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Montag, 11. Dezember 2017

Isabel Allende / Der japanische Liebhaber (1)


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Dieses Buch von Isabel Allende hat mich arg überrascht.

Mir hat es sehr gut gefallen, womit ich nicht gerechnet habe, nach dem ich so viele negative Kritiken gehört / gelesen habe. Ich selbst hatte damit auch nicht gerechnet, da ihr Schreibstil so nachgelassen hat. Ich weiß nicht mehr, welches Buch es war, das mich total enttäuscht hatte. Eines von den Letzten, weshalb ich mir mit der Anschaffung des vorliegenden Buches so viel Zeit gelassen habe.

Allende beschäftigt sich in diesem Buch mit historischen Themen wie dem Zweiten Weltkrieg und dem Nationalsozialismus, mit einer außergewöhnlichen Liebesgeschichte, die bis in die Gegenwart reicht. Und man bekommt es mit mehreren unterschiedlichen Familien zu tun ...
Man benötigt demnach gute Synapsen, wenn man immer wieder von der einen Familie in die nächste gerät, von der Vergangenheit in die Gegenwart, nicht immer chronologisch geordnet, und die vielen unterschiedlichen Figuren haben mich herausgefordert.

Deshalb bin ich in die Geschichte am Anfang schwer reingekommen, als mir die vielen Figuren noch fremd waren und ich mich an dieses Hin- und Herspringen von einer Familie in die nächste gewöhnt habe. Als ich schließlich in dem Geschehen angekommen war, ging es dann recht zügig mit dem Lesen, wobei ich mir mit dem Verarbeiten dieser Themenvielfalt etwas Zeit gelassen habe.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Für Irina ist der neue Job ein Glücksfall. Die junge Frau soll für die Millionärin Alma Belasco als Assistentin arbeiten. Mit einem Schlag ist sie nicht nur ihre Geldsorgen los, sondern gewinnt auch eine Freundin, wie sie noch keine hatte: extravagant, überbordend, mitreißend und an die achtzig. Doch bald spürt sie, dass Alma verwundet ist. Eine Wunde, die nur vergessen scheint, wenn eines der edlen Kuverts im Postfach liegt. Aber wer schreibt Woche um Woche diese Liebesbriefe? Und von wem stammen all die Blumen? Auch um sich von den eigenen Lebenssorgen abzulenken, folgt Irina den Spuren, und es beginnt eine abenteuerliche Reise bis weit in die Vergangenheit. 

Fast jede Figur in dem Buch bringt eine interessante Lebensgeschichte mit, selbst die unscheinbare 23-jährige Irina Bazili, die ursprünglich aus Moldawien kommt und als Opfer mit Kinderpornografie und Pädophilie zu tun bekommen hat. Irina Bazili ist eigentlich nicht ihr richtiger Name, sie hat den richtigen abgelegt, um diese sexuellen Missbräuche zu vergessen, und um eine neue Identität zu erwerben. Allerdings ist Irina dadurch nicht wirklich beziehungsfähig ... Irina beschäftigt sich lieber mit den Problemen anderer Leute …

Doch bevor sie Alma Belasco kennenlernt und für sie arbeiten wird, ist sie im Lark House beschäftigt. Lark House ist ein recht großes Seniorenheim mit einer Pflegestation. Irina ist  bei den Bewohnern beliebt, sie zeigt sich recht kompetent in der Arbeit mit den alten Leuten. Ihr guter Ruf reicht bis zur Heimbewohnerin Alma Belasco, die sie bei sich als Assistentin einstellt.

Alma, die eigentliche Heldin des Romans, ist jüdischer Abstammung, und sie wird im Alter von acht Jahren von der Familie aus Warschau in Begleitung ihrer Kindererzieherin nach Amerika zu Onkel Isaac und Tante Lillian geschickt, die selbst drei Kinder haben. Alma erleidet dadurch ein schweres Trauma, als sie von ihrer Familie getrennt wird. Eine Zeit lang versteckt sie sich weinend im Kleiderschrank, bis sie lernt, ihre Tränen zu schlucken. Zutrauen findet sie von Anfang an in ihrem jüngsten Cousin Nethaniel. Und dieses Vertrauen bleibt bis ins hohe Alter. Alma vertraut ihm alle Sorgen an, selbst ihre intimsten aus der Zeit ihrer körperlichen und pubertären Entwicklung. Auch Nethaniel ist eine sehr interessante Figur, die mir eigentlich von allen Figuren am sympathischsten war, da er sehr sensibel und fürsorglich sich Alma gegenüber gegeben hat … Und er besitzt sehr viel Weisheit. Erst am Schluss erfährt man mehr aus seinem recht außergewöhnlichen Leben.

Bei den Belascos war ein japanischer Gärtner eingestellt namens Takao Fukuda, der einen Sohn, Ichimei, hat. Ichimei war so alt wie Alma. Zwischen den beiden Kindern entwickelt sich eine außergewöhnliche Liebe, die außergewöhnliche Wege geht ...

Die Familie Fukuda wird im Zweiten Weltkrieg interniert, als sich Amerika mit Japan im Krieg befand. Alle in Amerika lebende Japaner, auch die mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, wurden nach Topaz überführt und in ein Internierungslager gesteckt, das mit den Konzentrationslagern in Europa Ähnlichkeit hatte. Erst als Japan kapituliert, werden die Inhaftierten aus den Lagern wieder entlassen. Nicht auszudenken, was die amerikanische Regierung mit diesen Menschen gemacht hätte, wenn das Land den Krieg mit Japan verloren hätte. Und wieder erlebe ich ein Amerika, das Menschen einer ethnischen Gruppe politisch unter Generalverdacht stellt ...

Alma und Ichimei kommen wieder zusammen, aus der Kinderliebe entwickelt sich eine erwachsene Liebe entgegen aller Konventionen. Dies macht die Beziehung außerordentlich kompliziert ... 

Irina wandelt auf den Spuren von Alma. Sie sortiert alle Fotos, Briefe und sonstige Schreiben ihrer Chefin, die so nach und nach zu einer Freundin wird. Doch auch Irina ist gefordert an ihr Trauma zu arbeiten, als Seth, der Lieblingsneffe von Alma, sich in sie verliebt.

Mehr möchte ich nicht verraten.

Mein Fazit?

Eigentlich mag ich keine Liebesromane, aber es gibt Ausnahmen. Allendes Liebesromane sind keine typischen Liebesromane; nicht schnulzig und auch nicht so billig, was das Niveau betrifft. Man bekommt es mit sehr interessanten Persönlichkeiten zu tun … Auch den historischen Teil fand ich hochinteressant.

Auch wenn ich ein paar Fakten verraten habe, bleibt in dieser Romanwelt noch genug anderes zu entdecken und zu erleben. Vieles, was nicht vorhersehbar ist.


Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

Zwölf von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

  • Taschenbuch: 335 Seiten
  • Verlag: Suhrkamp Verlag; Auflage: 2 (11. September 2016)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3518467301

Und hier geht es auf die Vderlagsseite von Suhrkamp/Insel.

Auf der Verlagsseite findet man noch jede Menge nützliche Informationen zu der Autorin. 
___________
Das Herz ist groß, man kann mehr als einen Menschen lieben.
(Isabel Allende)

Gelesene Bücher 2017: 55
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Mittwoch, 22. November 2017

Beate Seebauer / Herzenspfade (1)

Oder wie gelebte Trauer uns stark macht 


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Das Buch von  Beate Seebauer ist recht authentisch und sehr empathisch geschrieben ... 

Sie ist sehr mutig gewesen, über sich und über den Verlust ihrer Hündin Safi öffentlich zu schreiben. Das hat mich sehr tief berührt. Da ich ja selbst auch noch einen tierischen Verlust zu verwinden habe, konnte ich mich in vielen ihrer Erfahrungen widerspiegeln. Mit dem  Unterschied; sie war auf den schnellen Tod ihrer krebserkrankten Hündin nicht vorbereitet, sodass sie und ihr Mann ein richtiges Trauma zu verkraften hatten, einen Schock, der langwierig war, und der sie in eine schwerwiegende Depression gestürzt hat.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Nichts schmerzt mehr als der Verlust eines geliebten Wesens. Wie kann das Leben danach weitergehen? Anhand ihrer eigenen Erfahrungen nach dem plötzlichen Tod ihrer geliebten Hündin Safi zeigt uns Beate Seebauer, dass wir die Traurigkeit, die Wut und die Hoffnungslosigkeit in jedem Fall durch- und erleben sollten – unabhängig davon, ob es sich bei dem Verstorbenen um einen Menschen oder ein Tier handelt. In diesem Buch lässt sie uns an ihrem persönlichen Verarbeitungsprozess teilhaben. Dank berührender Herzensbotschaften sowie erprobter Übungen und Meditationen erkennen auch wir, wie wir unser Herz wieder für die Welt öffnen können.
Sie gibt gute Tipps, macht den Menschen Mut, sich der Trauer des verstorbenen Tieres emotional zu stellen, statt sie zu verdrängen. Leider leben wir in einer Gesellschaft, in der der Tod noch tabuisiert wird. Nicht die Autorin, denn sie geht durch den Schmerz, den ich mit einer Wunde vergleiche, die nur heilt, wenn der Eiter aus der Wunde geholt wird. Sie arbeitet an ihrer Trauer, unabhängig davon, was andere sagen oder erwarten. Sie nimmt sich die Zeit, die sie dafür braucht, und lässt sich von ihren Mitmenschen keinen Druck machen. Sie lebt es ihren LeserInnen vor …

Wie in ihren anderen Büchern findet man auch in diesem Buch ein gewisses Handwerkszeug, mit der Trauer umzugehen, zu der auch die Überwindung von falschen Schuldgefühlen gehören, verschiedene Meditationen wie die Auseinandersetzung mit dem inneren Kind und die Reise ins Regenbogenland … Auch geht sie vereinzelnd auf die Trauerphasen ein …

Nach jedem Kapitel findet man zu der Thematik eine Herzensbotschaft von den Tieren.

Mehr möchte ich nun nicht verraten.

Mein Fazit?

Ich kann der Autorin nur zustimmen, dass die Heilung wirklich nur durch die Auseinandersetzung mit der Trauer stattfinden kann. Allerdings hat das Buch auch esoterische Züge, sodass ich es jedem empfehlen kann, der vor der Esoterik nicht abgeneigt ist. Ich weiß, dass hierin in unserer Gesellschaft viele Vorurteile herrschen …

Weitere Informationen zu dem Buch

Vielen Dank an den Verlag für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar.

Bestell-Nr. 1310, 9,95 €
ISBN-13: 978-3-8434-1310-7
144 Seiten, broschiert, farbig, mit Abbildungen

Und hier geht es auf die Verlagsseite von Schirner. 

___________
Das Herz hat seine Gründe,
die der Verstand nicht kennt.
(Blaise Pascal)

Gelesene Bücher 2017: 53
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86



Sonntag, 19. November 2017

Richard David Precht / Tiere denken (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Das Buch wirkt recht tiefgründig, bietet viel Stoff zum Nachdenken. Sieht nach gründlicher Arbeit aus, allerdings kann ich nicht sagen, ob Prechts Thesen, die nicht nur aus vielen philosophischen Gedanken bestehen, sondern auch aus factualen, nicht auch etwas zu populistisch sind. Auch weiß ich nicht, wie sehr das Buch ernst zu nehmen ist, denn ich habe von anderen LeserInnen auf Facebook erfahren, dass Prechts Haltung zum Tierkonsum recht zwiespältig sei. Darunter befanden sich einige enttäuschte Gesichter, die im Tierachutz aktiv sind. Precht würde sich selbst nicht an seine Theorien halten, weshalb sie durch diesen Vertrauensbruch keine Bücher mehr von ihm lesen können.

Was für mich am wichtigsten war, das sind die vielen Fragen, die ich mir im Laufe der letzten Jahre im Hinblick der weltweiten misslichen Lage in der Tierhaltung gestellt hatte. Viele Fragen konnte ich in diesem Buch wiederfinden, wie z. B. wie sich der Mensch definiert verglichen zum Tier? Wie definiert der Mensch das Tier? Welche Gemeinsamkeiten gibt es? Warum muten Menschen den Tieren grausame Lebensformen zu? Wie könnte die Zukunft aussehen? Löst sich diese Massentierhaltung wieder auf? Wird es eine gerechtere Lebenshaltung für Tiere geben?

Recht häufig fragte ich mich, warum Gott diese entsetzlichen Qualen an Tieren zulässt? So sind es gerade die Tiere, die vor dem Gesetz am schutzlosesten sind. Antworten dazu finde ich nicht hier, weshalb ich sehr häufig auch spirituelle Bücher zurate gezogen habe, Bücher aus der Esoterik. Ich hoffe, ich werde deswegen nicht angeprangert ... 

Viele Fragen blieben aber auch ungeklärt. Die schizophrene Haltung von Tierkonsumenten, die einerseits empathisches Verständnis ihrem Haustier gegenüber aufbringen, und anderseits wiederum Tiere verspeisen, und sie damit stillschweigend das Morden in den Schlachthäusern unterstützen.

Mir hat es gefallen, dass der Autor zum Beginn eines neuen Kapitels ein passendes Tierzitat eingefügt hat. Ich habe mir viele Zitate  rausgeschrieben. Zitate von großen Meistern und Denkern aus dem Abendland bis hinein in die Gegenwart …
Ich wusste gar nicht, dass selbst Platon über beseelte Planeten nachgedacht hat und diese in Erwägung gezogen hat, dass die Seelen immer wiederkehren könnten. Immerzu in andere Körper, in andere Tier-oder Menschenrassen. Die esoterische Tierkommunikatorin Diana Cooper hat in ihrem neusten Buch Die Botschaft der Tiere genau das beschrieben, und ich sie nicht für voll genommen habe ... So viele Reisen auf den verschiedenen Planeten wurden von Wissenschaftlern unternommen und kein Astronaut ist zurückgekehrt und hat von Lebewesen auf den Planeten berichtet ... 

Prechts Buch beginnt mit einem Vorwort, anschließend mit einer Einleitung, bis man zu den Hauptthemen gelangt. In mehreren Kapiteln folgt die Evolutionstheorie. Man bekommt es z. B. mit den Ansichten von dem bekannten Naturforscher Charles Darwins zu tun. Im Anschluss daran werden die verschiedenen Weltreligionen beschrieben, welche Rangordnung bzw. welche Wertigkeit diese den Tieren entgegenbringen. Anschließend behandelt Precht die Tierethik und wie sie erneuert werden sollte, damit das Tier einen höheren Stellenwert bekommen könnte. In den Schlusskapiteln entwickelt der Autor eine Vision darüber, wie der Massentierbetrieb auslaufen und abgelöst werden könnte durch neuere Verfahren wie z. B. die Herstellung von Kunstfleisch, wofür kein Tier mehr sterben müsse. Diese Vorstellung hat mir sehr gut gefallen, auch wenn viele Fleischkonsumenten es sicher verwerfen würden. Aber die nächste Generation könnte davon profitieren ...  Dann gäbe es keine Nutztiere mehr. Welch eine Befreiung für die vielen armen Tierseelen.

Precht entwickelt noch eine weitere Vision, wohin die Entwicklung noch gehen könnte; dass Tiere so gezüchtet werden, damit sie keine Schmerzen in der Haltung und beim Schlachten mehr empfinden würden. Was ich davon halte? Jedes Lebewesen möchte leben und Tiere sind gerne auf der Welt. Ich bin für den Erhalt von Leben. Tierkinder entwickeln eine so große Lebens- und Spielfreude, die sich nicht sonderlich von denen der Menschenkinder unterscheiden lassen.

Was die Tierversuche betreffen, so fand ich dieses Kapitel schockierend; ich war nah dran, dieses Kapitel zu überspringen. Ich war in noch keinem Tierversuchslabor. Aber man liest genug darüber.
Auch hier weiß ich nicht, ob die Thesen, die der Autor in seinem Buch einbringt, richtig sind. Affen, die bei vollem Bewusstsein Elektroschocks über sich ergehen lassen müssen, noch schlimmer, wenn ihnen auch noch der Kopf durchgesägt wird, um an das Gehirn zu gelangen. Grauenvolle aber keineswegs neue Bilder, die ich am liebsten wieder vergessen möchte.
Welchen Sinn machen Tierversuche, wenn die Tiere sowieso ein anderes Immunsystem besitzen als Menschen, oder wenn das Gehirn eines Tieres anders beschaffen ist als das von Menschen? Das Tier als eine Sache, als ein Objekt zu betrachten, das keine Gefühle kennen würde? Für mich total absurd, denn man kann doch sehen, dass Tiere leiden, wenn ihnen Schaden zugefügt wird. Wie kann man daran zweifeln, dass Tiere fühlende Geschöpfe sind? In der Schweineindustrie bekommen die kleinen Schweinchen ohne Narkose ihre Hoden entfernt. Diese kleinen Ferkel quicken sehr laut vor Schmerzen und zappeln in den Händen ihrer Peiniger. Jeder kann sehen, dass diese Tiere Schmerzen empfinden. Das muss man doch wissen, Menschen, die mit Tieren arbeiten. Das ist für mich mutwillige Boshaftigkeit den Tieren gegenüber. 

Ich wäre dafür, die Tierversuche abzuschaffen. Viele sind völlig nutzlos wenn ich an die Kosmetik denke. Für die Medizin sollen doch die Triebtäter und Mörder hingehalten werden ...

Das Leben in einem Zoo? Alles nicht wirklich artgerecht. Hierin habe ich auch nichts Neues erfahren, bin selbst recht kritisch, wenn ich durch Tierparks laufe, denn artgerecht ist nur die Freiheit.


Mein Fazit zu dem Buch?

So wirklich weiser bin ich nun nicht geworden. Vieles habe ich vorher selbst schon auch gewusst, trotzdem habe ich das Buch mit großem Interesse gelesen, aber immer als Laie. Ich weiß nicht, wie Chemiker, Biologen, Naturwissenschaftler dieses Buch bewerten würden. Wahrscheinlich viel kritischer, als ich es getan habe.

Dass hochentwickelte Tiere häufig die besseren Menschen abgeben würden, philosophisch gedacht, und Menschen die schlechteren Tiere, daran habe ich noch nie gezweifelt. Ist es doch der Mensch, der den Planeten Erde bis zur völligen Zerstörung ausbeutet. Mitgefühl von menschlicher Seite ist, wenn man die globale Entwicklung in der Umweltpolitik und bei den Verbrauchern im Umweltverhalten betrachtet, nicht zu erwarten. 


Weitere Informationen zu dem Buch

ORIGINALAUSGABE
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 512 Seiten
ISBN: 978-3-442-31441-6
€ 22,99 [D] | € 23,70 [A] | CHF 30,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Goldmann

Erschienen: 17.10.2016

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Der Mensch ist, was er isst.
Doch der Mensch ist nicht nur, was er isst, 

denn unabhängig von dem, isst der Mensch, 
was er glaubt zu sein.
(Richard David Precht)


Gelesene Bücher 2017: 52
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Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Samstag, 21. Oktober 2017

Hanna Caspian / Die Kirschvilla (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Ich muss sagen, mich hat das Buch überrascht. Es hat besser abgeschnitten, als ich erst gedacht habe. Schon der Titel klingt recht trivial und das Cover sieht auch nicht besonders anspruchsvoll aus. Selbst meine Lesefreundinnen haben mich wiederholt auf das Buch angesprochen, dass es so gar nicht die gewohnte Art an Lektüre sei, die ich sonst immer lesen würde. Nun ja, in letzter Zeit habe ich insgesamt recht merkwürdige Bücher gelesen ... Und sicher haben sich manche schon über meinen abstrusen Lesegeschmack der letzten Tage gewundert. Manchmal muss man eben auch mal in andere Gefilde treten, um Neues zu erleben, selbst wenn die Theorien so völlig aus dem Rahmen fallen.

Das Buch hat mir deshalb gut gefallen, weil es auch gut geschrieben ist. Bis auf wenige Ausnahmen fand ich den Schreibstil gar nicht mal trivial. Und auch die Charaktere der Figuren waren recht differenziert gestaltet, und die gesamte Familienthematik in dem Roman fand ich spannend dargestellt. Ich habe mich in keiner Zeile gelangweilt und jede Seite las ich mit großem Interesse.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Isabell und ihre Großmutter Pauline treten ein Erbe in Köln an – Paulines Geburtshaus. Doch die alte Villa am Rheinufer birgt dunkle Geheimnisse. Bald sieht sich Isabell mit der Frage konfrontiert, ob ihr Liebesglück mit den Geheimnissen ihrer Familie zusammenhängt. Denn ausgerechnet Julius, Isabells neue Liebe, scheint tief in die schmerzliche Familientragödie verstrickt. Doch schließlich geben zwei Tagebücher aus den 1920er-Jahren, die die Zeit überdauert haben, Auskunft über die schockierenden Geschehnisse am Rheinufer – und über Wahrheiten, die niemand gerne über seine Familie erfährt.

Allerdings war der Ausgang mancher Episoden für mich vorhersehbar, auch wenn die Autorin sich große Mühe gegeben hat, mich als Leserin ein wenig zu überraschen oder mich auf die falsche Fährte zu locken. Ich wusste sehr wohl, dass Pauline, die Großmutter von Isabell, nicht das Kind von C. ist. Trotzdem fand ich die ganze Geschichte interessant. Diese Familiendynamik hat mich doch gefangen genommen. Und die vielen Fäden, die die Autorin gekonnt in ihren Händen hielt, und sie diese so bewegen konnte, ohne sich zu verheddern.  Ein Erzählstoff, der sich über vier Generationen bewegt, da ist man doch gefordert, geistig den Überblick nicht zu verlieren.

Man kann nur froh darüber sein, dass es solche Familien, wie sie in diesem Buch beschrieben wird, mit dieser schweren Belastung, nicht zu häufig in der Gesellschaft gibt. So eine große Last, die alle Familienmitglieder zu tragen hatten, da fragte man sich als stille Leserin schon, ob die Autorin nicht zu dick aufgetragen hat? Die Charaktere zumindest wirkten alle sehr authentisch.

Das einzige triviale an der ganzen Geschichte war neben dem Buchtitel und das Cover der Fluch, der auf der Familie zulasten droht. Für mich gibt es keine Flüche. Jeder Mensch ist für die Gestaltung seines Lebens selbst verantwortlich. Dieser gewalttätige August Korte, der schon krumme Geschäfte machte, noch bevor er mit seiner sechsköpfigen Familie in die Villa eingezogen ist, hat die Villa durch Glücksspiele gewonnen, und der Verlierer kündigte ihm an, dass die Villa ihm kein Glück gebracht habe, und sie werde ihm, August und seiner Familie, auch kein Glück bringen ...

Menschen, die Eigentum durch Glücksspiele gewinnen oder verlieren, und damit nicht nur das eigene Leben, sondern auch das Leben der Familie aufs Spiel setzen, das sind Menschen mit großer Charakterschwäche und das hat nichts mit Flüchen zu tun. Aber fiktional haben die AutorInnen das Recht, ihre Themen so  zu kleiden, wie es ihnen beliebt. Aber der Erzählstoff muss authentisch, differenziert und darf nicht kitschig und sentimental wirken. Zumindest nicht für mich. Und dies alles erfüllt die Autorin mit ihrem Buch. 


Mein Fazit ?

Toller Erzählstil, interessante Kulissen, jede Menge Erzählperspektiven, auch das Hin- und Herspringen von nichtchronologischen Abläufen von Vergangenheit und Gegenwart hat mir sehr gut gefallen, da ich mich geistig gefordert gefühlt habe. Ich würde das Buch jederzeit wieder lesen.


2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
1 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

Elf von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

Ich möchte mich recht herzlich beim Heyne-Verlag für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar bedanken.

ORIGINALAUSGABE
Taschenbuch, Klappenbroschur, 480 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-41955-1
€ 9,99 [D] | € 10,30 [A] | CHF 13,90* (* empfohlener Verkaufspreis)
Verlag: Heyne

Erschienen: 12.09.2016

Und hier geht es auf die Heyne Verlagsseite.
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Gelesene Bücher 2017: 47
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86


Dienstag, 10. Oktober 2017

Mashanti Martine Loesch / Wir kommen in Frieden (1)


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Das Buch hat mir recht gut gefallen, da ich viele Fragen, die ich mir schon seit langem selbst auch gestellt habe, in diesem Buch beantwortet wiedergefunden habe. Ich stellte mir Fragen, weshalb viele Tiere auf der Erde schutzlos ihrem "Henker" ausgeliefert sind, und weshalb Gott, sollte es ihn geben, tatenlos dabei zuschaut? Viele Bilder aus Tierdokumentationen habe ich nicht mehr aus meinem Kopf rausbekommen. In manchen Ländern wie z.B. in der Ukraine werden Straßenhunde aufgegabelt, und mit Hilfe von mobilen Krematorien auf der Stelle lebendig verbrannt. Oder in China, dort bekommen Hunde und Katzen, Kaninchen … bei lebendigem Leib ihr Fell abgezogen. Woanders werden die Tiere totgeschlagen. Aber auch in Deutschland gibt es große Missstände wie z.B. in den Schlachthäusern und in den Massentieranlagen, um nur wenige Beispiele zu nennen. 

Durch den Tod meines Katers Momo war ich gezwungen, mich auf die Suche zu machen, Antworten auf meine so vielen Fragen zu finden.

Der Buchtitel Wir kommen in Frieden, ist ein so schöner Buchtitel, der mich sofort angesprochen hat. Hier werden die Botschaften der Tiere behandelt. Hier kommen die Tiere zu Wort.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Dieses Buch vermittelt – zum Teil verblüffende – Einsichten aus Höheren Dimensionen über die spirituelle Mission der Tiere auf unserem Planeten Erde. Interviews mit Tieren, in denen sie ihre Sichtweise über die Welt und die Hingabe an ihre Seelenaufträge mitteilen, berühren unser Herz und säen Liebe. Die Autorin sieht sich als Sekretärin dieses Buches, denn in Wahrheit wurde es von Sanat Kumara, dem Aufgestiegenen Meister Kuthumi, Erzengel Ariel, der Kollektiv-Tierseele und dem Rat der Tiere verfasst. Es vermittelt Weisheit und Wissen aus übergeordneter Perspektive, nicht nur in Bezug auf Tiere, sondern auch brisante Themen bleiben nicht unangetastet – sei es Tierschutz, der Konsum von Fleisch uvm.
Die Botschaften, Meditationen und Wirkung der transformierenden Kraft der Kosmischen Strahlen laden uns ein, mutig und entschlossen Heilung auf unserem Planeten Erde zu manifestieren, uns selbst und ALLES-WAS-IST zu lieben und dem mit Achtung und Respekt zu begegnen.
Ein Buch, das aus den Sphären der bedingungslosen Liebe und den heilenden Lichtregionen stammt – das Grenzen sprengt, berührt, erstaunt und Mut macht, unserer Intuition zu vertrauen und zu unserer Wahrheit zu stehen.

Es ist eines der besten Tierbücher, die ich bisher in diesem Genre gelesen habe.

Mit Hilfe dieses Buches bekommt man Einsichten aus höheren Sphären wie schon aus dem Klappentext hervorgeht durch aufgestiegene Meister, Erzengel, der Kollektiv-Tierseele und den Rat der Tiere. Die Autorin bekommt diese Kontakte über Channeling. D. h. sie stellt die Fragen und sie bekommt die Antwort durch ein Medium, und sie sich als Sprachrohr zur Verfügung gestellt hat.

Die Botschaften der Tiere sind mit so viel Liebe behaftet, obwohl viele Menschen den Tieren das Leben auf der Erde weltweit erschweren. Sie beziehen sich dazu, weshalb es Tiere gibt, die es guthaben und wohlbehütet sind, und andere, die missbraucht werden, die auf Erdenleben viel Schmerz erfahren …
Misshandlungen von Tieren sind für viele von euch unverständlich und schmerzhaft zu beobachten. Doch dient es den Tieren nicht, mit ihnen zu leiden. Mit Verlaub gesagt, es dient weder den Tieren noch der Erde, noch dem gesamten kosmischen System. Die Schwingung, die durch euer Mitleiden hervorgerufen wird, entspricht einer Frequenz, die das, was ihr verhindern wollt, noch verstärkt. (2017, 60)
  
Das heißt aber nicht, dass man weggucken soll. Hierbei sind die im Buch aufgeführten Meditationen sehr hilfreich, mehrere Formen von Lichtarbeit, die man anwenden kann, um in Not geratenen Tieren spirituell zu helfen. Das Buch betrachte ich demnach nicht nur als ein Informationsbuch, sondern auch als ein Arbeitsbuch.

Interessant fand ich zudem den Umgang mit Tieren aus der Sicht der Naturvölker. Sie bitten das gejagte Tier um Erlaubnis, es zu töten. Mit Hilfe von Ritualen erweisen sie dem Tier die Ehre und bitten es um Vergebung. Außerdem schließen sie die Tiere mit in ihre Gebete ein, die Tierseele möge sich schnell aus dem Körper befreien.


Mein Fazit zu dem Buch?

Ich kann dieses Buch allen Menschen weiterempfehlen, die Tiere lieben, und die auch so wie ich Antworten auf schwierige Fragen suchen. Allerdings muss man sich auch mit Methoden und Theorien auseinandersetzen, die über das allgemeine Schulwissen hinausgehen. Ob diese Theorien glaubwürdig oder nicht glaubwürdig sind, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Schaut in eure Herzen, geht tief in euch, und ihr werdet Erfahrungen machen, die euch eine Antwort darauf geben werden.

Es ist nicht so, dass ich alles glaube, was in dem Buch steht, aber mir gelingt es, das für mich Glaubhafte anzunehmen, und das nicht Glaubhafte ohne jegliche Wertung einfach stehen zu lassen.

Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

Ich möchte mich recht herzlich beim Bücherverlag-Smaragd für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar bedanken. 

·         Verlag: Smaragd Verlag; Auflage: 2., Neuerscheinung (12. Juni 2017)
·         Sprache: Deutsch, 14,80 €
·         ISBN-10: 3955311562

 Und hier geht es auf die Verlagsseite von Smaragd.
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Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?
(Sokrates)

Gelesene Bücher 2017: 44
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86