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Sonntag, 19. August 2012

Über mein lesendes Leben


Mein Leben rund ums Buch 


Ein paar autobiografische Fakten



Eigentlich müsste hier ein Foto mit einem Buch abgebildet sein, aber da das Lesen eine recht einsame Beschäftigung ist, konnte ich mich nicht selbst knipsen. Auch nicht mit einer Kamera mit einem Selbstauslöser. Da Musizieren für mich, Altblockflöte und Querflöte, genauso wichtig wie lesen ist, und wir, mein Musikpartner und ich, häufig auch Duette spielen, fand ich dieses Foto auch passend. Mein Spielpartner hat es für mich geschossen, ohne dass ich es bemerkt hatte. 

So, und nun ein paar Zeilen über meine Herkunft und über meine Bücher. 

Da dies ein privater Blog ist, stelle ich mich mit dem Vornamen vor. Mein Name ist Mirella; ich werde oft auch mit Mira abgekürzt, beide Anreden sind o.k., da Mira sowieso die Kurzform von Mir(ell)a ist.

Ich bin gebürtige Darmstädterin, aber in Riedstadt-Goddelau habe ich meine Kindheit und Jugend zugebracht. Ich bin außerdem bilingual aufgewachsen, deutsch und italienisch, ich besitze auch zwei Pässe, aber meine dominante Sprache, die sich bei mir durchgesetzt hat, ist die deutsche, so wie auch meine Identität die deutsche ist. Dadurch, dass ich meine Gedanken in deutscher Sprache denke, und nachts in deutscher Sprache träume, bezeichne ich mich als Deutsche ... Und meine Wurzeln? Na, ganz einfach. Wenn ich  mein ganzes Leben in Deutschland zugebracht habe, dann versteht sich das für mich von selbst, dass ich meine Wurzeln in Deutschland geschlagen habe. Dies führt bei kulturunreflektierten Leuten oftmals zu Irritationen, da sie noch immer im Glauben sind, die Identitätsentwicklung würde genetisch gesteuert werden. 


Meiner bikulturellen Herkunft habe ich es jedoch zu verdanken, dass ich z.B. auch in der Literatur auf breitem, internationalem Gebiet kundig bin, was aber nicht heißen soll, dass andere Menschen, die aus einer Monokultur kommen, dazu nicht auch in der Lage wären. Aber die meisten Leute, die ich kenne, lesen hauptsächlich Bücher aus Deutschland, England, Frankreich, Amerika und aus dem hohen europäischen Norden...  Und viele andere beschränken sich hauptsächlich auf deutsche Autor*innen.


Angefangen zu lesen habe ich, wie jedes andere Kind auch, in meiner Grundschulzeit und ich suchte regelmäßig unsere Jugendbibliothek auf, die es in Goddelau damals noch gab. Eigentlich hatte mein Interesse zu Büchern schon im Kindergartenalter begonnen, indem ich selber kreativ mit Stift und Papier Bücher herstellte. Außerdem hatte ich die Buchstaben in dem fiktiven Buch eher erfunden, wie mir viele Jahre später meine damalige Erzieherin mitgeteilt hat. Ich wäre in dieser Zeit ein sehr ruhiges und zurückgezogenes Kind gewesen ... 

Ich war eine richtige Leseratte und ich verbrachte jede freie Minute mit meinen Büchern. Ich bevorzugte Bücher statt Spielgefährten. Nach Einschätzung meiner Eltern, die es wohl nur gut mit mir meinten, las ich zu viel, sodass man mir die Bücher wegnahm, mit der Konsequenz, dass ich nun erst recht begann, alles zu lesen, was ich nur in meine Hände kriegen konnte ... Auch Unsinniges wie z.B. Marmeladengläser. 




Demnach war mein Leben schon immer von Büchern umgeben. Habe heute Kinderbücher gefunden, Kinderklassiker, die jeweils haargenau dasselbe Cover tragen wie damals die Bücher zu meiner Zeit, siehe Foto oben. Wird noch ergänzt mit Peter Pan und Michel aus Lönneberga. Michel bekomme ich von meiner Bücherfreundin Anne zu Weihnachten geschenkt, :). Mein Herz ging auf und ich musste zugreifen. Zum Andenken, zum Wiedererinnern. Büchererlebnisse frühester Zeit, während es bei den ersten Buchbänden die Abbildungen sind, die Erinnerungen in mir wachrufen ... Es fehlen auch noch die Dickens-Bücher, die bei mir woanders im Regal stehen, die dann später dazu kamen. Ich bin dankbar, dass der Oetinger Verlag die Covers nicht mit neumodischem Schnickschnack ausgewechselt hat.

Mit Beginn meines Studiums (Erziehungswissenschaften an der Goethe-Universität in Frankfurt Main) hörte ich allerdings auf, belletristische Bücher zu lesen. Ich begann nur noch Fachbücher zu lesen, was sich auch noch nach meinem Studium fortgesetzt hatte. Diese humanwissenschaftliche Literatur aus verschiedenen Fachrichtungen fand ich faszinierend, die ich nicht verlassen wollte .... Erst zehn Jahre nach meinem Studium habe ich begonnen, erneut Belletristik zu lesen. Und mittlerweile sind schon fast weitere zehn Jahre vergangen, und lese beide Formen von Literatur, wenn auch die Belletristik gerade überwiegt, da ich beruflich schon viel mit Fachliteratur eingedeckt bin.

Ich selbst lese viel, wie schon gesagt, aus verschiedenen unterschiedlichen Ländern. Demnach betrachte ich, in mehreren Kulturen bewandert zu sein, als eine riesen Bereicherung, was Sprache und Kulturverständnis betrifft, was mein Weltbild nachhaltig geprägt hat.


Ich lese hauptsächlich Bücher aus dem Klassikerbereich, aber auch Gegenwartsliteratur querbeet mit Ausnahme von Trivialliteratur. Ich informiere mich über ein Buch durch Literaturforen und durch Magazine und Kulturradio, aber ich befinde mich auch oft auf Entdeckungsreisen.


Habe schon an verschiedenen Literaturrätseln im Sonntagsradio erfolgreich teilgenommen, nur gewonnen habe ich bisher noch nichts. Das Los fiel immer auf einen anderen Erfolgreichen :).


Meine Lieblingsbuchhandlung ist die Bahnhofsbuchhandlung in Frankfurt/Main. In Darmstadt besuche ich gerne den Restseller-Laden Jokers und bin auch viel bei Hugendubel und Thalia unterwegs. Nach Dienstschluss besuche ich oft zur reinen Entspannung eine Buchhandlung, und es kommt selten vor, dass ich ohne ein weiteres Buch den Laden wieder verlasse.  


Ich führe ein recht ruhiges und unspektakuläres Leben. Mein Beruf, meine Bücher, meine Katzen und das Musizieren auf meinen Flöten sind mir Abenteuer genug. Treffe mich mit ein paar wenigen Freunden und mit Familie.


Viele Grüße aus Darmstadt 


Mirella Pagnozzi