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Montag, 16. Oktober 2017

Milan Meder / I hate you sweetheart

Klappentext
Macho versus Genie. Feuer gegen Wasser. Die Auseinandersetzungen und Machtkämpfe sind dramatisch. Ein größerer Gegensatz zwischen Mann und Frau ist nicht denkbar. Das sind die Gedanken von Johanna und Johannes. So denken auch ihre Freunde. Dann kommt die große Wendung. Johannes versucht Johannas Herz zu erobern. Johanna sträubt sich. Einen größeren und arroganteren Kotzbrocken gibt es für sie nicht.
Johannes ist bis zu einem gewissen Punkt hartnäckig. Er will sein Ziel erreichen.Johanna denkt nicht im Traum daran.In Johannes verändert sich etwas. Zufrieden mit jeder leichten Beute, beginnt er jetzt mit einem geduldigeren Kampf.Leider wird die Sache damit schlimmer.... wird er am Ende sein Ziel erreichen?

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Es ist eine Liebesgeschichte auf wenigen Seiten geschrieben. Gleich auf der ersten Seite beginnen die Dialoge dieser Geschichte. Es spricht eine junge Frau namens Johanna, vielmehr nimmt man an ihren Gedanken teil. Eine Studentin, die in ihrer Traumstadt Freiburg Pädagogik und Medizin studiert.

Sie wird Zeugin, als ein Medizinstudent von zwei anderen Männern verfolgt wird, und so bezeichnet sie diese beiden Verfolger als Machos, ohne die Hintergründe zu kennen. Sie zeigt sich hilfsbereit dem Opfer gegenüber. Sie stellt sich Fragen, weshalb der Student verfolgt wurde, und ob sie in eine Mobbingszene geraten sei oder ob die beiden nur ihre Aufmerksamkeit haben wollten?

Sie zeigt Zivilcourage und setzt sich für das Opfer ein. Doch die Fragen werden lediglich überhört, einer, namens Johannes, konstatiert stattdessen ihre Schönheit. Sie erwiderte ihm daraufhin, dass er ein schwanzgesteuertes Monster sei. Zwar hatte sich Johannes über diese Äußerung geärgert, aber er ging auf diese Beleidigung nicht ein, stattdessen stellte er sich mit seinem Vornamen vor.

Auf den folgenden Seiten finden abwechselnd die Erzählperspektiven zwischen Johanna und Johannes statt. Johanna mag eigentlich keine Machos, und Johannes mag nur schöne Frauen, er ist es gewöhnt, jede zu bekommen … Johannes bezeichnet sich selbst als einen Triebmenschen. So schlecht hat Johanna angeblich mit der Personenbeschreibung nicht gelegen, und das stimmt Johannes nachdenklich.

Sie begegnen sich sieben Jahre später erneut durch Zufall. Johanna ist mittlerweile mit ihrem Studium fertig und lebt in einer festen Beziehung. Ihre nächsten Pläne wären, wie die vieler anderer Menschen auch, den klassischen Weg einzuschlagen. Nach der Berufsausbildung heiraten, ein Haus bauen und Kinder bekommen.

Merkwürdigerweise fühlt sich Joanna nach diesem Treffen zu Johannes sehr stark hingezogen, und Johannes zu ihr. Was ist mit Johannas Emotionen los? Am Ende stellt sich heraus, weshalb Johannes und sein Mittäter den Studenten verfolgt hatten.


Wie hat mir diese kurze Liebesgeschichte gefallen?

So dramatisch fand ich die Geschichte jetzt nicht, und die Machtkämpfe, wie sie im Klappentext stehen, fand ich auch nicht so schlimm. Die Gegensätze hätten deutlicher hervorgebracht werden sollen. Die Szenen habe ich als sehr seicht empfunden und die Charaktere der ProtagonistInnen hatten auch nicht so viel Tiefgang, wenn man bedenkt, dass Menschen von Natur aus sehr facettenreich sind. Die Szenen habe ich nicht wirklich als authentisch empfunden. Manche Begriffe fand ich nicht richtig gewählt, wie z.B. Macho und Triebtäter. Warum ist Johannes ein Triebtäter? Triebtäter sind kriminalistisch, vergewaltigen Frauen, etc. und man ist auch nicht per se ein Macho, nur weil man einen Mann verfolgt ... 

Ansonsten fand ich die Geschichte von der Idee her nicht schlecht, sie ist aber auf jeden Fall ausbaufähig. Man kann mehr aus ihr machen, sie fantasievoller gestalten. Man muss mehr aus ihr machen, wenn anspruchsvollere Literatur daraus werden soll. Aber vielleicht hat der Autor diesen Anspruch gar nicht, und findet seine Geschichte so wie sie ist perfekt, dann kann die Geschichte so bleiben, wie sie ist. Sie wird ihre Leserschaften finden, davon bin ich überzeugt, da es für jeden Schreibtyp die passenden LeserInnen gibt.

Auf jeden Fall wünsche ich Herrn Medin dabei viel Erfolg.


Wie kam dieses kleine Heftchen zu mir? 

Der Indie-Autor hatte mir eine Anfrage gestellt, seine Liebesgeschichte zu lesen.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Taschenbuch: 28 Seiten, 3,99 €
·         Verlag: Books on Demand; Auflage: 1 (17. August 2017)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3744888738

Dieses Heftchen kann man mitunter auch auf Amazon bestellten. 




Freitag, 13. Oktober 2017

Anthony Doerr / Momory Wall (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Eine sehr interessante und außergewöhnliche Novelle. Eigentlich dachte ich erst, man bekommt es hier mit einer reinen Demenz-Erkrankung zu tun á la Martin Suter Small World. Nein, gar nicht. Die Demenz ist hier auch symbolisch zu verstehen. Als ein Symbol der Vergänglichkeit. Die Handlung spielt im Süden von Afrika, in Kappstadt, in einer Zeit, in der die Apartheid gesetzlich abgeschafft wurde.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein: 
Was geschieht mit uns, wenn wir sie verlieren, und welche Möglichkeiten tun sich auf, wenn andere unsere Erinnerungen wiederbeleben können? Der 74-jährigen Alma Konachek, die in einem Vorort von Kapstadt lebt, widerfährt genau dies. Sie verliert ihr Gedächtnis. Unbekannte brechen mehrfach in ihr Haus ein, auf der Suche nach Hinweisen zu einem spektakulären Fossilienfund ihres plötzlich verstorbenen Mannes. Denn Alma hat eine Wand voller Fotos, Gedächtnisstützen, Speichermedien, in der sich irgendwo der fehlende Hinweis zu dem gesuchten Fossil befindet. In dieser lichten, wunderschönen Novelle gelangt schließlich ein Junge in den Besitz des Geheimnisses dieser alten Frau und ihres Mannes, einer Episode aus ihrer Vergangenheit mit der Macht, ein Leben zum Guten zu wenden. Der Junge reist dazu in die Karoo-Wüste und setzt sich dieser wilden Landschaft aus. Wie alle Werke Doerrs zeugt auch dieses von der Größe des Lebens – von der geheimnisvollen Schönheit der Fossilien, Wolken, Blätter - vom atemberaubenden Glück, in diesem Universum zu leben.

Verblüfft haben mich die vielen Kassetten, auf denen das Leben der Alma Konachek und das ihres verstorbenen Mannes zum Erinnern abgespielt sind. Alma vergisst alles immer sofort wieder. Sie nimmt an einem Demenz-Projekt von Dr. Amnesty teil, an dem sie nicht wirklich erfolgreich ist, da die Krankheit immer weiter fortschreitet, statt sie aufzuhalten. Ihr wurden Plots implantiert, mit dem Ziel, ihr Leben auf den Kassetten wiederzuerkennen. Eine recht interessante aber eine utopische Idee wie ich finde.

Die Novelle birgt auch Kriminalistisches, denn es dringen Männer in Almas Villa ein, um bestimmte Videos zu stehlen, da Almas Mann, ein Sammler von Fossilien und von Beruf Paläontologe, vor seinem Tod noch wichtige Entdeckungen gemacht hat. Die Einbrecher wollen mit Hilfe der Videos diesen Entdeckungen auf die Spur kommen …

Da dies eine recht kurze Novelle ist, alles Weitere zum Selberlesen.

Mir hat die Erzählung nicht nur inhaltlich sehr gut gefallen, auch der Schreibstil hat mir zugesagt.

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

·         Gebundene Ausgabe: 135 Seiten, 14,99 €
·         Verlag: C.H.Beck; Auflage: 1 (10. Februar 2016)
·         Sprache: Deutsch
·         ISBN-10: 3406689612

Und hier geht es auf die Verlagsseite von C.H.Beck
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Gelesene Bücher 2017: 45
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86




Dienstag, 10. Oktober 2017

Mashanti Martine Loesch / Wir kommen in Frieden (1)


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Das Buch hat mir recht gut gefallen, da ich viele Fragen, die ich mir schon seit langem selbst auch gestellt habe, in diesem Buch beantwortet wiedergefunden habe. Ich stellte mir Fragen, weshalb viele Tiere auf der Erde schutzlos ihrem "Henker" ausgeliefert sind, und weshalb Gott, sollte es ihn geben, tatenlos dabei zuschaut? Viele Bilder aus Tierdokumentationen habe ich nicht mehr aus meinem Kopf rausbekommen. In manchen Ländern wie z.B. in der Ukraine werden Straßenhunde aufgegabelt, und mit Hilfe von mobilen Krematorien auf der Stelle lebendig verbrannt. Oder in China, dort bekommen Hunde und Katzen, Kaninchen … bei lebendigem Leib ihr Fell abgezogen. Woanders werden die Tiere totgeschlagen. Aber auch in Deutschland gibt es große Missstände wie z.B. in den Schlachthäusern und in den Massentieranlagen, um nur wenige Beispiele zu nennen. 

Durch den Tod meines Katers Momo war ich gezwungen, mich auf die Suche zu machen, Antworten auf meine so vielen Fragen zu finden.

Der Buchtitel Wir kommen in Frieden, ist ein so schöner Buchtitel, der mich sofort angesprochen hat. Hier werden die Botschaften der Tiere behandelt. Hier kommen die Tiere zu Wort.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Dieses Buch vermittelt – zum Teil verblüffende – Einsichten aus Höheren Dimensionen über die spirituelle Mission der Tiere auf unserem Planeten Erde. Interviews mit Tieren, in denen sie ihre Sichtweise über die Welt und die Hingabe an ihre Seelenaufträge mitteilen, berühren unser Herz und säen Liebe. Die Autorin sieht sich als Sekretärin dieses Buches, denn in Wahrheit wurde es von Sanat Kumara, dem Aufgestiegenen Meister Kuthumi, Erzengel Ariel, der Kollektiv-Tierseele und dem Rat der Tiere verfasst. Es vermittelt Weisheit und Wissen aus übergeordneter Perspektive, nicht nur in Bezug auf Tiere, sondern auch brisante Themen bleiben nicht unangetastet – sei es Tierschutz, der Konsum von Fleisch uvm.
Die Botschaften, Meditationen und Wirkung der transformierenden Kraft der Kosmischen Strahlen laden uns ein, mutig und entschlossen Heilung auf unserem Planeten Erde zu manifestieren, uns selbst und ALLES-WAS-IST zu lieben und dem mit Achtung und Respekt zu begegnen.
Ein Buch, das aus den Sphären der bedingungslosen Liebe und den heilenden Lichtregionen stammt – das Grenzen sprengt, berührt, erstaunt und Mut macht, unserer Intuition zu vertrauen und zu unserer Wahrheit zu stehen.

Es ist eines der besten Tierbücher, die ich bisher in diesem Genre gelesen habe.

Mit Hilfe dieses Buches bekommt man Einsichten aus höheren Sphären wie schon aus dem Klappentext hervorgeht durch aufgestiegene Meister, Erzengel, der Kollektiv-Tierseele und den Rat der Tiere. Die Autorin bekommt diese Kontakte über Channeling. D. h. sie stellt die Fragen und sie bekommt die Antwort durch ein Medium, und sie sich als Sprachrohr zur Verfügung gestellt hat.

Die Botschaften der Tiere sind mit so viel Liebe behaftet, obwohl viele Menschen den Tieren das Leben auf der Erde weltweit erschweren. Sie beziehen sich dazu, weshalb es Tiere gibt, die es guthaben und wohlbehütet sind, und andere, die missbraucht werden, die auf Erdenleben viel Schmerz erfahren …
Misshandlungen von Tieren sind für viele von euch unverständlich und schmerzhaft zu beobachten. Doch dient es den Tieren nicht, mit ihnen zu leiden. Mit Verlaub gesagt, es dient weder den Tieren noch der Erde, noch dem gesamten kosmischen System. Die Schwingung, die durch euer Mitleiden hervorgerufen wird, entspricht einer Frequenz, die das, was ihr verhindern wollt, noch verstärkt. (2017, 60)
  
Das heißt aber nicht, dass man weggucken soll. Hierbei sind die im Buch aufgeführten Meditationen sehr hilfreich, mehrere Formen von Lichtarbeit, die man anwenden kann, um in Not geratenen Tieren spirituell zu helfen. Das Buch betrachte ich demnach nicht nur als ein Informationsbuch, sondern auch als ein Arbeitsbuch.

Interessant fand ich zudem den Umgang mit Tieren aus der Sicht der Naturvölker. Sie bitten das gejagte Tier um Erlaubnis, es zu töten. Mit Hilfe von Ritualen erweisen sie dem Tier die Ehre und bitten es um Vergebung. Außerdem schließen sie die Tiere mit in ihre Gebete ein, die Tierseele möge sich schnell aus dem Körper befreien.


Mein Fazit zu dem Buch?

Ich kann dieses Buch allen Menschen weiterempfehlen, die Tiere lieben, und die auch so wie ich Antworten auf schwierige Fragen suchen. Allerdings muss man sich auch mit Methoden und Theorien auseinandersetzen, die über das allgemeine Schulwissen hinausgehen. Ob diese Theorien glaubwürdig oder nicht glaubwürdig sind, kann nur jeder für sich selbst beantworten. Schaut in eure Herzen, geht tief in euch, und ihr werdet Erfahrungen machen, die euch eine Antwort darauf geben werden.

Es ist nicht so, dass ich alles glaube, was in dem Buch steht, aber mir gelingt es, das für mich Glaubhafte anzunehmen, und das nicht Glaubhafte ohne jegliche Wertung einfach stehen zu lassen.

Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von zwölf Punkten.


Weitere Informationen zu dem Buch

Ich möchte mich recht herzlich beim Bücherverlag-Smaragd für das zur Verfügung gestellte Leseexemplar bedanken. 

·         Verlag: Smaragd Verlag; Auflage: 2., Neuerscheinung (12. Juni 2017)
·         Sprache: Deutsch, 14,80 €
·         ISBN-10: 3955311562

 Und hier geht es auf die Verlagsseite von Smaragd.
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Falls der Tod aber gleichsam ein Auswandern ist
von hier an einen anderen Ort,
und wenn es wahr ist, was man sagt,
dass alle, die gestorben sind, sich dort befinden,
welch ein größeres Glück gäbe es wohl als dieses?
(Sokrates)

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Mittwoch, 4. Oktober 2017

Astrid Lindgren / Mio, mein Mio (1)



Lesen mit Anne


Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Was für ein wunderschönes Märchen. So fantasievoll und ideenreich. Es hat nicht nur mir gut gefallen, auch Anne war davon sehr angetan. Wir werden uns noch andere Bücher von Astrid Lindgren vornehmen, aber eher die, die nicht so bekannt sind …

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Der Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson, der bei Pflegeeltern in liebloser Umgebung aufwächst und sich nach Verständnis und Geborgenheit sehnt, findet auf geheimnisvolle Weise das „Land der Ferne“, in dem sein Vater, den er noch nie gesehen hat, König ist und er selbst als Prinz Mio ein vom Kampf gegen das Böse erfülltes Leben führt.

Die ersten hundert Seiten wirkten recht einfach. Alles ging so glatt, als der kleine, neunjährige Waisenjunge Bo Vilhelm Olsson in ein neues Reich gerät und verlässt damit seine ungerechten Pflegeeltern, die ihn nicht gut behandelt haben. Er findet seinen Vater in dem neuen Reich, der König ist, und noch lebt und doch kein Tölpel ist, wie ihm dies die Pflegeeltern weiszumachen versuchten. Er findet hier richtige Freunde, lernt Flöte spielen, u.a.m. Der Vater des Jungen nennt ihn Mio, mein Mio und freut sich wahnsinnig, seinen Jungen wieder gefunden zu haben. Die Welt hier ist recht freundlich und kinderlieb, als es aber schließlich zu einer Wende kommt. Mio gerät in ein Abenteuer, und er muss einen Kampf mit dem Ritter Kato eingehen. Ritter Kato ist eine böse Kreatur, hat ein Herz aus Stein, und lebt in einer finsteren Burg. Ritter Kato hat auch viele Kinder verzaubert. Hat Tiere nicht gut behandelt, und macht alle Lebewesen zu seinen Feinden, die nicht in seine Welt passen. Welche Chance hat ein so kleiner Junge wie Mio einen Kampf gegen eine erwachsene und böse Figur zu gewinnen? Aber es scheint, als könnte nur Mio dieses Reich vor dem Bösen retten, nicht einmal sein Vater, der König ist, kann ihn davon lossprechen. Schafft Mio es oder nicht? Lest selbst.

Mein Fazit zu dem Buch?

Mich hat dieses Märchen ein wenig an das Hobbit-Buch Herr der Ringe erinnert. Auch da ging es um den Kampf gegen das Böse. Und nur eine Figur war in der Lage, das Böse in der magischen Welt zu bekämpfen. Es war Frodo Beutlin mit seinem reinen Herzen. Nur dass dieses Märchen von Astrid Lindgren nicht so gewaltträchtig ist wie das Hobbit-Buch.

Auf jeden Fall ist das Buch jugendtauglich. 

Und hier geht es zu Annes Buchbesprechung.

Meine Bewertung?

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von 12 Punkten.

Weitere Informationen zu dem Buch:
 Gebundene Ausgabe: 192 Seiten
·         Verlag: Oetinger; Auflage: 1 (1. Januar 2008)
·         Sprache: Deutsch, 13,99 €
·         ISBN-10: 3789141674

Und hier geht es auf die Verlagsseite vom Oetinger-Verlag.

Und hier geht es auf die Astrid-Lindgren Seite, auch Oetinger. 

Den telefonischen Austausch mit Anne haben wir auf Freitag Abend vertagt. Ich werde sodann unsere kleine Konversation hier später nachtragen.



Telefongespräch mit Anne, Freitag 06.10.2017, 19:30 Uhr:

Anne und ich hatten fast die selben Eindrücke zu dem Märchen von Astrid Lindgren. In einem waren wir allerdings unterschiedlicher Meinung; Anne hatte mit dem Fernen Reich den Tod assoziiert, ein fiktives Jenseits, in das Mio nach seinem Ableben von seiner grobstofflichen Lebenswelt gelangt sei. Ich selbst habe keine Textstelle finden können, in der ich den Tod von Bo Villehelm (Bosse) hätte ableiten können. Doch hierin waren wir uns beide einig, dass es dazu tatsächlich keine Textstelle gibt. Auch nicht, dass Bosse gestorben ist. Seinen Abgang von seiner Lebenswelt ist ausschließlich mit einer Postkarte in Verbindung zu bringen, die Bosse für jemand anderen in den Briefkasten geworfen hat, und damit die Verzauberung in das Ferne Reich geführt hat. Er war nicht krank oder so. Völlig gesund, weshalb es für mich nicht ersichtlich wird, wieso Bosse hätte sterben sollen und woran? Weil der Tod hier nicht explizit erwähnt wird, auch keine Krankheiten, bin ich nicht auf diese Thematik gekommen. Auch als Kind habe ich den Tod nicht in diesem Märchen gesehen. 

Aber ich respektiere natürlich Annes Empfindung und ihre Meinung dazu ... 

Interessant fand ich auch, dass ich das Märchen mit dem Hobbit-Buch in Verbindung gebracht habe. Durch Anne habe ich erfahren, dass das Lindgren-Märchen verfilmt wurde, und der Schauspieler, der den Ritter Kato gespielt habe, ein Schauspieler von dem verfilmten Herr der Ringe war. Da werde ich mal schauen, mir den Film von Mio besorgen und es stimmt mich neugierig, welcher Schauspieler das war, wobei ich mehr an Frodo Beutlin gedacht habe, zu dem ich Parallelen zu Mio gesehen habe und nicht an irgendeinen andereren Schauspieler aus der Kampfarena von Herr der Ringe. Deshalb wiederhole ich nochmals: Frodo Beutlin und Mio hatten dieselben Aufgaben; Nur sie beide waren durch das reine Herz, das sie hatten, in der Lage, das Böse in der magischen Welt zu besiegen. 
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Montag, 2. Oktober 2017

John Williams / Nichts als die Nacht (1)

Eine Buchbesprechung zur o. g. Lektüre

Was für ein Buch. Eine sehr gut geschriebene Erzählung.

Ich werde nun meine Posts von der Leserunde hier einfügen, damit ich nicht alles neu schreiben muss. Außerdem ist in der Leserunde noch viel nachzulesen für alle, die mehr über das Buch erfahren möchte. Aber Vorsicht, es wird dort viel verraten, damit tue ich mir oftmals schwer, über den Inhalt so zu sprechen, ohne zu viel vom Inhalt preis zu geben ...

Morgen ist Feiertag, und so werden die anderen TeilnehmerInnen sich der Runde noch anschließen.

Zur Erinnerung gebe ich erneut den Klappentext rein:
Das Leben des jungen Arthur Maxley scheint beherrscht von Müßiggang und einem nie verwundenen Trauma aus der Kindheit. Einen Abend, eine Nacht lang, folgen wir Arthur. Zunächst zu einem Dinner mit seinem Vater, den er viele Jahre nicht gesehen hat. Etwas Schwerwiegendes steht zwischen ihnen, Schuld und Scham lasten auf dieser Begegnung, deren hoffnungsloses und abruptes Ende einen Vorgeschmack gibt auf das verheerende Finale dieser Nacht. Die Straßen und Bars des nächtlichen San Francisco sind die Kulisse, vor der sich Arthurs innerer Abgrund auftut. Während er der sinnlichen Verführung durch eine fremde Schöne nachgibt, enthüllt sich Arthurs ganze existenzielle Not: Sein Begehren ist tiefer, als dass erotische oder sexuelle Erfüllung es befriedigen könnten.

Mir ging es ähnlich wie meiner Mitstreiterin Anne Parden. Bin auch nicht so leicht in die Geschichte reingekommen und hatte schon die Befürchtung, aus Arthurs dunklem Traum nicht mehr rauszukommen. Aber die Wende kam ja ziemlich bald. Auf den ersten Seiten lernen wir Arthur kennen, in seiner dunklen Welt lebend und recht einsam. Man spürt als Leserin, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmt.  Außerdem hat mich die Einsamkeit des jungen Arthurs betroffen gestimmt. Sehr sprachgewaltig habe ich diese Szene bzw. diese Beschreibung erlebt.
Und während er so an diesem Hochsommerabend durch überfüllte Straßen ging, überfüllte ihn jene, die man nur in der monströsen Unpersönlichkeit einer Menschenmenge empfinden kann, dieses unvergleichliche Gefühl puren Alleinseins, wie man es unter keinen anderen Umständen spürt. Die einsame Gestalt in der sich kaum veränderten Weite einer Wüste ist nicht so allein, wie man sich in der Unendlichkeit einer überfüllten Stadt verloren fühlen kann. (...) Die aberhundert fremden Leiber, die unwissentlich streifen, die aberhundert fremden Blicke, die auf sein Gesicht fallen, ohne es zu sehen oder zu erkennen, die Stimmen, die um ihn herum und über ihn hinwegreden, nie aber mit ihm - darin liegt wahre Einsamkeit. (2017,84)

Man bekommt schnell mit, dass der junge Arthur seine Mutter wohl verloren haben muss. Man weiß aber noch nicht, was tatsächlich passiert ist. Man nimmt an seinen Gedanken teil, an seinen Erlebnissen mit der Mutter, an die er sich süßlich erst zurückerinnert in der Art, wie ich es von Proust kenne ... Dann die Angst vor dem Vater, oder vielmehr die Abneigung gegen ihn. Man muss weiterlesen, um mehr Klarheit zu bekommen, denn so scheint es, dass beide vor irgendetwas davonlaufen. Die Beziehung zwischen dem Vater und Arthur scheint auch gestört zu sein.

Zwischendrin besucht Arthur ein Tanzlokal, in dem Striptease auf der Bühne auftreten. Nun ist er unter Menschen, lernt Claire kennen, und doch fühlt er sich nicht wohl. Er sehnt sich danach, wie Blinde und Gehörlose zu leben, die die Welt von innen erfassen, und sich nicht von Äußerlichkeiten blenden zu lassen … Arthur fühlt sich zu Claire hingezogen. Findet an ihr Seiten, die ihn stark an seine Mutter erinnern lassen. Nach der Tanzparty gehen sie gemeinsam zu Claire nach Hause und dort passieren Dinge, mit denen man als Leserin nicht gerechnet hätte.

Auch mit der Art des Ausgangs habe ich nicht gerechnet. Nun ist es raus, was mit der Mutter passiert ist. Nun ist es raus, weshalb Arthur ein so einsamer Mensch ist, der sich in einer dunklen Welt am wohlsten fühlt, so scheint es. Das Ende erlebte ich als sehr schockierend und stimmt mich sehr nachdenklich. Da dies eine relativ kurze Erzählung ist, möchte ich nicht zu viel verraten.

Aber es bleiben auch Fragen offen. Nicht alles konnte geklärt werden ... 

Mein Fazit?
Super Schreibstil, super Themen, sodass ich von dem Autor noch die anderen Bücher lesen möchte. John Williams verfügt über fundierte Kenntnisse der Psychologie, ist literarisch sehr sprachgewandt und versiert, er schafft es, so schwere Themen wie diese auf wenigen Seiten zu packen. Auch das Nachwort von Simon Strauß fand ich sehr hilfreich und sehr interessant, gibt von dem Autor auch etwas Biografisches kund.

2 Punkte: Sprachlicher Ausdruck (Anspruchsvoll, keine saloppe Schreibweise)
2 Punkte: Differenzierte Charaktere
2 Punkte: Authentizität der Geschichte
2 Punkte: Fantasievoll, ohne dass es kitschig oder zu sentimental wirkt
2 Punkte: Frei von Stereotypen, Vorurteilen, Klischees und Rassismus
2 Punkte: Cover und Titel stimmen mit dem Inhalt überein

12 von 12 Punkten


Weitere Informationen zu dem Buch:

Ich möchte mich recht herzlich beim Forumsbetreiber Helmut Pöll für sein Engagement bedanken, dieses Leseexemplar erfolgreich beim dtv Verlag angefragt zu haben.
Ein großes Dankeschön geht auch an den dtv-Verlag, der uns UserInnen die Lesexemplare hat zukommen lassen.

·         Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
·         Verlag: dtv Verlagsgesellschaft; Auflage: Deutsche Erstausgabe (8. September 2017)
·         Sprache: Deutsch, 18,00 €.

Und hier geht es auf die Verlagsseite vom dtv. 
Und hier geht es auf die Website von John Williams. 
Und hier geht es zu der Leserunde von Watchareadin
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Gelesene Bücher 2017: 42
Gelesene Bücher 2016: 72
Gelesene Bücher 2015: 72
Gelesene Bücher 2014: 88
Gelesene Bücher 2013: 81
Gelesene Bücher 2012: 94
Gelesene Bücher 2011: 86