersten achtzig Seiten, das Büchelchen hat gerade mal 143 Seiten, wunderte ich mich noch immer über den Titel. Erst später lernt man einen Geiger kennen, der Bekanntschaft mit Posdynschews Frau macht, die selbst auch Musikerin ist, und beide eine musikalische Beziehung zu einander entwickeln, zu der Posdynschew recht eifersüchtig reagiert. Eigentlich hat mir die Erzählung erst ab hier gefallen. Das davor war mir zu intellektuell und über die Liebe zu reden empfinde ich als recht mühsam, da jeder eine andere Vorstellung davon hat. Ich bin sicher, dass es eine Liebe gibt, tief im Inneren, die frei von Zwängen ist, und die bei allen gleich ist. Diese aber kann man mit Worten nicht ausschmücken, man würde sie zerreden, aber man muss sich dort hin entwickeln können, sonst bleibt diese Form von Liebe verschüttet.
________
Wir lernen auf Erden eine Menge Menschen kennen, aber am wenigsten uns selber!
(Erwin Strittmatter)

Gelesene Bücher 2013: 51
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Montag, 15. April 2013

Ferdinand von Schirach / Verbrechen


 

Klappentext
Ein freundlicher älterer Doktor erschlägt nach vierzig Jahren Ehe seine Frau mit einer Axt, ein führender Industrieller wird des Mordes an einer Prostituierten verdächtigt, eine Frau tötet ihren Bruder … Elf Geschichten über die Abgründe der menschlichen Natur, erzählt von Strafverteidiger Ferdinand von Schirach, basierend auf Fällen, die er in seiner Kanzlei erlebt hat.


Autorenportrait im Klappentext

 Ferdinand von Schirach, geboren 1964, arbeitet seit 1994 als Strafverteidiger in Berlin. Seine Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« wurden, genau wie sein erster Roman »Der Fall Collini«, zu internationalen Bestsellern. In mehr als dreißig Ländern erschienen Übersetzungen. Schirach wurde mit dem Kleist-Preis und anderen - auch internationalen - Literaturpreisen ausgezeichnet. »Verbrechen« wird als Serie im ZDF gezeigt, »Schuld« wird demnächst verfilmt. Weitere Kinofilme sind angekündigt.
Klingt stark nach Krimi, aber diesmal hat mich der Klappentext angesprochen. Naja, so ganz ohne Krimi kommt doch kein lesender Mensch aus. Auch an mir als Nichtkrimileserin gehen manche nicht einfach so an mir vorbei.

Desweiteren benötige ich jetzt ein wenig leichtere Kost, nach Ursula Krechels Buch Landgericht.


Es scheinen mehrere Erzählungen zu sein, mal schauen, wie viele ich schaffen werde.






Montag, 25. Februar 2013

Thomas Mann / Tonio Kröger...

... und andere Erzählungen; zweiter Band von vier Bänden

Hier war mal ein Cover ... 



Preis € (D) 10,00 |

Gebunden, Miniformat, 104 Seiten

ISBN: 978-3-596-51136-5



Klappentext
Im Werk Thomas Manns stehen die Erzählungen gleichberechtigt neben den großen Romanen. Ihre formale Klarheit und sprachliche Präzision zeichnen sie ebenso aus wie ihr Humor und ihr psychologischer Scharfblick.
Bereits der junge Thomas Mann hat die kurze Prosa als seine Form entdeckt und früh zur Meisterschaft entwickelt. Über Jahrzehnte hinweg hat der Autor immer wieder Erzählungen geschrieben, die zu den bedeutendsten nicht nur des 20. Jahrhunderts gehören.
Mit ›Tonio Kröger‹ (1903) hat sich Thomas Mann eine »Geschichte, die das ganze Gefühl meiner Jugend enthält«, von der Seele geschrieben. Neun Jahre später, 1912, erschien ›Der Tod in Venedig‹, über den Thomas Mann als Fazit seines Schreibens gesagt hat: »Form und Schönheit haben auf irgendeine Weise etwas mit dem Tode zu tun, so sehr sie eine Sache des Lebens sind. Das ist ein Geheimnis, aber es ist so.«


Autorenportrai im Klappentext
 Thomas Mann, 1875 – 1955, zählt zu den bedeutendsten Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Mit ihm erreichte der moderne deutsche Roman den Anschluss an die Weltliteratur. Manns vielschichtiges Werk hat eine weltweit kaum zu übertreffende positive Resonanz gefunden. Ab 1933 lebte er im Exil, zuerst in der Schweiz, dann in den USA. Erst 1952 kehrte Mann nach Europa zurück, wo er 1955 in Zürich verstarb.

So, ihr Lieben, Pamuk habe ich nun durch und habe für mich beschlossen, die beiden ungelesenen Bücher, die bei mir noch im Regal stehen, auch zu versuchen zu lesen. Für Schnee habe ich bei http://www.perlentaucher.de  gelesen, dass er einen Literaturpreis erhalten hat. Wenn ich mir mit diesen beiden auch schwer tun werde, dann sage ich Pamuk Adieu, reiche ihm geistig meine Hand. 

Mache jetzt mit Thomas Mann weiter. Besitze von ihm vier Bände mit Novellen. BD 1 habe ich durch, beginne heute mit BD 2. Ich lese nicht alle Novellen gleichzeitig. Ein oder zwei, je nach dem wie lang oder kurz sie sind. Einige davon sind mir noch durch die Schule vertraut. 

Tonio Kröger meine ich damals auch gelesen zu haben, weiß aber den Inhalt nicht mehr einzuordnen, während mir andere im Gedächtnis haften geblieben sind. Deshalb lese ich Tonio Kröger ein weiteres Mal. 

Ich schätze Thomas Mann sehr. Er besitzt eine hohe, hohe Beobachtungsgabe und er gehört für mich zu den wenigen Schriftstellern, die zwar sehr rational schreiben, aber dennoch sind Manns Texte recht beseelt. Dadurch zählt er auch zu meinen Lieblingen... . 

Mein Favorit ist  Die Buddenbrooks. Habe das Buch gelesen, den langen Film gesehen aus den 1970er Jahren, immer wieder und immer wieder, hatte ich die Buddenbrooks bei mir laufen. 




Sonntag, 20. Januar 2013

Pascal Mercier / Lea


Verlag: Btb 2009
Seitenzahl: 256
Gebundene Miniausgabe, 9,99 €
ISBN-13: 9783442737468





Klappentext
Die achtjährige Lea hat sich nach dem Tod der Mutter in eine eigene Welt zurückgezogen, zu der auch der Vater keinen Zutritt hat. Erst der Klang einer Geige holt sie ins Leben zurück. Lea erweist sich als außerordentliche musikalische Begabung, und schon bald liegen ihr Publikum und Musikwelt zu Füßen. Doch während Lea von Erfolg zu Erfolg eilt, treibt es ihren anfangs überglücklichen Vater Martijn van Vliet immer tiefer in die Einsamkeit. Bei dem verzweifelten Versuch, die Liebe und Nähe seiner Tochter zurückzugewinnen, verstrickt er sich in ein Verbrechen, das alles verändert ...


Autorenportrait im Klappentext
Pascal Mercier, geboren 1944 in Bern, heißt im richtigen Leben Peter Bieri und ist Professor für Philosophie an der Freien Universität Berlin. Ist ein Schweizer Schriftsteller.
Der Autor hat schon verschiedene Buchpreise erhalten. Mir ist der Autor fremd, habe aber noch einen Band von ihm ungelesen im Regal stehen, Nachtzug nach Lissabon, auf das ich mich auch schon freue. Wird im nächsten SuBspiel auch dabei sein.

Die ersten fünfzig Seiten habe ich nun durch und es gefällt mir recht gut. Bin neugierig, wie es weitergehen wird. Schön finde ich auch, dass die Musik mit  im Vordergrund steht. 



Montag, 1. Oktober 2012

Thomas Mann / Tristan (1)

70 Seiten
Fischer Verlag Sonderausgabe
Gebundene Miniausgabe 10,00 €
 ISBN 978-3-596-51135-8


Eine Buchbesprechung der o.g. Lektüre

Die Novelle kam mir total bekannt vor und wusste erst nicht woher, da ich von Thomas Mann bisher nur wenige Erzählungen gelesen hatte. Zum Schluss erinnerte ich mich schließlich. Es gab mal eine Verfilmung.

Die Novelle kam mir total bekannt vor und wusste erst nicht woher, da ich von Thomas Mann bisher nur wenige Erzählungen gelesen hatte. Zum Schluss erinnerte ich mich schließlich. Es gab mal eine Verfilmung dazu, die ich gesehen habe, ist aber unendlich lange her.

Die Erzählung beinhaltet ein Sanatorium für Lungenkranke und so mache ich dort als Leserin die Bekanntschaft merkwürdiger Leute, was ja für Thomas Mann nicht untypisch ist. Zum einen gibt es die fünfzigjährige Pastorenfrau, die neunzehn Kinder geboren hatte. Das habe ich noch nie gehört, dass eine Frau so viele Kinder zur Welt gebracht hat. Das entspräche ja eine gesamte  Schulklasse :D. 
Das Sanatorium trug den Namen Einfried und steht für Einsamkeit (Rückzug) und Frieden.

Dann gibt es noch den Herrn Klöterjahn, der seine kranke Frau in das Sanatorium begleitet, bei der erst der Verdacht einer erkrankten Luftröhre bestand, es sich zum Schluss aber doch  als eine Lungenerkrankung erweist, der sie dann letztendlich erlag. Kurios ist ihr er Mann, der, als man ihn später zur weiteren Anreise riet wegen der ernsthaften Erkrankung seiner Frau, sich erst darüber aufregte und die Anreise als vergeudete Zeit betrachtet hatte, bis ihm schließlich der Ernst ihrer Erkrankung ins Bewusstsein geriet, so nach dem Motto, seine kranke Frau ist es nur wert besucht zu werden, bzw. die lange Anfahrtszeit in Kauf zu nehmen, wenn sie kurz vor dem Tod steht.
Kurios ist aber auch seine Frau, die sich gewisse Leidenschaften nicht erlaubt, weil der Arzt es ihr verboten hatte. Eine Leidenschaft davon bestand aus dem Klavierspiel.


Die nächste merkwürdige Figur ist der Romancier Spinell, der sich überaus wichtig nimmt.

Spinell, so denke ich, ist der Protagonist der Erzählung. Er begab sich ins Einfried, um Ruhe für seine schriftstellerische Tätigkeit zu finden.

Er suchte vermehrt die Gesellschaft der Frau Klöterjahn auf. Mit seiner Schrifttellerei nahm er sich recht wichtig, obwohl er nicht unbedingt zu den erfolgreichen Autoren zählt. 

Der Wahrheit die Ehre zu geben, so war dies mit dem >Zuströmen< ganz einfach nicht der Fall, und Gott wusste, aus was für eitlen Gründen Spinell es behauptete. Die Worte schienen ihm durchaus nicht zuzuströmen, für einen, dessen bürgerlicher Beruf das Schreiben ist, kam er jämmerlich langsam von der Stelle, und wer ihn sah, musste zu der Anschauung gelangt sein, dass ein Schriftsteller ein Mann ist, dem das Schreiben schwerer fällt, als allen anderen Leuten. :D.

Als das Sanatorium eine Freizeit plante, so lehnte Spinell die Teilnahme daran ab.


Herr Spinnell ließ wissen, dass er heute Nachmittag arbeiten wolle - er gebrauchte sehr gern das Wort >arbeiten< für seine zweifelhafte Tätigkeit. Übrigens beklagte sich keine Seele über sein Fortbleiben.
Auch Frau Klöterjahn blieb zurück, da sie von dem Arzt absolute Ruhe und Schonung verordnet bekommen hatte. Herr Spinell begibt sich in ihre Nähe, in einer Aula, in der ein Flügel steht. Er bittet Frau Klöterjahn, die übrigens sehr bescheiden über ihr musisches Talent spricht, für ihn auf dem Flügel zu spielen.  Nocturne von Frederique Shopin. Als sie weiterhin ablehnt, sie  macht den Arzt zu ihrer absoluten Autorität, und macht ihm auf das ärztl. Verbot aufmerksam, dass das Klavierspiel ihr schaden könne, erwidert schließlich Spinell:
 

"Nun bitte ich nicht mehr", sagte er endlich leise. Wenn sie fürchten, sich zu schaden, gnädige Frau, so lassen Sie die Schönheit tot und stumm, die unter ihren Fingern laut werden möchte.
Auch wenn mir Spinell nicht sonderlich sympathisch ist, so finde ich doch einen Kern der Wahrheit in dem Zitat.

Das übertriebene Befolgen ärztlicher Anordnung lässt mich zu der Frage kommen, ob überhaupt das Atmen noch erlaubt sei? Oder ist es die Frau selbst, die dem Arzt so viel Macht gibt, um sich mit ihrer Erkrankung wichtig zu machen?

Am Ende der Novelle wird Frau Klöterjahns Mann einbestellt wird, und er dort mit dem kleinen Sohn Anton einntrifft, sieht Spinell in dem kleinen Jungen nichts Besonderes. Er beobachtet das kindliche Verhalten und bezeichnet dies als triebhaft und animalisch, letztlich als dumm Spinell schreibt Klöterjahn einen Brief., der von Intrigen behaftet ist. Während Klöterjahns Frau mit dem Sterben beschäftigt ist, besucht ihr Mann den Romancier um ihn zu diskreditieren, statt sich um seine sterbenskranke Frau zu kümmern.Er, Klöterjahn, Kaufmann von Beruf, habe schließlich das Herz auf dem rechten Fleck und weist damit seine Anklagen durch den Dichter ab. 

Der Titel Tristan weist Prallelen auf zu Wagners Oper Tristan und Isolde.

Hier mache ich nun Schluss. Die Novelle hat mir abschließend recht gut gefallen.


Anmerkung der Autorin: Der Fettdruck im Zitat ist durch mich hervorgehoben.
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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 70
Gelesene Bücher 2011: 86


Montag, 3. September 2012

Siegfried Lenz / Schweigeminute




Hoffmann und Campe Verlag
12. Auflage 2008
128 Seiten, 15,95 €
ISBN:  978-3-455-04284-9


Klappentext

Ein warmer Sommer an der Ostsee vor vielen Jahren. Benny Goodmann und Ray Charles sind noch en vogue, in den Gassen spielt der Drehorgelmann, man bezahlt in »Mark«, und wenn die Englischlehrerin vor die Oberprima tritt, stehen alle auf: »Good morning, Mrs. Petersen.«
Wie es zu der Liebe zwischen Stella und Christian kam, wie die Leidenschaft sich an der Realität messen muss und wie dann mit einem Mal alles zu Ende ist – und doch auch nicht. Wie die Liebe gerade durch den Tod unsterblich wird: das erzählt Siegfried Lenz mit meisterhafter Einfühlungskraft, mit Distanz und Humor. Im Thema des Vergänglichen, der Zeitverfallenheit irdischer Liebe, der Unmöglichkeit vollendeten Glücks, schwingt die Melancholie eines Theodor Storm. In der Lakonie des Erzählens spürt man die existenzielle Härte eines Ernest Hemingway. Und doch spricht hier die Sympathie und Integrität des Erzählers Siegfried Lenz, der im knappen Raum der Novelle eine Menschheitsfrage entfaltet, die immerzu gültig ist.


 Autorenportrait im Klappentext

Siegfried Lenz, 1926 im ostpreußischen Lyck geboren, zählt zu den bedeutenden und meistgelesenen Schriftstellern der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte 2009. Seit 1951 veröffentlicht er alle seine Romane, Erzählungen, Essays und Bühnenwerke im Hoffmann und Campe Verlag. Zuletzt erschienen Schweigeminute (2008), Landesbühne (2009) und Die Maske (2011).

Von Siegfried Lenz habe ich ein paar Werke gelesen, Heimatmuseum und Die Deutschstunde. Von Die Deutschstunde war ich besonders angetan.

Das o. g. Werk habe ich schon gestern Nacht begonnen und zur Hälfte gelesen. Ich habe nur noch dreißig Seiten vor mir und werde es heute noch abschließen können.




Dienstag, 24. Juli 2012

Carlos Maria Dominguez / Das Papierhaus

  Klappentext

Eine Literaturdozentin, die so in die Gedichte von Emily Dickinson vertieft ist, dass sie tödlich verunglückt, ihr argentinischer Kollege, der um die halbe Welt reist, um das Geheimnis eines rätselhaften Buches zu lösen, und ein Mann, der bereit ist, seine Liebe für Bücher in Stein zu fassen: drei Menschen, die ohne Bücher nicht sein können und deren Leben auf höchst seltsame Weise miteinander verknüpft werden.



"Eine kleine Geschichte über die Leidenschaft für Bücher."
Elke Heidenreich 



Autorenportrait

Carlos María Domínguez wurde 1955 in Buenos Aires geboren und lebt heute in Montevideo, wo er als Journalist, Literaturkritiker und Schriftsteller arbeitet. „Das Papierhaus“, Domínguez' Deutschlanddebüt, wurde 2001 in Uruguay mit dem „Premio Lolita Rubial“ ausgezeichnet.

Das Buch habe ich von meiner Literturfreundin Anne geschenkt bekommen.
Ich selbst kenne den Autor nicht. Freue mich aber immer wieder,  neue AutorInnen kennenzulernen. 
Das Thema dieses Bandes spricht mich voll an, und gehe mit großer Neugier an das Buch heran. 
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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)

Gelesene Bücher 2012: 53
Gelesene Bücher 2011: 86




Dienstag, 10. Juli 2012

Anna Seghers / Jans muss sterben

Jans muß sterben

ISBN-10: 3763251650 

Verlag: Büchergilde Gutenberg 

4,99 € statt 11,50 

70 Seiten

 

Klappentext

 "Martin und Marie Jansen - er ruhig und gutmütig, sie kräftig und lebhaft - haben längst ihre Zärtlichkeit und Liebe füreinander verbraucht. All ihre Hoffnungen und verzweifelten Erwartung knüpfen sie an Jan, ihr Kind, unfähig, die Heftigkeit ihrer Gefühle auszudrücken, die sie fast zerreißt. Aber dann geschieht das Unglück: der kleine Körper zerfällt in einer unerklärlichen Krankheit."

Das Buch habe ich bei Jokers sehr preisgünstig entdeckt, s. o. gebundene Ausgabe, wahrscheinlich noch eine Restauflage. Anna Seghers ist als eine anspruchsvolle Autorin recht bekannt. Dennoch ist es das erste Buch von ihr, das ich lesen werde... .

 

Autorinnenportrait

Die Autorin wurde 1900 in Mainz geboren, starb 1983 in Berlin. Dt. Schriftstellerin jüdischer Herkunft... .

Donnerstag, 14. Juni 2012

Erzählungen von Thomas Mann BD 1

  Der Bajazzo, eine Erzählung von 54 Seiten


ISBN-10: 3596512255
Nach allem zum Schluss und als würdiger Ausgang, in der Tat, alles dessen ist es nun der Ekel, den mir das Leben - mein Leben -den mir >alles das< und  >das Ganze< einflößte. 

So beginnt die Erzählung von Thomas Mann, ob es nun Zufall ist oder nicht, aber irgendwie passt der Anfang, überhaupt das gesamte Thema, ein wenig zu meiner letzten Lektüre. Auch hier habe ich es mit einem Erzähler zu tun, der über sein Leben voll Abscheu und Ekel spricht.


Die Novelle handelt von einem Ich - Erzähler, zu einer Lebenszeit, als er dreißig Jahre alt war. Man erfährt auf den ersten Seiten ein wenig von dessen Familie. Zwei ältere Schwestern, die aber nach meinem Empfinden als Nebenfiguren keine außergewöhnliche Rolle spielen, bleiben in meiner Buchbesprechung unerwähnt. Der Vater ist in der Öffentlichkeit ein recht angesehener und geachteter Kaufmann, während die Mutter klein, zierlich und recht mädchenhaft wirkt und sie als nicht besonders hübsch beschrieben wird. Sie ist auf dem Gebiet der Literatur und dem Theater sehr bewandert. Das große Interesse für Literatur und Theater machte sich auch recht bald in dem Jungen, dem Erzähler, bemerkbar. Zu Weihnachten bekommt er ein Spieltheater geschenkt, mit dem er leidenschaftlich seine Fantasien auslebt und darin sogar auch Opern erfand… . Er beherrschte recht früh die Fabulierkunst.
In der Schule zeigt er sich dadurch eher verträumt und desinteressiert, und er brachte nicht die Leistungen zustande, die der Vater von ihm erwartete. Mit siebzehn Jahren wurde er somit in die Kaufmannslehre geschickt, und die Schule wurde vorzeitig beendet.

Der Vater zeigt sich nicht gerade entzückt über seine Entwicklung und das Interesse und der Liebe zu den literarischen Künsten. Er bezeichnet seinen Sohn als einen Bajazzo.

Bajazzo, eine Spaßfigur, mit nicht ernstzunehmenden Chraktereigenschaften und Vorlieben, entlehnt aus dem italienischen Volkstheater. Wobei mir der Protagonist gar nicht so erscheint. Auf mich wirkt er, nachdem ich die Novelle durch hatte, ein wenig ernst und nachdenklich, ein Bajazzo würde gar nicht so sehr sein Leben reflektieren. Er wäre durch und durch ein Lebemensch.

Der Junge wirkte außerhalb der Literatur und dem Theater nicht besonders ehrgeizig, aber er begab sich brav und widerstandslos in die Lehre bei dem Holzhändler Schlievogt. Es gelang ihm, sich dort gut anpassen und machte sich bei seinem Meister auch recht beliebt. Mit der Zeit lernte er ein geregeltes und sicheres Leben zu führen, das sich in feste Bahnen bewegt. Diese Lebensform würde aus meiner Sicht partout nicht zu einem Bajazzo passen… . Doch als der Vater verstarb und kurze Zeit darauf auch seine Mutter, erbte er eine fünfstellige Summe, so dass er gut damit seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte, ohne weiter seinen Beruf als Kaufmann nachgehen zu müssen.
Er zog in eine andere Stadt, und begann dort ein neues Leben.


Meine Tage vergingen fortab in Wirklichkeit dem Ideale gemäß, das von mir mein Ziel gewesen war. Ich erhob mich von etwa um 10:00 Uhr, frühstückte und verbrachte die Zeit bis zum Mittag am Klavier und mit der Lektüre einer literarischen Zeitschrift oder eines Buches. Dann schlenderte ich die Straße hinauf zu dem kleinen Restaurant, in dem ich mit Regelmäßigkeit verkehrte, speiste und machte darauf einen längeren Spaziergang durch die Straßen, durch eine Galerie, in die Umgegend, auf den Lerchenberg. Ich kehrte nach Hause zurück und nahm die Beschäftigungen des Vormittags wieder auf: Ich las, musizierte, unterhielt mich manchmal sogar mit einer Art von Zeichenkunst oder schrieb mit Sorgfalt einen Brief. Wenn ich mich nach dem Abendessen nicht in ein Theater oder ein Konzert begab, so hielt ich mich im Caffée auf und las bis zum Schlafengehen die Zeitung.


Welche Literaturinteressierten träumen nicht von solch einem Luxusleben?, selbst wenn dieses Leben durch den Erzähler letztendlich doch infrage gestellt wird... . Je mehr er sich der Kunst zuwandte, desto mehr kehrte er der Welt und den Menschen den Rücken. Er hob sich auch von den anderen Menschen deutlich ab:


Die Tage aber verstrichen, und es wurden Wochen und Monate daraus- Langeweile? Ich gebe zu: Es ist nicht immer ein Buch zur Hand, das eine Reihe von Stunden den Inhalt verschaffen könnte; übrigens hast du ohne jedes Glück versucht, auf dem Klavier zu fantasieren, du sitzest am Fenster, rauchst Cigaretten, und unwiderstehlich beschleicht dich ein Gefühl der Abneigung von aller Welt und dir selbst; die Ängstlichkeit befällt dich wieder, die übelbekannte Ängstlichkeit, und du springst auf, machst dich davon, um die auf der Straße mit dem heiteren Achselzucken des Glücklichen die Berufs-und Arbeitsleute zu betrachten, die geistig und materiell zu unbegabt sind für Muße und Genuss.


Eigentlich nimmt der Erzähler schon recht deutlich wahr, dass sein Leben trotz der  vielseitigen Kunst recht einsam verläuft, doch er wagt sich nicht sich dem zu stellen, und wertet sich auf, indem er die arbeitende Bevölkerung, verglichen zu ihm und seinen Möglichkeiten, als unbegabt hinstellt. Letztendlich ist dieses Urteil eher ein Selbstschutz, um sich nicht eingestehen zu müssen, dass ihm im Leben doch auch etwas ganz Wesentliches fehlt.

Auf den folgenden Seiten erfährt man schließlich doch, dass er hin und wieder ein wenig müde von der Einsamkeit ist. Seine Unzufriedenheit nimmt immer mehr zu, so dass er schließlich sich doch eingestehen muss, dass er keinem bestimmten Gesellschaftskreis angehört, indem er Bekanntschaften hätte knüpfen können.


 Übrigens hatte ich hier wohl mit der Gesellschaft gebrochen und auf sie verzichtet, als ich mir die Freiheit nahm, ohne ihr in irgendeiner Weise zu dienen, meine eigenen Wege zu gehen, und wenn ich, um glücklich zu sein, der Leute bedurft hätte, so muss ich mir erlauben, mich zu fragen, ob ich in diesem Falle nicht zur Stunde damit beschäftigt gewesen wäre, mich als Geschäftsmann größeren Stils gemein nützlich zu bereichern und mir den allgemeinen Neid und Respekt zu verschaffen.


Als Geschäftsmann? Wen muss er neidisch machen... ?. Hat er es nötig? Vielleicht hätte er sich im Elternhaus besser durchsetzen müssen, um seine Begabungen in der Kunst weiter zu entfalten. Aber auf einem professionellen Gebiet, auf dem sich noch andere Künstler tummeln, und mit ihnen im Austausch bleiben würde. Aber er besänftigt sich immer wieder mit nicht ganz aufrichtigen Gedanken:


Ah, ich habe aber mein Leben zu meinem Wohlgefallen eingerichtet! Bin ich vielleicht nicht glücklich? Eine Lächerlichkeit, diese Frage, und weiter nichts. (…) Es ist wahr, dass ich allerhand vermag! Ich kann (…) mich am Flügel niederlassen, um mir im stillen Kämmerlein meine schönen Gefühle voll auf zum Besten zu geben, und das sollte mir billig genügen; denn wenn ich, um glücklich zu sein, der Leute bedürfte - dies alles! Allein gesetzt, dass ich auch auf den Erfolg ein wenig Wert legte, auf den Ruhm, die Anerkennung, das Lob, den Neid, die Liebe?
 
Schließlich versucht er >Glück< zu definieren, wobei ich den Eindruck bekomme, dass er >Glück< auch erzwingen will, um sein Leben damit als geglückt rechtfertigen zu können:


 Ich will und muss glücklich sein! Die Auffassung des "Glückes" als eine Art von Verdienst, Genie, Vornehmheit, Liebenswürdigkeit, die Auffassung des "Unglücks" als etwas Hässliches, Lichtscheues, Verächtliches und mit einem Worte lächerliches ist mir zu tief eigentlich, als dass ich mich selbst noch zu achten vermöchte, wenn ich unglücklich wäre. 

Ich denke, dass es nicht so einfach ist zu verkraften, wenn man plötzlich die Erkenntnis machen muss, dass man im Leben etwas ganz Wesentliches versäumt hat, obwohl der Protagonist noch sehr jung ist, und sein Leben durchaus noch umlenken könnte:
 
Was dürfte ich mir gestatten, um glücklich zu sein? Welche Rolle müsste ich vor mir spielen? Müsste ich nicht als eine Art von Fledermaus oder Eule im Dunkeln hocken und neidisch ich zu den Lichtmenschen hinüberblinzeln, den liebenswürdigen Glücklichen? Ich müsste sie hassen, mit jenem Hass, denn nichts ist als eine vergiftete Liebe, - und mich verachten!


Ja, er hat sich auch in eine Frau verliebt, eine hübsche junge Dame, eine Theaterbesucherin, die aber leider einem anderen Bewerber versprochen ist, wie er enttäuscht feststellen musste. Aber zumindest lernt er das Gefühl der Liebe kennen..., selbst wenn er nach dieser Enttäuschung auch die Liebe letztendlich in sich völlig verwirft und sie als eine bloße, lästige Eitelkeit abtut:


Liebte ich, wenn endlich einmal diese Frage erlaubt ist, liebte ich dieses Mädchen denn eigentlich? Vielleicht… aber wie und warum? Weil diese Liebe nicht eine Ausgeburt meiner längst schon gereizten kranken Eitelkeit, die beim ersten Anblick dieser unerreichbaren Kostbarkeit reinigend aufbegehrt war und Gefühle von Neid, Hass und Verachtung hervorgebracht hatte, für die dann die Liebe Vorwand, Ausweg und Rettung war?
Ja, das alles ist Eitelkeit! Und hat mich nicht mein Vater schon einst einen Bajazzo genannt?
 
Sicherlich haben ihn die väterlichen Urteile geprägt, von denen er sich nicht hat lösen können, vielleicht, weil er diese nicht ausreichend genug hinterfragt hat. Ein kleiner Dialog zwischen den Eltern über den Sohn. Der Vater:


Seine Begabung, von der du sprichst, ist eine Art von Bayazzobegabung, wobei ich mich beeile, hinzuzufügen, dass ich dergleichen durchaus nicht unterschätze. Er kann liebenswürdig sein, wenn er Lust hat, er versteht es, mit den Leuten umzugehen, sie zu amüsieren, ihnen zu schmeicheln, er hat das Bedürfnis, Ihnen zu gefallen und Erfolge zu erzielen; mit derartiger Veranlagung hat bereits mancher sein Glück gemacht, und mit ihr ist er angesichts seiner sonstigen Indifferenz im Handelsmann größeren Stils relativ geeignet."
 
Ich denke, dass es genau das ist, was den Jungen beeinflusst hat, weshalb aus ihm nicht mehr geworden ist. Er genießt seine Kunst im Stillen, obwohl er die Fähigkeiten hätte, unter Menschen zu gehen, und im Austausch mit anderen Künstlern diese dort weiter zu entfalten und die Welt mit seinen künstlerischen Fähigkeiten zu bereichern.


Wohlüberlegt, ich kann nicht umhin, mir diese so friedliche und lächerliche Begriffsunterscheidung zugestehen: Die Unterscheidung zwischen >innerem und äußerem Glück< ! >Das äußere Glück<, was ist das eigentlich?- Es gibt eine Art von Menschen, Lieblingskinder Gottes, wie es scheint, deren >Glück< das Genie und deren Genie das >Glück< ist, nicht Menschen, die mit dem Widerspiel und Abglanz der Sonne in ihren Augen auf eine leichte, anmutige und liebenswürdige Weise durchleben, pendeln, während alle Welt sie umringt, während alle Welt sie bewundert, belobt, beneidet wird und liebt, weil auch der Neid unfähig ist, sie zu hassen. :-). 


Zu diesem Zitat muss man gar nichts mehr hinzufügen, ich schreibe gewisse Textstellen eigentlich nur heraus, weil sie mir so gut gefallen. Eigentlich hätte ich in vier Sätzen sagen können, worum die Erzählung handelt, und was die Quintessenz von ihr ist.

Aber was den Erzähler für mich so sympathisch macht, ist die Auseinandersetzungen mit seinem Leben, das Abwägen von Für und Wider, auch wenn die Erzählung nicht gerade optimistisch endet, aber sie keineswegs unrealistisch macht. Er setzt sich auseinander, denkt kritisch über sein Leben nach, aber als Ekel habe ich sein Leben gewiss nicht empfunden.

Mit einem Zitat begonnen, schließe ich mit einem Zitat ab:

Scheint es nicht, dass sich die inneren Erlebnisse eines Menschen desto stärker und angreifender sind, je dégagierter, weltfremder, und ruhiger er äußerlich lebt? Es hilft nichts: Man muss leben; und wenn du dich wehrst, ein Mensch der Aktion zu sein, und dich in die friedlichste Einöde zurückziehst, so werden die Wechselfälle des Daseins dich innerlich überfallen, und du wirst deinen Charakter in ihnen zu bewähren haben, seist du nun ein Held oder ein Narr.
                                                                          ENDE !

Nachgedanke:

Es gibt einsame Menschen, die nach ihren Möglichkeiten nichts unversucht gelassen haben, sich in das gesellschaftliche Leben zu mischen, und brachten Projekte auf die Beine, die jedoch allesamt gescheitert sind. Auch in der Gesellschaft fühlen sich diese Menschen recht einsam, einsamer als die Kunst hinter ihren vier Wänden… .

Mir hat die Novelle gut gefallen und gebe ihr sieben von zehn Punkten. Sieben Punkte und nichtzehn aus dem Grund, da das Thema nicht wirklich authentisch ausgearbeitet war. Den Bajazzo habe ich in dem Protagonisten keinesfalls erkennen können. Dafür war er zu ernst und zu reflektiert. Am Anfang der Novelle wird man auf ein Leben vorbereitet, das von dem Erzähler als recht ekelhaft empfunden wird. Auch das kommt nicht wirklich gut zur Geltung. Ich finde das Leben, das der Erzähler uns mitteilt, alles andere als ekelhaft und abstoßend. 

Ich gebe der Novelle sieben von zehn Punkten. Sieben und nicht mehr, weil mir der Ich-Erzähler als Bajazzo nicht wirklich authentisch wirkte. Sieben und nicht weniger, weil man sich gut in die Erzählung einfinden kann und der sprachliche Ausdruck recht gehoben ist.

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„Die rechte Vernunft liegt im Herzen“ (Theodor Fontane)


SuB:

Dickens: Schwere Zeiten 

Frank: Rücken an Rücken
Kuan: Die Langnasen
Lenz: Die Masken
Leroux: Das Phantom der Oper
Lueken: New-York
Manguel: Die Bibliothek bei Nacht
Mann. T. Erzählungen (1)
Miin: Madame Mao
Muawad: Verbrennungen
Osorio: Mein Name ist Luz
Remarque: Der schwarze Obelisk
Rahom: Stein der Geduld
Senger: Kaiserhofstr. 12
Thackeray: Das Buch der Snobs
Zweig: Brennendes Geheimnis

Gelesene Bücher 2012: 42

Gelesene Bücher 2011: 86